Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

366
Essentialien - Essex (Grafschaft)
lLpz.1875), Artikel "Essäer"; Leutbecher, Die Essäer
(Amsterd. 1857); Lucius, Der Essenismus in seinem
Verhältnisse zum Judentum (Straßb. 1881); Wein-
stein, Beiträge zur Geschichte der Essäer (Wien 1892).
Vgl. noch die litterar. Nachweise bei E. Echürer,
Geschichte des jüd. Volks im Zeitalter Jesu Christi,
Bd. 2 (Lpz. 1886).
Efsentialien (lat. 6836Mizl.1i^), wesentliche Be-
standteile, z. V. eines Rechtsgeschäfts (s. Acciden-
talien); Essentialität, Wesenheit, etwas Wesent-
liches; essentiell, wesentlich (s. Wesen).
Essenwein, August von, Architekt und Kunst-
schriststeller, geb. 2. Nov. 1831 zu Karlsruhe, be-
suchte 1847-52 die Polytechnische Schule, ver-
brachte dann mehrere Jahre auf Reisen. Er ver-
öffentlichte: "Norddeutscklands Vacksteinbau im
Mittelalter" (4 Lief., Karlsr. 1855), womit er auf
einen damals noch wenig beachteten Gegenstand
hinwies. Er siedelte 1856 nach Wien über und trat
hier 1857 in die Dienste der Staatseisenbahngesell-
schast. 1864 nach Graz als städtischer Baurat be-
rufen, wirkte E. dort durch Gründung des Steier-
märkischen Vereins für Kuustindustrie und wurde
1865 Professor des Hochbaues an der Technischen
Hochschule. 1866 folgte er einem Rufe als Erster
Vorstand des Germanischen Museums nach Nürn-
berg, als welcher er für umfassende Sammlungen
dieser Anstalt ganz besonders thätig war. Er legte
1891 seine Stelle nieder und starb 13. Okt. 1892zu
Nürnberg. In seinen künstlerischen Arbeiten, die
sich meist auf kirchlichem Gebiet bewegten, vertrat
er, da er nicht bloß der Architektur, sondern auch
allen Künsten und Gewerben, die im Mittelalter
zur Herstellung und Ausstattung der Kirchen zu-
sammenwirkten, gleiche Aufmerksamkeit zuwandte,
in Deutschland die archäol. Schule der Baukunst.
Nnter den ausgeführten Arbeiten dürften der Aus-
bau der Kartaufe, Sitz des Germanischen Museums
in Nürnberg, die Restauration der dortigen Lieb-
frauenkirche, die innere Ausstattung der Kirche
St. Maria im Kapitol zu Köln, die Ausmalung
des Doms zu Braunschweig und die Erweiterung
des Nürnberger Rathauses als seine Hauptwerke
zu betrachten sein, denen sich der in der Ausführung
begriffene Mofaikfußboden im Chor des Kölner
Doms anschließt. An Kirchen, Altären, Glas-
malereien u. s. w. findet sich vieles von ihm an
verschiedenen Orten Deutschlands und Österreichs.
Von E.s Schriften sind noch das Prachtwerk "Die
mittelalterlichen Kunstdenkmale der Stadt Krakau"
(Nürnb.1867) und "Die innere Ausschmückung der
Kirche Groß-St. Martin in Köln" (Köln1866), "Die
Wandgemälde im Dome zu Braunschweig" (Nürnb.
1881), "Der Bilderschmuck der Liebfrauenkirche zu
Nürnberg" (ebd. 1881), "Bilderatlas zur Kultur-
geschichte des Mittelalters" (1884), "Hans Tirols
Holzschnitt, darstellend die Belehnung König Fer-
dinands I. mit den österr. Erbländern durch Kaiser
Karl V." (18 Tafeln mit Text, Frankf. a. M. 1887),
"Die farbige Ausstattung des zehneckigen Schiffes
der Pfarrkirche zum heil. Gereon in Köln durch
Wand- und Glasmalereien" (36 Tafeln mit Text,
ebd. 1891) und von dem "Handbuch der Architektur"
(hg. von Durm u. a.) die "Einleitung", "Altchristl.
Ki'rchenbau", "Vyzant. Baukunst" (1886) und
"Die Kriegsbaukunst und der Wohnbau der roman.
und got. Periode" (1889 und 1892) sowie zahl-
reiche Schriften über das Germanische Mufeum be-
sonders hervorzuheben.
Essenz (lat. 6886iitia; frz. 6886iic6), das Wesen,
die wesentliche Beschaffenheit einer Sache, Wesen-
heit (s. Wesen); daher der Auszug irgend einer
pflanzlichen oder aus dem Tierreich stammenden
Drogue, die deren wesentliche (essentielle) oder wirk-
same Bestandteile enthält. Daher werden die ätheri-
schen Ole im deutschen Handel ost, im französischen
durchgängig E. genannt, weil sie den charakteristi-
schen Stoff der aromatischen Pflanzenteile darstellen.
Eine andere Art von E. sind die mit Alkohol her-
gestellten Auszüge aromatischer Substanzen, die
man zur Zusammensetzung von Riechwässern und
zum Räuchern gebraucht (vgl. Extraits); dahin ge-
hören z. V. Ambra-, Moschus-, Vanilleessenz. Auch
gewisse konzentrierte Präparate, die nur mit Wasser,
Thee, Wein u. s. w. vermischt zu werden brauchen,
um Getränke zu liefern, werden E. genannt, z. B.
Punsch-, Bischof-, Maitrankessenz u. dgl. über E.
bei der Weinbereitung s. Ausbruch.
Essenzweine, s. Ausbruch.
Gsseqlnbo. 1) Fluß in Britisch-Guayana, der
alte Dissequebe der Eingeborenen, der größte unter
den Flüssen von Guayana, entsteht etwa unter 0° 40^
nördl. Br. im SW. der Sierra Acarai, welche sein
11500 l^km großes Becken von dem des Amazonen-
stroms trennt, und ergießt sich nach einem gegen
Norden gerichteten, vielfach gewundenen Laufe
von etwa 960 km durch eine 30 km breite, von
stachen Inseln in drei Arme geteilte Mündung
unter 7" nördl. Br. in den Atlantischen Ocean.
Der stärkste der Mündungskanäle des Ästuars
lst ungefähr 3 Km breit und 4 in ties, bietet aber
der Einfahrt wegen der vorliegenden Schlamm-
bänke große Schwierigkeiten; doch können Seeschiffe
von 5 in Tiefgang mit Hilfe der Flut 70 km weit
aufwärts gelangen bis in die Nähe der untersten
Stromfchnellen, bei welchen die Granitregion be-
ginnt. Trotz der vielen Stromfchnellen, worunter
der Waraputa- und der Orototofall namentlich her-
vorragen, wird der Fluß doch noch 630 km weiter
aufwärts durch Boote befahren. Das größte Hin-
dernis bietet der große Kataralt King Williams IV.
unter 3" 13" nördl. Br., ungefähr 500 km vor der
Mündung. Der E. hat mehrere bedeutende Neben-
flüsse, jedoch nur an der linken Seite. Die beträcht-
lichsten sind der 370 km lange Rupununi oder
Weiße Fluß, der Potaro oder Schwarze Fluß
und der durch den Mazaruni verstärkte, 450 km
lange Cuyuni. - 2) Grafschaft in Britisch-Gua-
yana (s. Guayana) in Südamerika, zwischen den
Mündungen des E. und des Orinoco, ein frucht-
bares und reiches Land, das im ganzen die Natur
von Demerara und Berbice teilt und ohne die wil-
den Indianer und das Militär eine ausschließliche
ländliche Bevölkerung von 25 000 E. zählt.
Gssex, Graffchaft im östl. England, südlich durch
die Themse von Kent, westlich durch die Lea von
Middlesex und Hertsord, nördlich durch dm Stour
von Suffolk getrennt, im NW. von Cambridge und
östlich von der Nordsee begrenzt, hat 3994,23 ykm
und (1891) 785399 E., d. i. 196 auf 1 ^km. E. wird
vom Roding und andern Themsezuflüssen sowie vom
Crouch, Chelmer und Colne reichlich bewässert, welche
in tief eingefchnittene Nordseebuchten münden. Das
Land ist flach, an den Küsten teils sandig, teils, wie
auch die Inseln Canvey, Foulneß und Mersea, aus
Marschen bestehend. Vodenanschwellungen im In-
nern erreichen nur 225 m Höhe. E. ist äußerst frucht-
bar; Wiesen und Ackerland umfassen vier Fünftel