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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Eisernes Geschlecht - Eisfeld
fast in ganz Teutschland eingeführt. Er besteht aus
einer festen Eisenplattenwand oder aus einer eiser-
nen Rolljalousie. Besonders ratsam ist die Ver-
wendung von gewelltem Blech, das schneller Er-
hitzung den meisten Widerstand entgegensetzt. Die
Bewegung des E. V. muß von einem dem Feuer
möglichst wenig ausgesetzten Raum zu leiten sein
und geschieht durch Menfchcnkraft oder durch Ge-
wichte und Wasserdruck. Wenn er seinen Zweck
völlig erfüllen soll, muß die Wand zwischen Bühne
und Zuschauerraum, in der sich die Bühnenöffnung
befindet, aus solidem Maucrwerk bestehen, und es
muß in dem E. V. eine nach beiden Seiten zu öffnende
Thür angebracht sein, um Verspäteten oder dem
Löschpersonal den Durchgang zu ermöglichen. Weni-
ger empfehlenswert als der E. V. ist die aus einem
starken Eisendrahtgeflecht von 2 bis 4 om Maschen-
weite bestehende Drahtkurt ine, da sie weder
dem Publikum das ausregende Schauspiel des
Brandes verdeckt, noch den Rauchdurchzug hindert.
DerE.V. wird bereits 1782 bei einemLyonerTheater
erwähnt, wurde 1794 im Drury-Lane-Theater zu
London, später an vielen andern Bühnen eingeführt.
Eisernes Geschlecht, s. Zeitalter.
Eisernes Inventarium, Eisernes Kapital,
s. Eisern.
Eisernes Kreuz, prcuh. Kriegsauszeichnung,
10. März 1813 vom Könige Friedrich Wilhelm 111.
gestiftet für Offiziere und Mannschaften, die sich im
Befreiungskrieg hervorgethan hatten. Es besteht
aus einem mit Silber eingefaßten gußeisernen Kreuz
und wurde in zwei Klassen und einem Großkreuz
verliehen. Bei Ausbruch des Deutsch-Französischen
Krieges wurde das E. K. 19. Juli 1870 für die
Dauer dieses Feldzuges erneuert. Die Kreuze von
1813 bis 1815 tragen den gekrönten Namenszug
5. ^.V. über der Jahreszahl 1813, die von 1870 bis
1871 den gekrönten Namenszug ^V. über der Jah-
reszahl 1870. Die zweite Klasse wird im Knopfloch
getragen, und zwar, wenn im unmittelbaren Kampfe
erworben, an einem schwarzen Bande mit weißer
Einfassung, wenn von nichtkämpfenden Personen
(Ärzten, Geistlichen u. s. w.) erworben, an einem
weißen Bande mit schwarzer Einfassung. Die erste
Klasse wird ohne Band an der linken Brust und
event, gleichzeitig mit der zweiten, das Großkreuz
in doppelter Größe wie das Kreuz der andern
Klassen mit gleichem Band wie die zweite Klasse
um den Hals getragen. Für den Generalfeld-
marschall Fürsten Blücher wurde 26. Juli 1815 ein
besonderes Ordenszeichen in Form eines goldenen
Sterns, auf welchem das E. K. ruht, gestiftet, nach
seinem Tode aber nie wieder verliehen. Bei den am
Tage des Einzugs der Truppen in Berlin 16. Juni
1871 erfolgten Adclsverlcihungen und Standes-
erhebungen für Auszeichnung im Kriege gelangte
die Inhabcrschast des E. K. dadurch zur äußern
Geltung, daß dasselbe den Inhabern (die häusig
gebrauchte Bezeichnung "Ritter des E. K." ist falsch)
der ersten Klasse in einem silbernen Schildeshaupte,
denen der zweiten Klasse auf dem Hclmschmucke ihres
Wappens verliehen wurde. Über Ehrenzulagen für
Inhaber des E. K. s. Ehrenzulagen. (S. Tafel:
Die wichtigsten Orden I, Fig. 27.) - Vgl.
V. Schneider, Das Buch vom E. K. (Berl. 1872);
von Troschke, Das E.K. (ebd. 1871', 4. Aufl. 1874).
Eisernes Thor, türk. Demir-I^pu. - 1) Viel-
besuchter Berg (831 m), auch Hoher Lindkogel ge-
nannt, bei Baden in Niederösterreich, am Abfalle
des Wiener Waldes gegen die Wiener Ebene, mit
Aussichtsturm, der einen herrlichen Blick auf die
Alpen, die Ungarische und Wiener Ebene bietet. -
2) Paß an der Südwestecke Siebenbürgens, 656 m
hoch, verbindet das Thal der Vistra, welche dem
Temes zufließt, mit dem Hatszeger Thale, trennt
die Pojana-Nusta von den Hochkarpaten und war
ehemals durch ein E. T. geschlossen. Er hieß bei
den Alten ?ou8 ^u^iäti, im Mittelalter ?m'ta
Vac7.il oder Vasay, und ist durch öftere Ein-
brüche der Türken in Siebenbürgen bekannt, die
hier 1442, 80000 Mann stark, von 18000 Ungarn
unter Hunyadi, damals Wojwoden von Sieben-
bürgen, geschlagen wurden, 1659 aber über Georg
Nakoczy und 27. Sept. 1695 über die Kaiserlichen
Siege davontrugen. 11 km westlich, beim Dorfe
Värhely oder Gradistye (d. i. Burgflecken), liegen
die Ruinen von Sarmizegethusa oder Ill^ia.
^i^ana. - 3) Paß des Balkan (1097 m), auf der
Straße von Adrianopel nach Rustschuk, zwischen
Slivno und Tirnova. Es ist der byzant. Paß Si-
deras oder Siderocastrum (Eisenschloß) beider
Stadt Stilbnum, oft genannt in den Kriegen gegen
die Bulgaren. - 4) Küstenpaß zwischen dem Oftende
des Kaukasus und dem Kaspischen Meere, bei der
Stadt Derbent, ehemals die Albanische Pforte
genannt. - 5) Stromenge (2340 m lang) im
Donauthal zwischen Orsova und Turn-Severin,
kurz ehe die Donau aus ihrem großen Durchbruchs-
thal zwischen dem Banater und dem Serbischen
Gebirge in die walach. Tiefebene hinaustritt. Das
Flußbett durchziehen hier zusammenhängende Fel-
senmassen, welche in der obern Strompartie einen
ziemlich ebenen, 380 in langen Rücken bilden, ab-
wärts aber in der linken Stromhälfte sich in zabl-
reichcn kleinern Nissen erheben, dann als eine breite
Felsbank den ganzen Strom fast bis zum rechten
Ufer durchqueren. Bei hohem Wasserstande ist dio
Strecke für Dampfer ohne Anstand passierbar, bei
niedrigem Wasser bleibt nur eine schmale klippen-
reiche Strecke zur Durchfahrt übrig. 1890 wurde
die Regulierung des E. T. durch die ungar. Regie-
rung begonnen. (S. Donau, S. 417d.) Oberhalb
dieses Strompasses, und zwar noch oberhalb Orsova
in dem landschaftlich großartigen Kasanpasse sind
Spuren der Trajansbrücke, weshalb er auch ?0itH
'IrgMiik heißt. - 6) Paß in Algerien (s. Biban).
Eisernes Vieh, s. Eisern.
Eisernes Zeitalter, s. Zeitalter.
Gisern-Vieh-Vertrag, s. Eisern.
Eisessig, s. Essigsäure.
Eisfeld, Stadt im Kreis Hildburghausen des
.Herzogtums Sachsen-Meiningen, 15 km östlich von
Hildburghansen, in 438 ni Höhe, am Ursprung der
Wcrra, an der Linie Eisenach - Lichtenfels und
an der Nebenbahn E.-Unterneubrunn (18 km) der
Werrabahn, bat (1890) 3619 evang. E., Post zwei-
ter Klasse, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht
Meiningen), evang. Pfarrkirche (1488), Schloß mit
Turm (8. Jahrh.), schönes Siegesdenkmal und Denk-
mal des hier geborenen Dichters Otto Ludwig, Spar-
und Vorschuhverein; chem. Versuchsstation und
Fabrik, Woll- und Baumwollweberei, Fabrikation
von Möbeln, Schuhwerk, Farben, Flanell und Tuch,
Holzjalousien und Spielwaren, Dampfsägewcvk,
Gerberei und Bierbrauerei. NordnordweMch de'l
Krock an der Weißa Steinkohlengruben. - Schon
800 kam E. an das Stift Fulda, 1037 an die Grasen
von Henneberg, 1583 an die Erncstinifche, 1640 an