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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dreiwegehahn - Drenthe
Dreiwegehahn, s. Hahn (technisch).
Dreizack, ein vorzugsweise dem Poseidon (Nep-
tun), zuweilen auch andern Mcergöttern, wie z. B.
Nereus, beigegebenes Symbol der Herrschaft über
das Meer. Er besteht aus einem Stäbe, an dessen
einem Ende sich drei kurze Zinken mit Doppelhakcn
befinden, ähnlich dem Fischerwerkzeug (der ^u8cina)
der Italiener, womit sie noch heute große Fische,
namentlich den Spada, stechen. Von den griech.
Münzen des Altertums haben z. B. Trözen und
Pästum den D. als Zeichen. - Vgl. Wicseler, 1)6
(1Ü3 triäentein Zeremiduä (Gott. 1872).
Dreizählig, s. Vlatt (Bd. 3, S. 86 a).
Dreizehenfaultier, s. Faultiere.
Dreizeher, Gruppe der Käfer (s. d.).
Dreizehn (frz. .jsu äs treibe), ein Gesellschafts-
kartenspiel franz. Ursprungs. Der durchs Los er-
wählte Bankhalter zählt hier beim offenen Auflegen
der Karten eines Spiels von 52 Blättern von 1 bis
13 und zieht alle Einsätze ein, sobald bei der Wieder-
holung dieses Verfahrens nur zwei der zusammen-
fallenden Karten übereinstimmen. Das As bedeutet
hier 1, der Bube 11, die Dame 12 und der König
13; aus die Farben kommt dabei nichts an.
Drell, Drillich oder Zwillich, im Gegen-
satz zu Damast alle einfach gemusterten, nicht auf
Zug- oder Maschinenstühlen gefertigten, sondern
durch Fußarbeit hergestellten geköperten Leinen-
gewcbe. Im allgemeinen versteht man unter D.
einen dreibindigen Köper, auf dessen rechter ^eite
zwei Drittel der besonders fadenreichen Kette sicht-
bar sind. Den hauptsächlichsten Verwendungen
entsprechend, durch welche die Feinheit sowie die
Art des Gewebes bedingt wird, hat der D. ver-
schiedene Namen: Sackdrillich, grob, unge-
bleicht, drei- oder vierbindiger Köper; Bettdrell,
gebleicht oder ungebleicht, bald in der Art des
fünfschästigen Atlas gewebt (Atlasdrell), bald
mit Köperstreifen, immer aber sehr dicht und fest
gearbeitet: Tifch drell, verschiedenartig geköpert
oder atlasartig gewebt; Schach Witz, mit schach-
brettförmigen Mustern, sog. Steinmustcrn; Hand-
tuchdrell, meist mit Steinmustern in vicrbindigem
Köper (Zwillichgrund) oder fünsschäftigcm Atlas,
auch gestreift oder mit allerlei kleinen Mustern.
Außerdem bezeichnet man auch als D. zahlreiche
Arten in der Kette aus Baumwolle, im Ein-
schlag aus Leinengarn bestehender oder auch ganz
baumwollener Zeuge, welche als Ersatz des leine-
nen D. zu Bettüberzügen, Beinkleidern, Tafel-
zeug, Handtüchern (für letztere Zwecke meist ab-
gepaßt) verwendet werden.
Drempel, in der Baukunst kleine hölzerne
Säulen oder Spreizen. - Im Kanalbau heißt
D. derjenige Absatz im Boden einer Schleuse, gegen
den sich die Thore legen; seine Oberkante ist in
ihrer Höhenlage maßgebend für die Tauchtiefe der
Schiffe. Daher wird auch wohl im besondern jene
Oberkante D. genannt und ihre Höhenlage in den
Schleufenzeichnungen durch eine Zahl angegeben. -
über D. im Schiffbau s. Pforten.
Drengfurth, Stadt im Kreis Rastcnburg des
vreuß. Neg.-Vez. Königsberg, 21 km im NO. von
Rastenburg, an der Omet und am Fuße der Für-
stenauer Berge, hat (1890) 1693, mit dem unmittel-
bar westlich daranstoßendcn Dorf Vorstadt D.,
etwa 2500 cvang.E., Post, Telegraph, evang. Kirche
und Da.rlehnsverein. Nordöstlich von T. der Teu-
felsberg und Nehsauer See.
Drenkmann, Edwin, Jurist, geb. 6. Juni 1826
in Oppeln, studierte in Vrcslau und Berlin Rechts-
wissenschaft ,^trat in den preuh. Iustizdienst, wurde
1862 erster Staats anwalt beim Kammergericht in
Berlin, 1865 Appellationsgerichtsrat in Halber-
stadt, 1869 Kammergerichtsrat, 1872 Obertribunal-
rat, 1874 Vizepräsident bei dem Appellationsgericht
in Posen, 1876 erster Präsident des Appellations-
gerichts in Marienwcrdcr, 1879 Senatspräsident
beim Reichsgericht in Leipzig. In dieser Stellung
führte er den Vorsitz im zweiten Strafsenat, zuletzt
auch in den Plenarsitzungen der Strafsenate; zu-
gleich war er Vorsitzender des zur Entscheidung in
den Fällen des Hochverrats und des Landesverrats
gegen den Kaiser oder das Deutsche Reich berufenen
vereinigten zweiten und dritten Strafsenats. 1889
wurde D. zum Präsidenten des Kammergerichts in
Berlin ernannt und ihm der Charakter als Wirll.
Geh. Oberjustizrat verliehen. 1890 wurde er vom
König zum lebenslänglichen Mitglied des preuh.
Herrenhauses und zum Kronsyndikus ernannt.
Drente, nicdcrländ. Provinz, s. Drenthe.
Drentelen, Alexander Romanowitsch, russ. Ge-
neral und Staatsmann, geb. 1820 im Gouverne-
ment Kiew, trat 1838 in die Armee ein, wurde
1850 Oberst, 1859 Generalmajor, 1865 Gencral-
lieutenant, 1867 Gcneraladjutant und Grhilfe des
Präsidenten des Komitees zur Ncorganifation der
Truppen. 1872 wurde D. Kommandant des Militär-
bezirks Kiew und übernahm 1877 beim Ausbruch
des Rufsisch-Türkischen Krieges den Oberbefehl über
die im Rücken der Operationsarmee nördlich von
der Donau aufgestellten Truppen. Nach der Er-
mordung des Generals Mesenzow 16. Aug. 1878
wurde D. zum Chef der Dritten Abteilung der ge-
beimen Kanzlei des Kaisers ernannt und hatte als
solcher die Leitung der polit. Polizei des gesamten
russ. Reichs in seiner Hand. Wie sein Vorgänger,
war auch D. das Ziel eines nihilistischen Attentats
(25. März 1879). Als nach dem Attentat im Wintcr-
palais (17. Febr. 1880) Loris-Melikow mit dikta-
torischer Gewalt ausgestattet und als Minister des
Innern zugleich Chef der Dritten Abteilung wurde,
trat D. 11. März von diefem Posten zurück; er
wurde zum Mitglied des Reichsrats und im Mai
zum Generalgouvcrneur in Odessa ernannt, 1881
dann in derselben Stellung nach Kiew versetzt. D.
starb 27. (15.) Juli 1888 in Kiew.
Drenthe oder Drente, die am wenigsten bevöl-
kerte Provinz des Königreichs der Niederlande, grenzt
im O. an Preußen, im N. an Groningen, im W. an
Friesland und im S. an Obery^el, hat 2652,38 hkm
und (1892) 135658 E. Der mittlere Teil des Lan-
des liegt etwa 13 m, in den höchsten Punkten gegen
16 in über der Umgebung, zu welcher er nach allen
Seiten sanft abfällt, und ist, wie diese, völlig eben.
Die Vodcnfläche besteht aus großen Veenen (Fen-
nen), Heidefeldcrn, Torfmooren und mit Steinen
vermischten Sandflächen. Die bedeutendsten Vce-
ncn sind Smildcr-Veenen gegen Friesland und das
Grenz- und Bourtanger Moor an der Ostgrenze.
Flü^e sind nicht vorhanden, nur Bäche und kleine
Seen. Zur Entwässerung und zur Kommunikation
sind verschiedene Vaarten oder Kanäle angelegt.
Der Drcnthsche Hauptkanal (Hoofdvaart)
geht von Mcppel gegen NNO. in die Gegend von
Affen, der Nord-Nilhelmskanal (Noord-Willems-
vaart) von dort nach Groningen. Von ersterm
ziehen sich die Hoogevccnsche Vaart und der Oranje-