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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dyherrn - Dynamik
reien, Molkerei und Dampfmühlen. In der Nähe ein
Krankenhaus des Ordens vom Heiligen Borromäus.
Dyherrn, George, Freiherr von, Dichter, geb.
1. Jan. 1848 zu Glogau, studierte zu Breslau seit
1864 Theologie, später die Rechte und widmete sich
dann der Litteratur, begab sich, eines Brustleidens
wegen, 1868 zu seinem Bruder Julius, Bürger-
meister zu Rothenburg in der Oberlausitz, um Land-
wirt zu werden, lebte drei Winter beim Grafen
Neichenbach auf Polnifch-Würbitz, dann auf feinem
Stammschloß Zerzogswaldau in Schlesien, den
Winter in Süddeutschland oder in Italien. 1875
trat er zur röm.-kath. Kirche über und starb 29. Sept.
1878 in Rothenburg. D. veröffentlichte: "In stiller
Stund'. Dichtungen" (Berl. 1870), "DemKaifer-
sohn ein Lorbeerblatt. Zeitgedichte" (Bresl. 1871),
"Miniaturen. Lieder zum Komponieren" (ebd. 1873),
"Tang und Algen. Erzählungen" (Lpz. 1876). Nach
seinem Tode erschienen: "Auf hoher Flut. Gedichte"
(Freib.i.Vr. 1880), "Dohlenau. Episode aus einem
Familienarchiv" (Einsiedeln 1880), "Bilder und
Skizzen aus Oberammergau und dem bayr. Hoch-
lande" (Freib. i. Br. 1881), zwei Novellensamm-
lungen (2 Bde., ebd. 1881) und "Aus klarem Born.
Gedichte" (ebd. 1882). D.s "Gesammelte Werke"
(6 Bde.) erschienen zu Freiburg i. Vr. 1879-81;
als Volksausgabe 1887 fg.
Dyhrn, Konrad, Graf von, preuß. Politiker,
geb. 21. Nov. 1803 zu Neefewitz im Kreis Öls, be-
zog 1823 die Universität zu Berlin und widmete
sich 1830 nach längerm Ausenthalte in Frankreich
und Italien der Landwirtschaft. Seit 1843 war er
Mitglied des Landtags der Provinz Schlesien, und
1847 trat er in die Herrenkurie des Vereinigten
Landtags, als deren liberalstes Mitglied er sich be-
wies. Seit 1848 auf dem zweiten Vereinigten Land-
tage der konstitutionellen Partei angehörend, wurde
er von diefem zum Abgeordneten für die Deutsche
Nationalversammlung und, als fpäter an die Stelle
derselben allgemeine Wahlen traten, in Öls und
Brieg zum Stellvertreter des Abgeordneten gewählt.
Als Mitglied der Ersten Kammer von 1849 gehörte
er zur Opposition und sprach für die Anerkennung
der deutschen Reichsverfaffung. Er wurde dann
in die neue Zweite Kammer und im Febr. 1850 in
das Erfurter Staatenhaus gewählt, nahm an den
preuß. Kammerverhandlungen von 1850-52 teil
und gehörte hier der entschiedenen Linken an. Seit
12. Okt. 1854 war er erbliches Mitglied des Herren-
hauses , doch hat er erst im Febr. 1861 seinen Sitz
in demselben eingenommen. Er starb 2. Dez. 1869.
Aus D.s frühern Jahren rührt feine Tragödie
"Konradins Tod" (Öls 1827) her.
Dyhs, dän. Ausdruck für Dolmen (s. d.).
Dykstra, andere Schreibung für Dijkstra (s. d.).
Dyle, vläm. Dijle (spr. deile), Fluß in Belgien,
entsteht nahe der Grenze zwischen Brabant und
Hennegau, in etwa 150 ni Höhe, durchstießt Süd-
brabant und Antwerpen, berührt die Orte Genappe,
Wavern, Löwen und Mecheln und nimmt die Thil,
die Lasne und den Demer auf, worauf sie schiffbar
wird. Bei Rumpst, etwa 21 km unterhalb der Senne-
mündung, vereinigt sie sich mit der Nethe zur Rüpel,
welche dann rechts in die Schelde geht. Von 86 kni
ihres Laufs sind 23 schissbar; unterhalb Mecheln
ist ihre Breite 30-50 m.
Dyme, im Altertum die westlichste unter den
Städten der peloponnes. Landschaft Achaia, soll
ursprünglich die Namen Paleia oder auch Stratos
geführt und erst später, als sie um 700 v.Chr. durch
Zusammensiedelung von acht kleinern Ortschaften zu
einer größern Stadt geworden war, den Namen D.
erhalten haben. Sie befreite sich 314 v. Chr. vom
macedon. Joche, bewirkte 281 mit drei andern
Städten des westl. Achaias die Erneuerung des
Achäischen Bundes und spielte in dessen Kämpfen
gegen die Atoler wie gegen die Römer eine bedeu-
tende Rolle. 208 v. Chr. wurde die Stadt von den
Römern erobert und alle Bürger als Sklaven ver-
kauft; doch wurde ein Teil von König Philipp
von Maccdonien ausgelöst und in D. wieder an-
gesiedelt. 66 v. Chr. siedelte Pompejus einen Teil
der von ihm überwundenen und begnadigten Pira-
ten in der Stadt an. Augustus sandte eine röm.
Kolonie dahin und vereinigte dieselbe mit dem Ge-
biete der gleichfalls von ihm kolonisierten Stadt
Patras (s. d.). Gegenwärtig sind nur noch geringe
Reste erhalten bei einer Kapelle des heil. Kon-
stantin östlich von dem in einer öden Niederung
zwischen Wäldern gelegenen Gehöft Karavostäsion,
12 km südöstlich vom Kap Araxos.
Dyn, Krafteinheit, s. Dyne.
Dynamene, der 200. Planetoid.
Dynameter (grch.) oder Auxometer (eine un-
richtige Bezeichnung dafür ist auch Auzometer),
ein Instrument, mit dem sich die Vergrößerung der
Fernrohre messen läßt. Das Princip, das dem D.
zu Grunde liegt, geht von dem Maße der Ver-
größerung aus, das der Quotient aus der Brenn-
weite des Objektivs durch jene des Okulars giebt.
Da jedoch dieses Verhältnis gleich ist jenem der
wirksamen Objektivöffnung zum Durchmesser des
Objektivbildes in der Okularöffnung, fo kann auch
die Verwertung dieses letzten Verhältnisses zur Er-
mittelung der Vergrößerungszahl des Fernrohrs
führen. Zu diesem Behufe wird das Okular fo ein-
gestellt, daß das Bild eines sehr entfernten Gegen-
standes am schärfsten erscheint. Wenn dann das
Fernrohr nach dem Tageslichte gerichtet wird, so fällt
in die Okularöffnung das Bildchen der Objektiv-
öffnung. Mißt man nun mittels eines mikrome-
trifchen Maßstabes (f. Mikrometer) den Durchmesser
dieses Bildchens und drückt in demselben Maße die
Größe des Durchmessers der Objektivöffnung aus,
dividiert hierauf das Maß der letztern durch jenes
des erstern, fo giebt die erhaltene Zahl den Wert
für die lineare Vergrößerung des Fernrohrs.
Das D. dient mm dazu, den Durchmesser jenes
Bildchens im Okular genau zu messen. Am ge-
bräuchlichsten ist das D. von 3tamsden, das aus
einer durchsichtigen Glasplatte besteht, auf welcher
in sehr kleinen, aber gleichen Abständen parallele
Striche eingerissen sind.
Dynannde nannte Redtenbacher jedes Körper-
atom, das ersich mit einer Ätherhülle umgebendachte.
Dynamik (grch.),derjenige Teil der Mechanik,der
die Lehre von der Bewegung der Körper und von den
bewegenden Kräften behandelt, im Gegensatz zu der
Statik (s. d.) oder der Lehre vom Gleichgewichte der
Körper und der sich aufhebenden Kräfte. Da nun
die Körper als feste, flüfsige und luftförmige vor-
kommen, fo hat man hiernach jeden jener beiden
Zauptteile der Mechanik wieder in drei Unterabtei-
lungen zerlegt. Man unterscheidet demnach in der
D.: 1) die D. im engern Sinne (auch Geo-
dynamik genannt) oder die Lehre von den Ve-
wegungskräften der festen Körper; 2) die Hydro-
dynamik oderHydraulik(s.d.) und 3)dieAero-