Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

495
Fabius - Fabre d'Eglantine
Bezirk, seit 1887 ist erAbgeorvnetcr der Stadt Öden-
bürg. Als Distriktualinspektor der evang. Montan^
Superintendenz ist er seit 188<^ thätig und hat sich
in dieser Eigenschaft auch um Kirche und Schule
Verdienste erworben.
Fablus, Name einer röm. Familie, s. Fabier.
?2.d1s oonvonus (frz., spr. sabl kongw'nüd),
vereinbarte, zugegebene Fabel, eine Erdichtung, die
iedcr als solche kennt, die man aber doch als Wabr-
beit gelten läßt; der Ausdruck stammt aus Voltaires
".l63.UI10t 6t Oolill".
I'a.dUa.ux (frz., spr. -blloh) oder besser I^dw^ux
(aus "I?3.di6i", Diminutiv von "f^l)l6"), in der altern
franz. Litteratur die Erzählungen und Sckwä'nke,
die einst von Spielleuten beim festlichen Mahle
und in Gesellschaften vorgetragen und dann, seit
Mitte des 12. Jahrh., in paarweis reimende, meist
achtsilbige Verse gebracht und niedergeschrieben wur-
den. Der Ursprung dieser Erzählungen ist im Orient
zu suchen' seit den Kreuzzügen find sie durch münd-
liche Überlieferung über Byzanz und Syrien nack
Frankreich gekommen. Wenige sind neu erfunden
oder auf ein thatsächliches Ereignis begründet. Die
Mehrzahl der K ist von scherzhaftem Charakter und
die Komik besteht oft in einer bis zum äußersten
Cynismus gehenden Unanständigkeit. Doch giebt
es auch moralische und sentimentale lV und solcbe,
die sich als religiöse Schwanke bezeichnen lassen.
Da sie für Edelleute und Bürger geschrieben wurden,
sind die Helden der 1< namentlich Bauern und bei
galanten Abenteuern vornehmlich die "cl6re8". Die
grauen werden darin meist sehr ungünstig geschildert.
Die 1< waren bestimmt, in Männergesellschaft vor-
getragen zu werden. Das älteste ^adiian ("15icb6ut")
ist um 1156 entstanden, zahlreiche wurden im
1 3. Jahrh, gedichtet, doch sind die Namen der Autoren
nicht bekannt; die zuletzt entstandenen sind die ^. von
Iehan de Conde und Watriquet, aus dem Anfang
des 14.Jahrh. Diel", sind unbefangene Schilderun-
gen einer wirklich vorhandenen bäuerlichen, geist-
lichen oder bürgerlichen Welt und darum von kultur-
geschichtlichem Werte. - Mit Unrecht rechnete man
früher auch die Vit8 zu den ^. Dies sind ursprüng-
lich nur versifizierte Listen von Namen oder Eigen-
schaften eines Gegenstandes, werden aber später zu
heftigen Satiren; so die Ditä von Rutebeuf. - Vgl.
Ui8wii61itt6rair6 ä6 1a. 1^i-3.no6, Bd. 22; G. Paris,
(^0iit68 oriontaux (Par. 1877); Montaiglon und
Naynaud, K6eu6i1 ß6H6ra,1 6t ooinpiet ä68 f3.dii3.ux
ä68 XI1I° 6t XIV° 816CI68 (6 Bde., ebd. 1872-90).
2 ttb"., bei naturwissenschaftlichen Namen Ab-
kürzung für Joh. Christian Fabricius (s. d.); auch
für Otho Fabricius (s. ^ab.).
Fabre (spr. fahbr), Ferd., franz. Schriftsteller, geb.
1830 inVödarieur Mrault), studierte erst Medizin in
Montpellier, besuchte dann, um Geistlicher zu werden,
das Priesterseminar daselbst, gab aber diesen Ent-
schluß auf, ging nach Paris, studierte hier wieder Me-
dizin und wurde schließlich Schriftsteller. Sein erstes
Werk, ein Band Gedichte: "^6ui1l68 ä6ii6ri-6" (Par.
1853), hatte wenig Erfolg. In die Heimat zurück-
gekehrt, schrieb er seinen ersten von der Akademie
preisgekrönten Roman "1^68 (^ourd 62011; 806U68 ä6
lu. vi6 ci6ricÄi6" (1862), ein Sittengemälde aus den
Ccvennen; dann folgten "^u1i6u s^vi^n^c" (1863),
tt^ä6M0i86li6 (i6 NHiHvi6i1i6" (1865). Doch erst
mit "1/3.1)1)6 i'iZrI.116, 0HQl1i(i3.t 3. 1a, I)g.MIit6"
(l873), einem Priesterroman, dessen meisterhafte
Charakteristik die ganze Kraft seiner Begabung
offenbarte, wurde F. als Schriftsteller berühmt. Er
scbrieb dann noch "1^6 mai ^ui8 ä6?i6i'i'6i'ii6" (1874),
Roman aus der Pariser Gesellschaft, "LaruHdö"
(1875), "I.H p6tit6 N6r6" (4 Bde., 1878), "1.6 ro-
man ä'uu P6ii2tl6" (1878), eine romanhaft zugestutzte
Lebensbeschreibung des Malers Jean Paul Laurens,
"I/N08^itiiljöl'6, äl-2.M6 1'U8ti^U6 6N CiQ<1^0U1'll668>>
(1880), ein Buchdrama, die Bearbeitung seines
1868 erschienenen Romans in Amyots Manier,
"1.6 ^Ii6vi'i6r>', "Non "iioi6 ()6i68tiii, inwur8 cikii-
"3.168" (1881), "1^6 1-01 Rl,mii'6>' (1884), "I^ucik6r"
(1884), worin er mit poet. Kraft den Kampf zwischen
gallitanisckem Freisinn und jesuitischem Ultramon
tamsmus schildert, und die ländlichen Erzählungen
"Nou8i6ni' .I6lui" (1886) und "^<0i'iii6" (1889).
Zuletzt erschienen die Romane "Hu illuminH" (1890),
ttXHvi6r6" (1890), die Geschichte einer Cevennen-
bäuerin,auch in derLokalscbilderungvortrefflich,und
"8)'1viÄii6" (1891). U. d. T. "Na vooation" (1889)
hat F. sein Tagebuch aus der Zeit seiner innern
Kämpfe im Priesterseminar veröffentlicht. Er ist seit
1883 Konservator der Bibliothöque Mazarine.
Fabre (spr. fahbr), Francois H'avier, franz.Ma-
ler, geb. I.April 1766 in Montpellier, gehörte der
akadelnisck-klassizistischenSchule Davids an; erging
1787 mit dem Preise gekrönt nach Rom, 1793 nach
Neapel, dann nach Florenz, wo er als Professor an
der Akademie wirkte. Die ihm 1824 von der Gräfin
Albany (s. d.) vermachte Kunstsammlung schenkte
er der Stadt Florenz. 1826 kehrte er nach Mont-
pellier zurück, wo er eine Kunstschule gründete und
den Grundstock zu einem Museum und einer Biblio-
thek durch seine Sammlungen stiftete. Er wurde 1828
Baron und starb 16. März 1837. Die Mehrzahl
seiner Gemälde befinden sich im Museum zu Mont-
pellier; so der Tod Abels (1791); das Louvre be-
sitzt von ibm: Odysseus und Neoptolemos rauben
dem Plüloktet Bogen und Pfeile des Hercules.
Fabre d'Gglantine (spr. fahbr deglangtihn),
Philippe Francois Nazaire, franz. Lustspieldichter,
geb. 28. Dez. 1755 zu Carcassonne, gewann als
Jüngling bei den Vlumenspielen zu Toulouse den
Preis der wilden Rose (^antiiie) und fügte dieses
Wort seinem Namen bei. Er ging hierauf znr
Bühne, leistete aber nur Mittelmäßiges als Schau-
spieler und begab sich um 1785 nach Paris, um
dort der Litteratur zu leben. Er schrieb seit 1787
mehrere Lustspiele, die der Richtung von Diderot
und Beaumarchais folgten und teils ohne Inter-
esse, teils mit Skandal über die Bühne gingen, bi^
ihm 1791 die Komödie "1^6 ?Iii1int6 ä6 No1i6r6"
(neue Ausg. 1878) außerordentlichen Beifall er-
warb. Ihr folgten "I/iuti-iFU6 6pi8to1a,ii-6 ", "1^6
60QVHi68c6nt ä6 HUÄiit6" u. a. Beim Ausbruch
der Revolution verband er sich mit Desmoulins,
Lacroir und Danton, und als letzterer nach den Er-
eignissen vom 10. Aug. 1792 das Justizministerium
erhielt, wurde er Generalsekretär. Als Abgeord-
neter von Paris kam er in den Konvent, wo er für
den Tod des Königs ohne Berufung stimmte; 1793
wurde er in den Wohlfahrtsausschuß gewählt. Ob-
schon des Noyalismus verdächtigt und unwürdiger
Geldspekulation bezichtigt, klagte er doch die Wuche-
rer im Nationalkonvent an und schlug das Gesetz
des Marimums vor. Als er aber dann mit der
Partei Dantons gegen die Jakobiner auftrat, be-
wirkten die Anschuldigungen Höberts auch seine
Verhaftung. Am 13. Jan. 1794 der Fälschung von
Dokumenten, der Veruntreuung öffentlicher Gelder