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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dreieinigkeit - Dreikaiserbund
von den Römern erbaut sein und als röm. Ansiede-
lung den Namen Inäa^iiie geführt haben. Man hat
Münzen mit Trajans Bildnis und einen röm. Grab-
stein gesunden. Im Reformationszeitalter hatte D.
sehr unter religiösen Kämpfen zu leiden.
Dreieinigkeit, s. Trinität.
Dreienbrunnen, ein in der unmittelbaren Nähe
der Stadt Erfurt und südwestlich von derselben lie-
gender Komplex von Gemüsegärten, von drei Sei-
ten geschützt, nur gegen Westen offen und durch
den Thüringerwald nicht immer günstig beeinflußt,
von mehrern Quellen reichlich bewässert und durch
die Güte seiner Produkte weit berühmt. Die ge-
samte, nur etwa 241iH haltende Fläche ist dergestalt
geordnet, daß zwischen je zwei bis 1 m und darüber
hohen Beeten (Iähnen) ein mehr oder weniger brei-
ter wasserführender Graben (Klinge) liegt, welcher
entweder nur zur Bewässerung oder zugleich auch
zur Kultur der Vrunnenkresse benutzt wird. Die
natürliche Fruchtbarkeit des Bodens wird durch
jährlich wiederholte Düngung und reichliche Bewässe-
rung wesentlich erhöht und ermöglicht durch Vor-,
Zw^chen- und Nachpstanzung eine dreifache Ernte.
Dieses Kultursystem wurde zuerst von Christian
Reichart, dem Verfasser des seinerzeit berühmten
"Land- und Gartenschatzes", auf seinem Besitztum
ausgeführt und breitete sich allmählich über die ge-
samte Fläche aus. Die Hauptprodukte sind Blumen-
kohl, Kohlrabi, Sellerie und Vrunnenkresse.
Dreier, im frühern norddeutschen Thalergebiete
der Name des kupfernen Dreipfennigstücks, das je nach
der Einteilung des Groschens der 100. oder 120. Teil
des Thalers war (f. Dreiling und Sechser).
Dreifach-Expansionsmaschine, s. Dampf-
maschine (Bd. 4, S. 737 d).
Dreifaltigkeit, s. Trinität.
Dreifaltigkeitsberg, Berg im Württemberg.
Schwarzwaldtreise, Oberamt Spaichingen, der vor-
dere Gipfel des Heubergs in der Vaar-Alb, mit der
Dreifaltigkeitskirche und der Burgruine Baldenberg,
ist 984 in hoch.
Dreifaltigkeitsorden, s. Trinitarierorden.
Dreifelderwirtschaft, ein System des Acker-
baues, bei welchem mit Zuhilfenahme der Brache
nur Körner- oder Getreidebau betrieben wird (s. Be-
triebssystem).
Dreifuß (grch. tripüs), ein meist ehernes Gerät
des griech. Altertums, das, ursprünglich als ein von
einem dreifüßigen Gestell gehaltenerKessel, dann auch
anders geformt, z. B. als Tifch, im häuslichen und
gottesdienstlichen Gebrauch vorkommt, in letzterm
namentlich in Verbindung mit dem Apollondienst zu
Delphi, wo diePythia, auf dem berühmten D. sitzend,
weissagte. Bei Homer kommen D. häusig als Kampf-
preise sowie als Ehrengeschenke vor. Nachmals
dienten sie, in besonders kunstvoller Arbeit und mit
Inschriften versehen, teils ebenfalls als Preise, vor-
züglich bei musischen Wettkämpfen zu Ehren des
Apollon und Dionysos, teils als Weihgeschenke in
die Tempel und Tempelbczirke, namentlich des Apol-
lon. In Athen wurde der von dem Choregen als
Siegespreis erhaltene D. auf dem Dache eines zu
diesem Zweck erbauten Nundtempelchens (s. Chore-
gische Monumente und Lysikratesmonument) auf-
gestellt, und es hieß davon die Straße am östl. Ab-
hang der Akropolis "Dreifüße" (Iioi trip0ä68). Vgl.
K. O. Müller, vs tripoäs DsIpQico (Gott. 1820,
in den "Kunstarchäologischen Werken", I): Wieseler,
über den delphischen D. (ebd. 1871); Reisch, Griech.
Weihgeschenke (Wien 1890). - In der christl. Kunst
ist der D. Attribut der heil. Jutta. - In verschie-
denen Gewerben, bei Küfern, Töpfern u. s. w., als
Küchengerät und in chem. Laboratorien ist der D.
ein seiner vorzüglichen Stabilität wegen zum Auf-
setzen mannigfaltiger Gegenstände gebräuchliches
dreifüßiges Gestell; im Maschinenbau ein Hebezeug
(auch Dreifußkran), dessen Gerüst in charakteri-
stischer Form durch drei feststehende gegeneinander
geneigte, an den Spitzen verbundene Pfähle oder
Bäume gebildet wird. (S. Kran.)
Dreifußkran, s. Dreifuß und Kran.
Dreigestrichen, s. Eingestrichen.
Dreigeteilter Nerv ClriZeininuZ), s. Gehirn.
Dreiyerrenspitz, Hochgipfel der Venediger-
gruppe (s. d.), im westl. Hauptkamm der Hohen
Tauern (s. Ostalpcn), erhebt sich als schlanke Firn-
pyramide, 9 km westlich vom Groß-Venediger, aus
der Wasserscheide zwischen Inn, Dräu und Etsch zu
3505 m Höhe. Nach N. stürzt der Berg in senkrechten
Gneiswänden gegen das Krimmlerkees ab, dessen
Gletscherbach durch die Krimmler Ach und die
Salzach dem Inn zugeführt wird. Nach W. senken
sich zwei kleine Gletscher gegen das obere Ahrenthal
und senden ihre Abflüsse durch Nienz und Eisack der
Etsch zu. Vom Südabhang steigt gegen das Umbal-
thal das mächtige Umbalkees hinab, dessen Ausfluß
sich in die Isel und mit dieser in die Dräu ergießt.
Vom Umbalkces ins obere Ahrenthal (Prettau) füh-
ren an dem D. vorbei Hochpässe über das Vordere
und das Hintere Umbalthörl (2826 in und 2917 m).
1866 zum erstenmal bestiegen, wird der Berg jetzt
nicht selten, meist von der Klarahütte (2103 m) am
Umbalkees aus vesucht. Seinen Namen hat der D.
davon erhalten, daß an ihm im Mittelalter die Län-
der der Bischöfe von Salzburg, der Grafen von Ti-
rol und der Grafen von Görz zusammenstießen.
Dreiherrensteine, Marksteine, welche an der
Stelle stehen, wo drei verschiedene Staatsgebiete
zusammenstoßen; am bekanntesten ist der Dreiherren-
stein auf dem Rennsteig des Thüringerwaldes, west-
lich vom Gipfel des Inselsberges, wo sich gothai-
sches, meiningensches und preußisches (ehemals kur-
hess. Exklave Schmalkalden) Gebiet berühren.
Dreihorn ((^sotrupeg ^p!i06U3 ^)., s. Tafel:
Käfer I, Fig. 9), eine Art der Mistkäfer (s. d.) von
glänzendschwarzer Farbe, 16-20 mm lang; beim
Männchen hat das Zalsschild an jeder Seite und in
der Mitte ein nach vorn gerichtetes Horn. In
Deutschland stellenweise auf Schaftriften nicht selten.
Dreijährig-Freiwillige. Wer freiwillig, d. h.
vor Beginn seiner Militärpflicht, zu drei- oder (bei
der Kavallerie und reitenden Artillerie) vierjährigem
Dienst eintreten will, hat um einen Meldeschein beim
Eivilvorsitzenden der Ersatzkommission nachzusuchen
und vorzulegen: a. die Einwilligung des Vaters oder
Vormundes, d. die obrigkeitliche Bescheinigung,
daß der sich Meldende durch Civilverhältnisse nicht
gebunden ist und sich tadellos geführt hat. Diese
Meldescheine gelten nur bis zum April des nächsten
Jahres. Diesen Leuten steht die Wahl des Trup-
penteils innerhalb des Deutschen Reichs frei. So-
fortige Einstellung findet nur wenn Stellen offen
sind und nur zwischen 1. Okt. und 31. März statt;
außerhalb dieser Zeit nur für solche Freiwillige,
welche auf Beförderung zum Offizier dienen oder
in ein Musikkorps eintreten wollen.
Dreikaiserbund, das auf einer Zusammenkunft
in Berlin im Sept. 1872 zur Aufrechterhaltung des
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