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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Erzmittel - Escandal
cuä), ein Erbamt der Grafen von Pappenheim. (S.
Erbämter.) Aber anch der Neichserbmarschall war
am Reichstag nicht persönlich anwesend, sondern
wurde vertreten durch den Untermarsch all (8u1>-
5tiwtu8 3uI)inHi-63cHicu8), für den der Titel Reicbs -
auartierm eiste r üblich wurde. In Wirklichkeit
versah aber auch dieser sein Amt nicht, sondern
für die Erledigung der Geschäfte bestand die sog.
Rcichs erb marsch allskanzlei, bestehend aus
einem Pappenheimschen Hofrat, einem Registrator
und zwei Kanzlisten, von denen einer katholisch und
der andere evangelisch sein mußte, und einem Poli-
zeidiener, dem sog. Reichsprofoß. Der Erbmar-
schallskanzlei lagen auch gewisse Kanzleigeschäfte
am Reichstag ob. Die nähern Bestimmungen wur-
den getroffen in Verträgen des E. mit dem Reichs-
cvMnzler von 1529 und 1562 und in einem Vertrag
vcö Reichserbmarschalls, Grafen von Pappenheim,
mit den Reichsstädten vom 20. Okt. (5. Nov.) 1614.
Erzmittel, die zwischen andern Gangarten oder
Mineralien lagernden Erze.
Erzpanneramt, s. Erzämter.
ErzPfalz, im alten Deutschen Reick die Pfalz
am Rhein, weil sie die vornehmste war.
ErzPoet, s. Archipocta.
ErzPriester (^rcQipreZdvt^vi) oder Landde-
lane (Iiecaui rui-a.168), in der kath. Kirche seit dem
9. Jahrh, die die nächste Aufsicht über eine Anzabl
Kirchen und deren Geistliche führenden Pfarrer. Ihre
Stellung ist im einzelnen je nach dem besondern
Rechte verschieden. Sie sind die Mittelspersonen
zwischen den Geistlichen ihres Bezirks und dem
Bischof und die Organe des letztern bei der Auf-
rechterhaltung der Ordnung und der Durchführung
neuer Einrichtungen und Vorfchriften. Desbalb
werden sie auch Bezirtsvikare genannt. In der
griech.-kath. Kirche heißen sie Protopresoyter.
Erzschatzmeifter, Erzfchenk, f. Erzämter.
Grzfchleiche (86p8 oQ^iciäeg Zona^.), eine
bis 36 ein lange, nichtgiftige, gelbrote, glänzende,
oben meist mit einigen dunklern Streifen gezeich-
nete Eidechse mit zwei auffallend kurzen, weit aus-
cinanderstehenden oreizehigen Ertremitätenvaaren,
durch die sie den libergang bildet zwischen den Stinken
(s. d.) unv den vollkommen fuhlosen Blindschleichen
(s. d.). Sie bewohnt die Mittelmcerländer.
Erzfebetvaros(spr.srschehbetlvahrosch),ungar.
Name von Elisabethstadt (s. d.) in Siebenbürgen.
Erzstahl, s. Eisenerzeugung (Bd. 5, S. 929 a).
Erzstöcke, s. Erzlagerstätten (S. 342a).
Erzteufe, im Bergwesen die Teufe (Tiefe) eines
Gebirges, die vorzugsweise reiche Allsbeute an Erz
Erztruchsetz, s. Erzämter. Liefert.
Erzväter, f. Patriarchen.
Es, älteres bis Ende Juni 1861 gesetzlich ge-
wesenes dän. Gewicht von 8 dän. Gran, ^ des
damaligen Ort, ^56 des Lots oder ^92 des
Pfundes (von 500 5) ^ 61,035101113. In Norwegen
wurde das Pfund (von 498,n 3) bis Ende Juni
1882 ebenso eingeteilt wie in Dänemark; das nor-
weg. Es war daher --- 60,84^ MF.
IIs (ital. mi dLinoils; frz. nii Ix^mol; engl. 6 Km),
in der Musik das um einen halben Ton erniedrigte
^ ^zeichnet durch 6 mit einem 7), ist von <1i3 nur
c-nharmonisck verschieden.
E. S., deutscher Kupferstecher, der sich auf meh-
rern seiner Blätter der Initialen E. oder E. 3.
mitunter in Begleitung der Jahreszahlen 1465,
1466 und 1467 bediente. Er scheint im Oberrhein-
thal oder im Elsaß schon um 1450 gelebt zu haben;
man kennt mehr alv 300 Stiche von seiner Hand,
darunter drei Darstellungen der wunderthätigcn
Madonna von Einsiedeln (1466), ein Figuren-
alphabet und zwei Kartenspiele (letztere hg. von
Lehrs, dem besten Kenner des Meisters, durch die
Internationale chalkographische Gesellschaft, Verl.
1891). Er kann als der geistige Vater Martin
Schongauers (s. d.) betrachtet werden.
Gfarhaddon (syr. ihserhädd'n), engl. Schreibung
für Asarhaddon (s. d.).
Esau (d. i. nach 1 Mos. 25, 25 der Behaarte,
auch Edom, d. i. der Note, genannt, nach 1 Mos.
25,30 wegen seines Wunsches, von dem roten Ge-
richt zu essen), nach der hebr. Überlieferung der
Stammvater der Edomiter (s. d.). Der Bericht über
ihn im ersten Buch Mose spiegelt spätere geschicht-
liche Verhältnisse wieder. Die israel. Sage bezeich-
net ihn als den ältern Sohn Isaaks, d. h. die Edo-
miter sind früher als Israel zu Macht und Ansehen
gelangt. Jakob fucht ihm schon bei der Geburt zu-
vorzukommen, listet ihm die Erstgeburt wie den
Segen des Vaters ab, d. h. Edom ist infolge der
Anstrengungen Israels, sich südwärts auszubreiten,
zurückgegangen. Die nach 1 Mos. 27 von Isaak
über Jakob und E. gesprochenen Segenswünsche
nehmen außerdem auf die Jahrhunderte langen
Kämpfe beider Völker deutlich Rücksicht.
Gsbjerg, Nordseehascn im dän. Amte Ribe,
der Insel Fanö gegenüber, an der Linie Lunders-
kov-Holstedro-Langaa der Iütiscken Eisenbahnen,
steht mit der engl. Ostküste in lebhaftem Dampf-
fchiffverkcbr, ha/(1890) 4111 E., bedeutende In-
dustrie, Fischerei und ist wichtiger Ausfuhrplatz für
Vieh, Speck, Butter, Käfe und Eier. In den Hafen
liefen (1891) ein 440 Schiffe mit 140254 und 2000
Fischersahrzeuge mit 18759 Registertons.
Gscadre, s. Eskadre.
Gscadrille (frz.,fpr.-drij), seliene Bezeichnung
für Flottille (f. 0.).
Escadron, f. Eskadron.
Gscalade, f. Eskalade.
üsoklier (frz., spr. -lieh), Treppe; N. äe äs-
3aF6in6iN (spr. -gasch'mäng) oder N. äei-ode, Ge-
heimtreppe, Nebentreppe; Nsprit ä'63c3.1i6i', Trep-
penwitz, s. ^8pi-it.
Gscalopes (frz., spr. -löv), kleine runde Schei-
ben von Wildbret, Geflügel, Fifch, Kalbfleisch u. s.w.,
die gedämpft oder gebraten und mit einer Sauce
angerichtet werden.
Gscambia-Niver (spr.^eskämmbie riww'r),
Küstenfluß des nordamerik. Staates Florida, ent-
steht ans der Vereinigung des im Staate Alabama
entspringenden Pigeon-Crcek und Conecuh-River
und ergießt sich in den Golf von Mexiko. Seine
buchtenartig einschneidende Mündung bildet den
ausgezeichneten Hafen von Penfacola (s. 0.).
Escamotieren (frz.), durch Tafchenspielerei,
dann auch überhaupt heimlich, unvermerkt ver-
schwinden lassen, wegschaffen; Escamoteur (fpr.
-tohr), Taschenspieler; Escam 0 tage (spr.-tahsch'),
Taschcnspielerei (auch figürlich).
Escandal (spr. -kangdäl), Mehrzahl Escan-
daur (spr. -kangdoh), älteres, in der Preisstellung
noch übliches Flüssigteitsmaß in Marseille, auch in
Toulon in Anwendung gewesen. Der E. war ehemals
die Einheit der Marseiller Flüssigkeitsmaße und hatte
den Inhalt eines Kudik-Pan, war also gesetzlich ^
15,92455 l; die Marseiller Aicher nadmen aber den