Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

969
Elam - Elana
20^ schwer werden und 600 - 800 Früchte ent-
halten. Diese haben eine faserige Hülle und im
Innern einen harten Kern, der rnit einem nach Veil-
chen dustenden Fleisch erfüllt ist. Sie liefern beim
Auspressen oder Auskochen den größten Teil des
in den Handel kommenden Palmöls, welches auch
als Palmbutter oderGalambutteroftbezeich-
net wird. Es ist besonders in neuerer Zeit ein wich-
tiger Handelsartikel geworden und wird in großen
Mengen nach Europa eingeführt oder hier erst aus
deneingeführten Palmkernen gewonnen. Dienach
dem Pressen zurückbleibende Masse, der sog. Palm-
tuchen, wird als gutes Viehfutter verwendet. Die
afrik. Ölpalme eignet sich auch vortrefflich zur Kultur
als Zierpflanze für Warmhäuser, wächst dort zwar
etwas langsam, was jedoch auch den Vorteil hat, daß
sie nicht, wie viele andere Palmen, leicht zu hoch wird.
Elam (grch. Elymais), der alte Name einer
Landschaft im O. des untern Tigris, die bis zum
Persifchen Meerbusen hinab sich erstreckte und die
ebenen Teile des heutigen Luristan und Chusistan
umfaßte. Doch bezeichnete E. zu verschiedenen Zeiten
und bei verschiedenen Völkern und Schriftstellern
bald einen politischen, bald einen geogr. Begriff
engern oder weitern Umfangs, und die mancherlei
Bezeichnungen, die dafür gebraucht wurden (z. B.
Kifsia, Susiana), weisen auf die Vielartigkeit der in
jenem Landstrich, namentlich in den Grenzgebirgen
zusammengedrängten Völkerschaften hin. Die Ely -
mäer (Elamiten) werden als ein ackerbautrei-
bendes, dabei aber sehr kriegerisches Volk geschildert
und waren berühmte Bogenschützen. Das Reich E.
behauptete, wie es scheint, seit uralter Zeit seine
Selbständigkeit selbst gegen die weit ausgedehnte
babylon. und assyr. Macht bis ins 7. Jahrh. v. Chr.
Nach der freilich sehr zweifelhaften biblischen Sage
(1 Mos. 14) machte ein König von E., Kedorlaomer
(---Kudur-Lagamar), in Verbindung mit mehrern
mesopotam. Konigen, zur Zeit Abrabams einen Feld-
zug gegen abgefallene Könige der Iordanniederung
zu^ deren Wicderunterwerfung. Erst 658 v. Chr.
eroberte der Assyrer Asurbanipal V. nach einer In-
schrift Susa und verleibte E. (assyr. Ilamti) seinem
Reiche ein. Aber schon vor Ende des Jahrhunderts
scheinen die Meder E. an sich gerissen zu haben, nach
deren Sturz es dem Persischen Reiche angehörte.
Nach dessen Zertrümmerung durch Alexander d. Gr.
ging die Landschaft an das Seleucidenreich über
und wurde fchließlich mit dem Partherreich vereinigt.
El-Amarna oder richtiger Tell el-Amarna,
Stadt in Oberägypten, halbwegs zwischen Mem-
phis und Theben, die von Amenophis IV., einem
König der 18. Dynastie, gegründet und an Stelle
Thebens zur Residenz erhoben worden war, nach
seinem Tode aber bald verfiel. E. ist die best-
crhaltene ägypt. Stadtruine und 1892 von Flin-
ders Petrie mit Erfolg eingehend untersucht wor-
den. Im Gebirge liegen die Gräber Ameno-
phis' IV. und seiner Großen, durch ihre Darstel-
lungen und Texte für die Geschichte von großer
Wichtigkeit. Außerdem ist der Ort berühmt ge-
worden durch den 1887 gemachten Thontafel-
fund von E., womit die Aufsindung einer Reihe
mit babylon. Keilschrift beschriebenen Thontafeln
bezeichnet wird, die teils Briefe an die Könige von
Ägypten, besonders an Amenophis III. und IV., von
befreundeten asiat. (kassitischen u. s. w.) Königen oder
von ylM^nevUchenund syr. Vasallen, teils mytho-
log. Texte enthalten. Sie geben Aufschluß über
die Wechselbeziehungen Ägyptens, Kleinasiens und
Mesopotamiens in früher vorchristl. Zeit (Ende des
15. Jahrh.) und bestätigen u. a. die Nachricht von
der Verbeiratung Amenophis' III. mit einer meso-
potam. Prinzessin. 160 der Tafeln befinden sich im
königl. Museum zu Berlin, 82 im Britischen Museum
zu London und 60 im Museum zu Giseh; 13 weitere
Stücke sind im Privatbesitz. Von besonderer Wich-
tigkeit ist, daß eine der Tafeln zu Gifeh wahrschein-
lich in der Sprache der Hethiter abgefaßt ist, eine
andere in Berlin befindliche in der Sprache des
westasiat. Landes Mitanni; die Entzifferung der
letztern Sprache ist von verschiedenen Seiten er-
folgreich angebahnt. Auch haben sich mehrere
Stücke des Fundes als von dem Statthalter von
Jerusalem (Urusalim) herrührend erwiesen. - Aus
der umfangreichen Litteratur über den Fund von E.
ist hervorzuheben: Winckler, Verzeichnis der aus dem
Funde von E. herrührenden Thontafeln (in der "Zeit-
schrift für ägypt. Sprache", 1889, Heft 1); ders., Der
Thontafelfund von E. (Edition der Tafeln zu Berlin;
in den "Mitteilungen aus den orient. Sammlungen
der königl. Museen zu Berlin", 3 Hefte, Verl. 1889-
90); Budge, 0n tlie (wueilorm ^Ndi6t8 trom leil
ßi'^mHi'na (in den "?r0C66äiiiF8" der Zociet^ ok
LidlicÄi ^rckZLoloFx, 1888, Juni); Zimmern, Die
Keilschriftbriefe aus Jerusalem (in der "Zeitschrift
für Assyriologie", 1891, Heft 3): 1b6 ^611 61-
^mai-iiN Edikts iu tQ6 Nritisli Nu86um (Edition
der Tafeln zu London von Vezold und Vudge, Lond.
1892)-, Bezold, OrisutHi vipiomae^ dsiuF tiis
ti'an8lit6iat6ä tsxt ol tiis Ounkiforin Di8MteIi63
.....äi8cov6i-6ä at ^sii ei^mai-ua (ebd. 1893).
Plannten, f. Elam.
^1a.n (frz., fpr. eläng), Anlauf, Satz, Schwung,
besonders in übertragener Bedeutung: Aufschwung,
Feuer^ Begeisterung.
Elana, Alana oder A'ila bei Griechen und
Römern, Elath und Eloth im Alten Testament,
Name einer alten idumäischen Hasenstadt am Süd-
ende des Wadi el-Arabah (s. Edomiter) und am
Nordende der östl. Bucht des Roten Meers, welche
eben daher Alanitischer Meerbusen hieß (jetzt
Golf von Akabah, s. d.). Durch seine Lage war E. recht
eigentlich die Pforte Arabiens; hier vereinigte sich
die von Norden kommende syrische und die nord-
westlich vom palästinensischen Gestade und Vinnen-
lande herabführende kanaanit. Straße mit der west-
östlich quer durch die Wüste laufenden ägyptischen,
um von hier aus längs des Ostufers des Meer-
bufens ins Innere Arabiens oder zu der hier be-
ginnenden Wasserstraße zu führen. E. war daher
ein wichtiger, viel umstrittener Handelsplatz. Die
Israeliten zogen unter Moses an E. auf ihrem Zuge
gegen Kanaan vorbei. Durch David kam der Ort
nüt dem Lande der Edomiter ans israel. Reich, und
Ealomo sandte von hier aus Handelsschiffe ins
Land Ophir. König Ioram verlor E. mit ganz
Edom, Ilsia gewann es auf kurze Zeit wieder. Nach-
dem E. an die Römer gekommen war, die die zehnte
Legion dahin legten, wurde die Stadt zu ?ala68ting.
t6i'tia gerechnet, ward Sitz eines christl. Bischofs
und trieb immer noch einen schwunghaften Handel
mit Indien. Seit jedoch Mohammed (630) nördlich
bis Tebuk siegreich vorgedrungen war und die
Christengemeinden des Peträifchen Arabien sich von
ihm den Frieden durch Tributzahlungen hatten er-
kaufen müssen, erlahmte der Handel; um 1100 er-
scheint E. nur noch als unbedeutende Stadt und