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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Englische Litteratur

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Englische Litteratur

durch Freeman und die noch lebenden Creighton, Gardiner, Gairdner u. a. würdig vertreten. Ein in seiner Art meisterhaftes Buch ist die (auch übersetzte) "Short history of the English people" des 1883 verstorbenen J. R. Green. Einen trefflichen Historiker hat Britisch-Indien in James Mill gefunden, dem sich die Arbeiten von Malcolm, Elphinstone, Wilson, Kaye, Wheeler, Dawson, Marshman und die "History of the British colonies" von Montgomery Martin würdig anschließen. Alisons "History of Europe" ist ein verdienstvolles, aber ungleiches und überaus parteiliches Werk. Carlyle hat die Französische Revolution in seiner kernigen Weise dargestellt, Rapier den span.-franz. Krieg mit Meisterhand beschrieben, Kinglake die Geschichte des Krimkrieges, Charles Mills die der Kreuzzüge, Stebbing die der Reformation, Southey die von Spanien und Brasilien, T. A. Trollope die der Florentiner Republik, Milman die Kirchengeschichte und Merivale die Geschichte Roms bearbeitet, über welche auch Cornewall Lewis scharfsinnige Untersuchungen veröffentlichte. Grote schildert das alte Griechenland als Philosoph und Staatsmann, Thirlwall mehr als fleißiger uud gründlicher Philolog. Buckles meisterhafte "History of civilization" ist leider unvollendet geblieben; am nächsten reihen sich ihr an: Leckys "History of the rise and influence of the spirit of rationalism in Europe" und "History of European morals". Für die brit. Archäologie, die im 17. Jahrh. von Camden, den beiden Spelman und Dugdale, im 18. von Stukeley und Horsley gepflegt wurde, sind gegenwärtig in London und den Provinzen eine Menge Vereine thätig, unter deren Auspizien Buckman, Newmarsh, Artis, C. R. Smith, Bruce, Lee, Wright, Akerman interessante Resultate zu Tage gefördert haben. Besondere Erwähnung verdienen die unter der Aufsicht des Master of the Rolls von Brewer, Bullen, Stevenson, Bergenroth, Bruce u. a. besorgten Ausgaben archivalischer Dokumente zur engl. Geschichte, besonders des 16. und 17. Jahrh., die u. d. T. "Calendars of state papers" unschätzbare Materialien zur Kenntnis jener Epoche darbieten. Unter den jüngsten litterarhistor. Werken seien erwähnt Morleys "Geschichte der E. L." und Massons großartig angelegtes "Life of John Milton".

Im Gebiete der Biographie ist die E. L. wohl die reichhaltigste Europas. Epochemachend wurde auf diesem Gebiete Boswells "Life of Samuel Johnson". In ähnlicher Weise wurden Burns von Currie, Wesley von Southey, Burke und Goldsmith von Prior und Forster, Hume von Burton, Bentham von Bowring, Scott von Lockhart, Byron von Moore, Lamb von Talfourd, Lord Jeffrey von Cockburn, Th. Chalmers von Hanna, Chantrey von Jones, Wilkie von Cunningham, Reynolds von Leslie und Taylor, Arnold von Stanley, Davy von seinem Bruder, Romilly, Wilberforce und Crabbe von ihren Söhnen, Dickens und Swift von John Forster, Macaulay von seinem Neffen G. O. Trevelyan, Carlyle von Garnett und Masson geschildert. Auch die deutschen Dichter wurden nicht übersehen; Goethe ist von Lewes, Schiller von Carlyle, Heine von Sharp dargestellt worden. Neuerdings sind zu erwähnen: Besant, "Life of Edward Palmer"; Earl of Lytton, "Life of Bulwer-Lytton" (2 Bde. erschienen); Sir Theod. Martin, "Life of Lord Lindhurst"; Froude, "Life of Th. Carlyle"; Croß, "George Eliot's life"; Stephen, "Life of Fawcett"; Dowden, "Life of Shelley". Ein hervorragendes Interesse knüpft sich an die Tagebücher der Königin Victoria und an die von General Grey und Sir Th. Martin herausgegebene Lebensgeschichte des Prinzen Albert, sowie an die Tagebücher und Erinnerungen an H. C. Robinson, die Autobiographie von J. St. Mill, die "Reminiscences" von Carlyle und die "Letters and memorials" von Mrs. Carlyle. Von histor. Biographien seien erwähnt John Knox von MacCrie, Nelson von Southey, Lord Clive von Malcolm, Lord W. Russell und Fox von Lord J. Russell, Hampden von Lord Nugent, Marlborough von Coxe, Pitt von Stanhope, Canning von Bell, Penn und Howard von Dixon, Sir Phil. Francis von Merivale, Lord Palmerston von Sir H. Bulwer, Lorenzo von Medici und Leo X. von Roscoe, Napoleon von Hazlitt und Friedrich d. Gr. von Carlyle. Von Autobiographien sind anzuführen: S. C. Hall, "Retrospect of a long life" (1815-83); Trollope, "Autobiography", Malmesbury, "Memoirs of an exminister"; Yates, "Recollections and experiences"; Gallenga, "Episodes of my second life"; Lady Bloomfield, "Reminiscences of court and diplomatic life"; Sir Henry Cole, "Fifty years of public work"; Mark Pattison, "Memoirs" u. a. Southey hat die brit. Admirale, Forster die engl. und James die auswärtigen Staatsmänner, Agnes Strickland die engl. Königinnen, Lord Campbell die Kanzler und Oberrichter, Foss die Richter von England, W. F. Hook die Erzbischöfe von Canterbury, Scott die engl. Novellisten, D. Irving die schott. Dichter, Cunningham die brit. Maler, Bildhauer und Architekten, Smiles die brit. Techniker, Lord Brougham die Staatsmänner und Gelehrten aus dem Zeitalter Georgs III. behandelt. Ferner erschienen umfängliche Sammlungen, wie: "Biographia Britannica"(7 Bde., Lond. 1747-66), "General biography" von Aikin und Enfield (10 Bde., ebd. 1799-1815), "General biographical dictionary" von A. Chalmers (32 Bde., ebd. 1812-17), "New biographical dictionary" von Rose (12 Bde., ebd. 1847; neue Aufl. 1857), "Lives of illustrious Scotsmen" von Rob. Chambers (4 Bde., Glasgow 1832-35) und seit 1885 das "Dictionary of national biography", hg. von Leslie Stephen und Sidney Lee (bis 1893 37 Bände). Biographien Lebender geben: "Men and women of the time" (13. Aufl., hg. von W. Moon, Lond. 1891), ferner Sanders, "Celebrities of the century" (1890), und Ward, "Men of the reign" (1885). Das neueste Unternehmen biogr. Art ist die von J. Morley redigierte Serie von "English men of letters", die die Lebensgeschichten der hervorragendsten Schriftsteller und Gelehrten bringt und eine biogr. Handbibliothek ersten Ranges zu werden verspricht. Ein Gegenstück hierzu wird die unter J. H. Ingrams Leitung stehende "Eminent women series" bilden. Auch werden gegenwärtig in Serien kurze Biographien der bedeutendsten engl. Politiker und Philosophen veröffentlicht. Hierzu kommen noch die Memoiren und Korrespondenzen berühmter Staatsmänner, Feldherren und Gelehrter, wie die der Familien Fairfax, Lindsay und Manchester, die von Pepys und Evelyn, Lord Hervey, Lord Lexington, Walpole, Lord Chatham, Lord Waldegrave, dem Marquis von Rockingham, George Grenville, Lord Castlereagh, Lord Holland, Lord Cornwallis, Lord Auckland, G. Rose, Sir R. Adair, dem Herzog von Buckingham und dem Herzog von Wellington.