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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Edomiter - Eduard (der Bekenner)
Gdonnter, ein südlich vom Stamme Iuda bis
zum Alanitischen Meerbusen wohnendes hebr. Volk.
Die Stammsage leitet es von Jakobs älterm Bru-
der Esau (s. d.) her. Bei der Einwanderung in
ihre Wohnsitze fanden sie dort die Horiter, d. h.
Höhlenbewohner, vor, mit denen sie sich vereinigten.
Auch nomadische Völkerschaften, wie Amalekitcr, ,
scheinen sich ihnen vorübergehend angeschlossen zu >
haben. Die Hauptbeschäftigungen des wilden und !
kriegerischen Volks waren Jagd, Viehzucht und Hau- ,
del. Nur wenige Oasen gestatteten Acker- und
Gartenbau. Durch festen Zusammenschluß ihrer
Stämme unter Königen waren die E. schon lange
vor dem Volke Israel zu polit. Selbständigkeit
und Macht gelangt. Verhängnisvoll wurde für
ihre Entwicklung, daß sich unter David die Stämme,
deren Heiligtum Hebron war, mit dem Stamme
Iuda vereinigten. David unterwarf sie, sobald er
König über ganz Israel geworden war. Schon
unter Salomo fielen sie wieder ab. Doch muß Sa-
lomo, da er von Ezion Geber am Alanitischen Meer-
busen aus Schiffahrt nach Ophir betrieb, wenigstens
Teile ihres Landes wieder unterworfen haben. Zur
Zeit der Dynastie Omris sind sie Iuda zinspflichtig.
Es gelang jedoch den judäischcn Königen nicht, ihr
Land aus die Dauer festzuhalten. Mit den übrigen
palästinischen Völkern gerieten sie unter die Bot-
mäßigkeit der Assyrer, später der Babylonier (Chal-
däer). Nebukadnezar halfen sie beim Kampfe gegen
Iuda und beteiligten sich an der Ausplünderung
des eroberten Jerusalems (586 v. Chr.). Dazu
nahmen sie während des Babylonischen Exils der
Iudäcr die südl. Teile des Landes Iuda ein. Doch,
scheint es, haben sie diese auf Befehl des Cyrus räu-
men müssen. Zur Zeit der Makkabäer waren sie
wieder im Besitze dieser Landschaften. Von dem
jüd. Fürsten und Hohenpriester Johannes Hyrkanus
wurden sie besiegt, zurVeschneidung gezwungen, dem
jüd. Staate einverleibt und unter Ißräfekten gestellt
(um 126 v. Chr.). Einer dieser Präfetten, der Idu-
müer Antipater, wußte sich von Julius Cäfar die
Prokuratur über ganz Iudäa (47 v. Chr.) und feinen
Nachkommen, den Herodäern (f. Herodes der Große),
die Herrschaft über Juden und E. zu verschaffen. -
Vgl. Buhl, Geschichte der E. (Programm, Lpz. 1893).
Gdonien, thraz. Landschaft an der Thasos
gegenüber gelegenen Küste, zu beiden reiten des
Ängitesflusses. Seit König Philipp II., der sie er-
oberte, gehörte sie zu Macedonien.
Gdre'at, s. Edre'i.
öärsäon /frz., spr. -döng), Eiderdaune, Eidcr-
daunenkisscn;^.v6F6t3.1(spr.weschetäl1),s.()cdi'0m^.
Gdre'i (grch. Adraa), neben Astarot (s. d.)
die Hauptstadt des amoritischen Königs Og von
Basan (s. d.) im Ostjordanlande und soll scbon unter
Moses von Israel erobert worden sein. Inderchristi.
Zeit war es ein Bischofssitz. Unter dem Namen
Der'är, Dor'ät oder Dor'ä, auch ed-Dera'a,
Edre'ät, ist es heute die größte Stadt des Hauran
mit 4-5000 E. auf dem Südrand des Wädi es-
Zedy in fruchtbarer Umgebung gelegen, aber fehr
schmutzig und staubig. Die Neste aus dem Altertum
liegen meist unter den jetzigen Häusern, noch tiefer
die merkwürdigen, in den Felsen gehauenen unter-
irdischen Gemächer und Gelasse, die teils als Maga-
zine, teils als Wohnungen, namentlich in Kriegs-
zeiten, gedient haben mögen.
Gdremid, bei den Griechen A dramytti, Stadt
im Sandsckat Valitesri des türk.-kleinasiat. Wilajet
Vrockhans' Konversations-Lexikon. l< Aust.. V.
Khodawendikjar, etwa 5 km landeinwärts von dem
innersten Winkel des nach ihr benannten Golfs ent-
fernt, am Fuße des quellen- und erzreichen Atkajassi-
Dagh, in einer schmalen, fruchtbaren Ebene gelegen,
hat 4000 meist Mohammed. E. Die der Stadt zu-
gewendeten Hänge des Ida sind jetzt abgeholzt und
kahl, deshalb hat die frühere Hauptbeschäftigung
der Einwohner, der Holzhandel, stetig abgenommen.
Neuerdings belebte sich der Verkehr wieder infolge
der im Dez. 1882 erteilten Konzession zur Ausbcn-
tung der auf der Edremider Seite im Idagebirge ge-
legenen Eisengruben. - Im Altertum war Adra-
myttium, das aber nicht an Stelle dcs heutigen
E., sondern unweit von Kemer am Meere lag, ein
blühender Handels- und Hafenplatz, namentlich seit
den Zeiten des Pergamenischen Reichs, von dem sich
indes hier nicht die geringsten Reste erhalten haben.
Nach dem Ausbruche des griech. Freiheitskrieges
machte in dem Golf von E. 27. Mai 1821 ein griech.
Brander den ersten glücklichen Versuch, ein türk.
Kriegsschiff in die Luft zu sprengen.
Gdreneh, türk. Stadt, s. Adrianopel.
EdrM, El-, arab. Geograph, s. Idrisi. ssiden.
Gdrisiden, arab. Dynastie in Marokko, s. Idri-
Eduard derÄltere, angelsächsischerKönig
(901-925), Sohn Alfreds, dehnte die vom Vater er-
erbte Herrfchaft überWessex und den Südwesten von
Mercia über den dänisch gebliebenen Teil des letz-
tcrn, vorübergehend auch über Northumbrien aus.
Eduard der Märtyrer, angelsächsischer
König (975-978), folgte zwölfjährig seinem Vater
Edgar, wurde aber schon 978 von einer feindlichen
Partei seiner Großen ermordet. Sein Leichnam
wurde anfangs ohne Feierlichkeit in ungcwcihtem
Grund beerdigt, fpäter mit großem Pomp auf Dun-
stans Veranlassung in Shaftesbury beigesetzt, wo
mehrere Wunder, die an seinem Grabe gescheben
sein sollten, ihm seinen Beinamen eintrugen. Mit
seinem Tode verlor Dunstan seinen Einfluß auf die
Negierung dcs Landes.
Eduard der Vekenner, angelsächsischer
König (1042 - 66), der Sohn Ethelreds des Unbe-
ratenen, hatte während der Däncnherrschaft als
Flüchtling in der Normandie gelebt und wurde nach
dem ruhmlosen Ausgang Harolds und Harthaknuts,
der Söhne Knuts d. Gr., auf den Thron feiner Väter
zurückgerufen. Als letzter König aus fächs. Stamm
erscheint er in der Überlieferung verklärt als weiser
Gesetzgeber und einfach-frommer Mann, und nur
diesem Umstand ist es zuzuschreiben, daß die spä-
tere, nach den Einrichtungen dcs Angelsachsenrcichs
zurückverlangende Zeit nach den "Gesetzen E. des
Vekcnners" regiert zu werden forderte. E. war in
Wirtlichkeit ein mönchifch gesinnter Schwächling,
durchaus nicht national fühlend, sondern beherrscht
von fremdländischen Günstlingen, die er aus seinem
Zufluchtslandc, dcr Normandic, mit nach England
gebracht hatte. Das Land regierte für ihn Gras
Godwin (s. d.), der hauptsächlich dem eigenen Ehr-
geiz und der Erhöhung seines Hauses diente, wie
cr auch seine Tochter dem König zu vermählen
wußte. Nach Godwins Tode (1053) nahm sein Sohn
Harold seine Stelle ein und beherrschte König und
Reich. Anfang Jan. 1060 starb E. Von ihm
stammt der erste erweiternde Ausbau der Venedig
tinerabtci von Westminster. Auch sonst zeigte cr
sich der Kirche eifrig ergeben, erhielt zum Lohn da-
für seinen Beinamen und wurde 1161 heilig ge-
sprochen. Aus die seine Person umgebende Legende
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