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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Eugene City - Eugensäure
Erd mann, geb. 25. Dez. 1820, prcuß. General der
Kavallerie, erbliches Mitglied des preuß. tzerren-
bauses, gest. 8. Jan. 1875 zu Karlsruhe in Ober-
schlesien. - Der älteste Sohn aus zweiter Ehe,
Herzog Wilhelm Nikolaus, geb. 20. Juli 1828,
trat in das österr. Heer, zeichnete sich im Deutsch-
Dänischen Kriege 1864 bei Översee aus, wurde
kaiserlich österr. Feldzeugmeister und kommandieren-
der General des dritten Korps in Graz. Dies Kom-
mando legte er nieder, als er durch den Tod des
Königs Karl von Württemberg (gest. 6. Okt. 1891)
und da dessen Nachfolger, Wilhelm II., keinen Sohn
hat, erster Agnat des'Königshauses wurde, um sich
den württemb. Angelegenheiten mehr zu widmen.
Er ist selbst unvermählt. Er ist auch königlich
württemb. General der Infanterie 9. 1a suiw des
Grenadierregiments König Karl (Nr. 123), In-
haber des österr. Infanterieregiments Nr. 73 und
Chef des preuß. Infanterieregiments Herwarth von
Vittenfeld (Nr. 13).
Eugene City (spr. juhdschen hittl), Hauptort
des County Lane im nordamerik. Staate Orcgon,
200 km südlich von Portland, am Willamettefluß
und an der Oregon-Californiabahn, hat (1890)
3000 E. und ist Sitz der Univßi'äit^ ok OreZon.
Eugenglanz (nach Vreithaupt) oder Poly-
basit (nach H. Rose), ein sehr wichtiges Silber-
erz, krystallisiert in rhombischen, oft sehr dünnen
Tafeln mit einem Prismenwinkel von nahe 120",
weshalb es vormals als heragonal galt; auch derb
und eingesprengt; eisenschwarz, in sehr dünnen La-
mellen rot durchscheinend und optisch-zweiachsig.
Härte 2 bis 2,5, milde, spec. Gewicht 6 bis 6,25. Die
chem. Analysen führen größtenteils auf die Formel
9^28^^8283, wobei statt Silber auch etwas
Kupfer, statt Arsen auch etwas Antimon, dazu ge-
wöhnlich etwas Eisen und Zink vorhanden ist. Der
Silbergehalt beträgt 64 bis 72 Proz. Der E. findet
sich auf den Erzgängen von Freiberg, Ioachimsthal,
Andreasberg, Pribram, Schemnitz, Guanaxuato in
Mexiko, Idaho, Nevada.
^uß^sniH ^., Pflanzengattung aus der Familie
der Myrtaceen (s. d.) mit gegen 300 fast durchweg
im tropischen Asien und Amerika verbreiteten Ar-
ten. Es sind schöne, immergrüne Sträucher und
Bäume mit aromatisch duftenden Blättern und
weihen Blüten, können aber nur im Warmhause
kultiviert werden. Die Gattung ist sehr unsicher be-
grenzt ; einige rechnen zu ihr auch die Gattung öai^o-
1)KMu8 und Arten anderer Gattungen. (S. auch Ge-
würznelke und?ini6uta.)
Eugenia, der 45. Planetoid.
UnAsniaormus 6o?ck/., neben ^ioei-wuZ
(s. d.) die eigentümlichste Seeliliengattung des
obern Jura, eine sehr kleine Form von embryonalem
Gepräge, bei welcher der Stiel nur aus wenigen
(5-6) langgestreckten nach der Krone hin an Dicke
zunehmenden Gliedern besteht, die Krone aber nur
aus 15 Deckstücken gebildet ist: aus einem Kelch,
nicht viel dicker als das oberste Stielglied und viel
kürzer, von 5 Vasaltäfelchen, und aus den 5 Armen,
deren jeder ein unteres und ein größeres eingebogenes
oberes, breites Stück hat, ohne Anhänge.
Eugelne, Marie von Montijo, ehemalige Kai-
serin der Franzosen, geb. 5. Mai 1826 zu Gra-
nada in Andalusien, zweite Tochter des Grafen
Manuel Fernandez von Montijo, Herzogs von
Peneranda (gest. 1839), und der Maria Manuela
Kirtpatrik von Closeburn (gest. 22. Nov. 1879 m
Madrid), stammt väterlicherseits aus dem altadli-
gen, im 14. Jahrh, von Genua nach Estremadura
ausgewanderten Geschlecht Porto-Carrero, das in-
folge von Verschwägerungen die Namen Guzman,
Cördoba, La Cerda, Leira noch zu dem seinigen hin-
zusetzen durfte und die drei Grandenwürden erster
Klasse von Teba, Banos und Mora vereinigte.
Durch ihre ebenfalls in Andalusien geborene Mutter
gehört sie zu einer schottischen kath. Familie, die nach
dem Sturz der Stuarts flüchten mußte. Ein Ge-
rücht (vgl. Nauroy, 1^68 86cr6t8 668 VoiiHMrtk,
Par. 1889) bezeichnete sie als Tochter der Königin
Christine von Spanien und von dieser noch vor
ihrer Vermählung mit Ferdinand VII. geboren.
Abwechselnd in Frankreich und England erzogen,
verlebte E. den größten Teil ihrer Jugend auf
Reisen mit ihrer Mutter, unter dem Namen Gräfin
Teba. Auf den Festen Napoleons, die er als Prä-
sident im Elyste gab (1851), machte sie viel Auf-
sehen durch die Grazie ihrer Erscheinung, und nach
seiner Erhebung zum Kaiser lenkte Napoleon III.,
der vergeblich um die Hand von Prinzessinnen
aus europ. Dynastien angehalten, seine Wahl aus
die schöne Gräsin. Die Vermählung wuvde 30. Jan.
1853 in der Notre-Damekirche zu Paris gefeiert.
Am 16. März 1856 wurde sie von einem Sohn
entbunden, der den Namen Napoleon und den
Titel Kaiserlicher Prinz (?rinc6 iinpörial) erhielt.
Bei der Abreise des Kaisers zum ital. Feldzug
(1859) erhielt sie die Reichsregentschaft übertragen,
und auch während der Reise des Kaisers nach Algier
im Mai und Juni 1865 war sie Neichsverweserin.
Von wohlunterrichteter Seite wird ihrer Ein-
mischung in die Angelegenheiten der auswärtigen
Politik der größte Teil der Schuld an dem Deutsch-
Französischen Kriege von 1870 und 1871 zuge-
schrieben. Bei dessen Ausbruch wurde sie wieder zur
Regentin ernannt, mußte aber infolge der Revolu-
tion, die bei der Nachricht von der Gefangennahme
des Kaifers ausbrach, schon 4. Sept. 1870 die Tui-
lerien verlassen und begab sich 8. Sept. nach Eng-
land. Seit 9. Jan. 1873 Witwe, lebt sie als Grä-
fin von Pierrefonds meist zu Chiselhurst.
Nachdem ihr einziger Sohn 1. Juni 1879 in Süd-
afrika im Kampf der Engländer gegen d'^e Zulu-
kafjcrn gefallen war, besuchte sie 1880 seine Todcs-
stätte. - Vgl. Clara Tschudi, E., Kaiserin der Fran-
zosen (aus dem Norweg. dcs Erich Holm, Lpz. 1833).
Gugenöl, Eugensäure, Nelkensäure,
^in II12 O2, ein zu den Phenolen zu rechnender Kör-
s 00112
per, dessen rationelle Formel (^ II3 < OH ist.
Es ist der wesentliche Bestandteil des Nelkenöls,
findet sich außerdem in dem ätherischen Pimentöl,
im Zimmetblätteröl und einigen andern. Zur Dar-
stellung des E. wird Nelkenöl mit konzentrierter
Kalilauge geschüttelt, mit Wasser verdünnt, das
nicht gelöste Ol beseitigt und die alkalische Lösung
durch Säure zersetzt, worauf sich das E. als ölige
Schicht abscheidet. Letztere wird in einem Strome
eines indifferenten Gases rektifiziert. Das E. ist
eine farblose, stark lichtbrechende Flüssigkeit; es be-
sitzt den Geruch des Nelkenöls, hat das spec. Ge-
wicht 1,063 bei 18° 0., siedet bei 247° und färbt sich
beim Stehen an der Luft dunkel. Oxydiert man das
E. in alkalischer Lösung mit übermangansaurem
Kalium, so liefert es Vanillin.
Eugenfäure, s. Eugenol.