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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Euphrosyne - Eure
hat. Sie soll von Ismid an der Bahn Haidar-
Pascha-(Scutari-)Angora (Anatolische Eisenbahn)
oder von Samsun am Schwarzen Meer über Siwas
nach Bagdad am Tigris geführt werden (s. Osma-
nisches Reich ^Eisenbahnen^).
Euphrosyne, eine der drei Chariten (s. d.);
auch 3iame des 31. Planetoiden.
Guphuismus, ein nach John Lylys Roman
"Nup1iu68.11iL Äiillton^ 0l >vit" (1580) genannter,
gekünstelter, antithesenreicher, schwülstiger Stil, der
sich in der engl. Dichtung der Zeit Shakespeares
breit machte, ähnlich dem Marinismus derItalicner,
dem 63ti1o culto oder Gongorismus der Spanier,
dem Lt^is prkcioux der Franzosen, der eleganten
Schreibweise oder dem Schwulst der sog. zweiten
Schlcsischen Dichtcrschule u. a. gekünstelten Schreib-
arten in derLitteratur des 16. und 1?.Jahrh.-Vgl.
F. Landmann, Der E., sein Wesen, seine Quelle,
seine Geschichte (1881).
Gupion, flüssiges Paraffin, hochsiedendes De-
stilla^ns^rodukt von Braunkohlen oder Petroleum.
Gupittön, Eupittonsäure, Pittakal, ein
aus dem Buchenholzteer abgeschiedener Farbstoff,
der in Verbindung mit Alkalien intensiv blau ge-
färbte Salze giebt. Derselbe ist synthetisch aus Py-
rogallolmethyläthern dargestellt und als sechsfach
methylierte Rosolsäure oder Hcraorymctbylaurin,
0,9 Hg (OOII^g 0g, erkannt worden. Praktische Ver-
wendung hat er nie gefunden.
Hu.VlH"ti<32. (grch.), Heilmittel, welche die Bil-
dung des Organismus oder einzelner Organe be-
fördern.
üupieotos, Feuerweber, eine Gattung der
Webervögel (s. d.) mit mehrcrn Arten, darunter 15.
fi-auciLcaua /se/'t.; das Männchen wird in der
Brunftzeit feuerrot mit sammetartiger, schwarzer
Befiederung des Oberkopses, der Wangen, der Brust
und des Bauches und verlängerten Schwanzdcck-
fcdern. Außerhalb der Brunstzeit ist es wie das
Weibchen einfach sperlingsfarben, wie die Federn
der Schwingen und des Schwanzes immer bleiben.
Der Vogel ist ein 12 cin langer Bewohner Mittel-
und Ostafrikas, wo er den: Feldbau nicht selten
schädlich wird.
ÜUVioooinns (Nup1o(^inu5), Fasanhühner,
eine artenreiche Gattung der Fasanen (s. d.).
Eupnoe (grch.), das leichte Atmen.
Eupölis, einer der drei Meister der alten atti-
schen Komödie, war ein etwas älterer Zeitgenosse
und eine Zeit lang auch Freund des Aristophanes,
bis diese Freundschaft sich in das Gegenteil verkehrte.
Er brachte schon im 17. Jahre eine Komödie zur
Aufführung, starb aber noch vor dem Ausgang des
Peloponnesischcn Krieges, wahrscheinlich im Kampfe.
Seine "Schmeichler" waren gegen den reichen Kal-
lias, der "Marikas" gegen Kleons Nachfolger Hy-
perbolus, "Die Täufer" gegen Alcibiadcs gerichtet.
Der Reichtum der Phantasie, der treffende ^pott
und die vollendete Eleganz und Grazie, welche die
Alten an ihm rühmen, läßt sich nach dem Verluste
aller von ihm gedichteten Schauspiele noch in deren
Bruchstücken erkennen. Diese sind am besten von
Meineke in dessen Ausgaben der " ^i-HFinentH co
micoruin Fi-H6coi'um" (5 Bde., Verl. 1839 - 57;
2 Bde., ebd. 1847) und von Kock in "(^omicoi-uin atti-
corum lra^mEutH", Bd. 1 (Lpz. 1880), gesammelt.
Eupompus, griech. Maler aus Sikyon, be-
gründete zu Ansang des 4. Jahrh. v. Chr. eine
neue Maler5ckule^ die sikvomsche, die neben der asia-
tischen und attischen (thebanisch-attischen) blühte,
l^ein bedeutendster Schüler war Pamphilus (s. d.).
Ünprei>ia.a2.s, s. Bärspinner.
Curaflen, von denen, die Europa als selbstän-
digen Erdteil nicht anerkennen, gebrauchte Benen-
nung für Europa und Asien als Erdteil.
Eurasier (eine Abkürzung aus Europ-Asier) oder
.halbkästen sengl. IlHit'-cnäts), in Ostindien Be-
-cichnung der Abkömmlinge von Europäern und ind.
Müttern. Ihre Zahl wird in Bengalen auf 20 000,
in ganz Ostindien auf mehr als 100000 geschätzt.
Viele von ihnen erhalten eine europ. Erziehung und
sprechen das Englische korrekt, wiewohl mit eigen-
tümlichem Acccnt. Die Mädchen sind trotz ihrer
dunklern Farbe meist schön und wohlgebaut, ver-
heiraten sich daher vielfach mit Offizieren und Civil-
beamten. Die Söhne finden gewöhnlich als untere
Beamte in denNegierungsbureaus oder als Commis
bei Kaufleuten Beschäftigung. In untergeordneten
Stellungen sind sie in: allgemeinen sehr brauchbar,
jcdoch ungleich weniger geschickt für die Ausübung
lwbcrer selbständiger Amtsgewalt. Obgleich die-
selben in neuerer Zeit Zutritt zu den höchsten Krei-
sen gefunden haben, werden sie von den Europäern
im allgemeinen nicht sehr geschätzt.
Eure (spr. öhr), linker Nebenfluß der Seine im
nordwestl.Frantreich, entsteht im WaldevonLongny,
in 285 in Höhe, berührt Chartres, Nogent-le-Roi,
Anet, Ivry-la-Vataille, Pacy und Louviers und
mündet nach einem Laufe von 226 Icin, nach Auf-
nahme der Vegre auf der rechten, der Blaue, Avre
und des Iton auf der linken Seite, unfern Pont-de-
l'Arche oberhalb Rouen.
Sure (fpr. öhr), Departement im nördl. Frank-
reich (nach dem Flusse E. beuannt), besteht aus
Teilen der östl. Normandie mit den Landschaf-
ten Ouche, Roumois, aus Teilen von Pcrche
und Verin, grenzt im N. an den Mündungsbusen
der Seine und das Depart. Seine-Infe'ricure, im
O. an Oise und Seine-et-Oise, im S. an Eure-ct-
Loir, im W. an Orne und Calvados, hat 5957,65
(nach Berechnung des Kriegsministcriums 6037)
^m, (1891) 349471 E. (darunter 2756 Auslän-
der), d. i. 58,8 E. auf 1 hlim, und zerfällt in die
5 Arrondisfemcnts Les Andelys, Bcrnay, Evreur,
Louviers, Pont-Audcmcr, mit 36 Kantonen und
700 Gemeinden. Hauptstadt ist Evrcur (s. d.). Das
Departement bildet eine fruchtbare, hierund davon
einzelnen, bis 240 m hoben Hügelgruppen und
namentlich im Nordosten von den malerifchen, stei-
len und bewaldeten Ufcrrändcrn der Seine durch-
zogene Ebcne. Alle Flüsse desselben münden in
diesen Hauptstrom: rechts die Andelle und die süd-
wärts fließende Epte, links die Eure (s. d.) und die
Rille. Das Klima ist mild, veränderlich, feucht und
bei Nord- und Westwinden nebelig, im ganzen
aber gesund. Im allgemeinen ist die Ebene mit
ciner auf eincr Unterlage von Kalkstein, Kreide,
Feuerstein und Tuff ruhenden, tiefen Schicht leh-
migen Fruchtbodens bedeckt. Längs der Seine
ist das Land strichweise sandig, an mchrcrn Stellen
steinig und vollkommen wüst, im ganzen aber
sehr fruchtbar. Die Äcker nehmen 63,2 Proz.,
der Wald 19 Proz., Wiesen und Weiden 6,7 Proz.
und Obstgärten 5,4 Proz. der Gesamtoberfläche
ein. Der Ertrag der letztern, namentlich an Äpfeln
und Birnen, ist sehr bedeutend (1888: 836216 dl
Obstmost). Die Weinberge an der Seine, E. und Avre
lim ganzen 1892: 288 'bk) gcden in Durchschnitt