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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Epinal; Epinay; Epinikion; Epinös; Epiparoxysmus; Epipaston; Epiphanes; Epiphania; Epiphanius

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Epinal - Epiphanius

Arrondissement Autun des franz. Depart. Saône-et-Loire, 18 km nordöstlich von Antun, an der zum Arroux gehenden Drée, in 325 m Höhe, an der Linie Etang-Santenay der Franz. Mittelmeerbahn, Mittelpunkt eines wichtigen Steinkohlenbeckens (3435 ha) mit einem 1874 gegrabenen, etwa 800 m tiefen Schacht, das durch einen 28 km langen Schienenstrang mit dem Kanal von Bourgogne verbunden ist, hat (1891) 1474, als Gemeinde 4061 E., Fabrikation von Weinflaschen und Öl.

Epinal (spr. -náll). 1) Arrondissement des franz. Depart. Vosges, hat 1472,20 qkm, (1891) 50 9738 E., 126 Gemeinden und zerfällt in die 6 Kantone Bains (168,41 qkm, 10 672 E.), Bruyères (239,43 qkm, 17 112 E.), Chatel (247,00 qkm, 14 120 E.), E. (264,80 qkm, 37 091 E.), Rambervillers (301,84 qkm, 16 178 E.), Xertigny (250,72 qkm, 14 565 E.). - 2) Hauptstadt des Depart. Vosges sowie des Arrondissements E., liegt in 331 m Höhe in einem engen, malerischen Thale zu beiden Seiten der Mosel, an den Linien Blainville-Port-d'Atelier, E.-Remiremont-St. Maurice-Bussang (28 km) und E.-Neuschâteau (79 km) der Franz. Ostbahn und an der Lokalbahn Arches-Laveline-Gérardmer und ist Sitz eines Präfekten, eines Gerichtshofs erster Instanz, eines Assisenhofs, eines Arbeiterschiedsgerichts sowie des Kommandos der 4. Brigade Jäger zu Pferde. Die gut gebaute, durch 9 detachierte (42 km im Umkreis) Forts stark befestigte Stadt hat (1891) 17 191, als Gemeinde 23 223 E., in Garnison Teile des 149. und 152. Infanterieregiments, das 18. Regiment Jäger zu Pferde und 8. Festungsartilleriebataillon, eine eiserne Hängebrücke und mehrere steinerne Brücken, hübsche Quais und Promenaden, öffentliche Bäder, am Fuße eines von Ruinen eines alten Schlosses überragten Felsens die St. Moritzkirche und hervorragende Gebäude, so die Präfektur, das Kommunal-College (in einem ehemaligen Jesuitenkollegium mit schöner Kapelle), das Hospital (in einem ehemaligen Augustinerkloster), eine Bibliothek (30 000 Bände und wertvolle Manuskripte, darunter ein mit Goldbuchstaben geschriebenes Markus-Evangelium), ein Museum, eine Musik- und eine Zeichenschule, ein Theater und eine Filiale der Bank von Frankreich. E. hat ferner Eisengießerei, Leinwand-, Baumwollwaren-, Tapetenfabriken und bedeutenden Handel. Ein der Stadt eigentümlicher Industriezweig ist die Anfertigung von Bildern für Kinder (Imagerie d'Epinal). 10 km südöstlich an der Mosel die berühmten Papierfabriken des Dorfes Archettes. Im Deutsch-Französischen Kriege wurde E. 12. Okt. 1870 von Truppen des 14. Armeekorps besetzt und war bis zum 15. Okt. Hauptquartier Werders. - Vgl. Ch. Ferry, Guide des voyageurs et touristes à E. et aux environs (Nancy 1888).

Epinay (spr. -näh), Louise Florence Pétronille, Dame de La Live d', franz. Schriftstellerin, geb. 11. März 1726 zu Valenciennes, war die Tochter eines franz. Offiziers. Sie ward an einen Verwandten, den reichen Generalpächter d'E., verheiratet. Da ihr Gemahl ein Verschwender und Wüstling war, suchte sie selbst den Verkehr mit Schriftstellern und Philosophen, mit Grimm, d'Holbach, Diderot u. a. Francueil, ihr damaliger Vertrauter, führte 1745 Rousseau bei ihr ein, dessen Wohlthäterin sie wurde. Im Garten ihres Schlosses La Chevrette, bei Montmorency, richtete sie ein Häuschen, die Eremitage, für ihn ein. Ostern 1756 bezog er es und bewohnte es noch im Winter des folgenden Jahres, bis seine eigensüchtigen Launen und seine Eifersucht auf Grimm, der der vertraute Freund der Frau E. geworden war, den Bruch herbeiführten. Sie starb 17. April 1783. Ihre hinterlassenen "Mémoires" (hg. von Boiteau, 2 Bde., Par. 1863), eine mit künstlerischer Freiheit behandelte Selbstbiographie, gehören zu den anziehendsten Büchern des 18. Jahrh.; sie sind ebenso interessant als Denkmal der Sittengeschichte wie als Lebenserzählung. Bei Lebzeiten veröffentlichte Frau d'E. ein Erziehungswerk "Les conversations d'Emilie" (2 Bde., Par. 1774 u. ö.), denen der Preis Monthyon bei seiner erstmaligen Erteilung zugesprochen wurde, sowie anonym die Schriften "Lettres à mon fils" (Genf 1758) und "Mes moments heureux" (ebd. 1752, 1758). Ihre "Œvres" veröffentlichte Challemel-Lacour (2 Bde., Par. 1869). - Vgl. Perey und Maugras, La jeunesse de Madame d'E. (1882); dies., Dernières années de Madame d'E. (1883).

Epinikion (grch., "Siegeslied"), bei den alten Griechen der von einem Chor vorgetragene Preisgesang (wie die noch erhaltenen Pindarischen) aus den Sieger in den großen Nationalspielen (s. Pindar und Agon).

Epinös (frz.), dornig, stachlig; mißlich, schwierig; Epinosität, Mißlichkeit, Schwierigkeit.

Epiparoxysmus (grch.), verstärkter Paroxysmus oder Krankheits-, besonders Fieberanfall.

Epipaston (grch.), Streupulver.

Epiphanes, Gnostiker, Sohn des Sektenhauptes Karpokrates (s. d.).

Epiphania (grch., "Erscheinung"), bei den Griechen Bezeichnung der zum Gedächtnis der Erscheinung eines Gottes an einem Orte gefeierten Feste; in der christl. Kirche heißt nach Titus 2,11 das Fest der Erscheinung Christi unter den Menschen Epiphaniasfest. Es wurde nach dem Vorgange der Basilidianer seit Ende des 3. Jahrh. in Ägypten und anderwärts in der orient. Kirche 6. Jan. als Tauffest, und da im Herabkommen des heil. Geistes bei der Taufe auf Jesum dessen eigentliche Geburt zum Sohne Gottes erblickt wurde, zugleich als Geburtsfest Jesu gefeiert. Als später, übereinstimmend mit der röm. Kirche, die griech. Kirche die Geburt Jesu durch ein besonderes Fest (25. Dez.) feierte, ward das Epiphaniasfest als Tauffest beibehalten. Im Abendlande brachte man es mit der Ankunft der Weisen aus dem Morgenlande in Bethlehem (Matth. 2,1 fg.) in Verbindung und deutete nun den Namen auf die Offenbarung Christi als Erlöser der Heidenwelt. Daher der Gebrauch, daß an diesem Tage in Rom zu Missionaren ausgebildete Männer aus allen Nationen jeder in seiner Sprache predigen, um so die Offenbarung Christi unter allen Heiden darzustellen. Da später jene Weisen für Könige gehalten wurden, heißt das Fest auch Fest der heiligen drei Könige. Die aus E. folgenden Sonntage heißen erster, zweiter u. s. w. nach E. - Vgl. Usener, Religionsgeschichtliche Untersuchungen (Bd. 1, Bonn 1889).

Epiphanius, griech. Kirchenschriftsteller, geb. in Palästina von jüd. Eltern, ward von ägypt. Mönchen aufgezogen und im 16. Lebensjahre getauft. 367 zum Bischof von Konstantia (Salamis) auf Cypern ernannt, nahm er bis an seinen Tod (403) an den theol. Kämpfen gegen Arianer, Semiarianer u. s. w. in hervorragender Weise teil und gab seit 394 das Signal zur Verfolgung der