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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Einfach Chloreisen – Einfuhr

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Einfach'

fachen entsteht aus dem Bedürfnis, gegenüber der unbegrenzten Teilbarkeit des Raums die Bestimmtheit des Realen im Raume festzuhalten. Die Realität droht sich ganz zu verflüchtigen, wenn auch für sie die Teilbarkeit ins Unendliche gelten soll. Dieser Forderung zu genügen erdachte Demokrit das Atom (s. d.); noch entschiedener liegt sie dem Leibnizschen Begriff der Monade (s. d.) zu Grunde. Nach Kant giebt es kein schlechthin Einfaches in den Erscheinungen, noch ist es etwa als Ding an sich jenseit der Erfahrung zu erreichen, weder in den Teilen der Materie noch etwa in einem letzten Subjekt des Bewußtseins (Seele). Das Einfache wird damit zur bloßen Idee (s. d.). In relativer Bedeutung ist dagegen das Einfache zulässig und häufig gebraucht. So heißen einfache Vorstellungen, einfache Begriffe solche, in denen keine weitere Zerlegung vorgestellt oder gedacht wird; die Empfindungen werden als einfache oder als Elemente des Bewußtseinsinhalts angesehen, sofern sie für unser Bewußtsein nicht weiter zerlegbar sind.

Einfach Chloreisen, s. Eisenchlorür.

Einfache Stoffe (chem.), s. Chemische Elemente.

Einfache strategische Umgehung, s. Strategische Umgehung.

Einfach Schwefeleisen, s. Eisensulfide.

Einfahren, im Bergwesen soviel wie sich in die Grube begeben; in der Jägersprache spricht man von E. beim niedern Wild, das in die Netze springt oder zu Bau kriecht. Einfahrt ist der Zugang des Dachs-, Fuchs- und Kaninchenbaues.

Einfahrer, früherer Titel für einen Bergbeamten, welcher die Aufgabe hatte, Unterbeamte und Arbeiter in der Grube zu jeder Tages- und Nachtzeit zu überwachen. Mitunter wurde auch der Titel «Obereinfahrer» verliehen.

Einfallen, in der Jägersprache das Einspringen des Hochwildes in Netze und Wildgärten und Niederlassen des Federwildes.

Einfallslot, Einfallswinkel, s. Brechung und Reflexion (der Lichtstrahlen).

Einfassung, gärtnerisch soviel wie Einfriedigung (s. d.).

Einfischthal, s. Anniviers (Val d’).

Einfrieden oder Einfriedigen (vom althochdeutschen fridôn, «schützen», «schirmen»), der Sicherung halber einschließen, umgeben, umzäunen, einhegen (s. Einfriedigung).

Einfriedigung, die Einfassung von Feldern, insbesondere aber von Gärten u.s.w. durch Mauern, Stakete, Zäune, Hecken u. dgl. Als die billigste E. ist die Hecke oder der lebendige Zaun zu betrachten. Sie muß vom Boden bis zu der angenommenen Höhe eine gleichmäßig dichte Wand darstellen und darf keine zu große Breite erhalten, damit Luft und Licht die Entwicklung der zum Schluß der E. erforderlichen Zweige begünstigen. Unter denjenigen Gehölzen, welche für die Herstellung einer solchen E. allen andern vorzuziehen sind, steht der Weißdorn (Crataegus oxyacantha L.) wegen seiner Dauerhaftigkeit, kräftigen Bewehrung, glänzend grünen Belaubung und hübschen Blüte obenan, unter der Voraussetzung, daß die hierzu nötigen Pflanzen nicht etwa in der Wildnis gesammelt, sondern mit Sorgfalt aus Samen gezogen, mehrmals unter Einstutzung der Wurzeln in nahrhaften Boden verpflanzt werden. In Bezug auf das Technische der Pflanzung ist zu bemerken, daß die knochenharten Samen nach dem Einsammeln in Sand eingeschichtet und so ein Jahr lang ↔ aufbewahrt und erst dann, wenn die Hülle hinreichend mürbe geworden, gesät werden müssen, und daß es notwendig ist, den neu angelegten Zaun anfangs reichlich zu bewässern und stets durch den Schnitt in Ordnung, auch von Ungeziefer, hauptsächlich von den Raupennestern des Goldafters oder Weißdornspinners (Liparis chrysorrhoea L.) rein zu halten. Die Verdichtung der E. gelingt besonders dann auf das vollständigste, wenn man überall, wo es angeht, sich kreuzende oder absichtlich in diese Lage gebrachte Zweige mit Draht eng zusammenschnürt und dadurch ihre Verwachsung herbeiführt. Um eine solche E. zu verschönern, kann man in geeigneten Abständen einige Pflanzen zu einem kleinen Stamm auswachsen lassen, den man durch Okulation mit dem prächtigen gefüllten Rotdorn besetzt. Andere gleichfalls zu empfehlende Heckensträucher sind: Weißbuche (Carpinus Betulus L.), Kornelkirsche (Cornus mas L.), Rainweide (Ligustrum vulgare L.), Lebensbaum (Thuja occidentalis L.), Fichte (Picea excelsis Lk.), Eibenbaum (Taxus baccata L.). E. zur Begrenzung oder Einteilung von Blumenstücken benutzt, heißen Zierhecken und werden meist aus schönblühenden Sträuchern gebildet, wie Dentzia gracilis S. et Z., Cydonia japonica Pers., Rosa pimpinellifolia L.; ferner aus immergrünen Sträuchern, wie Mahonia Aquifolium Nutt., Buxus sempervirens L. und arborescens Hort. Die laubabwerfenden E. sind zweimal im Jahre, nach Beendigung des ersten Triebes oder nach der Blüte und im Winter, die immergrünen E. dagegen nur einmal nach erfolgter Reife der Triebe zu schneiden.

An Stelle der lebenden E. verwendet man jedoch auch vielfach solche aus Stein, Holz oder Eisen. Die einfachste Art sind die Schlächterwerke; diese bestehen aus Holzpfosten von 8–10 cm Stärke, die in Abständen von 2–3 m gesetzt und gegen welche 2 oder 3 horizontale Latten genagelt sind; besser schon die Drahtzäune, wo an Stelle der Latten 3–5 mm starker Draht gezogen wird, die Netzzäune, bei denen zwischen die enger zu stellenden Pfosten Drahtnetze gespannt werden. Die Staketzäune, welche in verschiedener Stärke aus Latten gebildet werden, die Bretterzäune (Planken), in welchen Bretter an Stelle der Latten treten und somit der Einblick in den eingefriedeten Raum verhindert wird. Bei der starken Angriffsfläche, welche die Planken dem Winde bieten, sind hier die Pfosten stärker (15:20 cm und mehr) zu bilden. E. aus Ziegelsteinen müssen alle 3–4 m einen kräftigen, zwei Steine starken Pfeiler haben, während die Zwischenmauer einen halben Stein stark oder gar auch noch bei dieser Stärke durchbrochen angelegt werden. Gleich teuer sind E. mit Steinpfosten und gußeisernen Gitterwerken. Die kunstreichste und kostbarste E. sind aber reich ausgestattete schmiedeeiserne Gitterwerke (s. Kunstschmiedearbeiten), wie diese im 17. und 18. Jahrh. geschaffen wurden und auch jetzt wieder in Aufnahme gekommen sind.

Einfruchtig heißen alle diejenigen Pflanzen, die nur einmal Früchte tragen, die also nach der Fruchtbildung absterben.

Einfuhr oder Import, die durch den auswärtigen Handel vermittelte Versorgung des Inlandes mit ausländischen Waren, namentlich solchen, die das Land selbst entweder gar nicht oder nur mit größern Kosten produzieren kann. Die E. bildet das Gegenstück zur Ausfuhr (s. d.) und ist auf die

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 791.