Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

960

Eiterauge - Eizelle

standenen Eiterungen und für deren gehörige Desinfektion durch fäulniswidrige Verbandmittel zu sorgen ist. (S. Absceß, Entzündung, Wunde.)

Eiterauge, s. Hypopyon.

Eiterbakterien, s. Eiter.

Eiterbeule, s. Absceß und Beule.

Eiterblase, s. Pustel.

Eiterbrust oder Empyem, s. Brustfellentzündung.

Eiterfeld, Flecken im Kreis Hünfeld des preuß. Reg.-Bez. Cassel, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Hanau) und Wallfahrtsort, hat (1890) 598 E., Post, Fernsprechverbindung. Dabei auf einem Basaltfelsen das Schloß Fürsteneck.

Eiterfieber, s. Pyämie.

Eitergeschwulst, Eiterhöhle, s. Absceß.

Eiterharnen, s. Pyurie.

Eiterkokken, Eiterkörperchen, Eiterserum, s. Eiter.

Eiterstock, s. Furunkel.

Eiterung, s. Eiter.

Eitervergiftung, s. Pyämie.

Eiterzelle, s. Eiter.

Eitner, Robert, Musikschriftsteller, geb. 22. Okt. 1832 zu Breslau, ließ sich 1853 in Berlin nieder, wo er eine Musikschule gründete. Bekannt geworden ist E. dadurch, daß er 1869 eine "Gesellschaft für Musikforschung" ins Leben rief, die eine große Anzahl praktischer und theoretischer Musikwerke aus älterer Zeit veröffentlicht hat. Ihr Organ sind die "Monatshefte für Musikgeschichte" (Berlin, später Leipzig), die biogr.-bibliogr. Beiträge E.s, der die Zeitschrift zugleich redigiert, enthalten. Unentbehrlich für Musikgelehrte ist E.s "Verzeichnis neuer Ausgaben alter Musikwerke" (Berl. 1871) und "Bibliographie der Musiksammelwerke des 16. und 17. Jahrh." (ebd. 1877).

Eitorf, Dorf im Siegkreis des preuß. Reg.-Bez. Köln, an der Sieg, über welche hier eine eiserne Brücke führt, an der Linie Deutz-(Köln-)Gießen der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 1894 E., darunter 388 Evangelische, Post zweiter Klasse, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Bonn), Katasteramt, schöne Anlagen und Promenaden, eine evang. und eine kath. Kirche, eine Alizarinfabrik, Türkischrotfärberei, Kammgarnspinnerei und -Weberei; wird als Luftkurort viel besucht.

Eitri, Zwerg in der nordischen Mythologie, Bruder des Brokki (s. d.).

Eiweiß (Albumen), Bezeichnung für vier gänzlich verschiedene Begriffe. 1) Im gewöhnlichen Sprachgebrauch und in der Histologie ist E. das zartwandige, mit reichlichem Saft erfüllte Zellgewebe, worin im Ei der Vögel und Reptilien das Eigelb (s. d.) oder der Eidotter eingebettet ist. Der Inhalt dieses Zellgewebes besteht vorzugsweise aus wasserreichem Eieralbumin (s. Albumin); außerdem findet sich eine geringe Menge von verseiftem Fett, eine Zuckerart und von Salzen namentlich Kochsalz. 2) Der Botaniker nennt E. den außerhalb des Embryos liegenden, von der Samenschale umkleideten Teil der Samen, worin die der jungen Keimpflanze als erste Nahrung dienenden Reservestoffe aufgespeichert sind. 3) Chemisch ist E. einerseits gleichbedeutend mit Albumin (s. d.), dem Hauptbestandteil des Eier-Eiweißes; endlich ist E. 4) der Sammelname für eine große Klasse von Körpern, die auch als Eiweißstoffe oder Proteinstoffe (s. d.) bezeichnet werden. Im Blute finden sich mehrere Eiweißkörper, und zwar in den roten Blutkörperchen das Globulin, welches in Verbindung mit dem eisenhaltigen Hämatin den wichtigen Blutfarbstoff (s. d.) bildet, im Blutplasma das Serumalbumin (Blutalbumin), welches etwa 6 Proz. der gesamten Blutflüssigkeit ausmacht, und das Serumcaseïn oder Serumglobulin, welches im entleerten Blute mit einem andern, gleichfalls im Blut gelösten Eiweißkörper, dem sog. Fibrinogen, die Bildung des Blutfaserstoffs und damit die Gerinnung des Blutes verursacht. Das Blutalbumin findet in der Technik vielfache Anwendung und wird deshalb fabrikmäßig dargestellt. (S. Albumin.)

Eiweißharnen, Albuminurie, die Ausscheidung von gelöstem Eiweiß durch den Harn, ist nicht sowohl eine selbständige Krankheit als vielmehr das Symptom einer solchen. Der Harn des Menschen im gesunden Zustande enthält für gewöhnlich kein Eiweiß, d. h. das im Blute enthaltene Eiweiß wird in den Nieren, welche den Harn absondern, nicht mit ausgeschieden. Wohl aber kann dies geschehen, wenn entweder die Nieren erkranken und die krankhaft veränderten Wände der Nierenkanälchen und der feinsten Blutgefäßchen nun das Eiweiß des Blutes durchtreten lassen, oder wenn das Blut nicht ungestört aus den Nieren abfließen kann, deshalb anstaut und unter so hohen Druck kommt, daß das Eiweiß mit durch die Gefäßwände hindurchgepreßt wird, was sonst nur mit den normalen Harnbestandteilen geschieht. Das E. zeigt sich vorzugsweise bei der Brightschen Krankheit (s. d.), ferner bei den durch Herz- oder Lungenkrankheiten, Verengerungen oder Verschließungen der Nierenvenen u. s. w. herbeigeführten Blutstauungen in den Nieren. Bisweilen kommt Scharlach mit akuter Nierenentzündung und E. kompliziert vor. Auch bei Krankheiten der Harnwege (Harnröhre, Blase und Harnleiter) kann der Urin eiweißhaltig werden; man findet dann aber neben Eiweiß gleichzeitig noch Blut- oder Eiterkörperchen in demselben. Mitunter treten übrigens auch bei ganz gesunden Menschen nach anstrengender Muskelarbeit, reichlichen Mahlzeiten, Gemütsbewegungen, kalten Bädern u. dgl. vorübergehend geringe Mengen von Eiweiß im Harn auf. Man erkennt das E. daran, daß beim Kochen des schwach angesäuerten Harns ein flockiger weißer Niederschlag von geronnenem Eiweiß entsteht, der durch Zusatz von Salpetersäure sich nicht wieder auflöst. Bei längerer Dauer des E. wird das Blut allmählich eiweißärmer und also relativ wasserreicher. Je dünner aber das Blut wird, um so leichter geschieht der Austritt von Blutserum durch die Kapillarwände in die Gewebe, um so geringer wird der Rücktritt der Gewebsflüssigkeit in die Blutbahn, und es entsteht allgemeine Wassersucht (s. d.). - Vgl. Senator, Die Albuminurie in physiol. und klinischer Beziehung (2. Aufl., Berl. 1890).

Eiweißstoffe, s. Proteinstoffe und Albumin.

Eizahn, s. Schnabel (der Tiere).

Eizelle oder auch nur Ei, in der Botanik die weibliche Geschlechtszelle. Dieselbe ist entweder in einen Gewebkörper eingeschlossen, wie bei den Moosen, bei den Gefäßkryptogamen und den Phanerogamen, oder sie liegt in einer gewöhnlich kugelig ausgebildeten Zelle, wie bei den meisten Algen und Pilzen. Nach der Befruchtung, d. h. nach der direkten und indirekten Vereinigung des Eizelleninhalts mit dem Inhalt der männlichen Geschlechtszelle entwickelt sich ans der E. durch mehrfache Teilungen ein Embryo (s. d.) oder eine mit festerer Membran umgebene Spore. (S. Befruchtung.)