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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Escosura - Escudo
E. sind die wertvollsten seit 1837, wo ein Ansturm
der Karlisten drohte, dem königl. Gemäldemnseum
zu Madrid einverleibt worden. Ebenso hat man die
Münzsammlung mit dem Münzkabinett zu Madrid
vereinigt. Der königl. Palast, etwa den vierten
Teil des gesamten Gebäudes einnehmend, ist nicht
ansehnlich, aber inwendig prachtvoll ausgeschmückt.
Dasselbe gilt von dem Pavillon Karls IV., der
Casa del Principe im Park. Das Interessanteste
sind die Zimmer, in welchen Philipp II. säst wie ein
Mönch die letzten 14 Jahre seines Lebens ver-
brachte, sein Andachtstuhl, in der Ecke des Chors
neben der Galeric, mit dem Cbrisws am Kreuz in
Lebensgröße, von Venvennto Celiini in Marmor,
und sein Arbeits- und SterbeMnner. Einer der
Türme des E. brannte 1. Okt. 1872 infolge eines
Blitzstrahls nieder, wurde aber restauriert. Der E.
ist auch jetzt noch Sommer- und Hcrbstresidenz des
Hofs. - Vgl. Notondo, Historie äkscriptivH, aiti8-
tica ^ pint0r68eg, clsi monaLtm'io äo 3lni I^orenxo,
o0inuum6Qt6 1iHM3.ä0 ei N. (Madr. 1862, Fol.).
Gscosüra, Don Patricio de la, span. Staats-
mann und Schriftsteller, geb. 5. Nov. 1807 zu Ma-
drid, studierte in Valladolid und Madrid und wurde
ein Schüler des berühmten Lista sowohl in der
Dichtkunst wie in der Mathematik. Als Mitglied
des polit. Geheimbundcs der Numantinos mußte
er 1824 flüchten, ging nach Paris, wo er unter La-
croir seine mathem. Studien fortsetzte, und kehrte
1826 nach Madrid zurück. Ende 1826 trat er in das
Artilleriekorps und wurde 1829 Offizier. Zuerst er-
schienen von ihm der histor. Roman "N1 conäs ä6
<^nä68pwN') (Madr. 1832). 1834 wurde er, karlisti-
scher Gesinnung verdächtig, nach Olvera verbannt
und vollendete dort den histor. Roman "M rs^, ni
ro<iii6" (ebd. 1835). Später wurde er Adjutant und
Sekretär des Generals Cordova und schrieb das
epische Gedicht "NI duito V68tiäo äe us^ro capu?"
in Pamplona. Als Cordova nach dem Aufstande
von San Ildefonso sein Kommando niederlegte,
trat auch E. aus dem Dienste und widmete sich nun
der dramat. Produktion. Er brachte seit 1837 meh-
rere Stücke auf die Bühne, unter denen "L^rdara
Liomdsi'Z" den meisten Wert hat, und führte zu
gleicher Zeit die Redaktion der Zeitschrift "151 I^co
cis ^a i'H20Q )' ä6 lu. ^n8ticiH". Als im Sept. 1840
Espartero die Regierung an sich riß, verteidigte E.
an der Spitze der Zöglinge der Ingenieurschule von
Guadalarara, wo er seit 1838 Provinzialchef war,
das Interesse der Negentin und mußte deshalb nach
Frankreich flüchten. In Paris schrieb er fast allein
den span. Text zu dem Prachtwerk "1^3. NFpaüa. a,r-
ti8tic9>7 monumental" (3 Bde., Par. 1842-49),
war Redacteur und Mitarbeiter der "I^6vi8t3. enci-
"lopöäica", schrieb ein Handbuch der Mythologie,
das als Lehrbuch an den span. Universitäten Ein-
gang fand, und begann ein episches Gedicht "Hernan
Aort68 6n (ükowia". Nachdem er 1843 nach Madrid
zurückgekehrt war, ward er Nnterstaatssekretär in
dem Ministerium Narvaez, mit dessen Rücktritt auch
er resignierte. In der Folge verfaßte er eine Reihe
von Dramen, unter denen besonders "1.9,8 inoce-
äa.ä68 äs IlOriian ^0i-to3" Erfolg hatte, obgleich auch
hier, wie immer bei ihm, das dramat. Element in
der histor. Bilderreihe nur ein sehr schwaches ist, und
schrieb mehrere histor. Romane, worunter "N1 M-
triarca. äsl vkli6" (2 Bde., Madr. 1846) hervor-
zuheben ist. Nachdem er 1847 einige Zeit die Stelle
eines Nnterstaatssekretärs im Ministerium Soto-
mayor versehen hatte, ging er im Juni 1855 als span.
Gesandter nach Lissabon, kehrte aber schon im Jan.
1856 nach Madrid zurück, wo er im Kabinett
Esparteros das Portefeuille des Innern übernahm,
l Aber schon Mitte Inli 1856 erfolgte wegen Zwistig-
keiten mit O'Donnell und der Reaktionspartei der
Rücktritt E.s sowie Efpartcros und die Auslösung
des Kabinetts. Von 1872 bis 1874 fungierte E. als
Gesandter bei dem Deutschen Reiche in Berlin. Er
starb 22. Jan. 1878 zu Madrid. Außer seinen dichte-
rischen und publizistischen Arbeiten hat E. auch einige
histor. Schriften, darunter eine "lliätoria <?0U3ti>
wcioiial ä6 Ii^iNtei-i'w) (Madr. 1859), veröffentlicht.
Gscouade (frz., spr. -kuahd), in der franz. Ar-
mee die einem Korporal unterstellte Mannschaft,
mit derKorporalschaft der deutschen Armee identisch;
auch die Bedienungsmannschaft eines Geschützes;
ferner beim Sappieren eine Abteilung von vier
Sappeuren. Im taktischen Sinne bedeutet E. eine
im Frieden aus zwei, im Kriege aus vier Gruppen
bestehende Sektion der franz. Infanteriecompagnie,
entsprechend dem deutschen .Halbzug.
Escrupülo, Skrupel, älteres kleineres Ge-
wicht in Spanien, Portugal uird Brasilien (in beiden
letztern Ländern gewöhnlicher ^cru pul o genannt),
wurde in 24 Gran (span. Granos, portug. Graos)
geteilt. In Spanien diente der E. nur als Medi-
zinal- und Apothekcrgewicht (er war ^g" des Me"
dizinalpfundes), in Portugal und Brasilien bildete
er zugleich eine Stufe der übrigen Gewichtsklassen
mit Ausnahme des Iuwelengewichts (er war hier
^384 des Zandelspfundes, ^92 Marco des Gold-,
Silber- und Münzgewichts, ^88 des Medizinal-
pfundes, immer aber an Schwere gleich). Der
fpan. (castilische) E. war ^ 1,iWi6 3, der portug.
und brasilianische E. ^-1,1953125 3. Catalonien und
Aragonien hatten ein abweichendes Gewicht (doch
ganz mit der auch im übrigen Lande gebräuchlichen
Einteilung); der catalonische E. war ^ 1,04427 F,
der aragonische E. ^ 1,21523 3.
HsouÄZro (span., "Schildknappe"), ein Adliger
niedern Ranges in Spanien.
Escudillo (spr. -dilljo), genauer E. de oro
(kleiner Goldthaler), Durillo, Coronilla, Peso
duro de oro oder Peso fuerte de oro (harter
Goldpiaster) oder Veintena (Zwanziger), eine
1730-1848 in Spanien geprägte kleine Goldmünze,
ursprünglich im Wert von 20 Reales de vellon (sog.
Kupferrealen) oder eines Silberpiasters ^ 4,i4 M.
Für die Philippinen wird der E. noch jetzt in etwas
geringerm Wert geprägt.
Gscüdo ("Thaler"), Name einer frühern Geld-
einheit und mehrerer Münzen Spaniens sowie einer
ehemaligen Goldmünze Portugals und mehrerer
Goldmünzen der span. - amerik. Freistaaten. In
Spanien rechnete man in Gemäßheit des Gesetzes
vom 26. Juni 1864 bis Ende 1870 nach E. zu
1000 MilGmas oder zu 10 Reales oder zu 100 Cen-
timos. Die Währung war eine Alternativwährung
(s. Währung). Der E. Gold (als einzelnes Stück
nicht geprägt, sondern in 10, 4 und 2 E.) war
eine Menge von 16^/5 castil. Granos oder 0,838? 3
eines 900 Tausendteile feinen Goldes; demnach
hatte er ein Feingewicht von 15,i2 castil. Granos
oder 0,7548 ^ und war (zum Preise von 2790 M.
ftr 1 K3 Feingold) ^ 2 M. 10^ Pf. deutsche
Währung. Der E. Silber war eine Münze von
260 caftil. Granos oder 12,9301 F eines 900 Tau-
sendteile feinen Silbers, mithin hatte er ein Fein-