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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Edison-Lampe - Edition
Nachdem E. telegraphieren gelernt hatte, gab er
seinen Zeitungshandel auf, versah sechs Monate
einen Posten an dem Telegraphenamt in Port-
Huron, wurde dann Nachttclegraphist zu Stratford
in Canada und später Telegraphist in Adrian im
Staate Michigan, wo er noch nebenbei als Mecha-
niker thätig war und sich eine kleine Werkstatt ein-
richtete. Bald daraus zog er nach Indianapolis.
Hier erfand E. seinen "^utoniHtic rkpeatsr", d. h.
einen Übertrager (s. d.), der selbstthätig die Tele-
gramme aus einer Leitung in eine andere überträgt.
Nach wechselndem Aufenthalt in Cincinnati, Mem-
phis, Louisville und Neuorleans ging E. 1867 nach
Cincinnati, 1868 nach Boston und erhielt bald eine
leitende Stelle im dortigen Telegraphenamt. Neben-
bei richtete er sich einen kleinen Laden für mechan.
Instrumente ein und setzte seine Versuche fort. 1870
begab er sich nach Rochester, um einen Gegensprecher
(s. Gegensprechen) praktisch zu erproben, ohne aber
günstige Erfolge zu erzielen. Zunächst ließ er sich
nun von der Gold-Indicator-Company (die tele-
graphisch von einem Mittelpunkt aus an Hunderte
von Geschäftsleuten alle Viertelstunden das Steigen
und Sinken der Goldkurse berichtete) in Neuyork
anwerben und ward bald deren Superintendent.
Hier führte er verschiedene verbesserte Apparate ein
und machte mehrere auf die Telegraphie bezügliche
Erfindungen (u. a. einen "(^olä pi-inter" genannten
Typendrucker für Privatlinien). Zu derselben Zeit
gründete E. in Newark bei Neuyork eine Fabrik zur
Herstellung der von ihm crsundenen Maschinen.
Zwar gab E. das Unternehmen in der Folge wieder
auf, errichtete jedoch 1876 wieder eine Werkstatt in
Menlo Park, einer kleinen Station an der Penn-
sylvania-Eisenbahn, 38kin von Neuyork, wo er seit-
dem seine Arbeiten weiter fortführt.
E.s Erfindungen sind ungemein zahlreich. Er
bat allein gegen 300 Patente genommen, von denen
aber nur die wenigsten von wirklich praktischem
Nutzen sind. Im Dienste einer großen Aktiengesell-
schaft (Western-Union-Telegraph-Company), die
gegen vorteilhafte Bedingungen die Erzeugnisse
seines Erfindungsgeistes gleichsam im voraus ge-
kauft hat, wurden seine Erfindungen vielfach an-
gepriesen, ohne daß sie gerade immer im stände
gewesen wären, den ihnen vorauseilenden Ruf zu
bewahrheiten. Am bekanntesten sind sein Batterie-
Telephon (s. Telephon) und sein Phonograph (s.d.).
Ferner sind zu nennen das Mikrophon (s. d.), dao
Mikro-Tasimeter (s. d.), das Ae'rophon (s. d.), das
Megaphon (s.d.), sein Phonoplex (s. d.) und seine in
Amerika vielfach benutzte Einrichtung zum Doppel-
gegensprechen (s. d.). In jüngster Zeit (1885) hat E.
in Verbindung mit E. T. Gilliland eine Einrichtung
angegeben, durch welche ein fahrender Eisenbahnzug
sehr einfach in beständiger telegr. Verbindung mit
den Stationen erhalten werden kann. Für die Eisen-
bahntelcgramme ist dadei gar keine besondere Lei-
tung erforderlich, vielmehr werden die der Eisen-
bahn entlang laufenden gewohnlichen Telegraphen-
drähte dazu mitbenutzt, aus denen durch statische
Induktion die Zeichen der Eisenbahntelegramme in
den dazu bestimmten Apparaten hervorgebracht
werden. Kurz vor E. hat Phelps die Benutzung der
Volta-Induktion für denselben Zweck mit Erfolg
versucht. Die statische Induktion zu benutzen, hat
übrigens Wiley Smith 1881 zuerst vorgeschlagen.
Große Verdienste hat sich E. auch um die Vcrbe^e-
rung der Dynamomaschinen, namentlich aber um
die Durchbildung und Einführung des elektrischen
Glühlichts erworben; seine Glühlampen und ge-
samten Veleuchtungseinrichtungen auch in Europa
allgemeiner einzuführen, bemühen sich im Anschluß
an die amerik. Gesellschaft eine Gesellschaft in Paris
und eine in Berlin. - Vgl. Dürer, E. Elektrifche
Skizzen (Berl. 1890).
Gdison-Lampe, hin und wieder gebrauchte Be-
zeichnung für Glühlampen, f. Glühlicht.
Edison-Maschine, von Edison herrührende
Konstruktionsform der Dynamomaschine; sehr
wesentlich verbessert von Hopkinson und in dieser
Form als Edison-Hopkinson-Maschine zu-
erst gebaut von Mather & Platt in Manchester.
(S. Dynamomaschinen, S. 652 d.)
Gdisto, Fluß im nordamerik. Unionsstaate Süd-
carolina, entsteht aus der Vereinigung des nörd-
lichen und südlichen E. und ergießt sich 32 1cm süd-
westlich von Charleston in zwei Armen, welche die
Insel E. umschließen, in den Atlantischen Ocean.
Der E. verläuft im allgemeinen in südöstl. Richtung
und ist auf 160 km von der Mündung schiffbar.
Gdltha, seit 929 Gemahlin des spätern deutschen
Königs und Kaisers Otto I., aus dem königl. Ge-
schlecht der Angelsachsen, Tochter König Eduards
des Altern, Schwester König Ethelstans. Ihre
Schönheit, Milde und Frömmigkeit wird in den
Quellen gepriesen, auf die Regierung hat sie, im
Gegensatz^zur Königin Mathilde, keinen Einfluß
gehabt. Sie starb 26. Jan. 946 und wurde in der
Domkirche zu Magdeburg beigesetzt. Ihre Kinder
waren Liudolf und Liutgard.
Edition (lat.), Herausgabe, Ausgabe eines
Buches (s. Ausgabe). Im Eivilprozesse die Vor-
legung von Urkunden, welche im Besitze des
Gegners der beweisführenden Partei oder eines
Dritten sind, zum Zwecke des Beweises. Es findet
zum Zweck der Vorlegung solcher Urkunden ein Zwi-
schenverfahren statt. Will eine Partei den Beweis
durch eine Urkunde, die in Händen des Gegners
sein soll, führen, fo hat sie bei Gericht zu beantra-
gen, dem Gegner die Vorlegung derselben aufzu-
geben. Die Deutsche Zivilprozeßordnung kennt keine
allgemeine Editionspflicht des Gegners, macht viel-
mehr dessen Verpflichtung zur Vorlegung der Ur-
kunde entweder davon abhängig, daß der Veweis-
führer nach bürgerlichem Recht die Herausgabe oder
Vorlegung auch außerhalb des Prozesses verlangen
kann, oder davon, daß die Urkunde inhaltlich für
deide Parteien gemeinschaftlich ist, was insbeson-
dere dann der Fall sein soll, wenn sie in beider
Interesse errichtet ist oder gegenseitige Rechtsverhält-
nisse beurkundet oder zu den schriftlichen Verhand-
lungen der Parteien, bez. ihres gemeinsamen Ge-
schäftsvermittlers über ein Rechtsgeschäft gehört,
endlich auch davon, daß der Gegner selbst sich auf
die Urkunde zur Beweisführung bezogen hat. Nach
dem Handelsgesetzbuch Art. 37 kann der Richter im
Laufe eines Rechtsstreits die Vorlegung der Handels-
bücher der Gegenpartei auf den Antrag einer Partei
anordnen. Nach Art. 40 kann die Mitteilung der
Handelsbücher zur vollständigen Kenntnisnahme
von ihrem ganzen Inhalt in Erbschafts- oder Güter-
gemeinschaftssachen, in Gesellschaftsteilungssachen
und der Bücher des Gemeinschnldners im Konkurse
gerichtlich verordnet werden. Das Gericht handelt
dabei nach freiem Ermessen. Der Editions-
antrag hat die Urkunde, die durch dieselbe zu be-
weisende Tbatsache und den Inhalt der Urkunde