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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Drômo-Alpen - Dronte
9250 Ka. 148000 kl Roggen, außerdem Kartoffeln
und Ölgewächse erzielt; 1887 gab es: 117 600
Schweine, 431790 Schafe, 93625 Ziegen, 38545
Rinder, 18340 Pferde, Maulefel und Esel. Das
Gebirge ist teils mit Buchen und Nadelholz, teils mit
trefflichen Schafweiden bedeckt und liefert hauptfäch-
lich Eisen. Die Hauptzweige der Industrie sind We-
berei grober Tücher, Seidenspinnerei und Seiden-
weberei, daneben Woll- und Baumwollspinnerei,
Manufakturen von Seidenstoffen und gefärbter Lein- !
wand, Handschuhen, Seilerei, Saffian- und andere
Gerberei, Färberei, Töpferei, Ol-, Glas- und Pa-
pierfabriken und Raffinerien. Der Handel, begün-
stigt dnrch die Rhöneschiffahrt und die Südbahn,
bringt Brenn- und Bauholz, Wein, Seide, Wolle, ^
Krepp, Raps, Oliven, Mandeln und Vieh zur Aus-
fuhr. D. besitzt (1890) 308,3 kni National-, 3841cm
Departementalstraßen, 227,3 km Eisenbahnen, fer- ,
ner 4 Collöges. - Vgl. Ioanne, (-eo^lHpKio äu ,
äeparwmeut ä6 w D. (Par. 1889). l
Dröme-Alpen (fpr. drohm), s. Westalpen.
Dromedar, s. Kamele.
vromia., s. Wollkrabbe.
Drömling, waldige Sumpfniederung in 66 m
Höhe auf der Grenze von Braunschweig und den
preuß. Provinzen Hannover und Sachsen, ist etwa
30 km lang und 30 km breit, wird in nordwestl.
Richtung von der Aller, in südöstlicher von der Ohre
und von vielen Entwässerungsgräben durchzogen,
die nach der Ohre hin abfallen und unter denen
der Fanggraben dazu bestimmt ist, die Wasser der
Aller bei Flutzeit in die Ohre abzuleiten, sodaß
dann eine Teilung der Gewässer in einer absoluten
Höhe von etwa 65 m stattfindet. In alter Zeit hatte
der D. eine größere Ausdehnung. Friedrich d. Gr.
begann 1766 den preuß. Auteil entwässern zu lassen.
Doch erst Friedrich Wilhelm II. führte das Werk
1788-96 zu Ende, wenn auch nicht ganz. Im D.
sind sonach 4600 Ka in Wiesen- und Weideland
verwandelt worden, worin ansehnliche Rinder- und
Pferdezucht gerieben und durch hohe Dämme der
Verkehr unterhalten wird.
Droniönss (grch., "Läufer"), eine Art schneller
Ruderkriegsschisse, die im frühesten Mittelalter in
Oberitalien gebräuchlich, im 9. Jahrh, die gewöhn-
lichen Kriegsschiffe der Byzantiner waren.
Dromore (spr. -möhr oder drohm'r), Stadt in
der irifchen Grafschaft Down, am Lagan, Sitz eines
kath. Bischofs, hat 2401 E., Fabrikation von Leinen
und gestickten Musselinen.
Dromos (grch., "Lauf", "Rennen"), bei den gym-
nastischen Wettspielen der Hellenen der einfache Lauf,
bei dem die 600 Fuß, also etwa 185 m lange Renn-
bahn nur einmal zu durchlaufen war. Auch wird
diese selbst D. genannt. Sie war meist mit einem
Gymnasium (s. d.) verbunden, doch gab es auch
Ti omen, die vereinzelt lagen, z. V. in Athen, Neapel.
Drömt. 1) Älteres Feldmaß auf der schlesw. In-
sel Fehmarn von 12 Scheffeln lHaat zu gewöhnlich
und durchschnittlich 36 Quadratruten (zu 256 Qua-
dratfuß), also von 432 schlesw.-holstein. Quadrat-
ruten oder alten Hamburger Quadrat-Geestruten ---
90,82 a. Der Scheffel Saat schwankte zwischen 28
und 50 Quadratruten und dem entsprechend auch
das D. - 2) Früheres großes Getreidemaß in beiden
Mecklenburg: a. in Mecklenburg-Schwerin gesetz-
liches Maß von 12 Scheffeln oder V" Last ^ 33894
Mecklenburg-Schweriner Kuditzoll ^ 4,625 KI,' in
Parchim, Grabow und Dömitz aber galt das große
Brockhaus' Konversations-Lexilon. 14. Aufl.. V.
oder Parchimer D. von 12 Parchimer oder alten
Berliner Scheffeln -^ 6,507 kl, und in Wismar das
D. von 12 wismarfchen Scheffeln --- 4,732 kl; d. in
Mecklenburg-Strelitz hatte das D. 12^ Scheffel und
der Scheffel war der Parchimer oder alte Berliner,
fodaß das D. ^ 6,341 Kl; bei Hafer (durch 1 Scheffel
Zugabe) hatte es 13^ Scheffel ^ 7,388 kl. -
3) Älteres Getreidemaß zweierlei Art, in Lübeck von
3 t oder 12 Scheffeln oder ^ Last: a. Roggen-und
Weizendrömt (auch für Gerste und Erbsen) ---
4,i63 Kl; d. Haferdrömt (auf dem Markt für alle
Früchte) ^ 4,712 KI. - 4) Älteres, bis um 1830 im
Gebrauch gewesenes Getreidemaß zweierlei Art in
Neuvorpommern von 4 t oder 12 Scheffeln oder
^/" Last: a. Roggen- und Weizendrömt ^ 5,i62 kl;
d. Haferorömt ^ 5,0335 Kl. Dieses Maß kam auch
im übrigen Pommern vor.
Dronaz (spr. -nah, Pointe oder Pic de), auch
Pointe des Lacerandes, schmaler Gipfel der
Rosstregruppe in den ^avoyer Alpen (s. Westalpen),
1^/2 km nordwestlich von der Pahhöhe des Großen
Sankt Bernhard (s. d.) an der Grenze des schwciz.
Kantons Wallis und der ital. Provinz Turin, auf der
Wasserscheide zwischen der Drance (Rhone) und der
Dora Baltea (Po), erhebt sich zu 2949 m Höhe.
Der Berg besteht aus Anthracitsandstein und fällt
gegen S., NO. und NW. mit steilen Felswänden ab.
Auf der Nordseite ein kleiner Gletscher. Die Bestei-
gung ist mühsam, aber lohnend.
Dronero, ^tadt in der ital. Provinz und im
Kreis Cuueo, auf einer Vorhöhe der CottifchenAlpen,
! an der rechts zum Po gehenden Maira, mit Tram-
! bahn nach Cuneo, hat (1881) 7275 E., in Garnison
^ die 20. bis 23. Compagnie des 2. Regiments Alpen-
^ truppen, eine Schloßruine (Roccabruna); Seiden-
bau, Leinweberei, Steinbrüche und Leinwandhandel.
! Dronfield (spr. -fihld), Stadt in der engl. Graf-
! schaft Derby, zwischen Sheffield und Chesterfield,
' hat (1891) 3438 E., Kohlengruben und Stahlwaren-
l fabrikation.
^ Drongen, Ort in Belgien, f. Tronchiennes.
^ Dronne (spr. dronn), Fluß im südwestl. Frank-
! reich, entspringt an der Südgrenze des Depart. Haute-
^ Vienne, am Fuße eines 496 m hohen Bergstockes,
1 aus einem Teiche, fließt in gewundenen, granitischen
Schluchten nach SW., nimmt die Cole auf und bildet
von: Einflüsse der Nizonne an die Grenze der Depart.
Dordogne und Cbarente. Sie mündet nach 1801cm
! langem Laufe bei Coutras im Depart. Gironde in
die Isle, die bald darauf in die Dordogne geht.
Dronte, Dodo oder Dudu (I)iäu8in6ptu3^.),
der Name eines ausgestorbenen Vogels aus der
i Gruppe der Tauben, über dessen systematische Stel-
lung lange Zeit Zweifel herrschten; doch ist jetzt
durch Owens berühmte Untersuchung des Skeletts
! seine Verwandtschaft mit den Tauben bewiesen.
^ Außer den in mehrern ältern Reisebeschreibungen
' enthaltenen Abbildungen dieses Vogels in rohen
^ Holzschnitten finden sich Darstellungen desselben
! vorzüglich auf Holland. Ölbildern, welche im ersten
! Viertel des 17. Jahrh, gemalt wurden, wie z. B.
^ auf einem Paradies von Roelant Savery in Ber-
lin, auf einem im Britischen Museum zu London
befindlichen Ölbilde, das die Kopie eines in Holland
nach einem lebenden Exemplar gemalten Originals
ist und mit der von Bontius, der 1627-58 in Va-
tavia als Arzt lebte und die brauchbarsten Nach-
richten über den D. geliefert hat, gegebenen Ab-
j bildung am besten übereinstimmt. Schon Vasco da
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