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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Eis-Fjord - Eiskeller
die altenburgische Linie und 1680 an Sachscn-
Meiningen.
Eis-Fjord, Meerbusen an der Westküste West-
Spitzbergens, gliedert sich im östl. Teile in zwei
Ausläufer, zwischen denen Kap Thordsen liegt;
auf diesem Kap war 1882-83 eine schwed. Beobach-
tungsstation der internationalen Polarforschung.
Eisfuchs, s. Fuchs.
Eisglas, das mit Or^iueleo (s. d.) verzierte
Glas. Eine andere Form von E. erhält man, in-
dem konzentrierte Lösungen von Zinkvitriol, die
mit Dextrin versetzt sind, auf Tafelglas gestrichen
werden. Beim langsamen Verdunsten der Flüssig-
keit krystallisiert das Salz, wobei die Scheiben das
Ansehen von gefrorenen Fensterscheiben erhalten.
, Eisgnff, s. Hufeisen.
Eisgrub, Markt in der österr. Vezirkshaupt-
mannschast und dem Gcrichtsbezirk Nikolsburg in
Mähren, hat (1890) 2280 meist deutsche E., darunter
161 Isracliten, Post, Telegraph, ein im Winosor-
stil erneuertes Schloß des Fürsten Liechtenstein mit
riesigem Park, Seen, Lustbauten und andern Kunst-
bauten. In diesem Gebiet wurden früher berühmte
Jagden abgehalten. Der Park ist eine Schöpfung
des Feldmarschalls Johann Fürsten von Liechten-
stein, der türk. Turm (62 m) sowie die andern Ge-
bäude im Park des Architekten Hardtmuth.
Eishäuser, Eishütten, s. Eiskeller.
Eishobel, Instrument zur Ebnung einer auf
einem Fluß oder einem See entstandenen Eisdecke,
die behufs Eisgewinnung mittels des Eispfluges
(s. d.) zerschnitten werden soll. Der E. besteht aus
einem an einem fahrbaren Gestell befestigten, zur
Fahrtrichtung schief gestellten hobelartigen Eisen.
Eishöhlen, Höhlen, die das ganze Jahr hin-
durch Eis enthalten, teilweise in Form von Stalag-
miten und Stalaktiten, über die Ursache der Eis-
bildung wurden verschiedene Theorien aufgestellt.
Ganz unrichtig ist, daß diese Höhlen nur im
Sommer kalt, im Winter aber warm seien. Viel-
mehr ist die Eisbildung im Winter als sicher anzu-
nehmen. Verschiedene günstige Umstände bewirken,
daß im Sommer nicht alles Wintereis schmilzt.
Da der gewöhnlich nach N. oder NO. gerichtete Ein-
gang stets höher liegt als die Höhle, lagern sich die
kalten Luftströmungen am Boden und halten sich
bier auch, weil die E. nach unten gegen die warme
Luft des Erdinncrn ziemlich geschützt sind. Nach
Terlanday (in Petermanns "Mitteilungen" 1893,
Heft 12) sind die E. durch Spalten mit der Erdober-
fläche verbundene Sackhöhlen. Das Schmclzwasser
der im Winter zugefrorenen Spalten bildet im
Sonnner in den Höhlen Eis. Die mittlere Jahres-
temperatur in den E. ist etwa 1° 0. Solcke E. sind
die Kolowrathöhle am Untersberg bei Salzburg,
die ^keresorahöhle im Vihargebirge, die Eishöhle
bei Dobschau, beide in Ungarn u. a. m.
Giskalorimeter, s. Kalorimeter.
Eiskap, Vorgebirge an der wcstl. Nordküstc des
amcrik. Territoriums Alaska, etwa unter 70"
nördl. Br. - Ein anderes E. (Großes E.) be-
findet sich westlich vom Kap Mauritius an der Nord-
spitze von Nowaja-Eemlja.
Eiskapelle, Gletscher, s. Königssee.
Giskarton, soviel wie Eispapicr (s. d.).
Eiskeller, Eisräume, Eishäuscr, Eis-
bütten, die zur Aufspeicherung von Eis dienenden
Mumo. Sie sind häufig während des Sommers
mit Räumen verbunden, deren Temperatur dauernd
möglichst niedrig zu halten ist, um darin Lebens-
mittel, Fleisch u. s. w. oder Viervorräte bewahren
zu können. Man unterscheidet zwischen unter-
irdischen und oberirdischen E. Die erstern
finden vielfach Verwendung in der Bierbrauerei,
um die Keller, in welchen das Vier während der
Nachgärung bis zum Augenblick des Versandes
aufbewahrt wird, so kalt zu erhalten, wie es für
diesen Zweck nötig ist. Die Temperatur in diesen
Kellern soll niemals über 6°0. steigen. Da aber
im mittlern Deutschland die durchschnittliche Jahres-
wärme sund diese ist identisch mit der Kellertempera-
tur) zwischen 8 und 10" (^. liegt, so muß die Luft
im Lagcrkeller auf künstliche Weise abgekühlt wer-
den. Hierzu wie zum Kühlen der Würze ist ein Eis-
quantum erforderlich, welches im Durchschnitt der
jährlichen Vierproduktion gleichkommt, also für je-
des Hektoliter gebrautes Vier muß im Winter ein
Eisvorrat von 100 KZ beschafft und im E. unterge-
bracht werden. Zu diesem Behufe sind an den Lager-
kellern an der Stirnseite Eisräume angebaut, deren
Sohle in gleicher Höhe wie die Kellersohle liegt uno
deren Höhe bis zur Erdoberfläche reicht. Hier sind
sie abgewölbt und mit einer zum Einfüllen des Eises
dienenden Öffnung versehen, die nach erfolgter Fül-
lung gut vermauert wird. Die Sohle ist aus un-
durchläfsigem Material hergestellt und nach einer
^eite geneigt, an deren tiefster Stelle sich eine ge-
mauerte Grube befindet, in der sich das Schmelz-
Wasser sammelt und aus der es durch eine Pumpe
entfernt wird. Vom Lagerkellcr ist der Eisraum
durch eine leichte, durchbrochene Wand getrennt,
durch deren Öffnungen die wärmere Luft des Kel-
lers an das Eis herantritt und hier abgekühlt wie-
der in den Keller zurückfließt. Wesentlich zur Er-
sparung des Eises trägt es bei, wenn man im Win-
ter bei strenger Kälte eine Ventilation des dann
leeren Eisraumes und des Kellers vornimmt, um
die darin vorhandene wärmere Luft fortzuschaffen
und die Wandungen fo weit abzukühlen, wie es
möglich ist. Selbstverständlich sind die Ventilations-
vorrichtungen bei geringer werdender Kälte sofort
abzufperren und während der wärmern Jahreszeit
sorgfältigst verschlossen zu halten. Liegen die Eis-
räume außerhalb der übrigen Gebäulichkeiten, so ist
ihr Gewölbe mit einer Erdschicht von 1 in Stärke
zu bedecken und ein weiterer Schutz vor den Son-
nenstrahlen durch eine Überdachung anzubringen.
Statt die Eisräume in die Erde zu versenken,
verwahrt man jetzt vielfach das Eis in oberirdischen
Räumen, in Eis bäusern auf, bei deren Konstruk-
tion für die Abhaltung der äußern Lnftwärme durch
Isolierschichten zu sorgen ist. Zu diesem Vehufe
werden die Eishäuser doppelwandig, entweder mai'-
siv oder aus Fachwerk erbaut, mit einem Zwiscken-
raum von etwa 1 m zwischen beiden Wänden. Um
Luftströmungen hier zu verhüten, wird der Naum
zwischen den Wanden mit schlechten Wärmeleitern,
Torfabfällen, Asche u. dgl., gefüllt. Die Sohle des
Eishauses wird, wenn der Boden nicht so porös ist,
daß man das Echmelzwasscr versickern lassen kann,
von allen vier Seiten nach der Mitte zu geneigt
gemacht, um das Wasser in einen Kanal ableiten
zu können. Das dazu dienende Ableitungsrohr iü
mit einem Wasserverschluft versehen, der den Ein-
tritt der Luft verhindert. Nach oben ist die Decks
überwölbt und überdacht und der zwischen dem Ge-
wölbe und dem Tack, zweckmäßig Strohdach, ver-
bleibende Raum mit schlechten Wärmeleitern gefüllt.