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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Emme - Emmenthal
von Jerusalem entfernt, wohin zwei Jünger Jesu
gingen, als dieser ihnen erschien. Die Kreuzfahrer
fanden 1099 für el-Kubebe, 62^-64^ Stadien
nordwestlich von Jerusalem, den Namen (>3t6l1um
Aininaus vor, während Ioscphus einen Ort Am-
maus 30 Stadien von Jerusalem kennt, der wahr-
scheinlich das heutige Kalonije 34^ Stadien westlich
von Jerusalem ist. - 2) Stadt, in den Makkabäer-
triegen'oft erwähnt, fpäter Mittelpunkt einer jüd.
Toparchie, in der Nähe von Lydda, das deutige
unbedeutende Dorf Amwas an der Straße von
Jaffa nach Jerusalem. Unter dem Kaiser Heliogaba-
lus erhielt es den Namen Nikopolis.
Gmme oder Emmen, zwei Flüsse im nördlichen
Voralpcnlande der Schweiz. 1) Die Große E. ent-
springt im Verner Oberlande, in 1700 in Höhe, in
dem Thalkessel zwischen dem Hohgant (2199 m)
und dem Brienzer Rothhorn (2351 m) nördlich vom
Vricnzersce, tritt in das Emmenthal (s. d.), in
welchem sie unweit Schangnau (932 m) den natür-
lichen Tunnel Nebloch durchstießt und neben vielen
kleinern Bächen bei Emmenmatt (639 m) 3 km west-
lich von Langnau rechts die Ilfis und unweit Lützel-
fluh den Grünen Bach aufnimmt. Bei Burgdorf
verläßt sie das Bergland und fließt in breitem, kie-
sigem Bette, hier und da Inseln bildend, oft zwischen
starken Dämmen der Aare zu, die sie nach 73 km
langem Laufe 3 Km unterhalb Solothurn beiEmmcn-
holz erreicht. Das Flußgebiet umfaßt in den Kan-
tonen Bern und Solothurn 1150 hkm. 2) Die
Uleine E., ein linker Nebenfluß der Neuß, ent-
springt in 1750 m .höhe mit zwei Hauptquellen am
Arienzer Nothhorn und am Giswylerstock im Kanton
Unterwalden, durchflieht das luzernische Marienthal,
tritt aus der Thalstufe von Flühi (899 m) durch eine
enge, malerische Klus in das Hauptthal des Entle-
buch, nimmt unweit Schüpfheim (728 m) links die
Weißemmen, bei Entlebuch rechts die Entlen und
weiter unten links den Fontanenbach vom Napf
her auf. Bei Wohlhusen (571 m> wendet sich der
Fluß nach O. und mündet nach Aufnahme des
Nümlig bei Emmenbaum (434 m ü. d. M.), 3 km
nordwestlich von Luzern, nach 54 km langem Laufe
in die Neuß. Das Flußgebiet unifaßt in Obcrwalden
und Luzern 479 hkm. Beide E. sind ungestüme
Bergflüsfe und fthren etwas Goldsand.
üuiuieiza.F0F2. (grch.), Heilmittel, welche das
Eintreten der Menstruation (s. d.) befördern: die
gebräuchlichsten sind Aloe, Vorar, verschiedene Eisen-
präparate, Ladebaum und Safran. Dieselben Mit-
tel werden auch oft mißbräuchlich zur Einleitung
der Fchlgedurt (s. d.) benutzt. sEmmenthal.
Gmmenalpen, s. Westalpen; s. auch Emme und
Gmmendingen. 1) Amtsbezirk im bad. Kreis
Freiburg, hat (1890) 46495 (22150männl., 24345
weibl.) E., darllnter 20565 Katholiken und 750 Is-
raeliten: 10118Haushaltungen und 36 Gemeinden.
- 2) Hauptstadt des Amtsbezirks E., 15 km im N.
von Freiburg i. Vr., nahe rechts der Elz, über die
zwei neue eiserne Brücken führen, durch die Berge
des Schwarzwaldes gegen Norden geschützt, an der
Linie Heidelberg-Basel der Bad. Staatsbahuen, ist
Sitz eines Bezirksamtes, Amtsgerichts (Landgericht
Freiburg), eiuer Wasser-, Straßen- und Vezirks-
dauinspektion, Vezirksforstei, Obereinnebmerei und
Domäneuverwaltung, hat (1890)4039 E., darunter
1139 Katholiken und 361 Israeliten, Post zweiter
Klasse, Telegraph, je eine neue kath. und evang.
Pfanlircho, Nachau^ mit den Standbildern der
! Markgrafen Jakob III. und Karl II., eine höhere
i Bürger-, Gewerbeschule, eine Volks-, Oewerdebalik
und ansehnliche Industrie: Hanf-und Namiespinne-
rci, Papier-, Tabak- und Cigarrenfabrikation, Bier"
! brauereien, Kesselschmieden, Holzschnitzerei, zwei
Kunstmühlen, Dampffa'ge und Vautischlerei. Auf
i dem Fricdhofe ruht Cornelia Schlosser, Goethes
i Schwester. 2 km von E. die neuerbaute Heil- und
! Pflegcanstalt (400 Betten), 6 km weiter die Trüm-
! mer der altbad. Festung Hochburg (früher Hach-
! berg), 1689 von den Franzosen zerstört; 8 km nörd-
lich im Walde die Reste der ehemaligen Cistercienser-
^ abtei Thennenbach, 1158 erbaut und 1806 aufge-
hoben, deren Kirche1832nachFreiburg versetzt wurde;
^ 4 Km nordwestlich, am Nande des sog. Vierdörfer-
waldes, die Trümmer der Doppelburg Landeck,
^ 1525 von den aufstäudischen Bauern verbrannt. -
! E., eine der ältesten bad. Besitzungen, ehemals
! Hauptort der Grafschaft Hochbcrg, erhielt 1418
^ Marktrecht, wurde 1590 durch Markgraf Jakob III.
! zur Stadt erhoben, dann mit Mauern umgeben.
1675 wurde der Ort von franz. Truppen geplündert,
, 1689 von denselben seiner Mauern beraubt. Am
19. Okt. 1796 wurden hier die Franzosen unter
Moreau durch die Österreicher unter Erzherzog Karl
geschlagen und gezwungen, bei Breisach über den
z Nhein zu gehen. - Vgl. Maurer, E. vor und nach
seiner Erhebung zur ^tadt (Emmend. 1890).
Gmmenien (grch.), Feste, die alle Monate ge-
feiert wurden: auch foviel wie Menstruation (s. d.).
! Emmeniolögie (grch.), die Lehre von der Men-
struation (s. d.).
Gmmensit, ein Sprengstoff aus der Gruppe
! der Sprengelschen Explosivstoffe (s. Explosivstoffe),
^ wurde 1887 voll Dr. Emmens in Neuyork erfunden,
^ besteht aus Pikrinsäure, Schwefelsäure und Am-
^ moniumnitrat und bildet eine schwammige Masse
! von gelber Farbe und bitterm Geschmack. Es lst
! geruchlos und hat ein spcc. Gewicht von 1,4?.
, Gmmenthal, eine Landschaft des schweiz. Kan-
tons Bern, bewässert von der Ilfis und Großen
i Emme (s. d.), zwischen dem Oberlande, dem Mittel-
lande, dem Oberaargau und dem Kanton Luzern
gelegen, besteht aus den Bezirken Signau mit
322,0 hkm und (1888) 24 896 E. und Trachselwald
mit 189,7 c^km und 24047 E., nebst Teilen von
Burgdorf und Konolsingen. In feinen obern Teilen
ist das E. ein weidereichcs, stark entwaldetes Vor-
alpenland, das im S. bei den Quellen der Großen
Emme mit dem kahlen Kaltstock des Zohgant zu
2l99 m Höhe ansteigt, während seine andern Berge,
meist langgezogene bewachsene Nucken und Kämme
mit abgerundeten Gipfeln, aus Nagelfluh und
Molassesandstcin gebildet, nur 1000-1600 m hoch
^ sind, so Honcgg (l.518 m), Obcrberg (1417 m),
, Napf lI408 m), Kapf (1098 m). Die'Thäler sind
nieist enge, zwischen Steilhängen tief eingeschnittene
^ ^Gräben". Bei der Vereinigung der Emme mit der
! Ilfis rücken die Berge weiter auseinander, die Thä-
^ ler werden breiter: Korn- und Flachsfelder, Obst-
z gärten, Laubwald treten an die Stelle der Alpwei-
, den und des Nadelholzes. Während die Berggruppe
^ des Napf rechts vom Hauptthal den voralpinen
Charakter beidehält, flachen die Berge der linken
! Tbalseite nach N. allmählich zum Hügellande ab.
i Die Haupterwerbsauelle der Bewohner ist die
Viebzucht, die in den untern Stufen mit Acker- und
Obstbau, Leinenindustrie, Uhrenfabrikation und
Parketterie verbunden, in der obern die weltbe-
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