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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dunant - Duncker (Buchhändlerfamilie)
der eigentliche Hafen von Riga, am linken Ufer
der Dünamündung, gleich hinter dem Einfluß der
Bolderaa und an der Linie Niga-Bolderaa der
Riga-Dünaburger Eisenbahn, mit einem Bataillon
Festungsartillerie. Sie schützt die Mündung der
Düna und hat einen unter Katharina II. in die
See gebauten Steindamm mit Leuchtturm am Ende.
Hinter diefem Damm befindet sich der 1852 von:
Börsenkomitee in Riga angelegte Winterhafen für
300 Schiffe. An der Stelle D.s lag zuerst ein von
Bischof Albert 1201 errichtetes Cistercicnserkloster,
dann erbaute der Ritterorden daselbst ein befestig-
tes Schloß, aus dem die Festung hervorging, die
nachmals von den Schweden erobert wurde und 1721
an Rußland kam.
Dunant (spr. dünang), Jean Henri, schweiz.
Schriftsteller und Philanthrop, geb. 8. Mai 1828 in
Genf, bekannt durch feine Bemühungen um die inter-
nationale Verbindung zur Pflege und Schonung der
im Kriege Verwundeten. Sein Buch "Uii 8uuv6iiir
äs äolt^rino" (deutsch von Wagner, Stuttg. 1804)
regte Mr^ hierzu an. Demselben Zweck dient: "l^-
t6lliit6 6t di3.rit6 int6rNg.ti0U9.i63 611 t6MP3 (10
FU6I-I-6" (1864). Außerdem schrieb D.: "1^'6inpir6
romain r6cou8titu6" (1859), "1^3. i'6Z6QC6 ä6 ^uni8"
(1858), "1.3. Innovation cl6 1'0i-i6iit" (1865).
Dunapataj, Groß Gemeinde im ungar. Komitat
Pest-Pilis-Solt-Klein-Kumanien, links von der Do-
nau, hat (1890) 5892 magyar. E., Post, Telegraph,
Gemüsegärtnerei und -Handel nach Budapest.
Duna-Szerdahely (spr. ße'rdahelj), Groß-
Gemeinde im ungar. Komitat Preßburg, auf der
großen Infel Schütt (f.d.), hat (1890) 4453 magyar.
E., Post und Telegraph.
Dunavecse (spr. -welsche), Groß-Gemeinde im
ungar. Komitat Pest-Pilis-Solt-Klein-Kumanien,
lints von der Donau, hat (1890) 4382 magyar. E.,
Post und Telegraph.
Dunbar (spr. dönnbähr), alte Hafenstadt und jetzt
vielbesuchtes Seebad in der schott. Graffchaft Had-
dington, an der Nordsee, 42 kni östlich von Edin-
burgh, hat (1891) 3545 E., einen kleinen, trotz dcr
Neuanlagen schwer zugänglichen Hafen und Herings-
fang. - Am 28. April 1296 eroberte Eduard I. von
England die Stadt nach einem Sicge über die Schot-
ten unter Valiol. Im festen Schloß zu D., dessen
Ruinen erhalten sind, fand Maria Stuart nach
der Ermordung Rizzios (März 1566) eine Zuflucht,
und ebendorthin entführte sie Graf Bothwell nach
der Ermordung ihres Gatten Darnley und fchloß
mit ihr den Ehebund (15. Mai 1567). Besonders
denkwürdig ist der Ort durch den 31cm südlich davon
erfochtenen Sieg Cromwells über die Schotten unter
Leslie 3. Sept. 1650.
Dunbar (spr. dönnbähr), William, schott. Dichter,
geb. um die Mitte des 15. Jahrh, aus vornehmen!
Geschlecht in East-Lothian (aber nicht zu Salton),
besuchte die Universität St. Andrews, durchzog als
Franziskaner England und einen Teil des Konti-
nents, kam dann an den Hof Jakobs IV., der ihm
ein Jahrgehalt aussetzte und ihn zu diplomat.
Sendungen verwendete, namentlich bezüglich der
Vermählung Jakobs IV. mit Margarete Tudor,
Tochter Heinrichs VII. (1501). Er besang diese Ver-
bindung in dem berühmten Gedicht "1'li6 tki8ti6
kuä tli6 1-086" (1503). Gestorben ist er um 1520.
D. zeichnete sich ebensowohl in allegorisch-didak-
tischer wie m derb-komischer Poesie (doch auch
hier ideale Ziele verfolgend) aus. Zu seinen her-
vorragendsten Dichtungen gehören außer der ge-
nannten: (<^Ii6 ä3.I166 ol t1i6 86V6U ä6H(11^ 81118
tlironFli I16II" (ein Erzeugnis kunstvoller Poet.
Symbolik) und "^1i6 F0iä6n t6i-A6" (1508). Eine
scharfe fatir. Ader bekunden "11i6 l6iFN6ä piior
ol ^un^Ianä" und "II16 ^u8t8 d6t^v66ii t1i6 t^ior
anä tN6 8out6r"; genannt feien noch "Ou ^3,11103
DoiZ" und "^1i6 IN6I'I6 and t1i6 ui";IitiiiF3,i6".
Von seinen Landslcuten, z. B. W. Scott, wird D.
für den größten Dichter Schottlands erklärt und
neben Chaucer gestellt, der ihm in der That als
Vorbild gedient hat. Gesamtausgaben seiner Werke
veranstalteten D. Laing (Edinb. 1834; Supplement
1865) und Paterson (I.if6 anä PO61113 ot' >V. I).,
ebd. 1863), eine kritische Ausgabe Schipper (Tl. 1-4,
Wien 1891-93). - Vgl. Kaufmann, Iraitö ä6 la.
1llNFU6 äli P06t6 600883.18 ^V. 1)., pr6C6li6 ä'l1l16
68HU1886 ä6 83. V16 6to. (Bonn 1873) und besonders
Schipper, W. D., sein Leben und seine Gedichte
(Berl. 1884). ^s. Dumbarton.
Dunbarton, schott. Graffchaft und Stadt,
Duncan l. (fpr. döngken), König von Schott-
land, folgte seinem Großvater Malcolm II. 1034,
beherrschte in friedlicher Regierung vornehmlich die
Distritte südlich und westlich des Tay und wurde
1040 von seinem Vetter Macbeth (s. d.) erschlagen,
der sein Nachfolger wurde. - D. II., König von
Schottland (1093-94), Sohn Malcolms III., war
als Jüngling Geifel in der Hand Wilhelms I. von
England. Mit Hilfe der Engländer bestieg er 1093
nach seines Vaters Tod den Thron, mußte aber dem
Usurpator Donald Bane (s. d.) weichen und wurde
1094 erschlagen.
Duncan (spr. döngken), John, brit. Reisender,
geb. 1805 zu Culdoch in Schottland, widmete sich
dem Soldatenstande, schloß sich 1842 den Gebrüdern
Lander an und machte 1845 - 46 im Auftrage dcr
Geographischen Gesellschaft zu London eine Rei,e
nach Whydah an der Sklavcnküste und von da durch
Dahome bis zum 13.° nördl. Br. Er schrieb "Ira,-
V6i8 iü >V68t6i'ii ^tricN ia 1845 anä 1846" (Lond.
1847; deutsch von Lindau, 2 Bde., 1848). Auf einer
neuen Reise nach Whydah begriffen, um dort das
brit. Vicetonsulat zu übernehmen, starb er 3. Nov.
1849 in dcr Bucht von Benin.
Duncan of Camperdown (spr. döngken of
kämmp'rdaun), Adam Viscount, s. Camperdown.
Duncansby-Head (spr. döngtcnsbi hedd) odcr
Dungsby-Head, das östlichste Kap der Nord-
küste Schottlands, in 58° 29' nördl. Br. und 3° 5'
westl. L. von Greenwich, am östl. Eingang zum
Penlland-Firth (s. d.).
Vunoi2.a (spr. dönnßlädd, vom engl. äunc6, s.
Duns), Dunciade, Titel einer satir. Epopöe vou
Pope (s. d.). Den Titel entlehnte auch Palissot (s. d.).
Duncker, Vuchbändlcrfamilie. Karl Friedr.
Wilh elmD.,geb.25.März1781 in Berlin als Sohn
eines Kaufmanns, begründete 1809 mit Peter Hum-
blot die Buchhandlung von "Duncker & Humblot"
(s. d.) in Berlin. Bei Verkauf derselben 1866 be-
hielt er einige Verlagsartikcl zurück, die seit 1889
unter dcr Firma "Karl Dunckers Verlag" im Besitz
von H. Kornfeld in Berlin sind. D. war 1828 Vor-
steher dcs Vörsenvereins der Deutschen Buchhändler,
1833 - 66 Mitglied verschiedener Ausschüsse des-
selben, besonders 1833 des Ausschusses zur Er-
bauung der Vuchhändlerbörsc. Auch war er 15 Jahre
ununterbrochen Stadtverordneter von Berlin. Er
starb 15. Juli 1869.