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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Duc d'Albe - Duchenius
Engeln, heiligen und den vier Schutzpatronen der
Stadt umgeben, die Rückseite in 26 kleinen Feldern
die Leidensgeschichte Jesu. An Großartigkett zwar
(5imabue nicht gleich, zarter und milder in der
Empfindung, wetteifert D. mit jenem an maleri-
schem Können, auch war er noch in der byzant. Rich-
tung befanqen. Sein Hauptwerk ist 1850, von Emil
Braun naH Zeichnungen von Franz von Rhoden
und von Bart. Vartoccini gestochen, in der Hälfte
der Originalgröße der 26 Bilder herausgegeben
worden. Andere kleinere Bilder bewahrt die Aka-
demie in Siena.
Duo ü'^ibe, s. Dückdalbe.
Duos ot 9.U3P10S (lat.), Unter Führung und
Leitung, Devise des franz. Ordens vom Heiligen
Geist, s. Heiliger-Geist-Orden.
Du Cerceau (spr. düßerßoh), Androuet, franz.
Architektenfamilie. Ihr erstes berühmtes Mitglied
war Iacqu es Androuet D. Er lebte im
16. Jahrh., bereiste Italien und beschäftigte sich be-
jonders mit der Wiedergabe antiker Bauwerke im
Stich. So veröffentlichte er: "^raecipua i-om^uas
kntihmtHtig ruiiiHrum monuinLntÄ" (25 Tafeln);
ferner das für die Geschichte der Renaissancebauten
in Frankreich wichtige Werk "1^68 pw3 excelikntg
I)H8tiili6iit8 äs Trance" (2 Bde., 1576 u. 1579).
Auch fertigte er zahlreiche architektonische und kunst-
gewerbliche Entwürfe. - Sein Sohn, Jacques
Androuet D<, gest. 1614, baute 1578 den Pont-
Neuf in Paris. Dessen Sohn Jean AndrouetD.
baute 1624-30 das Hotel Sully und das Hotel Vre-
tonvilliers; 1639 begann er den Pont au Ehange in
Paris. -Vgl. De Geymüller,I.68l). (inder"IM1io-
t1iequ6 int6rnHti0U3.i6 äe I'^i't", Par. 1887).
^)ne/l., hinter lat. Pstanzennalnen Abkürzung
Professor der Naturgeschichte zu Paris, geb. 7. Okt.
1747, gest. 18. Febr. 1827.
Du Chaillu (spr. düschäjüh), Paul Belloni,
Afrikareisender, geb. 31. Juli 1835 zu Paris als
Sohn eines Kaufmanns, der an der Gabunmündung
in Westafrika Handel trieb, eignete sich die Kunde
von Land und Volk jener Gegenden, die Sprache
der Mpongwe und naturgeschichtliche Kenntnisse
an, unternahm 1851 Reisen landeinwärts in der
Nähe des Gabun und ging 1855 nach Nordamerika.
Von der ^cHclsm^ ok ^aturai 8ci6iio68 zu Phila-
delphia erhielt er den Auftrag, seine botan. und
zoolog. Untersuchungen tiefer nach dem Innern von
Afrika auszudehnen. Während vierjähriger Wan-
derungen gelang es ihm, den Ogowe in feinem un-
tern Laufe Zu erforschen und eine reiche naturhistor.
Ausbeute (Gorillas) zu gewinnen. Sein Reise-
bericht "Nxp1or3.tioii8 aucl aäv6iitur68 iu Nl^uato-
rmi^li'ica" (Lond. 1861; deutsch Verl. 1862) er-
regte außerordentliches Aufsehen. Da die Wahr-
liaftigkeit seiner Berichte aber anfangs, namentlich
von Gray und Barch, angefochten wurde, unter-
nahm D. 1863 eine zweite Expedition. Infolge
Verluste der astron. Instrumente an der Mündung
des Fernand-Vaz ein ganzes Jahr aufgehalten, trat
er erst Okt. 1864 die Reise ins Innere an, besuchte die
Wasserfälle des in den Ogowe mündenden Ngunie
und gelangte dann ostwärts durch endlose Wälder zu
den Aschango bis jenseit des 12. Meridians (östlich
von Greenwich), wurde aber 1865 durch Ausbruch
einer Epidemie und durch Feindseligkeiten der Ein-
geborenen zm Nüäkchr geuoNgt. Dieser Reise ver-
dankt die Geographie eine Reihe wertvoller Orts-
bestimmungen und Höhenmessungen sowie neue Auf-,
schlüsse über diese Teile des äquatorialen Westafrika.
Auch fchrieb D. über das Zwergvolk der Abongo
(oder Obongo). Er berichtete über seine zweite Reise
in "^. ^0urQ6^ to ^8kanAoI^iiä kmä furtkei' P6Q6-
ti-ation into Nquatorial ^krica." (Lond. 1867).
Seine weitern ethnogr. Erfahrungen veröffentlichte
er in den Arbeiten: "N^ ^pin^i kiuZäoin, ^itk
lito iu tk6 ^reat 8aIi^i'H" (ebd. 1870) und "Ilis
couutt'7 ok tde ä^rl8" (ebd. 1872). Die I. 1871
-78 verbrachte er in Schweden, Lappland und
Nordsinland und berichtete darüber in "Ike lauä
ok tli6 miäuiM 8uw) (2 Bde., Lond. 1881; deutsch
von Helms, Lpz. 1882).
Duchange (spr. düschängsch'), Gaspard, franz.
Kupferstecher,geb.1662inParis,gest.daselbst6.Ian.
1757, war.ein Schüler I. Audrans. Seine Blätter
zeichnen sich durch eine außerordentliche Weichheit
in der Behandlung aus. Er stach meist mytholog.
Gegenstände oder weibliche Bildnisse; Hanptblätter
sind: Io, Leda, Danae nach Corregaio u. a.
Duchätel (spr. düschatcÄ), Charles Marie Tan-
ncgui, Graf, franz. Staatsmann, geb. 19. Febr.
1803 zu Paris, studierte die Rechte, wurde Advokat
und nahm seit 1823 als Anhänger der Doktrinärs
thätigen Anteil an dem "(-lode" und der "I56VU6
li-autz3.i86". In seinem Buche "v6 1a diarits äau8
868 I-Äpport8 9.V60 I'ktat M0l9>1 6t 16 di6N' 6tl6
inat61'16i 668 cla3868 ilil6ri6nr68 ä6 1a 80ci6t6"
(Par. 1829; 2. Aufl. 1836 u.d.T. "00li8iä6rHti0N8
ä'600N0ini6 P0iiti(iu6") zeigte sich D. als Anhänger
der Theorie von Malthus (s. d.). Nach der Iuli-
revolution 1830 ward D. als Staatsrat dem Finanz-
ministerium beigeordnet. Durch die Ministerialver-
änderung vom 11. Olt. 1832 verlor er seinen Posten,
wurde aber dafür als Abgeordneter im Depart.
Charente-Inferieure in die Kammer gewählt. 1834
trat er als Handelsminister ins Kabinett, aus dem
er Febr. 1836 mit den übrigen Doktrinärs aus-
schied. Vom Sept. 1836 bis 7. März 1837 war er
Finanzminister und gehörte nach seinem Rücktritt
zu den eifrigsten Gegnern des Ministeriums Mol^.
Nach der Ministertri'sis und dem Aufstand von 1839
erhielt er 13. Mai in dem von Marschall Soult ge-
bildeten Ministerium das Portefeuille des Innern.
Am 25. Jan. 1840 legte er mit den übrigen Kollegen
fein Amt nieder, nahm jedoch schon 29. Okt. seinen
Platz als Minister des Innern im Guizotschen Ka-
binett wieder ein. Seit der Februarrevolution von
1848 zog sich D. gänzlich vom polit. Schauplatz
zurück. Er starb 5. Nov. 1867 zu Paris. Zu er-
wähnen sind die von ihm herausgegebenen "vo-
cum6iit8 8tliti8ticiu68 8ur 1a. ^r3.nc6" (Par. 1833).
- Vgl. Vitet, 1.6 eoint6 I). (2. Aufl., ebd. 1875).
Du Chatel (spr. düschatM), Marquis von, s.
Crozat. (Marquise, s. Chatelet.
Du Chätelet (spr. düschat'leh), Gabrielle Emilie,
Duoks (spr. düscheh), in Frankreich eine zur
Würde eines Herzogtums erhobene Herrschaft, die
bei der Krone unmittelbar zu Lehn ging. Man
unterfchied I). Mirw (spr. Pärih), welcher mit dem
Besitze der Herrschaft zugleich die Pairswürde er-
teilte, und I). 8NNP16 (fpr. hängpl, D. Mr 8impl6
di-6V6t), bloßer Titel.
Duchenen, jüdisch-deutsche Bezeichnung für
"Priestersegen sprechen", kommt von dem talmu-
dischen Dnokau, dem Standort des Priesters beim
Segensprechen im Tempel zu Jerusalem.
Duchemus, s. Duchesne, Andrs.