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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Düsternbrook - Duval (Alexandre)
nar zu Hannover, 1854 Pastor zu Schwiechelt, 1858
Studiendirektor in Loccum, 1865 Konsistorialrat in
Hannover, wo er seit 1872 Oberkonsistorialrat und
seit 1885 Generalsuperintendent für Osnabrück-
Hoya-Diepholz ist. D. schrieb: "vs iFnatiHNHi-um
opiätolHrnm Hutdentia,)) (Gott. 1843), "Ds rei pro-
pnoticas in V. "l. natura. 6tQicH" (ebd. 1852), "Kom-
mentar zu den Johanneischen Briefen" (2 Bde., ebd.
1852-56), "Apologetische Beiträge" (3 Bde., ebd.
1865-72), "Das Hospiz im Kloster Loccum" (ebd.
1863), "Die weltliche Bildung der Geistlichen"
(Hannov. 1873), "Der PortigscheHandel, mit Geneh-
migung des königl. Landeskonsistoriums aktenmäßig
dargestellt" (ebd. 1872), "Der Apostel Paulus" (ebd.
1875), "Der Apostel Petrus" (ebd. 1876), "Der
Apostel Johannes" (ebd. 1878), "Beiträge zur
Ethik" (ebd. 1876), "Die Revision der Lutherischen
Bibelübersetzung" (ebd. 1882), "Kritisch-exege-
tisches Handbuch über die Offenbarung Johannis"
(4. Aufl., Gott. 1887, in Meyers "Kritisch-Exegeti-
schem Kommentar über das N. T.").
Düsternbrook, Seebad bei Kiel (s. d.).
Duftmann, Marie Luise, geborene Meyer,
Sängerin, geb. 22. Aug. 1831 zu Aachen, debütierte
1848 am Iosephstädtischen Theater zu Wien, ging
dann nach Vreslau und 1850 nach Cassel. 1853
war sie Mitglied des Dresdener Hoftheaters und
sang 1854 - 56 mit so ungewöhnlichem Erfolge
in Prag, daß sie 1857 am Wiener Hoftheater
engagiert wurde. 1858 vermählte sie sich mit dem
Buchhändler D. in Wien. 1859 wurde sie zur
Kammersängerin ernannt und wirkte mit unge-
schwächter Kraft an dem vorgenannten Institut
bis zum 31. Dez. 1875. Seitdem giebt sie Gesang-
unterricht am Konservatorium der Musik zu Wien.
Während ihrer Bühnenwirksamkeit gastierte Frau
D. auf fast allen größern deutschen Theatern, wie
auf manchen des Auslandes und wirkte bei einer
Reihe größerer Musikfeste und Konzerte mit. Sie
war eine ausgezeichnete Vertreterin erster dramat.
Partien, namentlich der neuern deutschen Oper.
pH" (frz., fpr. dü ßüblihm o ridikühl il niä kö'ng
pa), Vom Erhabenen zum Lächerlichen ist nur ein
Schritt, ein von Napoleon I., namentlich auf seiner
Flucht aus Rußland, gebrauchter Ausspruch: der
Gedanke findet sich ähnlich schon bei Marmontel
und andern Schriftstellern.
Dittchen (Düttchen), volkstümliche Bezeich-
nung für die im nördl. Niedersachfen, Schleswig-
Holstein, Dänemark u. s. w. im 17. und 18. Jahrh,
geprägten ^ Thaler- oder 3 Schillingstückc, sowie
für die in Polen, Litauen, Danzig, Thorn u. s. w.
geprägten Dreigroschenstücke. Das Wort ist Dimi-
nutiv dcs uicdcrländ. Duit oder des plattdeutschen
Dutt (neuhochdeutsch Deut).
Dutchman (engl., spr. döttschmen, Mehrzahl
Dutchmcn), Niederländer, in Nordamerika ge-
ringschätzende Benennung der Deutschen.
Tmtens (spr. dütäng), Louis, franz. Schrift-
steller, geb. 15. Jan. 1730 zu Tours, wandte sich
als Protestant nach England, um dort sein Fort-
kor.nncn zu suchen. Der brit. Gesandte Lord
Mackenzie nahm ihn als Sekretär nach Turin, wo
er auch nach Mackenzies Abreise bis 1762 als Ge-
schäftsträger blieb. Später erhielt er eine Pfründe
in England; er gab den diplomat. Beruf auf,
machte große Reisen durch Europa und starb als
brit. Hi'storiograph und Mitglied der Londoner
königl. Gesellschaft 23. Mai 1812 zu London. Er
unternahm die erste, wenn auch nicht vollständige
Ausgabe von Leibniz' "0p6ra onmia" (6 Bde., Genf
1769), trat als Gegner Voltaires und Rousseaus in
der Schrift "I'ocLiii" (Rom 1769; später als "^ppei
au don 86Q8" 1777 in London gedruckt) auf und
schrieb "0li^iii6 ä68 äeoonvLi'tks 9,ttridu668 aux
inoä6ru68" (2 Bde., 1766 u. ö.). Von geschichtlichem
Interesse ist seine "Hi8wir6 äs "6 ^ui 8'68t pa886
POUr 16 r6tad1i886IN6Iit ä'uQ6 l6F6I1C0 611 ^NFl6-
t6ri-6" (Lond. 1789) und seine Selbstbiographie:
"N6N10ii'68 ä'UQ V0^a^6ur hui 86 1'6Z1086" (3 Bde.,
Par. 1806; deutsch, 2 Bde., Amsterd. 1808).
/)nt7'., hinter lat. Namen von naturhistor.
Gegenständen Abkürzung für Rene' Ioaa^im
Henri Dutrochet (spr. dütroscheh), franz. Na^r- ^
forscher, geb. 14. Nov. 1776 zu Nöon im Poito.. ^
gest. 4. Febr. 1847. /
Düttchen, Münze, s. Dütchen. ^
Dutzend (vom lat. änocweim - 12) bedeute*'^
eine Anzahl von 12 und bildet im Handel ein no t
oft angewendetes Zählmaß, z. B. für Stahlfedcch
u. dgl.; 12 D. --- 144 Stück bilden ein Groß. rn
vnninviri, auch Ouoviri, im alten Rom n
rere von je "zwei Männern" bekleidete Ameh-
deren unterscheidende Bezeichnung dem Worblter,
hinzugefügt wurde. Seit der Königszeit ga,e v.
vuoviri caMHi63 oder P6räu6i1i0iii8, die als kb es
ter über Perduellio (s. d.) bestellt wurden. FeVch-
wurden in republikanischer Zeit stets durch eigener
Volksbeschluß Kommissare eingesetzt für Vergeb enen
eines Tempelbaues an Unternehmer (I). asäi^ung
caiiäaß), wie für Einweihung eines solchen (I). a 1o
äöllicaMach. Sodann wurden seit 311 v. Cl^äi
regelmäßig, wenn es erforderlich war, je zwei unt/^r.
den Konsuln stehende Flottenführer (D.navaiLL) ge^.r
wählt; in der Kaiferzeit hießen dieselben ^raelecti ^
c1a88i8. (S. auch Decemvirn.)
Außerdem hießen vnoviri (in den Municipien,
wo die Adilen mit eingerechnet zu werden pflegten,
häusiger Huatuorvii-i, "Viermänner") mit dem
Zufatz ^ur6 (alte Dativform für ^n-i) äicunäo, d. h.
Zweimänner für Rechtsprechung, die höchsten Be-
amten in den röm. Kolonien und Municipien, wo-
fern nicht die Magistrate in diesen ihre alten Titel
als Diktatoren, Prätoren, auch Konsuln beibehiel-
ten oder die Rechtsprechung durch eiuen vom Prä-
tor ernannten oder auch vom Volke erwählten Prä-
fekten ausgeübt wurde, in welchem Falle diese
Gemeinden eigentlich I'i'll.tckcwi-Hß hießen. Diese
Ouoviri standen nur unter röm. Oberhoheit, die
aber in die innere Verwaltung sich nicht einmengte,
und hatten namentlich den Vorsitz in der Volksver-
sammlung, in den Sitzungen des Rats (der Decu-
rionen) und, unter Beobachtung der vom röm. Prätor
erlassenen Edikte und mit gewissen Beschränkungen,
die Gerichtsbarkeit in Kriminal- und Civilsachen.
/>5ev., nach den lat. Namen von Tieren Ab-
kürzung für George Louis Duvernoy (s. d.).
^)?^"i (spr. düwäll), hinter botan. Bezeichnungen
Abkürzung für Joseph Duval-Iouve, geb.
1810 in Vourg-Lamberville, gest. 1883 zu Mont-
pellier; er war eine Zeit lang Inspektor der Akade-
mie zu Straßburg. Von seinen Werken sind zu
erwähnen: "IIi8t0ii'6 N3.tur6ii6 ä63 Ulini86wm
li6^i'3,QC6" (Par. 1864), "Ntuäo auHwmisiuL ä6
Hue1(i!i(;8 Ai'3,inin6o8 ow." (Montpellier 1870).
Duval (spr. düwäll), Alexandre, franz. Theater-
dichter, geb. 6. April 1767 in Renncs, machte im