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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Eluru - Elwend
ihren Elefanten umgeben. Am Nord- und Südende
des Hofes je ein gigantischer Elefant; der im Süden
stehende ist leider arg verstümmelt. Die Länge des
Tempels beträgt 42 m, das Innere ist 75 in lang
und 45 in breit, die Höhe beträgt stellenweise 30 in;
von den Malereien sind noch Spnren erhalten.
Kolossale steinerne Elefanten, Löwen, Greife in allen
Stellungen umgeben den Tempel. Oben hat der-
selbe eine Halle mit 16 Säulen und vielen Wand-
pfeilern, alle mit Vildhauerwerk verziert; an den
Seiten gewölbte Tbore, und vor dem Hauptportal
doppelte Baldachinballen. Obwohl demSäüwa ge-
weiht, ist er doch überall auch mit den Gestalten
Wischnus und aller Gottheiten des Pantheons der
Puranas geschmückt. Dieser Tempel soll ebenso wie
die übrigen im 8. Jahrh, durch den Radscha Edn
von Ilitschpur, welcher E. gründete, erbaut sein
zum Danke seiner Heilung durch das Wasser einer
nahenQuelle. - E. wurde 1818vomHolkar den Eng-
ländern überlassen, die es im Vertrage von Hai-
darabad 1822 an den Nisam abtraten. - Vgl. Fer-
gusson, Hi8t0i^ ok lnäiNii llncl Na8t6i'n ^rcditsc-
wi-6 (Lond. 1876); Fergusson und Burgeß, 1^6
0av6 I6INP168 ot Inäia (ebd. 1880).
Gluru (d.h. Regierungsstadt), engl. Ellore,
Stadt im Godawaridistrikt in der indobrit. Präsi-
dentschaft Madras, hat (1891) 29382 E., dar-
unter 24898 Hindu, 4047 Mohammedaner und
437 Christen. E. ist Sitz engl. und kath. Missionare.
Glusion (lat.), Ausweichung; Vereitelung; Um-
gehung; Ausflucht; eluslv, ausweichend, ver-
eitelnd; elusörisch, täuschend, vergeblich.
Elutionsverfahreu, s. Melassenentzuckerung.
Glutriation (lat.), Auswaschung, Abschwem-
mung erdiger Teile, Abklärung.
Gluvmm(neulat.) oder eluviale Bildungen,
diejenigen Reste der oberflächlichen Teile der Erd-
rinde, die nach Zersetzung und Auslaugung der-
selben übriggeblieben sind, ohne dabei von Ort und
Stelle weggeschwemmt zu sein.
Glv (norweg.; schwed. Elf), Fluß.
Elvas (spr. -wasch), Stadt im Distrikt Porta-
legre der portug. Provinz Alemtejo und stärkste
Festung Portugals, 9 km von der span. Grenze,
20 km westlich von Vadajoz, auf einem Hügel,
an einem Zufluß des Caia (rechter Nebenfluß des
Guadiana) und an der Linie Lissabon-Entroca-
miento-Vadazoz der^oin^aFuieNo^aiL 668 c1i6inill3
ä6 ssl poi'tnFHig, eng und winklig gebaut, ist
Festung und Sitz eines Bischofs, hat (1878) 10 471E.,
4 Pfarrkirchen, darunter eine Kathedrale, 7 Klöster,
ein Theater, ein Armenhaus, ein Spital und eine
weithin sichtbare altröm. Wasserleitung (6 km), 08
arc08 äe ^uiormro genannt, welche zum Teil auf
vier übereinander gestellten Bogenreihen ruht. Die
Bewohner trieben früher einträglichen Schmuggel-
Handel nach Spanien, insbesondere mit engl. Fa-
brikaten. Die Umgebung liefert Ol und Wein,
Obst und Gemüse und hat die reickstcn Eisenlager
Portugals. Außer sieben großen, mit vielen Außen-
werken versehenen Bastionen wird die Stadt durch
die beiden, die Umgebung beherrschenden Forts Sta.
Luzia (366 m) und Forte da Graca oder de Lippe
(388 m) verteidigt. Das letztere', 1764 von dem
Grafen Ernst von Lippe-Schaumburg angelegt,
gilt für uneinnehmbar. - E., das alte ^1p68a der
Römer, hieß bei den Mauren V alesch, wurde 1166
von Leon, 1226 von den Portugiesen erobert und
erscheint damals unter dem span. Namen Melves.
Das Schloß wurde von den Mauren gebaut und
1658 und 1711 vergebens von den Spaniern be-
lagert. Der engl. Marschall Veresford (s. d.) hatte
den Titel eines Herzogs von E.
Glvenich, PeterIoseph, Philosoph, geb. 29. Jan.
1796 zu Embken (Neg.-Bez. Aachen), studierte Theo-
logie und Philosophie in Münster, von wo er 1820
seinem Lehrer Hermes nach Bonn folgte, wurde 1821
Gymnasiallehrer in Koblenz, 1823 Privatdocent
und 1826 außerord. Professor in Bonn, 1829 ord.
Professor der Philosophie in Vreslau, wo er seit
1840 auch königl. Bibliothekar war und 16. Juni
1886 starb. Als nach dem Tode Hermes' (s.d.) der
Kampf gegen dessen System und seine Anhänger
begann, trat E.. der schon durch seine "Moralphilo-
sophie" (2 Bde., Bonn 1830-32) als Hermesianer
bekannt war, mutig für seinen Lehrer ein. Er ver-
öffentlichte die "^cta H6rm68ia,n9," (Gott. 1836),
um nachzuweisen, daß dem päpstl. Verdammungs-
breve eine unrichtige Darstellung des Hermesianis-
mus zu Grnnde liege, und reiste 1837 mit Joh.
Wilh. Ios. Braun (s. d.) nach Rom, um für eine
Revision des Urteils zu wirken, aber ohne Erfolg.
In Rom verfaßten beide die "NeiLtkniata. tkeo-
lossica" (Hannov. 1838), eine zusammenhängende
Darstellung des Systems Hermes', für die ihnen in
Rom die Druckerlaubnis verweigert wurde; den
Bericht über die Verhandlungen gaben sie in den
"^cta HoinanN" (Hannov. 1838). Für den Herme-
sianismus schrieb E. noch: "Verteidigungsschrift
mit aktenmäsiiger Darstellung der in der Herme-
sischen Sache in Rom gepflogenen Verhandlungen"
(2 Hefte, Bresl. 1839), "Aktenstücke zur geheimen
Geschichte des Hermesianismus" (ebd. 1845), "Der
Hermesianismus und Joh. Perrone, sein röm. Geg-
ner" (ebd. 1844), "Pins IX., die Hermesianer und
der Erzbischofvon Geissel" (2. Aufl., ebd. 1848). Die
Streitigkeiten in der kath. Kirche der sechziger Jahre
betreffen: "Drei gegen Einen. Von Sincerus Paci-
ficus" (Vresl. 1862; in der Reinkensschen Ange-
legenheit) und "Beiträge aus der Provinz zur Beur-
teilung der Baltzerschen Angelegenheit" (ebd. 1864;
unter dem Namen "Michael l^chlichting"). Nach dem
Vatikanischen Konzil vertrat er den Standpunkt der
Altkatholiken, so in: "Der unfehlbare Papst" (Bresl.
1875) und "Der Papst und die Wissenschaft, mit Rück-
sicht auf die Jesuiten" (ebd. 1875). Von E.s sonstigen
Werken sind zu nennen: "Die Wesenheit des mensch-
lichen Geistes" (ebd. 1857) und "Die Beweise für
das Dasein Gottes nach Cartesius" (ebd. 1868).
Sltnra, der 277. Planetoid.
Elwart (spr. -wahr), Antoine Elie, franz. Kom-
ponist, geb. 18. Nov. 1808 zu Paris, studierte auf
dem dortigen Konservatorium, an dem er bis 1871
Lehrer der Tbeorie war. Er starb 14. Okt. 1877 in
Paris. Als Komponist versuchte E. sich in fast allen
größern Gebieten, konnte aber mit seinen Werken
nur teilweise durchdringen. Allgemeiner geschätzt
waren seine musikalischen Schriften, von denen
namentlich eine Chorschule ("I^'krt äs cdantsr cm
cüwui-", Par. 1854), die "ll^toirs äo 1a ßocists
ä68 C0QC6i't8 (In 00ii8Li'V3.t0ir6 inirM'iHi äs irm>
81(1U6" (2. Aufl., ebd. 1863) und die "Hi8t0il6 Ü68
C0nc6it3 populaii'68 äs mu8iqu6 c1k88iHU6" (ebd.
1864) hervorzuheben sind.
Elwend oder Ar wand, auch A lw end, der
alte Orontes, Berg im nordwestl. Persien, auf
der Grenze der Provinzen Irak-Adschmi und Ardi-
lan, 20 Ilm im SW. von Hamadan, 2743 in hoch,