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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Du Boisgobey - Dubray
bracht hat. Ferner schuf er das Reiterstandbild
der Ieanne d'Arc für Reims (1889). Auch in Por-
trätbüsten hat sich D. als Meister bewährt; für das
Doppelporträt feiner Kinder erhielt er 1876 die erste
Medaille. Der Herzog von Anmale übertrng ihm die
Ausführung einer Reiterstatue des Connstable von
Montmorency für das Schloß Chantilly.
Du Boisgobey (spr. düböaggobeh), Schrift-
steller, f. Voisgobey.
vnboisia., Pflanzengattung aus der Familie
der Scrophulariaceen (s. d.) mit nur zwei austral.
Arten, Sträucher mit ganzrandigen Blättern, achsel-
ständigen Blüten und beerenartigen Früchten, v.
Ilop^ooäi 1^. v. Mü^., Pituripflanze, bewohnt
die innern Wüstengegenden von Neusüdwales und
Queenslano bis nahe an die Westküste von Austra-
lien. Die Zweigspitzen liefern gekaut das als Reiz-
mittel bei den Eingeborenen beliebte Piturigift.
v. m^opormäsL H. F?-. (Ostaustralien und Neu-
caledonien) liefert das Duboisin (s. d.).
Duboism, ein Alkaloid, welches von der vn-
b"i8ikl. (s. d.) m^oporoiäkZ 2i. ^?'. herstammt,
stellt eine bräunliche hygroskopische alkalisch rea-
gierende Masse dar, welche sich in Wasser schwer,
m Alkohol und Äther leicht löst. Das D. bewirkt,
im Auge örtlich angewendet, sofortige Erweiterung
der Pupille und Lähmung des Accommodations-
apparats; es übertrifft das Atropin, mit dem es
sonst hinsichtlich seiner physiol. Allgemeinwirkungen
übereinstimmt, an Schnelligkeit und Dauer der
pupillenerweiternden Wirkung und wird deshalb
diesem m der Augenheilkunde vielfach vorgezogen.
Du Bois-Reymond (spr. düböä rcmönq),
Emil, Physiolog, geb. 7. Nov. 1818 zu Berlin,
studierte seit 1837 Philosophie und Theologie,
widmete sich aber bald den Naturwissenschaften.
Nachdem er sich im Sommer 1838 zu Bonn mit
Geologie beschäftigt, studierte er zu Berlin zuerst
Physik und Mathematik, ging 1839 zur Medizin
über und trieb unter Johannes Müllers Leitung
vorzugsweise Anatomie und Physiologie. Bereits
1841 begann er Untersuchungen über tierische Elek-
tricität. Als erste Früchte derselben erschienen die
Abhandlung: "Über den sog. Froschstrom und die
elektromotorischen Fische" (in Poggendorffs "Anna-
len", 58. Bd., Jahrg. 1843) und die Doktordisser-
tation "<HuÄ6 NMä V6t6l68 Q6 piscidus oi60ti'iei8
6X3tkQt ai'ZuniOiitk" (Berl. 1843). Vollständig teilte
D. jedoch die Ergebnisse seiner langjährigen Ver-
suche erst später in seinem Hauptwerke, den "Unter-
suchungen über tierische Elektricität" (I.Bd., Verl.
1848; 2. Bd., 1. Abteil., 1849, 2. Abteil., 1860-84)
mit, in denen er über das seit hundert Jahren ver-
mutete, aber nie bewiesene elektrische Verhalten der
Muskeln und Nerven in Ruhe und Thätigkeit ein
ungeahntes Licht verbreitete. Bei einem Ausent-
halte in Paris 1850 wußte er seinen von franz. Ge-
lehrten angezweifelten Entdeckungen Anerkennung
zu verschaffen; 1852,1855 und 1866 hielt er darüber
in London Vorträge. 1851 wurde D. in die Ber-
liner Akademie der Wissenschaften erwählt, deren
beständiger Sekretär er seit 1867 ist. Von 1849 bis
1855 war er Lehrer der Anatomie an der Kunst-
akademie und Gehilfe am Anatomischen Museum;
1855 wurde er außerord. Professor und 1858 an
Stelle seines Lehrers Johannes Müller ord. Pro-
fessor der Physiologie an der Universität zu Berlin.
Unter ihm erstand hier 1877 das an Mitteln und
Lehrkräften reichste physiol. Institut iu Deutschland.
D. ist einer der namhaftesten Vertreter der so
genannten Physik. Richtung in der Physiologie.
Nach seiner Ansicht hat die Physiologie die Be-
stimmung, die Physik und Chemie der Lebensvor-
gänge zu sein. Er gehört der Gruppe Brücke, Helm-
holtz und Ludwig an, durch welche der sog. Vita-
lismus endgültig aus der deutschen Wissenschaft
vertrieben wurde. Als Sekretär der Akademie und
als zweimaliger Rektor der Universität hatte D.
vielfach Veranlassung zu öffentlichen Reden, in wel-
chen er sich weit über den Kreis seiner Fachwissen-
schaft hinaus zu äußern pflegt. Dieselben sind 1885
-87 in zwei Bänden gesammelt in Leipzig er-
schienen. Hervorzuheben sind darunter: "Voltaire
als Naturforscher", "Der deutsche Krieg", "über die
Grenzen des Naturerkennens" (aus dieser Arbeit
stammt sein berühmtes Wort "iZnorkdimuL"),
"Über eine Akademie der deutschen Sprache", "La
Mettrie", "Darwin vsi'8N3 Galiani", "Kultur-
geschichte und Naturwissenschaft", "Friedrich II. und
1. I. Rousseau", "Die sieben Welträtsel", "Goethe
und kein Ende", "Gedächtnisrede auf Johannes
Müller", "über die Übung", "Chamisso als Natur-
forscher", "Maupertuis" u. a. D.s sachwissenschaft-
liche Arbeiten von 1856 bis 1876 liegen gleichfalls ge-
sammelt vor (2 Bde., Lpz. 1875-77). Einen seiner
Schüler, C. Sachs, entsandte er mit den Mitteln
der Humboldt-Stiftung nach den Llanos von Vene-
zuela, dem Lande des Zitteraals. Als Sachs bald
nach seiner Rückkehr bei einer Gletscherbesteigung
ums Leben kam, gab D. nach dessen hinterlassenen
Tagebüchern seine "Untersuchungen am Zitteraal
(O^miwwZ 6i6otriou8)" (Lpz. 1881) heraus. End-
lich redigierte D. von 1859 bis 1877 in Verbindung
mit Reichert das von Johannes Müller begründete
"Archiv für Anatomie und Physiologie" (Leipzig),
seit 1877 allein das davon abgespaltene "Archiv für
Physiologie" (Leipzig).
Du Bois-Neymond (spr. düböä remöng),
Paul, Mathematiker, Bruder des vorigen, geb.
2. Dez. 1831 zu Berlin, studierte in Zürich Med'izin
und schrieb 1853 über den blinden Fleck im Auge;
er wandte sich dann in Königsberg unter Fran;
Neumann und Nichelot der Mathematik zu, habili-
tierte sich 1865 zu Heidelberg, wurde 1870 ord. Pro-
fessor in Freiburg, 1874 in Tübingen und 1884 in
Berlin. Er starb auf einer Reise 7. April 1889.
Seine Arbeiten betreffen partielle Differential-
gleichungen, bestimmte Integrale, Untersuchungen
über Konvergenz ("Die allgemeine Funktionen-
theorie", Tüb. 1882).
Dubowka, Flecken (p03aä) im Kreis Zarizyn
des russ. Gouvernements Saratow, 51 km nord-
nordöstlich von Zarizyn, rechts der Wolga, an der
Mündung der D. und an der Poststraße nach Astra-
chan, hat (1889) 14572 E., 5 Kirchen, Melonenbau,
Fischfang, Talgschmelzereien und Sensfabriken. D.,
früher der tzauptstapelplatz fürdenWarenverkehrvon
derWolga zum Don, hat durch dieWolga-Don-Eifen-
bahn (Zarizyn-Kalatsch) an Bedeutung verloren.
Tmbray (spr. dübräh), Vital, franz. Bildhauer,
geb. 27. Febr. 1818 zu Paris, bildete sich unter der
Leitung von Namey. Von seinen Hauptwerken sind
zu nennen: Der predigende Johannes der Täufer
(1842), Spontini mit dem Genius der Musik (1846),
vais (1851), die Bronzegruppe des siegreichen Amor
(1853), die Marmorstatue des Generals Ch. Abba-
tucci in Ajaccio (1854), die 16 Bronzereliefs am