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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Eggenfelden - Eggert
bemalten Außenwand; ferner Feldwirtschaft, Han-
del mit Getreide, Wein und Holz.
Gggenfelden. 1) Bezirksamt im bayr. Neg.-
Bez. Niederbayern (s. d.), hat (1890) 35819 (17477
mä'nnl., 18 342 weibl.) E. in 64 Gemeinden mit
1235 Ortschaften. - 2) Marktflecken mit städtischer
Verfassung und Hauptort des Bezirksamtes E., in
391 m Höhe links an der Nott, in fruchtbarer
Gegend, an der Nebenlinie Neumarkt-Pocking der
Bayr. Staatsbahnen, ist Sitz eines Bezirksamtes
und Amtsgerichts (Landgericht Landshut), Rent-
und Aichamtes, hat (1890) 2377 kath.C'., Postexpe-
dition, Telegraph, vier Kirchen, darunter eine schöne
gotische (14. Jahrh.), Franziskanerkloster, Tistrikts-
krankenhaus, Filiale der Barmherzigen und der
Armen Schulschwestern, Spar- undHilfskasse, Ziege-
leien, acht Brauereien, Viehzucht und Ackerbau.
Egger (spr. egschähr), Emile, franz. Philolog,
geb. 18. Juli 1813 zu Paris, wurde 1835 Lehrer
am Collöge St. Louis und 1839 Lehrer an der Nor-
malschule für allgemeine und vergleichende Gram-
matik, nachdem er mit seinem "^xHineu ci'iti<iu6
6e3 kiLtorieus aiiei6Q8 ä6 1a. vis et du rö^ns
ä'^uFU8t6" (Par. 1844) den von der Akademie der
Inschriften ausgefetzten Preis erhalten hatte. 1840
zum HilfsProfessor der griech. Litteratur an der
Merar. Fakultät zu Paris ernannt, erhielt er 1855
diese Professur, nachdem er 1854 in die Akademie
der Inschriften aufgenommen worden war; 1873
wurde er auch Mitglied des ^on86i18up6riour für
den öffentlichen Unterricht. Er starb 31. Aug. 1885
im Bad Royat. Unter seinen Schriften sind hervor-
zuheben: "^per^u 8ur 168 (ii'iFiu68 66 1a. littöra.-
Wr6 ßi-ecyuL" (Par. 1846), "N88ki 8ur 1'1ii8wii'6 äo
III. criticius c1i62 168 fti-6C8" (ebd. 1850), "Mtion8
öi6in6Qt3.ii'68 ä6 ^ram!N3.ir6 e0MMi'66 Z)0ur 86rvii'
a. 1'6tuä6 ä68 troi8 1g.uFN63 c1a88i(iu63" (ebd. 1852;
8. Aufl. 1880), "^P0i1oiiw8 D78coi6" (ebd. 1854),
"(^0Q8iä6i'2.ti0ll8 1ii8toiiliU68 8ur 168 ti'llit68 intkr-
nationaux cli62 168 6r608 6t 168 I^(iinlz>iii8" (2. Aufl.,
ebd. 1866), "I^'ll6ii6Qi8iii6 6ii ^rHuc6" (2 Bde.,
ebd. 1869), eine treffliche Geschichte über den Ein-
fluß des Griechifchen in Frankreich; "1,68 8nd8lautil3
V6i'd3.ux k0rm68 par 1'g,p000^6 ä6 1'illüuitit" (1875),
"Hi8t0ii'6 äu Iivr6" (1880) und " 0d86i'vaN0U8 6t
l6Ü6X10I18 8ur 16 ä6V6i0pp6IN6llt äs 1'iut6l1iss6nc6
6t äu 1anßaß6 CN62 168 6iifHnt8" (5. Aufl. 1886).
Aus seinem Nachlasse wurde herausgegeben: "1^
1iN6r3.wr6 8!'6C(1U6" (Par. 1890). - Vgl. Bailly,
Kotics 3ur 1^. ^. (Par. 1886).
Gggers, Friedr., Kunsthistoriker, geb. 27. Nov.
1819 zu Nostock, studierte 1841-48 an verschiedenen
Universitäten besonders Geschichte, Archäologie und
Kunstgeschichte und gründete 1850 in Berlin das
"Allgemeine Organ für Kunst und Kunstgeschichte",
das er bis 1858 leitete. Er wurde 1863 Professor
der Kunstgeschichte an der Akademie zu Berlin und
starb daselbst 11. Aug. 1872. Nach seinem Tode er-
schien von ihm mit Fortsetzung von seinem Bruder
Karl E.: "Christian Daniel Rauch" (5 Bde., Verl.
1873-90) und "Gedichte" (Bresl. 1874).
Eggers, Jakob Freiherr von, Militärschrift-
lloller, geb. 25. Dez. 1704 zu Dorpat, wurde nach
dcr Eroberung Dorpats durch die Russen 1708 mit
seiner Mutter als Kriegsgefangener nach Rußland
abgeführt. Durch den Frieden von Nystad 1721
erhielt er seine Freiheit wieder und trat in schwed.
Kriegsdienst, WV er ^>ch he^onders mit dem Sludium
der Besestigungstunst beschäftigte. Währcnd des
poln. Thronsolgekrieges 1733 trat er in den Dienst
des Königs Stanislaus Leszczynski, 1735 in Hess.
Dienste,ward aber bald nachStockholm zurückgerufen,
bereiste hierauf Osterreich, Ungarn und Italien und
ließ sich 1737 in kursächs. Dienste aufnehmen, wo
er 1740 zum Oberstwachtmeister des Ingenieurkorps
befördert wurde, mit dem er 1741 am Österreichischen
Erbfolgekrieg teilnahm. 1742 wiederum nach Schwe-
den zurückgerufen, machte er als Gcneralauartier-
meister und Adjutant des Königs Friedrich den Feld-
zug gegen Rußland mit. 1744 ging E. abermals
in kurfächf. Dienste nach Dresden, von dort 1747
zu den franz. Truppen in die Niederlande, wo er
als Volontär der Belagerung von Vergen-op-Zoom
beiwohnte und darüber ""loui-na,! äu 8i6Z6 ä6
Z6i'50p20om" sAmsterd. 1750) schrieb, das mehrere-
mal ins Deutsche übertragen wurde. Nach Stockholm
zurückgekehrt, unterrichtete E. die schwed. Prinzen
in den Kriegswissenschaften, gab zu diesem Zwecke
Desbois' "I)ictionn^ii'6 militant" (2 Bde., Dresd.
1751) verbessert heraus und veröffentlichte endlich
selbst ein "Neues Kriegs-, Ingenieur-, Artillerie-,
See- und Ritter-Lexikon" (2 Bde., ebd. 1757), das
seinen Ruf als Militärschriftsteller begründete. 1751
wurde er Chef der Feldbrigade, 1772 in den fchwed.
Freiherrenstand erhoben und zum Commandeur des
Schwertordens ernannt. E. starb 12. Jan. 1773 in
Danzig als Generalmajor. -^- Vgl. Ehrengedächtnis
des Frciherrn Jakob von E. (Danz. 1773).
Gggers, Iobann Karl, Maler, geb. 1790 in
Neustrelitz, gest. daselbst 24. Juli 1863, bildete sich
unter Matthäi in Dresden und war später in Rom
für die Wiederbelebung der Freskotechnik thätig.
Nach Deutschland zurückgekehrt, beteiligte er sich
an der Ausführung der von Schinkel entworfenen
Wandmalereien in der Vorhalle des Berliner Mu-
seums. Von seinen Tafelbildern besitzt das Städti-
sche Museum zu Leipzig: Die heil. Katharina von
Alexandrien (1820) und das Bild der Vittoria
Caldoni. - Vgl. H. K. Eggers, Geschichte des Ge-
schlechts E. (Plön 1879).
Eggert, Franz Xaver, Glasmaler, geb. 11. Nov.
1802 zu Höchstädt a. d. Donau, erlernte zuerst die
Dekorationsmalerei in Augsburg, seit 1824 die
höhere Malerkunst an der Akademie in München.
Als unter König Ludwig 1. die Glasmalerei wieder
in Übung kam, wirkte E. mit großem Erfolg neben
Ainmüller, Wilh. Röckel u. a. an der königl. Glas-
malereianstalt, der er von 1829 bis zur Auflösung
des Instituts 1851 diente. Zu seinen bedeutendsten
Leistungen zählen die Arbeiten für den Tom zu
Konstanz, das Münster in Basel, Offenburg, Burg-
dorf, Lahr, die Stiftskirche von Baden-Baden.
E. starb 14. Okt. 1876 in München.
Eggert, Georg Peter Hermann, Baumeister,
geb. 3. Jan. 1844 zu Burg bei Magdeburg, studierte
an der Bauakademie Zu Berlin und unter Strack
und erregte bei den betreffenden Wettbewerbungen
Aufsehen durch seine vortrefflichen Entwürfe zum
Berliner Dom (1868) und zum Nationaldenkmal
auf dem Niederwald (1873), welche je einen Preis
erhielten. Für den Arndtturm auf dem Rugard
(1872), das Kriegerdenkmal zu Magdeburg (1873)
^ u. a. schuf er mit Preisen ausgezeichnete Entwürfe.
! 1873 bereiste er im Auftrag der Berliner Mufeen
^ Pamphylien und Pistdien, entwarf feit 1875 die
> Bauten für die Kaifer-Wilhelms-Universität zu
^ Straßburg, von welcken er mehrere selbst aussührte.
! Nach Berlin zurückgekehrt, leitete er das "Central-