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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Entreroches; Entresol; Entretaille; Entretenieren; Entrevaux; Entrevue; Entrez; Entrieren; Entrochiten; Entropie

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Entreroches - Entropie

1849 km vorhanden mit 3468 km Leitungsdraht. Elementarschulen bestehen 146 mit 7162 Schülern. Die Einnahmen der Provinz betrugen (1888) 2 202 000, die Ausgaben 2 198 848 Pesos. Hauptstadt ist Parana (s. d.) mit etwa 18 000 E., wichtigster Handelsplatz Gualeguaychu (s. d.). (S. Karte: La Plata-Staaten, Chile und Patagonien, beim Artikel La Plata.)

Entreroches (spr. angtr'rósch, "Zwischen Felsen"), Weiler im Bezirk Orbe des schweiz. Kantons Waadt, 15 km südsüdwestlich von Yverdon, in 448 m Höhe, am Fuße des Mauremont (608 m), ist bekannt durch den Kanal von E., der, 1637 begonnen, die Orbe und die Venoge und damit den Neuenburgersee mit dem Genfersee vereinigen sollte, indessen nie zur Vollendung kam. Der nördliche, für Nachen schiffbare Teil des Kanals ist etwa 12 km lang. Die Linie Lausanne-Yverdon-Neuenburg der Schweiz. Westbahn durchbricht die Hügel, zwischen welchen E. liegt, vermittelst zweier dicht aufeinander folgenden Tunnel.

Entresol (frz., spr. angtr'ßóll), s. Halbgeschoß.

Entretaille (frz., spr. angtr'táj), Zwischenschnitt; in der Kupferstechkunst feinere Zwischenstriche zwischen den Hauptstrichen.

Entretenieren (frz., spr. angtr't-), unterhalten, sowohl in dem Sinne: den Unterhalt geben, als auch in dem: die Unterhaltung besorgen; femme entretenue (spr. famm angtr't'nüh), unterhaltenes, ausgehaltenes Frauenzimmer, Maitresse; Entretien (spr. angtr'tĭäng), Unterhalt, Erhaltung, Instandhaltung; Unterhaltung.

Entrevaux (spr. angtr'woh), Festung und Hauptort des Kantons E. (186,67 qkm, 9 Gemeinden, 2747 E.) im Arrondissement Castellane des franz. Depart. Basses-Alpes, 38 km nordöstlich von Castellane, an der Einmündung des Chalvagne in den Var, in einer tiefen, malerischen Schlucht, am Fuße der Felsen, welche die 1693 durch Vauban hergestellten Befestigungen tragen, hat (1891) 697, als Gemeinde 1416 E., Post, Telegraph, Fabrikation von Tuch und Olivenöl.

Entrevue (frz., spr. angtr'wüh), Zusammenkunft, namentlich von Monarchen zu polit. Zwecken.

Entrez (frz., spr. angtreh), herein! treten Sie ein!

Entrieren (frz., spr. angtr-), auf etwas eingehen, sich einlassen, etwas beginnen.

Entrochiten, s. Seelilien.

Entropie (grch.). Carnot stellte (1824) den wichtigen Satz auf, daß Wärme nur dann Arbeit leistet, wenn sie eine "absteigende" Richtung hat, d. h. wenn sie von einem wärmern Körper zu einem kältern übergeht; sie gleicht in dieser Beziehung dem Wasser, das nur dann Arbeit leisten kann, wenn es von einem höhern zu einem tiefern Ort zu fallen vermag. Wie beim herabfallenden Wasser nichts von demselben verloren geht, so meinte Carnot auch, es gehe beim Herabsinken der Wärme von dem wärmern zum kältern Körper keine Wärme verloren. Erst Clausius stellte (1850) den Carnotschen Satz von der Arbeitsleistung der herabsinkenden Wärme dadurch richtig, daß er aussprach, es gehe für jede geleistete Arbeitseinheit eine proportionale Wärmemenge wegen ihrer Umwandlung in Arbeit als Wärme verloren. (S. Mechanische Wärmetheorie.) Clausius, Rankine und W. Thomson haben die Gesetze der Verwandlung der Wärme mathematisch abgeleitet und gefunden, daß nur dann die Wärme gänzlich in Arbeit umgewandelt werden könnte, wenn der abkühlende Körper die Temperatur des absoluten Nullpunktes, d. i. -273° C. (s. Absolute Temperatur), besäße. Da dies nicht der Fall ist, so hat sich aus ihren Untersuchungen ergeben, daß bei jeder Verwandlung von Wärme in Arbeit nur ein kleiner Teil der "absteigenden" Wärme in Arbeit sich verwandelt, während der größere Teil der Wärme als solche zu den kühlern Körpern hinabsinkt. Dagegen kann Arbeit, wie z. B. bei der Reibung, beim Zusammenstoßen unelastischer Körper, nahezu gänzlich in Wärme umgewandelt werden, von der sich dann aber nur ein kleiner Teil wieder zu Arbeit umformen läßt. Wenn also die mechan. Arbeit so leicht und unter Umständen nahezu gänzlich in Wärme umsetzbar ist, die Zurückverwandlung der Wärme aber schwierig und nur zum kleinern Teil möglich ist, so folgt daraus, wie W. Thomson (1851) und Clausius (1865) gezeigt haben, daß die mechan. Energie des Weltalls von Tag zu Tag immer mehr in Wärme umgewandelt wird, die sich nach allen Seiten hin verbreitet (nach Thomson "zerstreut") und dadurch die Temperaturunterschiede des Weltalls immer kleiner macht, indem nach Clausius (1850) die Wärme nicht von selbst von den kältern zu den wärmern Körpern übergehen kann. Man kann sich nun die gesamte Energie des Weltalls in zwei Teile zerlegt vorstellen, von denen der eine bereits in Wärme umgewandelt und in kältern Körpern angesammelt ist, der andere aber als Wärme der höher erwärmten Körper, ferner als mechanische, chemische, elektrische und magnetische Energie vorhanden ist. Dieser letzte Teil läßt sich noch in Arbeit umsetzen, der erste nicht. Und da der letztere Teil der Gesamtenergie des Weltalls während der künftigen, unzählbaren Jahrmillionen, unter den mannigfachsten Verwandlungen, Umformungen und Metamorphosen, zuletzt als Wärme zu den kältern Körpern übergehen muß, so sieht man, daß die Wärme des Universums immerfort zunimmt und einem Maximum zustrebt. Wird einst nach langen Zeiten dieses Maximum erreicht sein, dann wird auch jeder Unterschied der Temperaturen im Universum ausgeglichen und also ewige Ruhe im Weltall eingetreten sein.

Um die angedeuteten Betrachtungen schärfer und wissenschaftlicher auszudrücken, dazu ist eben der Begriff E. nötig, der sich jedoch nur in mathem. Weise darlegen läßt. Soll in ein Wassergefäß mit der Druckhöhe H das kleine Wassergewicht dP eingepumpt, oder auf einem elektrisch geladenen Körper vom Potential V (s. Elektrisches Potential) die Ladung um die Elektricitätsmenge dQ vermehrt werden, so ist der Energiezuwachs dW in diesen Fällen dW = H.dP bez. dW = V.dQ. Das Wassergewicht und die Elektricitätsmenge sind dP = dW/H bzw. dQ = dW/V. Druck und Potential sind demnach analoge Niveauwerte, durch deren Division in die Energieänderungen man die entsprechenden Mengen erhält. Ebenso stellt die absolute Temperatur einen analogen Niveauwert vor. Die Wärmemenge (s. d.) ist aber als eine Energie (s. d.) aufzufassen. Das Element der Wärmemenge dQ, dividiert durch die Temperatur T, d. h. dQ/T, entspricht nun der Elektricitätsmenge und heißt nach Clausius E. Während nun die algebraische Summe aller Elektricitätsmengen bei elektrischen