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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Éperon - Epheserbrief
wacht und 1641 nach Loches verwiesen. Er starb
1042. - Vgl. Girard (E.s Sekretär), IliZtoiro äe la
vio dn äuc ä'Ü.^Par. 1055 u. ö.); Montbrison, I.o
premikr äuo ä'^. (ebd. 1874).
öperoir (frz., fpr.ep'röng, "Sporn"), Widerlager
der Strebepfeiler, Buhne, Eisbrecher, Eisbock; klei-
nes vorspringendes Anßenwerk bei Befestigungen.
Gpcus, f. Epeios. ^gefügter Satz.
Epexegese (grch.), ein zur Erklärung hinzu-
Epfig, Dorf im Kanton Varr, Kreis Schlett-
stadt des Bezirks Untcrelsah, 12 I<m nördlich von
Schlettstadt, an der Linie Echlettstadt-Molsheim-
Zabern der Elsaß-Lotbr. Eisenbahnen, hat (1890)
2502 E., darunter 27 Evangelische und 08 Israeli-
tcn, Postagentur, Telegraph^ Fernsprechverbindung;
Baumwollspinnerei, bedeutenden Weinbau (290 1i^
Weinberge), Ackerbau und Viehzucht. Aus dem Kirch-
hofe am östl. Ende des Ortes die srühroman. Toten-
kapelle St. Margareten (11. Jahrh.) in Kreuzform.
Gph ... steht in zusammengesetzten Worten vor
aspirierten Vokalen für Epi... (s. d.).
Epha (Ephi), Kohlmaß der alten Hebräer, der
zehnte Teil eines Chomer (s. d.).
Hpkövs ^>., Flechtengattung aus der Abtei-
lung der Gallcrtflechten. Ihre wenigen Arten bil-
den niedrige rasenförmige Überzüge auf feuchten
Felsen und sind dadurch charakteristisch, daß die
Form der Alge, auf der der flechtcnbildende Pilz
lebt, fast ganz beibehalten wird: die Pilzfädcn wu-
chern zwischen den Zellen der Alge in den gallert-
artigen Hüllen und bilden an manchen Stellen
Apothecien, die jedoch in dem Thallus eingesenkt
liegen. Da bei der in Deutschland häufigen Art
15. zmI)68C6n3 1^. dies Verhältnis zwischen Alge
und Pilz sehr deutlich zu erkennen ist (s. Tafel:
Flechten I, Fig. 7), so bildet sie ein leicht zu be-
schaffendes geeignetes Beispiel für die eigentüm-
liche Natur der Flechten. (S. Flechten.)
Gphcben, im alten Athen Name der Jünglinge
in der Zeit vom 10. bis zum 20. Lebensjahre. Der
Eintritt in dies Alter wurde durch ein bcfonderes
Fest (Ephebia) gefeiert, wobei die Eltern dem
Herakles ein Trantopfer darbrachten. Die ersten
zwei Jahre der Ephebie waren in der Zeit der polit.
Selbständigkeit Athens säst ausschließlich der Vor-
übung und Ausbildung für den Kriegsdienst ge-
widmet: körperlichen Übungen in den Gymnasien,
Übungen im Gebrauch der Waffen und im Mar-
schieren. Dann erfolgte die Mündigkeitserklärung
der E., wobei ihr Name nach vorgängiger Prüfung
ihrer echt bürgerlichen Abkunft (Dotimasie) in das
Verzeichnis der Mitglieder des Demos, d. h. der
Gemeinde, der sie durch ihre Geburt angehörten (in
das sog. I^öxiÄi'cinicnu 6i-HininI.teioii), eingetragen
wurde. Den Waisen wurde bei der Mündigkeits-
sprechung ihr Vermögen durch die Vormünder, den
Söhnen von Erbtöchtern das mütterliche Erbteil
durch den Vater, der es bis dahin verwaltet hatte,
eingehändigt und zur freien Verfügung überlassen.
Gleich nach der Mündigkeitssprechung mußten die
E. in voller Waffenrüstung sich im Heiligtum des
Aglauros einfinoen und dort den Waffeneid leisten.
Für zwei weitere Jahre wurde ihnen jetzt als "Peri-
poloi" der Dienst in den Festungen und die Aussicht
über die Sicherheit im Lande, die Teilnahme an den
feierlichen Auszügen bei großen Göttcrfcsten wie den
Panathcnäen u. a. auferlegt. Erst nach dem 20. Le-
bensjahre erfolgte die Verpflichtung zum Kriegsdienst
außerhalb Attikas. Seit der macedon. und röm.
Zeit kamen zu den gymnastischen und Waffenübun-
gen auch die Teilnahme an wissenschaftlichen Vor-
tragen über Philosophie, Rhetorik u. dgl., die in
den Gymnasien von eigens dafür angestellten Leh-
rern gehalten wurden, eine Einrichtung, die viele
auswärtige junge Männer nach Atbcn zog, welche
neben oder nach den Vürgersöhnen als "Npen-
ssi-^doi" in die Listen der E. eingetragen wurden
und dadurch das Recht erhielten, an allen jenen
Vorträgen und Übungen teilzunehmen, sodaß Athen
mehr und mehr den Charakter einer Hochschule sür
ganz Hellas erhielt. Die Oberaufsicht über die E.
mit besonderer Rücksicht auf die Disciplin führten
die vom Volke durch Wahl ernannten Sophro-
nisten; die sämtlichen von den einzelnen Fach-
lehrern abgehaltenen Übungen standen unter der
Oberleitung eines Kosmetes, d.i. Ordners. -
Vgl. Dittenbergcr, Os op^edig ^Uieig (Gott. 1803);
Dumont, ^38ai 8ur 1'e^6di6 HttiquL (2 Bde., Par.
1875-70); Grasbergcr, Erziehung und Unterricht
im klassischen Altertum, Bd. 3 (Würzb. 1881).
HpksÄra. ^., Pflanzengattung aus der Familie
der Gnetaceen (s. d.) mit gegen 30 Arten, teils in
Südeuropa und Nordafrika, teils im gemäßigten
und subtropischen Asien, teils auch im außertropi-
schen Amerika. Es sind aufrechtstehende, nieder-
liegende oder auch kletternde, strauchartige Gewächse.
Die Zweige sind gegliedert wie die der Schachtel-
halme, die Blätter sind nur rudimentär vorhanden
in der Form von zwei- bis vierzähnigen Scheiden,
aus deren Achseln die Blutenkätzchen entspringen.
Die Blüten sind eingeschlechtig und meist zwei-
häusig. Die Frucht ist ähnlich wie eine Steinfrucht
gebaut und mit einer fleischigen Hülle versehen.
Von einigen Arten werden die Früchte gegessen, so
von der in Nordasrika, Kreta, Arabien einheimi-
schen 111. li'^ilis ^)e^/., ferner von den im südl.
Sibirien und im Kaukasus wachsenden 15. inouo-
^ci^a. ^>. und 16. (liZtÄci^H ^. Von letzterer
waren sonst Zweige und Blüten als ^mouta uvae
inariuae offizincll.
Ephektlker (grch.), Beiname der antiken Skeptiker
<s. Skepsis), weil diese schon von Pyrrho (s. d.) her
die Enthaltung sepocliö, von 6p6ck0iu) von allem
Urteil empfahlen, da die menfchliche Erkenntnis doch
nickt zu zweifellosen Einsicbten gelangen könne.
GpheNden (grch.), Sommersprossen.
Gphemer, Ephemerisch (grch.), nur einen
Tag während, eintägig, schnell vergehend.
iüplisinera., die Eintagsfliege; Ephemeren
(I^pdlim6ri(^6), s. Eintagsfliegen.
Gphemeriden (grch.), Tagebücher, Tageblät-
ter, tägliche Auszeichnungen; periodisch erscheinende
Blätter überhaupt. Insbesondere aber versteht man
in der Astronomie unter E. die Vorausberechnungen
der täglichen Stellungen der Himmelskörper. Die
ersten E. der Sonne, des Mondes und der großen
Planeten gaben Purbach (für 1450-01) und Regio-
montanus (für 1475-1506) heraus. Gegenwärtig
werden von mehrern aftron. Recheninstituten (s. d.)
jährlich Sammlungen von E. herausgegeben.
Gpheserbrief, ein im neutestamentlicken Kanon
enthaltener, mit dem Namen des Apostels Paulus
überschriebener Brief an die Gemeinde zu Ephesus,
den mehrjährigen Mittelpunkt der Missionswirk-
samkeit des Apostels in Kleinasien. Dieser Brief
bildet mit dem Kolosscrbricf (s. d.) eine eigene, durch
Stil und weiter entwickelten Gedankengchalt von den
unzweifelhaft echten Briefen des Apostels verschie-
-s