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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dublone
düng mit dem vielverzweigten Flußgebiet des
Shannon. Bahnlinien gehen in den Richtungen
nach Belfast, Sligo, Galway, Cork, Limerick und
Wexford. North-Wall-Station verbindet die drei
Hauptbahnhöfe. Der Zugang von der Reede zur
Liffeymündung ist durch zwei Dämme, South-Wall
von Ringsend und Bull-Wall von Clontarf aus,
offen gehalten, aber nur kleinern Seefchiffen zugäng-
lich. Die wachfende Versandung des Hafens (große
Dampfer müssen 7 km von den Docks entfernt
ankern) hat das Aufblühen Kingstowns am Süd-
ufer der Reede zur Folge gehabt. Doch sind in den
letzten Jahren durch Baggern des Flusses und Ver-
tiefen des Hafens Verbesserungen vorgenommen
worden, die bis 1891 schon 473976 Pfd. St. gekostet
hatten. Die neuen Docks des Zollhauses sind 5 m
tief. 1890 verkehrten in D. 10936 Schiffe mit 2,76
Mill. t; der Hauptanteil fällt auf die Küstenschisfahrt
(10166 Fahrzeuge). Fünf Achtel der Schiffe trugen
brit. Flagge. Regelmäßige Dampferverbindung be-
steht mit Belfast, Queenstown (Cork), Glasgow,
Whitehaven, Liverpool, Holyhead, Milford und
Bristol. Im Handel überwiegt die Einfuhr ganz be-
deutend ; sie betrug 1889: 2,28 Mill. Pfd. St. (gegen
2,07 und 2,33 in den Vorjahren) und besteht vor-
nehmlich aus Nahrungsmitteln: Getreide (1803000
Quintals), Fifche, Margarine, Früchte, Wein,
Zucker; Düngemittel, Glas, Holz, Petroleum und
Metalle, roh und in Fabrikaten. Unier den Aus-
fuhrgegenständen sind Düngemittel (im Werte von
1890: 15742 Pfd. St.), Vier und Ale (16994 Pfd.
St.), Wolle (24631 Pfd. St.) sowie Metallwaren
wichtig. Der Gesamtwert beträgt nur 105611 Pfd.
St. Die Gesamtausfuhr von Vieh betrug (1890)
236354 Stück Rindvieh, 281205 Schafe, 252281
Schweine, 11682 Pferde. Die Industrie, welche
unter dem Mangel von Wasserkraft und Kohlen
leidet, ist vornehmlich auf Maschinenbau, Gießerei,
Kutschen-, Möbel- und Tabakfabrikation sowie
Brauerei gerichtet. Die Whiskybrennereien sind be-
rühmt. Die größte Porterbrauerei ist Guineß Com-
pany (1400 Arbeiter, 5,2 Mill. Pfd. St. Kapital).
In der Leinenindustrie ist D. von Belfast länast
überflügelt. Vier große Banken dienen dem Geld-
verkehr. Konsulate haben in D.: Argentinien, Bel-
gien, Chile, Deutsches Reich, Frankreich, Griechen-
land, Niederlande, Spanien, Türkei; Vicekonsulate:
Dänemark, Österreich-Ungarn, Portugal, Rußland,
Schweden und Norwegen.
Geschichte. D., vielleicht das Eblana des
Ptolemäus, irländ. Ballyath-Cliath (Stadt
an der Hürdenfurt), wurde bereits 448 durch den
heil. Patrick zum Christentum bekehrt, 851 von den
Dänen erobert und unter dem Namen Dubhlin,
d. h. schwarzes Wasser, mit Mailern umgeben, und
war im frühen Mittelalter Sitz eines normann., von
854 an eines dän. Königshauses, das 948 den christl.
Glauben annahm. Diese Fürsten wurden zwar von
den Iren mehrmals verdrängt, kehrten aber immer
wieder zurück und wußten sich trotz der Niederlagen
von 978, 999 und 1014 (in der Schlacht bei Clon-
tars) zu behaupten. König Sitric gründete 1038
das Bistum D., welches 1214 zum Erzbistum er-
hoben ward. Bis zum Ende des 12. Jahrh, gehörte
D. abwechselnd dem König Godred Cowan von
Man, der es 1066 eroberte, den Dänen, die es
wiedernahmen, und dem König MacMurrough von
Leinster. 11V lam es durch Richard von Cläre,
Grafen von Pembroke, genannt Strongbow, für
immer in die Hände der Engländer. Am 12. Nov.
1172 huldigte es Heinrich II. und bildete bis zum
15. Jahrh, eine besondere Grafschaft. Die erste Charte
stammt von 964, die zweite von 1173, die dritte
von 1605. Inl I. 1487 fand hier der Prätendent
Lambert Simnel Beistand gegen Heinrich VII., und
1659 nahm die Stuartsche Partei das Schloß ein
und proklamierte Karl II. Bis auf O'Connell und
die neueste Zeit herab hatte die polit. und kirchliche
Opposition Irlands gegen die engl. Regierung ge-
wöhnlich ihren Hauptherd in D. - Vgl. Gilbert,
Hi8t0i-7 ol tk6 eit^ ok v. (3 Bde., Dublin 1859);
Black, duiä6 w v. li9. Aufl., Edinb. 1886).
Dublone, span. Doblon, d.i. Doppelte, doppel-
tes Stück, heißt eine von 1786.bis 1848 in Spanien
und auch später noch im ehemals span. Amerika, bis
1861 in Mexiko ausgeprägte Goldmünze von 4 Pi-
stolen, in der ursprünglichen Geltung von 16 Silber-
piastern; häufigerführtsieden Namen Onza (Unze),
bisweilen auch den Namen Quadrupel (Vierfache).
Der gesetzliche Goldinhalt der in Spanien und dcr
in Mexiko geprägten D. ist (zu 2790 M. für 1 kg
Feingold) --- 66,0707 deutsche Mark (gesetzliche Fein-
heit 875 Tausendteile, Gewicht 27,0643 3, Feingewicht
23,68i3 3). Der Kurs in Paris ergiebt für spanische,
columbische und mexikanische D. etwa 66 M. für das
Stück, trotz der namentlich bei den beiden ersten vor-
handenen Abnutzung, was sich nur durch den (unbe-
absichtigten) Silberinhalt erklärt. Das Feingewicht
der mittelamerik. Stücke ist meist etwas geringer,
ebenso das der südamerikanischen D. (mit Ausnahme
der columbischen), sodaß man es etwa -- 65 M. 10Pf.
schätzen kann. Nach dem Dublonenfuh von 1786 wird
noch jetzt in der philippin. Münzstätte zu Manila
und in den mexik. Münzstätten geprägt; erstere liefert
jedoch nur ^4, ^ und '/,g D. (--- 4, 2 und 1 Piaster),
während aus letztern (seit 1861) nur der Hidalgo
(s. d.) sowie dessen Doppeltes und Teilstücke hervor-
gehen. Der Goldinhalt des in Spanien von 1848
bis 1850 geprägten vodlou äs I83.K61 oder derIsa-
belina von 100 Reales de vellon (s. Real) ist 20,935
deutsche Mark (Feinheit 900 Tausendteile, Gewicht
8,3372 3, Feingewicht 7,5035 F), der des von 1850 bis
mit 1853 geprägten gleich benannten span. Stücks
20,63 deutsche Mark (Feinheit 900 Tausendteils, Ge-
wicht 8,2159 Z, Feingewicht 7,39435 3), der des von
1854 bis 1864 ausgemünzten ebenso benannten
Stücks, sowie des von 1864 bis 1868 geprägten
Doblon (zu 10 Escudos oder 100 Reales) 21,os
deutsche Mark (Feinheit 900 Tausendteile, Gewicht
8,387i 3, Feingewicht 7,5484 3). Infolge des Münz-
gesetzes vom 19. Okt. 1868 werden in Spanien sett
dessen Übergang zum franz. Münzfuß keine D. mehr
ausgemünzt; die span.-amerik. Freistaaten, mit Aus-
nahme von Mexiko, hatten schon früher die Prägung
nach dem altspan. Münzfuß von 1786 eingestellt.
Die D. nach letzterm Münzfuß und die von 1854
bis 1868 geprägte Ifabelina (der Centen oder
Hunderter) sind in Spanien zu 80 und 25 Pesetas
(Franken) tarifiert und genießen ein Aufgeld (erstere
von etwa 1^/2, letztere von etwa 4 Proz.). D. oder
Onzas nach anderm Münzfuß werden noch jetzt in
Südamerika geprägt und zwar fämtlich 900 Tausend-
teile fein: in Vollvia die Onza feit 1871, Gewicht
25 F, also --- 62,?75 M. (von den Staatskassen in
Volivia, wenigstens früher, zu 17^ Volivianos aus-
gegeben und angenommen, s. Boliviano); die boli-
vianische D. ^ '/5 Onza; in Columbia ist die Onza
von 20 Pesos seit 1857 dem 100-Frs.-Stück gleich,
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