Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

400
Etzel (Karl von) - Euagoras
1807 Wegeinspeltor, 1808 Oberwegeinspektor. Er
leitete den Bau der Gebirgsstraße von Münsingen
nach Ehingen und der hölzernen Neckarbrücke in
Heilbi'onn, wurde 1817 Mitglied des Oberbau-
kollegiums und 1819 technischer Rat im Ministerium
des Innern, in welcher Stellung er das Straßen-
und Vrückenbauwesen Württembergs reorganisierte.
Auch baute er die Gebirgsstraße "Weinsteige" bei
Stuttgart (1822-30), d'ie Donaubrücke bei Ulm
(1827-32), die Enzbrücke bei Besigheim und die
Neckarbrücke bei Cannstatt. E. starb 30. Nov. 1840.
Gtzel, Karl von, Sohn des vorigen, Architekt
und Eisenbahningenieur, geb. 6. Jan. 1812 zu Heil-
bronn, besuchte die Gewerbeschule zu Stuttgart und
studierte in Paris und England. Dann war er als
Ingenieur in Frankreich beschäftigt und siedelte 1839
nach Wien über, wo er an der "Bauzeitung" arbei-
tete und das Dianabad bei Wien baute. E. wurde
1843 als Oberbaurat nach Stuttgart berufen, ent-
warf ein Eisenbahnnetz für Württemberg und über-
nahm die Leitung der Linie Plochingen-Stuttgart-
heilbronn; auch redigierte er seit 1844 die "Eisen-
bahnzeitung". 1853 folgte er einem Rufe nach
Basel als Oberingenieur der Schweizerischen Cen-
tralbahn. Nebenbei baute er unter anderm das
Bankgebäudc in Basel. 1857 wurde E. Vaudirektor
der Kaiser-Franz-Ioseph-Orientbahngesellschaft in
Wien und 1859 Vaudircktor der Österr. Südbahn-
gesellschaft. Er entwarf das Projekt zur Brenner-
bahn, starb aber noch vor deren Vollendung 2. Mai
1865 in Kemmclbach bei Linz. Seine Büste wurde in
der Nähe der Station Brenner aufgestellt. E. gab
heraus: "Brücken und Thalübergänge schweizerischer
Eisenbahnen" (30 Tafeln in 2 Bon., Bas. 1856 -
59), "Osterr. Eisenbahnen, entworfen und ausge-
führt in den 1.1857-60" (4 Bde., Wien).
Gtzels Hofhaltung, f. Wunderer.
Gu (spr. öh), Hauptstadt des Kantons E. (189,86
qkm, 22 Gemeinden, 17388 E.) im Arrondissement
Dieppe des franz. Depart. Seine-Inferieure, an
den Linien Abbeville - Trchort der Franz. Nord-
bahn und Paris-Malaunay-Dieppe-E. (243 km)
der Franz. Westbahn und an der Bresle, 3 km
von deren Mündung bei Tröport (s. d.), wohin ein
3375 m langer und 4 in tiefer Schiffahrtskanal
führt, hat (1891) 4267, als Gemeinde 4693 E., ein
Kommunal-Collöge, Handels- und Friedensgericht,
schöne got. Kirche (13. und 15. Jahrh.) mit Gräbern
der Gulse und Artois, ein Schloß, Chäteau d'E.;
Fabriken von Spitzen, Segelleinwand, Wollstoffen,
Schiffszwieback, Glas, Papier, Öl und Seife,
Schlossereien, Woll- und Baumwollspinnereien,
Seilereien, Gerbereien, Schneide-, Mahl- und Gips-
mühlen und Ziegeleien, sowie Fischerei und bedeuten-
den Handel. - In der Zeit derKapetinger erscheint
E. unter dem Namen ^u^g. (^uc"., 0u) im I^ns 'Ia-
Ion. Die Grafschaft E. wurde im 11.und 12. Jahrh,
von einem Seitenzweige des normann.Königshauses
beherrscht, kam später durch Heirat an Heinrich I. von
Guise, dessen Grab sowie das seiner Gemahlin in
der Kapelle des Collöge gezeigt wird. 1675 kam E.
durch Kauf an die Prinzessin von Montpensier,
siel dann dem Herzog von Maine zu, von welchem
es auf den Herzog von Penthiövre, den mütter-
lichen Großvater des spätern Königs Ludwig Phi-
lipp, überging, und kam, nachdem es 1793 seque-
striert, 1795 als Militärhospital benutzt und später
Eigentum Napoleons I. gewesen war, an Ludwig
Philipp. Dieser verwandte viel auf die Verschöne-
rung des im ital. Stil von rötlichem Stein auf-
geführten Schlosses samt dessen Parkanlagen von
46 da, die zu den schönsten in Frankreich gehören,
namentlich auch auf die in ihrer Art einzige Por-
trätsammlung, und schuf so das Schloß zu einem
der reizendsten Landsitze um. Der erstgeborene
Sohn des Herzogs von Nemours erhielt den Titel
eines Grafen von Eu (s.d.). Von 1852 an gehörte
das Schloß Napoleon 111.; später war es im Besitze
des Grafen von Paris. - Vgl. Therin, I'repoi-t,
15. 6t 168 6llvii-0n8 (Amiens 1874).
Gu (fpr. öh), Prinz Louis Philippe Marie Fer-
dinand Gaston von Orleans, Graf von, geb.
29. April 1842 zu Neuilly als ältester Sohn des
Herzogs von Nemours und Enkel Ludwig Phi-
lipps, wuchs nach dem Sturz seines Großvaters
(1848) in England und Spanien heran, vermählte
sich 15. Okt. 1864 mit Isabella, der ältesten Tochter
des Kaisers Dom Pedro 11. von Blasigen, und trat in
die brasil. Armee ein. Schon 1865 wurde er zum Mar-
schall ernannt. In dem Kriege mit Paraguay über-
nahm er 1869 den Oberbefehl über die brasil. Trup-
pen und besiegte den Präsidenten Lopez bei Piri-
tebu (12. Aug.) und bei Caraguatay (15. Aug.),
womit der Kampf beendet war. (S. Paraguay.)
Seine durch den Krieg gewonnene Popularität ver-
lor er durch seine polit. Thätigkeit. Er war Mit-
glied des Staatsrats und stand ebenso wie seine
Gemahlin ganz unter klerikalem Einfluß. Diese Un-
beliebtheit trug viel zum Sturz der Dynastie Bra-
ganca in Brasilien bei. Bei dem Ausbruch der
Revolution 1889 wurde E. mit der ganzen kaiserl.
Familie auf ein Schiff gebracht und begab sich nach
Europa. Er lebt jetzt in Versailles. Aus feiner
Ehe gingen drei Söhne hervor: Pedro (geb.
15. Okt. 1875), Ludwig (geb. 26. Jan. 1878) und
Antonio (geb. 9. Aug. 1881).
Gu..., griech. Vorsilbe, dem deutschen wohl...
entsprechend, bezeichnet im Gegensatz zu Dys... das
Gute, Angenehme, Normale, Gesunde u. s. w.
Euadne, Gemahlin des Kapaneus (s. d.), stürzte
sich in den Scheiterhaufen, auf dem die Leiche ihres
Gatten verbrannt wurde.
Guagöras, König des cyprischen Salamis aus
dem Hause der Teukriden, der die Herrschaft feiner
Familie über die Stadt Salamis um 410 v. Chr.
durch einen Handstreich zurückgewann. Er erlangte
die Gunst des pers. Hofs, der ihn gegen Zahlung
eines Tributs als König anerkannte. Seiner klugen
Politik hatte es der Athener Konon, der nach der
Schlacht von Agospotamoi bei ihm (405) eine Zu-
flucht fand, wesentlich zu verdanken, daß dieser die
Führung der pers. Flotte erhielt, mit welcher er 394
die spartan. Seemacht bei Knidos Vernicktete. Ader
das Streben des E., ganz Cypern sich zu unterwerfen,
führte allmählich zum Bruche mit Persien; seit
391 v. Chr. wurde E. von den Persern als Feind be-
handelt, eroberte jedoch im Bunde mit Ltgypten und
Athen fast die ganze Insel, setzte nach Phömzien
über, gewann dort Tyrus und mehrere andere
Städte und bewog Cilicien, mit ihm sich zu ver-
binden. Auch nachdem 386 infolge des Antalcidi-
schen Friedens die Athener ihre Hilfstruppen zurück-
ziehen mußten, kämpfte E. noch 10 Jahre (385-376)
gegen die pers. Übermacht, nur zeitweise von Ägypten
unterstützt. Zuletzt schloß er unter der Bedingung
Frieden, daß er gegen einen jährlichen Tribut Herr
der Stadt Salamis bleiben und als König den Be-
fehlen des Perserkönigs Folge leisten sollte. Schon