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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dreiklauenschildkröte - Drei Männer im feurigen Ofen
daß außer den Staatssteuern auch die direkten Ge-
meinde-, Kreis-, Bezirks- und Provinzialfteuern bei
der Bildung der drei Abteilungen mit maßgebend
sein sollen. Wo direkte Gemeindesteuern nickt er-
hoben werden, treten an deren Stelle die vom Staat
veranlagten Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuern.
Dreiklauenschildkröte, bissige (^rion^x le-
rox <3c/"l)6i</F.), Name einer bis 1^ m langen Fluh-
schildkröte im südl. Nordamerika, die wegen ihrer
Gefräßigkeit und Bissigkeit ziemlich gefürchtet ist.
Sie wird wegen ihres außerordentlich schmackhaften
Fleisches eifrig gejagt.
Drei Könige, nach der christl. Sage die Matth.
2, i fg. erwähnten Magier, die unter der Leitung
eines Sterns aus Arabien nach Bethlehem kamen,
um den neugeborenen Messias anzubeten und ihm
Gold, Weihrauch und Myrrhen darzubringen.
Später folgerte man aus diesem dreifachen Ge-
schenke, daß es deren drei, und aus Psalm 72,10,
Ies. 49,7, daß es Könige gewesen seien; die ihnen
beigelegten Namen Melchior, Kaspar und Baltha-
sar kennt ^chon Veda. Als die ersten Heiden, denen
die Geburt des Heilands durch eine außerordent-
liche Sternerscheinung kundgethan worden sei, wur-
den sie namentlich am Feste Epiphania (s. d.) ge-
feiert. Im Kalender sind die drei Tage unmittelbar
nach Neujahr nach ihnen benannt. Im Gemälde
wurde die "Anbetung der Heiligen drei Könige"
dargestellt von: Gentile da Fabriano (Florenz,
Akademie), Fiesole (Florenz, San Marco), Meister
Stephan (Köln, Dombild), N. van der Weyden
(München, Alte Pinakothek), Bouts sebd.), Venozzo
Gozzoli (1457; Palazzo Niccardi in Florenz), Man-
tegna (Florenz, Ufsizien), Votticelli (ebd.), Dom.
Ghirlandajo (1487; ebd.), Dürer (1509; ebd.), Paolo
Veronese (Dresden, Museum), Rubens (in den
Museen zu Antwerpen, Brüssel, Madrid und be-
sonders in der Johanniskirche zu Mecheln).
Dreikönigsbündnis, das Bündnis, welches
die Könige von Preußen, Hannover und Sachsen
26. Mai 1849 nach dem Scheitern des Verfassungs-
werkes der Frankfurter Nationalversammlung zur
Entwicklung der deutschen Verfassung im Sinne
eines Vundesstaates unter preuh. Leitung schlössen,
das sich aber durch Lossagung Hannovers und
Sachsens bald wieder auflöste.
Dreikronenkrieg oocr Nordischer sieben-
jähriger Krieg, der von 1563 bis 1570 zwi-
schen Schweden und Dänemark geführte Krieg,
der durch die verschiedenen Handelsinteresscn beider
Länder hervorgerufen wurde. Äußerer Anlaß zum
Ausbruch der Feindseligkeiten war, daß der dän.
König Friedrich II. die drei Kronen des schwed.
' Wappens, ein Denkzeichen der Kalmarer Union, nicht
aus dem seinen entfernen wollte. Der Krieg wurde
zu Wasser und zu Lande mit Aufbietung aller Kräfte
geführt. Ein Teil der dän. Flotte wurde durch einen
Sturm vernichtet, doch gewannen die Dänen auf dem
Lande namhafte Vorteile unter Daniel von Rantzau
(s.d.) und Franz Vrockenhuus. Rantzau siegte 20. Okt.
1565 bei Svarteraa über ein, dem feinigen an Zahl
dreimal überlegenes fchwed. Heer, vernichtete 1567
zwei feindliche Heere, drang tief in das Innere
Schwedens ein, mußte aber, als der Winter und
Mangel an Lebensmitteln die Fortsetzung dcr Opera-
tionen unmöglich machten, wieder umkehren. Der
Friede zu Stettin 1570 machte dem Kampfe ein Ende
und löste den letzten Nest der ehemaligen Vereinigung
der nordischen Reiche.
Dreilappig, s. Blatt (Bd. 3, S. 86a).
Dreiläufer, ein zu drei Viertel ausgewachsener
Hase. - über D. als Gewehr s. Jagdgewehre.
Dreileiterfystem, das von Hopkinson herrüh-
rende, 1884 patentierte elektrische Vertcilungssystem,
bei dem die Verbrauchsstellcn, in zwei möglichst
gleiche Gruppen geteilt, zwischen drei Leitungen der-
art angeordnet sind, daß der mittlere Leiter gleich-
zeitig Zuleitung für die eine und Nückleitung für die
andere der beiden Gruppen ist (f. nachstehende
Skizze, bei der l>l) die Dynamomaschine bedeuten),
sodaß derselbe keinen Strom führt, wenn der Strom-
verbrauch in beiden Hälften wirklich abfolut gleich
O ^
Z
H^
H5
ist, und auch wenn dies nicht der Fall ist, nur die
Differenz des Verbrauchs beider Hälften aufnimmt.
Der Mittel- oder, wie er aus diesem Grunde auch
genannt wird, dcr Nullleiter könnte also theoretisch
sehr schwach ausgeführt werden; thatsächlich macht
man ihn aber aus Rücksicht auf die Gleichartig-
keit der zu verwendenden Kabel vielfach von gleichem
Querschnitt wie die Außenleiter. Nichtsdestoweni-
ger erspart man sehr bedeutend an Leitungsmate-
rial; denn, da infolge der Teilung in zwei Hälften
dcr einzelne Leiter nur Strom für die halbe Zahl
der Lampen zu führen hat, der Verlust im Leiter
aber dem Quadrat der Stromstärke proportional ist,
so kann bei gleichem Verlust der Widerstand viermal
so groß und infolgedessen dcr Querschnitt -- ^4 des-
jenigen für Hin- und Rückleitung des alten Zwei-
leitersystems gewählt werden, sodaß folglich der Ver-
brauch an Kupfer für das neue System im Verhält-
nis zu dem des alten bei gleicher Stärke des Mlttel-
leitcrs sich verhält wie 3 : 8. Noch günstiger wird
das Verhältnis, wenn man den Mittclleiter ent-
sprechend seiner geringen Belastung, die sich er-
fahrungsgemäß zu der der Außenleiter höchstens
wie 1:10 verhält, dünnerwählt. Das Verhältnis
des Kupferaufwandes für die beiden Systeme ist
dann nur noch etwa 2:5. In der Ersparung noch
bedeutend weiter geht das Fünfleiterfystem,
wonach die Elektricitätswerke Wien-Neubadgaffe,
Trient, Königsberg und Paris-Clichy gebaut sind.
Weiter dürfte man in dcr Teilung aber wohl kaum
gehen können, da schon das Fünfleitersystem bei der
Installation größere Schwierigkeiten bietet.
Dreiling, kleine Silbermünze, zu 3 Pf. - ^
Schill. Lübecker Währung, zuerst zu Anfang des
15. Jahrh, in den Hansestädten ausgeprägt; später
Scheidemünze der Reichswährung als ^2" Thaler;
zuletzt als Silbermünze in Hamburg, als Kupfer-
münze in Mecklenburg-Schwerin und den Land-
städten Rostock und Wismar geprägt.
D. hieß auch ein älteres österr. Weinmaß von
24 Wiener Eimern --- 13,58136 Kl.
Drei-Linien-Gewehr, s. Russisches Heerwesen.
Dreimalschmelzerei, ein Verfahren der Eifen-
erzcugung (f. 0.).
Drei Männer im feurigen Ofen. Nach dem
sagenhaften Bericht des Buches Daniel (3, 1-30)