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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Extremität - Eybel
nimum ergeben die absoluten E. und ihre Differenz
die absolute Schwankung. Die mittlern und ab-
soluten E. bestimmen in der Hauptsache das Klima
Extremität, s. Extrem, feines Ortes.
Gxtremthermometer, Bezeichnung für das
Maximumthermometcr (s. d.) und das Minimum-
thermometer (s. d.).
Gxtuberieren (lat.), aufschwellen, auflaufen;
Extuberänz, Geschwulst, Auswuchs.
Gxtumescieren (lat.), auf-, anschwellen; Er-
tumescsnz, Anschwellung, Austreibung, beson-
ders von Knochen.
Gxuberieren (lat.), in üppiger Fülle vorhan-
den sein, üppig wachsen, schwellen; eruberänt,
reichlich, üppig; Eruberänz, Überfülle, Übermaß,
Schwulst.
Gxulceration (lat.), Vers ch w ärung, das Ab-
sterben und der molekulare Zerfall der Gewebe,
wobei die letztern zu einer misifaroigen und übel-
riechenden Masse (sog. Jauche) verflüssigt werden
und ein mehr oder minder großer Substanzverlust,
ein Geschwür (s. d.), entsteht. Die Ursache der Ver-
schwörung liegt entweder in äußern Schädlichkeiten
und mechan. Insulten, welche tötend auf die Ge-
webe einwirken (Druck, Stoß, Quetschung, Hitze,
Kälte u. dgl.), oder in örtlichen Ernährungs-
störungen (Verstopfung der Blutgefäße, krankhaften
Geschwülsten), oder in einer allgemeinen Vlutent-
mischung (bei Skrofulöse, Tuberkulose, Syphilis
und ähnlichen Dyskrasien). Die Heilung der E. er-
folgt dadurch, daß sich die Geschwürsfläche allmäh-
lich von dem abgestorbenen Gewebe reinigt und in
Granulationen (s. d.) umwandelt, was am schnell-
sten durch ruhige Lagerung, feuchte Wärme und
häusige Reinigung mit schwach desinfizierenden
Flüssigkeiten erzielt wird; die Verschwärnng aus
innern Ursachen erfordert neben dieser örtlichen Be-
handlung auch noch die Beseitigung der zu Grunde
liegenden Blutentmischung. Exulcerieren, schwä-
ren machen, verschwärcn.
Exulieren (lat.), im Eril, in der Verbannung
leben; Exulant, Verbannter.
Gxultation,üxu1tet, Cxultieren, soviel wie
Ersultation u. s. w.
Gxuma Inseln, eine zum Archipel der Bahama-
Inseln (in Westindien) gehörige Gruppe kleiner Ko-
ralleneilandc, östlich durch den Erumasund von
den Inseln Eleuthera und (5at-Island, westlich
durch die Tongue of Ocean von Andros-Island
getrennt, erstreckt sich von NW. nach SO. über
'200 Icni weit in einer schmalen Linie, welche über-
wiegend aus einer Klippenreihc (Eruma-(5ays)
besteht und nur im Südende in zwei ansehnliche
Inseln (Groß - Er u m a und Klei n - E x u m a) aus-
läuft. Die E. haben eine Fläche von 253 c^cin,
die Klippen umfassen 124 ykm. Die Bewohner,
etwa 2300,betreiben Ackerbau,namentlichabcrSalz-
gewinnung. Jährlich werden mehr als 42000 Iii
Salz ausgeführt. Nächst Nassau auf New-Provi-
dcnce ist Klein-Eruma der wichtigste Hafen der
Bahama-Infeln.
Gxundieren (lat.), über die Ufer treten, aus-
treten (von Flüssen); Erundation, Überschwem-
mung. ^ skcnnt man) den Löwen.
üx unß^üo Isönoin (lat.), an der Klane (er-
üx U3U (lat.), nach der Sitte, dem Gebrauch.
Gxutorlum (lat.), jede künstlich erregte Eite-
rung, wclckc eine Ableitung (s. d.) von einer in der
Tiefe des Körpers gelegenen Entzündung nach der
Oberfläche desselben bewirken soll. Früher ganz
allgemein im Gebrauch, ist diese Heilmethode gegen-
wärtig fast gänzlich verlassen worden. Am häufigsten
bediente man sich zu einer derartigen Ableitung des
Fontanells (s. d.).
Gxuvien (lat.), abgestreifte Hülle (z. B. ein Tier-
balg), ausgezogene Kleider; Beutestücke, namentlich
die dem Feinde abgenommene Rüstung.
Nx voto, s. Votum.
Gyach. 1) Rechter Zufluß des Neckars in Würt-
temberg, entspringt bei Pfäfsingen am Nordrande
der Hohenzollernalb, bildet eins der schönsten Alb-
thäler, das Eyach- oder Lautlingerthal, und
mündet 54 km lang unterhalb Horb. - 2) E., linker
Nebenfluß der Enz, entspringt aus dem Wilden
See im Schwarzwald, südwestlich von Wildbad, und
mündet bei Hufen oberhalb Ncuenburg.
Gyb, Ludwig von, Geschichtschreiber, geb. 1417,
gest. 1502, Freund des Markgrafen Albrecht Achil-
lcv von Brandenburg. Seine "Denkwürdigkeiten
drandenb.-hohenzoll. Fürsten" gehören zu den
besten Quellen der frank. Geschichte, sie sind gleich-
sam Memoiren des Geschlechtes. Herausgegeben
wnrdcn sie von Höfler in der "^ucllenfammlung für
frank. Geschichte", Bd. 1 (Bayreuth 1849). Sein
"Kaiserl. Buch des Markgrafen Albrecht" ist eine
AttenfammlungfürdieI.1440-86. DenerstenTeil
gab Höfler in der "Ouellcnsammlung", Bd. 2 (Bay-
reuth 1850), den zweiten Minutoli (Berl. 1850)
Gybar, fpan. Stadt, s. Eibar. ^heraus.
Gyb(e), Albrecht von, Schriftsteller, Bruder von
Lndwig von Eyb, geb. 24. Aug. 1420 auf Schloß
Sommersdorf bei Ansbach, studierte 1444-59 in
Italien, wurde später Archidiakonus zu Würzburg,
Domherr zu Vamberg und Eichstäot, wo er 24. Juli
1475 starb. Er schrieb eine treffliche, von Einflüssen
des Lateins auch in Übersetzungen srcie Prosa. Sein
treffliches Ehebüchlein (Nürnb. 1472) bejaht die
Frage, "Ob einem Manne sey zu nemen ein eelich
Weyb oder nit", gründlich mit Lcbre und novelli-
stischem Beispiel. Im "Spiegel der Sitten" (Augsb.
1511) teilt E. vollständig germanisierte Bearbei-
tungen der Menächmen und Bacchides des Plau-
tus und der Philogenia des Italieners Ugolino
Pisani mit, die sogar deutsche Personennamen (Heinz,
Lutz, Metz) einführen. Eine Anleitung zur lat. Sti-
listik gab er in der "Nai-ßHi-ilH iio^iea." (verfaßt in
Italien, gedruckt 1472). Auch lieferte er lat. und
deutfche Recht^gutachten. E.s "Deutsche Schriften"
aab M. Herrmann heraus (2 Bde., Verl. 1890). -
Vgl. M. Hcrrmann, A. von E. und die Frühzeit des
deutschen Humanismus (Berl. 1893).
Gybel, Adolf, Maler, geb. 24. Febr. 1808 in
Berlin, bildete sich auf der dortigen Akademie und
ging 1834 nach Paris, wo er besonders im Atelier
von Delaroche arbeitete und bis 1839 blieb. Seit-
dem war er, durch die 1836 von Paris gesandte
Ährenleserin in Ruf gekommen, ununterbrochen in
seiner Heimat thätig. An Monumentalarbeiten
schuf er ein Freskogemälde in der Kirche zu Sacrow
bei Potvdam, ferner die Reformatorenfiguren in
der Schlohkapelle zu Berlin in Stercochromie, zwei
Friesbilder für das Jagdschloß des Fürsten Put-
bus auf Rügen (Darstellungen aus der Geschichte
der Insel) und insbesondere Die Schlacht von Fehr-
bcllin (1846; tönigl. Schloß zu Berlin). Im Genre
wählte er gern Fischer- und Marktscenen, oder Sce-
nen aus Walter Scott. Daneben war E. als ge-
schätzter Porträtmaler thätig. Seit 1849 leitete er