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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Duran (Charles Auguste Emile) - Durando
die "Irovas 6n anti^a parill cHgteillkmk" (ebd. 1830),
als durch sein gleichfalls in der Sprachedes 15.Jahrh,
versisiziertes Rittergcdicht"I^8 tr68 toronj^ äsiver-
^61 äs aintt!-; 1)011^101-68 ä6^i-6Z)i80näH" (ebd. 1856).
Duran (spr. düräng), Charles Auguste Emile,
franz. Maler, geb. 4. Juli 1837 zu Lille, wo er
unter Souchon den ersten Unterricht im Zeichnen
erhielt. Später kam er nach Paris und hielt sich
1861-66 in Italien auf, wo er seine Gemälde:
Abendgebet im Kloster San Francesco bei Subiaco
(1863) und Der Ermordete (1865) vollendete. Dann
widmete er sich zu Paris hauptsächlich der Porträt-
malerei, daneben auch dem Genre, in beiden bei
kräftigerPinselführung derben Effekten nachstrebend.
Unter seinen Porträten sind hervorzuheben: Emile
de Girardin, Dore", Gräfin Vandal (1879), I/enlant
dlsn; von andern Gemälden: Am Meeresufer in
Trouville, Blumenmädchen. Weniger Vcisall fand
sein Deckengemälde für einen Saal des Lurembourg:
Die Apotbeose der Maria von Medici (1878). 1881
erschien Die Grablegung Christi, 1883 Die Vision,
1887 Andromeda, 1889 Bacchus.
Durance (spr. dürangß; lat. Di-ukiNm), linker
Nebenstuß der Rhone, entspringt in 2500 m Höhe
am Mont-Genevre in den Cottischcn Alpen, nimmt
bei Vriancon die wasserreiche Guissane und die
Servieres 'oder Cervegrette, beim Austritt aus den
Schluchten der Vesse^e die Gironde vom Mont-
Pelvour, am Fuße der Festung Mont-Dauphin in
etwa 900 m Höhe den von Queyras konunenden Guil
auf. Sie berührt in 790 m Hohe Embrun, darauf
Savines, bildet dann die Grenze zwifchen den Depart.
Hautes- und Vasses-Alpes und empfängt dann in
450 m Höhe bei Sisteron rechts den Vuech. Von
links münden dann Vle'one, Asse ilnd Verdon ein.
Weiter bildet sie die Grenze zwischen den Depart.
Vaucluse und Vouches-du-Rhöne, nimmt bei Ca-
vaillon den Coulon auf und mündet in 12 m Höhe
4-5 km unterhalb Avignon in zwei Armen,
welche die Insel der Courtine zwischen sich fassen,
in die 3ihöne. Sie ist 360, oder wenn man die
Claire'e als Quellfluß ansieht, 380km lang, hat
ein Stromgebiet von 13400 hkm und ist als echter
Gebirgsstrom mit seinem starken Gefalle und seinem
Geröll nicht schiffbar und nur auf kurze Strecken
flößbar. Ihr Thal benutzt von Orgon bis Sisteron,
und dann wieder von Savines bis hinauf nach
Briancon die Eisenbahn.
Durand (spr. düräng), Alice Marie Celeste,
franz. Schriftstellerin unter dem Namen Henry
Gre'ville, geb. 12. Okt. 1812 zu Paris als Toch-
ter eines Professors Fleury, erhielt eine tüchtige
Bildung und folgte ihrem Vater, als er 1857 an
die Universität nach Petersburg berufen wurde, und
verheiratete sich hier mit D., Professor an der Peters-
burger Rechtsschule. Sie hatte schon mehrere No-
vellen in russ. Zeitungen veröffentlicht, als sie nach
Frankreich 1872 zurückkam, und entschieden Glück
machte sie mit ihren Romanen "Dosia" (1876;
66. Ausg. 1890) und "I^xpitUion äs savöly"
(1876), lebensvollen, aus eigener Erfahrung ge-
schöpften Schilderungen aus der russ. Gesellschaft.
"O08ia" erhielt von der Akademie 1878 den Prers
Montyon. Sie fuhr fort, einen Roman auf den an-
dern folgen zu lassen. Zu nennen sind: "1^ s)i-in-
06886 O^t^ros" (1876), "1^68 1<ouinia88in6" (1877),
"1^68 6PI-6UV68 ä6 ^lU88k" (1877), "Narim' na Ü116",
"^I'iaäm;", "?0iän6", "15.086 I<0xi6r" (1882), "I^H
86C0uäk M?r6", "I^0,N8 Vr6uil" (1883), "IIn m^Ltörs"
(1890), "1.6 M886" (1890), "^Ui^tt6" (1891),
"IVIi^ritiö^" (1891), "?6ri1" (1891), "1.6 inari
ä'^ur6tt6" (1892), "<soli6 pr0pi-i6t6 ". V6näl6"
(1893), "Un V16UX M6NHF6V (1893), "I^'ÄV6U" (1894).
Durandarte, s. Durendart.
Durand-Claye (spr. dürang kläh), Alfred,
Oberingenieur der Brücken und Chausseen in Frank-
reich, geb. 1841, entfaltete als Oberingenieur der
Reinigung der Seine und der Rieselfelder unter dem
Vautendirektor, Generalinspektor Alphand, eine er-
folgreiche Thätigkeit. Seiner Ausdauer und bahn-
brechenden wissenschaftlichen Thätigkeit verdankt
Paris die Aussicht, sämtliche Abwässer der Stadt,
anstatt in die Seine, auf Ländereien zu leiten. Der
Anfang damit wurde 1869 mit Einrichtung der
Riefelfelder von Gcnnevillicrs gemacht, ein weite-
rer Schritt war 1888 die Annahme des Planes der
neuen Rieselfelder von Acheres durch die Abgeord-
netenkammer. Neben seiner amtlichen Tbätigkeit im
städtischen Dienste war D. Lehrer an der Schule
der Brücken und Chausseen und an der Schule der
schönen Künste. Er starb 30. April 1888 in Paris.
Zahlreiche Aufsätze über die Reinigung von Brüssel,
von Berlin, Reinigung der Seine, über Pump-
maschinen, über die Städtereinigungssysteme Wa-
ring und Shone, schiefe Brücken u. s. w. wurden
von ihm seit 1867 in den "^nn^68 ä68 ?ont8 6t
s^an88668" veröffentlicht. Die Pariser Akademie
der Wissenschaften erkannte ihm 1885 den Montyon-
Preis zu für eine Denkschrift: "Die Typhus-Epi-
demie in Paris von 1882; statist. Studie".
Durandi, Iacopo, ital. Dichter und Historiker,
geb. 25. Juli 1737 zu Sta. Agata bei Vercelli,
starb als Präsident der sardin. Regierungskammer
in Turin 28. Okt. 1817. Unter seinen histor. Ar-
beiten war für jene Zeit "8uIIg. 8toli3. ä6FÜ an-
Ucln popoli li6i1'Iw1ja," (Tur. 1769) nicht unbe-
deutend. Von den meist längst vergessenen Dich-
tungen haben nur die Dramen, gesammelt in den
"()li6r6 clr3ininatic1i6" (4 Bde., Tur. 1766), eini-
gen Wert; "^i-miäa" (1770) komponierten Anfossi
und Haydn, "^.nnid3.i6 in ^oi'ino" (1771) Paesiello.
Durando, Giacomo, ital. General und Staats-
mann, geb. 1807 zu Mondovi, studierte die Rechte
zu Turin; mit Brofferio in eine Verschwörung zur
Herstellung der Freiheit in Piemont verwickelt, floh
er 1830 in die Schweiz, trat dann in die belg. Frem-
denlegion ein und rückte in Portugal (1832) und
Spanien (1835) im Kampf gegen Miguelisten und
Karlisten zum Oberst auf, mußte aber nach Espar-
tcros Sturz nach Frankreich gehen, wo er eine
Broschüre "v61a. röunicm ä6 Ia P6nin8ui6 id6rihu6
plrr uns a11ianc6 6iiti'6 168 ä)'na8ti68" (Marseille
1844) herausgab. Nach Mondovl zurückgekehrt,
legte er seine konstitutionell-monarchische Richtung
in der Schrift "1^3, na/.innaiitk itaii^na" (1846)
nieder, worin er gegen Giobertis Hoffnungen auf
das Papsttum als einigende Macht Italiens und
gegen Valbos nur nebensächliche Berücksichtigung
der Freiheitswünsche sich erklärte. Diese Schrift
fand große Verbreitung, zwang ihn jedoch, sich
nochmals nach Spanien zurückzuziehen; aber schon
1847 wieder zurückgekehrt, gründete er die "Opi-
nion6", die hernach Dina übernahm. An dem Krieg
von 1848 und 1849 nabm er Anteil als Adiutant
Karl Albcrts, versah 1855 während des Krimkrieges
für La Marmora das Ministerium des Krieges und
der Marine, ging 1856 als Gesandter nach Kon-
stantinopel, wo er den günstigen Vertrag von 1861