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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Echtgrün - Eck (Johann)
die Sulfosäuren durch Behandeln von Amidoazo-
benzol mit railchender Schwefelsäure. Das E. dient
zum Färben von Wolle und zur Darstellung von
Disazofarbstoffen.
Gchtgrün, Bezeichnung für Malachitgrün (s. d.)
sowie für das Natronsalz der Tetramethyldibenzyl-
pseudorosanilindisulfosäure, erhalten durch Einwir-
kung von Metanitrobcnzaldehyd auf Dimethylani-
lin, Reduktion des Kondensationsprodukts, Venzy-
lieruna. und Sulfonierung.
Gchtler, Adolf, Gcnremaler, geb. 5. Jan. 1843
in Danzig, erhielt seine künstlerische Ausbildung in
Venedig und Wien, dann in München, wo er einige
Zeit Schüler von Wilh. Diez war. 1877-86 weilte
er in Paris, seitdem lebt er in München. Von sei-
nen Genrebildern sind die bekanntesten: Nach dem
Maskenbälle, Vor der Loggietta in Venedig (1874),
Gestürzt (Neue Pinakothek in München), Junge Ve-
netianerin von Tauben umflattert, Kartenspielende
Bauern in einer Schenke (1883), Erinnerung an
Venedig, Gute Lehren, Die Vorleserin, Verwaist.
Gchtlosigkeit, im ältern deutschen Recht der
Zustand des Nechtsverlustes infolge einer Min-
derung der bürgerlichen Ehre. Einige führen das
Wort darauf zurück, daß es den Zustand des infolge
der Acht Rechtlosen bezeichne. Andere beziehen das
Wort auf die Unehelichen und diejenigen, welche eine
schimpfliche Lebensweise führen (von Gerber); diefe
Ansicht hat jedoch lebhaften Widerspruch gefunden.
Überwiegend wird angenommen, die im wesent-
lichen auf die Minderung der bürgerlichen Ehre sich
beziehenden Worte Rechtlosigkeit, Ehrlosigkeit und
E. entbehrten einer scharfen Abgrenzung unter sich.
Personen, welche durch Strafurteil oder dadurch,
daß sie Jahr und Tag in der Neichsacht sich befan-
den, jede Rechtsfähigkeit verloren hatten, wurden
friedlos, echtlos und rechtlos genannt; sie büßten
jeden rechtlichen Schutz ein, verloren die Lehnsfähig-
keit, durften straflos getötet werden u. s. w.
Gchtponceau (spr. -pongßoh), soviel wie Vie-
bricher Scharlach.
Gchtrot, Bezeichnung für eine Reihe von Azo-
sarbstoffen, die durch Diazotieren von Naphthylamin
oder Naphthionfäure und Paarung mit ß-Naphthol
oder ß-Naphtholsulfosäuren gewonnen werden (s.
Diazoverbindungen). Die Farbstoffe sind daher
sämtlich Sulfosäuren des Naphthalinazo-ß-Naph-
rhols und dienen zum Färben von Wolle.
Gchtscharlach, soviel wie Doppelscharlach (s.d.).
Gchuca (spr. etsch-), Stadt in der brit.-austral.
Kolonie Victoria, links vom Murray, mit Melbourne
(265 Kni) sowie mit Deniliquin in Neusüdwales durch
Eisenbahn verbunden, der bedeutendste Flußhafen
im Stromgebiet des Murray, hat (1881) 4793 E.,
Seifensiederei, Gerberei, Sägemühlen, Wagenbau
und ist Mittelpunkt des Zwischenhandels mit Neu-
südwales, namentlich in Wolle, Getreide und Holz.
Gchujagift, ein aus der im deutsch-südwcstafrik.
Schutzgebiete einheimischen Apocynacee ^äoinnm
ZoLkiniknuin >3c/"ii.3 dargestelltes Gift, bildet eine
braunschwarze, bröcklige, geruchlose und intensiv
bitter schmeckende Masse, welche von den Eingebore-
nen als Pfeilgift benutzt wird. Das E. besteht aus
einem krystallisierenden Glykosid, Echujin, und
einem harzähnlichen Körper, Echujon, und wirkt
als starkes Herzgift, welches schon in einer Gabe
von 0,i mz; beim Frosch systolischen Herzstillstand
mit allgemeiner Paralyse herbeiführt.
Gchujm, Gchujon, s. Echujagift.
Gcija (spr. edsicha), Hauptstadt des Distrikts E.
in der span. Provinz Sevilla in Andalusien, 55 km
im SW. von Cordoba, an der andal. Heerstraße
und der Linie Marchena-E.-Cordoba der Andal.
Eisenbahn, hat (1887) 23 615 E., liegt auf zwei
felsigen Anhöhen am linken Ufer des breiten, von
hier an schiffbaren, häufig austretendcn und die
Luft verpestenden Guadalquivirzuflusses Genil,
über den eine lange Steinbrücke führt. Der un-
regelmäßig gebaute Ort besitzt stattliche Gebäude,
6 Pfarrkirchen, 5 Kapellen, Minarets und mit
bunten Porzellanfliesen bedeckte Türme, 2 Spitäler,
Findelhaus, Kaserne, ein großes Theater (für
10000 Zuschauer), einen von Säulengängen um-
gebenen Platz und eine prächtige Promenade am
Genil. Die Stadt umgeben reichbewässerte Gärten.
E. gilt bei den Andalusiern für den heißesten Ort
ihres Landes und führt den Beinamen I^H Lkrten
ä" N8paiw (Die Bratpfanne von Spanien). E. hat
Tuch-, Flanell-, Leinen-, Schleier- und Seiden-
webereien, Gerbereien und Ölmühlen. Die Schuh-
macherarbeiten E.s gehen durch ganz Spanien. Im
August findet eine Messe statt. In der Umgegend
wird viel Viehzucht getrieoen, welche die wildesten
stiere zu den Stierkämpfen liefert. - E. ist die röm.
Kolonie A stigi oder ^iFU8ta ürnik in VkLticii.
Noiton, Vesuchsameise, s. Wanderameise.
Gck, Ernst Wilhelm Eberhard, Jurist, geb.
21. Aug. 1838 zu Berlin^ studierte daselbst und in
Heidelberg Rechts- und ^taatswissenschaften, trat
dann in den Staatsdienst und habilitierte sich 1866
fürröm.Recht in Berlin, wurde 1871 zum außerord.
Professor in Berlin ernannt, 1872 ord. Professor
in Gießen, 1873 in Halle, 1877 in Breslau, 1881
wieder in Berlin. E. war von 1888 bis 1892 Schrift-
führer des Deutschen Iuristentages. Er schrieb: "Die
doppelseitigen Klagen" (Berl. 1870), "Die Verpflich-
tung des Verkäufers zur Gewährung des Eigen-
tums" (Halle 1874), "Beitrag zur Lehre von den
ädilizischen Klagen" (Jurist. Abhandlungen. Fest-
gabe für Beseler, Verl. 1885), "Das gesetzliche
Pfand- und Vorzugsrecht des Vermieters in seiner
Anwendbarkeit auf die unpfändbaren Sachen" (Fest-
gabe für Gneist, ebd. 1888), "Neue pompejanische
Geschäftsurkunden" (Weim. 1888), "Die Stellung
des Erben in dem Entwurf eines Bürgerlichen Ge-
setzbuchs" (Berl. 1800).
Eck, Heinrich, Geolog, geb. 1837 zu Gleiwitz in
Schlesien, widmete sich dem Vergfach, studierte in
Vrcslau und war von 1862 an bei der preußischen
acolog. Landesaufnahme in Thüringen und Schle-
sien beschäftigt. Er wurde 1866 Docent an der
Bergakademie in Berlin, 1871 Professor für Mine-
ralogie und Geologie am Polytechnikum in Stutt-
garts Seine wertvollen Untersuchungen haben vor-
wiegend die Geologie und Paläontologie der Trias-
ablagerungen zum Gegenstände. Außer zahlreichen
in der Zeitschrift der Deutschen geolog. Gesellschaft
abgedruckten Abhandlungen veröffentlichte er: "über
die Formationen des bunten Sandsteins und des Mu-
schelkalks in Oberschlesien und ihre Versteinerungen"
(Berl. 1865), "Rüdersdorf und Umgegend" (in den
"Abhandlungen zur geolog. Specialkarte von Preu-
ßen", 1, ebd. 1872).
Eck, Johann, eigentlich Maier. Bekämpfer der
Reformation, geb/i3. Nov. 1486 im Dorfe E. im
Allgäu, bezog 1498 die Universität Heidelberg, ging
1499 nach Tübingen, 1502 nach Freiburg und wurde
hier 1508 Priester, 1509 Licentiat der Theologie.