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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Duret - Durham (in England)
Duret (spr. düreh), Francisque Joseph, franz.
Bildhauer, geb. 19. Okt. 1804 zu Paris, war Schüler
von Bosto und Gusrin, erhielt 1823 den Preis der
Pariser Kunstschule und damit das röm. Stipen-
dium und erzielte 1831 großen Erfolg mit: Merkur
aus einer Schildkröte eine Laute fertigend (Palais-
Noyal; 1848 beschädigt). D. zeigte darin seine Vor-
liebe für die jugendlich schlanken Formen; ebenso
wie 1833 in dem die Tarantella tanzenden neapolit.
Fischer (im Louvre) und in dem zur Mandoline
singenden neapolit. Winzer (1838; s. Tafel: Fran-
zösische Kunst IV, Fig. 11). Sodann führte
er für das Museum zu Versailles die Statuen von
Moliöre und Richelieu aus; für die Kirche Ste. Made-
leine einen Christus, für die Vorhalle des Ne^ti-6
lran^ig die Statuen der Tragödie und Komödie
und der Schauspielerin Rachel. Weniger glücklich
war D. in Monumentalwerken, von denen die 1860
vollendete Fontäne mit dem heil. Michael als Dra-
chentöter auf der Place St. Michel in Paris zu
nennen ist. Er stard 25. Mai 1865 zu Paris.
D'Urfö, Honors, s. Urft.
D'Urfey (spr. dörfi), Thomas, meist Tom ge-
nannt, engl. Dichter, von franz. Abkunft, geb. um1630
zu Ereter, starb 26. Febr. 1723 zu London. Die Ab-
sicht, sich dem Rechtswesen zu widmen, gab er zu Gun-
sten der Schriftstellers auf. Er schrieb, wie er selbst
sagt, mehr Oden als Horaz und fast viermal soviel
Lustspiele als Terenz. Zugleich war er auch (wie
später Th. Moore) Komponist und Sänger seiner
meist ausgelassenen und sittenlosen Lieder und des-
halb eilt überall willkommener Gesellschafter, wahr-
scheinlich auch ein Günstling Karls 11. Nach dessen
Tode geriet er in Dürftigkeit, und auf Addisons
Veranlassung wurde sein Lustspiel "Ine lonä 1iu3-
I)kiiä, 01- tQ6 piottiiiF Li8t6i'8" zu seinem Besten
aufgeführt. Seine Lieder und Gedichte gab D. als
"I^ku^n anä d6 t^t, or Mis tc> pur^e melHucüol^"
(6 Bde., Lond. 1719 fg.) heraus.
Durga, in der ind. Mythologie Tochter des
.Himalaja, Frau des Civa (s. d.) und Mutter des
Ganeca (s. d.) und Karttikeja (s. d.). Als Frau des
Hiva erscheint sie in doppelter Gestalt wie Civa selbst,
als gnädige Göttin und als furchtbares In letz-
terer Gestalt heißt sie Kali oder Mahakall, auch
Tschandr, und wird in abschreckender Weise dar-
gestellt, mit einem scheußlichen Gesicht, ungeheuern,
weit hervorstehenden Zähnen, einem dritten Auge
auf der Stirn (wie Hiva), Schlangen oder einen
Kranz von Totenschädeln um den .hals, oft mit ab-
gehauenen Menfchenköpfen in der Hand. Ihr wurden
blutige Opfer, auch Menschenopfer, dargebracht. Es
wurde ihr die Vernichtung vieler Dämonen zuge-
schrieben; besonders gefeiert war ihre Bcsiegung
des Dämons Mahishasura, die Väna verherrlicht
hat. Als D. wird ihr ein zehntägiges Fest im Sep-
tember-Oltober gefeiert, die D ur g a p u d s ch ä ("Ver-
ehrung dcr Durga"), das Hauptfest der Hindus. Es
werden ihr dabei viele Tiere geopfert und am letzten
Tage ihr Vild in den Strom geworfen. Dieser letztc
Tag heißt im Sanskrit d^anai-ü., im Hindl äaLanr^
und wird danach von den Engländern äuZLaraii,
ä6886rali, liu8i-aU) ll^orali u. dgl. genannt, womit
sie oft das ganze Fest bezeichnen. Eine Beschrei-
bung des Festes findet man z. B. bei Coleman, "^1w
NMoIo^ ok t1i6 IIinäu8" (Lond. 1832), S. 83 fg.
Andere Namen der D. sind Parvatt, "Tochter dc6
Berges", nämlich des Himalaja, Umä, Gäurl, Devl.
Durgäpudscha, f. Durgä.
Durham (spr. dörrem). 1) Grafschaft im nördl.
England, im N. durch Derwent und Tyne von
Northumberland, im S. durch den Tees von Iork-
shire getrennt, im W. an Cumberland und West-
moreland und im O. an die Nordsee grenzend, hat
2620,02 ykin, (1891) 1016 449 E., d. i. 389 aus
1 ykin, gegen 390997 im 1.1851 und 867576 imI.
1881. Der Boden ist im N. und besonders im W. ge-
birgig, aber gut angebaut, der östl. größere Teil eben
und mild. Im W. erheben sich Verzweigungen der
Penninischen Kette, die meist kahl und mit großen
Torfmooren und Schashciden bedeckt sind und im
Kilhope Law 670 m Höhe erreichen. Hier entsprin-
gen der Wear und der Tees, letzterer mit einem
15 m hohen Wasserfall, welche, wie der Tyne, weit
landeinwärts selbst für Seeschiffe fahrbar sind. An
der Küste zieht sich eine wellige Zone Ackerlandes
hin mit Salzbergwerken im S. Den Hauptreichtum
bilden die Mineralien, insbefondere das berühmte
Steinkohlenfeld. Die Ausbeute betrug (189^)
23,83 Mill. t Kohlen. Über 100000 Arbeiter sind
in den Gruben beschäftigt. Die jährliche Eisenpro-
duktion schwankt zwischen 6-700000 t, wovon die
eigenen Schmelzhütten 450000 t verbrauchen. Die
Gießereien am Tyne liefern jährlich 50000, die am
Tees 100000 t. Am Tyne werden 3000 t Stahl pro-
duziert und in und um Newcastle etwa 6000 t Vlci
geschmolzen. Die Glashütten liefern jährlich 50 Mil!.
Flaschen. Neben dem Berg- und Hüttenbetrieb bc-
steht auch Ackerbau und Viehzucht. Die kurzgehörnte
Durham-Kuh giebt täglich bis 271 Milch, die siä)
besonders zur Käsebereitung eignet. Andere Nad-
rungsquellen gewähren die Solquellen, Fischern,
Schissbau, namentlich in Iarrow und Suuderland,
und der Ausfuhrhandel, namentlich mit Kohlen.
Hauptsächlich fabriziert man Eifen- und Vleiwaren,
Glas, Papier, Leder, irdenes Geschirr, Vitriol,
Salmiak, Leinwand und Drill. Das Eisenbahnnetz
ist besonders um Darlington, D. und Newcastle sehr
dicht. Die Grasschaft schickt acht Abgeordnete ins
Parlament, acht andere schicken die Städte und zwar
Sunderland zwei, D., Darlington, Hartlepool,
South-Shields, Stockton und Gateshead je einen.
- 2) Hauptstadt der Grasschaft D., Parlaments-
borough, Municipalstadt, Bischofssitz und Knoten-
punkt von 7 Eisenbahnlinien, 18 kni von der Nord-
see, auf einer steilen Anhöhe, die auf drei Seiten
von dem dreifach überbrückten Wear umgeben ist,
hat (1891) 14 863 E. Die neuen Viertel dehnen sich
an den stachen Ufern weithin aus; alte Ringmauern
umgeben den obern Stadtteil. Den Gipfel (27 m)
krönt die von Mauern umgebene prächtige Kathe-
drale (Grundriß s. Tafel:' Englifche Kunst I,
Fig. 2), im nvrmann. Stil 1093 - 1480 erbaut,
155 m lang, im Qucrschiff 52 in breit und im Mittel-
turm 65,3 in hoch; sie enthält die Gräber des heil.
Cuthbert und des Beda Venerabilis und im Innern
zahlreiche Denkmäler. In der Nähe steht das von
Wilhelm dem Eroberer 1072 erbaute Schloß, lange
Zeit Sitz des Bischofs, jetzt Universität, die 1657 voll
Cromwell begründet, 1833 neu errichtet wurde (1893:
400 Hörer). Mit der Universität find als Unter-
richtsanstalten verbunden das Univkrgitv OoUeZk
und Ziäliop Ilatnolä'L Hall, sowie eine Mediziner-
und eine naturwissenschaftliche Schule in Newcastle.
Ferner besitzt die Stadt eine moderne St. Nikolaus-
tirche, ein fchönes Stadthaus, ein Verfammlungs-
gebäude der Bergleute von D., Denkmäler des
Marquis of Londonderry und Macdonalds, eine