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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dysmnesie - Dysphonie

artigen Schmerzen eine sackartig geformte, zottige Haut ausgestoßen, die aus der teilweise abgestoßenen Gebärmutterschleimhaut besteht (sog. häutige oder membranöse D.). Bei der Behandlung hängt aller Erfolg von der nur durch eine genaue örtliche Untersuchung zu erlangenden gründlichen Kenntnis der die D. veranlassenden Grundursache ab, weshalb eine verständige Kranke die fragliche ärztliche Untersuchung nicht verweigern wird. Bei der auf mechan. Ursachen beruhenden D. kann selbstverständlich auch nur durch mechan. Mittel (künstliche Erweiterung des verengten Mutterhalses, Aufrichtung der geknickten Gebärmutter u. dgl.) Abhilfe geschafft werden, während bei entzündlichen Zuständen Blutentziehungen, kühlende und schwach abführende Mittel, kühlende Sitzbäder und aufsteigende Douchen von Nutzen sind. Liegen Blutarmut und Bleichsucht der D. zu Grunde, so müssen zunächst diese durch kräftige Diät, Eisenpräparate, regelmäßige Bewegung und reine Luft gehoben werden. Frauen, die an D. leiden, sollen übrigens schon vor dem Eintritt der Menstruation anstrengende Arbeiten und Gemütserregungen vermeiden, sich sorgfältig vor Erkältung in acht nehmen und am besten einige Tage das Bett hüten; während der Schmerzanfälle selbst erweisen sich der Genuß eines warmen Theeaufgusses (Pfefferminz-, Melissen- oder Lindenblütenthee) sowie das Auflegen von Wärmsteinen, feuchtwarmen Umschlägen oder gewärmten Tüchern auf den Unterleib nützlich. Bei sehr heftigen Schmerzen sind das Opium und seine Präparate nicht zu entbehren. - Vgl. Gusserow, Über Menstruation und D. (Lpz. 1874).

Dysmnesie (grch.), Gedächtnisschwäche.

Dysmorphie (grch.), Mißgestaltung, Mißbildung.

Dysmorphosteopalinklast (grch), Apparat zum Wiederzerbrechen schlecht geheilter Knochenbrüche.

Dysodil, s. Papierkohle.

Dysopie oder Dysopsie (grch.), Schwäche des Gesichtssinns, Schwachsichtigkeit.

Dysosmie (grch.), Stumpfheit des Geruchssinnes.

Dyspareunie (grch.), mangelnde Geschlechtslust beim Weibe.

Dyspepsie (grch.) oder Verdauungsschwäche, Bezeichnung einer Reihe von Verdauungsstörungen, die fast allen Magenkrankheiten gemeinsam zukommen und als der Ausdruck abnormer Verdauungsvorgänge innerhalb des Magens zu betrachten sind. Sie äußern sich hauptsächlich in Verminderung des Appetits, Druck und Spannung in der Magengegend, sauerm Aufstoßen, Übelkeit, bisweilen selbst Erbrechen; häufig ist auch Stuhlverstopfung, Kopfschmerz und Schwindel vorhanden. In chronischen Fällen entwickelt sich in der Regel eine verdrießliche, reizbare Gemütsstimmung, Hypochondrie und nicht selten eine beträchtliche Abspannung und Abmagerung des Körpers. Verursacht wird die D. entweder durch anatom. Störungen der Magenschleimhaut, insbesondere durch chronischen Magenkatarrh oder durch abnorme Beschaffenheit des Magensaftes oder dadurch, daß die Bewegungen des Magens vermindert sind (sog. Mageninsuffizienz) und infolgedessen die genossenen Speisen nicht hinlänglich mit dem Magensäfte gemischt werden, wie dies bei gewissen Nervenkrankheiten (Hypochondrie, Hysterie, Heimweh, Geisteskrankheiten) der Fall ist. Besonders nachteilig wirkt die Überfüllung des Magens mit unverdaulichen, leicht in Gärung übergehenden Stoffen sowie die übermäßige Verdünnung der Verdauungssäfte durch zu reichliches Trinken während der Mahlzeit; auch die häufige D. der Blutarmen und Bleichsüchtigen beruht auf zu spärlicher Absonderung oder abnorm dünner Beschaffenheit des Magensaftes. Eine besondere Form der Verdauungsschwäche stellt die sog. atonische (s. Atonie) D. dar; diese findet sich oft bei Personen, welche durch Nachtwachen, Kummer und Sorgen, durch übermäßige geistige Anstrengungen oder geschlechtliche Ausschweifungen erschöpft sind. Die atonische Verdauungsschwäche beruht im wesentlichen auf einer Erschlaffung der Magen- und Darmmuskulatur sowie auf einer zu spärlichen Absonderung der Verdauungssäfte und unterscheidet sich von der auf Magenkatarrh beruhenden D. hauptsächlich dadurch, daß bei ihr die Zunge nicht belegt, der Geschmack unverändert und übler Geruch aus dem Munde nicht vorhanden ist; auch werden bei ihr Gewürze und reizende Genußmittel gut vertragen, während beim Magenkatarrh durch die letztern gewöhnlich eine Verschlimmerung des Zustandes erfolgt.

Die Behandlung der D. muß sich natürlich stets nach der Grundursache richten und ist deshalb sehr verschieden. Am wichtigsten ist immer eine strenge und konsequente Regulierung der Diät; man gestatte nur leicht verdauliche Nahrungsmittel (Milch, weichgekochte Eier, Wildbraten, Taubenfleisch, Weißbrot), die nur in kleinen Portionen und nur in größern Zwischenräumen zu genießen sind; spätes Essen, kurz vor dem Schlafengehen, ist ganz zu vermeiden. Gegen die auf zu spärlicher Absonderung des Magensaftes beruhende D. erweisen sich der Gebrauch der Pepsinpräparate (Pepsin, Pepsinnein, Pepsinessenz) und der Salzsäure (5-8 Tropfen in einem Weinglas Wasser nach jeder Mahlzeit) nützlich. Bei abnormen Gärungsvorgängen leisten der Gebrauch der Alkalien (doppeltkohlensaures Natron, Magnesia), bisweilen Kreosot, Salzsäure gute Dienste, wogegen die D. der Blutarmen und Bleichsüchtigen durch ein kräftigendes Verfahren, durch Abhärtung, Seebäder, Eisenpräparate, leichte Eisenwässer (Pyrmont, Schwalbach, Elster) sowie durch Bittermittel (Chinin, Nux vomica, Enzian, Malzextrakt, gut gehopfte Biere) zu beseitigen ist.

Dysphagie (grch.), erschwertes Schlingen, entsteht entweder infolge entzündlicher Anschwellungen der Mund- und Rachenorgane (Gaumenbögen, Mandeln, Zäpfchen) oder durch Verengerung der Speiseröhre, welche letztere durch entzündliche Zustände (nach dem Verschlingen zu heißer Speisen und ätzender Säuren und Alkalien) oder durch schrumpfende Geschwürsnarben oder durch krebsige Entartung bedingt sein kann. Bisweilen beruht auch die D. auf einem Krampf oder auf Lähmung der Rachenmuskeln, wie dies bei Krankheiten des Nervencentralorgans zuweilen beobachtet wird. Länger andauernde D. ist immer ein besorgniserregender Zustand und erfordert unter Umständen die künstliche Ernährung vermittelst eingeführter Schlundröhren. Bei Verengerungen der Speiseröhre ist immer die allmähliche Erweiterung derselben durch eingelegte Schlundsonden zu versuchen.

Dysphasie (grch.), Sprachstörung durch den Verlust des Vermögens, die den Vorstellungen entsprechenden Wortzeichen aufzufinden.

Dysphonie (grch.), erschwertes Sprechen.