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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fachwerksmethoden - Fackellauf
lastung, welche sich auf einzelne Stützpunkte leicht
übertragen läßt. Sie können leicht transportiert
und sehr schnell errichtet werden und bieten größte
Feuersicherheit und Sicherung gegen Fäulniö und
Insektenfraß. Sie können ähnlich konstruiert wer-
den, wie die F. in Holz, indem die Schwelle und
die Nahmen aus 's- oder I-Eisen, die Sänlen
oder Pfosten aus l>z - oder ^ - Eisen gebildet wer-
den, welche letztere in Entfernungen von 1 bis
1,20 in aufgestellt werden. Diese Konstruktions-
teile werden unter sich mit Winkeleisen befestigt.
Die Perspannuug aus Nundcisen, besfer jedoch aus
Baudeifen, welche an den Enden zum Winkel auf-
gebogen sind, teilt die Hauptfächer in Nebenfächer,
welche eine Höhe von etwa 1 in erhalten sollen.
Diese F. werden entweder in ganzer Gebändehöhe
mit durchgehenden Säulen errichtet, wobei zur Auf-
nahme der Zwifchendecken ü- Eifen angebolzt wer-
den, oder es werden die Säulen in den einzelnen
Stockwerken aufeinander gesetzt und durch Winkel-
eisen an der Schwelle und dem Rahmen befestigt.
Die Zwischendeckenbalken ruhen alsdann auf dem
untern Trägerflantsch der Nahmen auf und werden
durch Winkeleisen an den Stegen der Träger und
Nahmen angelascht. Man hat auch F. mit Well-
blechausfachung und solche mit doppelter Wellblecl'-
verkleidnng konstruiert, letztere dann, wenn es sich
um strahlende Wärme oder Kälte handelt. Auch
mittels Hängewerkes oder Aufhänguug einer solchen
Wand nach dem Princip des Gitterträgers kann
man solche Eisenfachwerke als freitragende Wände
konstruieren, deren Stärke alsdann 6 ein uicht über-
schreitet. Über F. als Trägerkonstruktion bei eiser-
nen Brücken s. Eisenbrücken" (Bd. 5, S. M0d).
Vgl. Gottgetreu, Lehrbuch der Hochbaukonstruk-
tion'(4 Tle., Verl. 1880-88); Promnitz, Der Holz-
bau (3. Aufl., 2 Bde., Lpz. 1881); Gladbach, Der
Schweizer Holzstil (2 Serien, Zur. 1882 - 80);
ders., Die Holzarchitektur der Schweiz (2. Aufl.,
ebd. 1885); Schäfer, Die Holzarckitektur Deutsch-
lands vom 14. bis 18. Jahrh. (Berl. 1883 fg.);
Lachner, Gefchichte der Holzbaukunst in Deutschland
(2 Tle., Lpz. 1885-87); Baukunde des Architekten,
I V. Vtetallkonstruktioncn des Aufbaues (Berl. 1890);
Neumeister, Die Holzarchitektur (Stuttg. 1893 fg.).
Fachlverksmethoden, eine Gruppe von Forst-
einrichtungs- oder Waldertragsregelungsmetboden,
die zur Sicherstellung der Nachbaltigkeit des Hiebs-
satzes (s. d.) mit Hilfe eines Wirtschaftsplans be-
stimmte gleich lang bemessene Zeiträume, Perioden
Dächer), entweder mit annähernd gleich großen
Hiebmassen, oder mit solchen Hiebstächen, oder
mit beiden zugleich ausstatten. Man unterscheidet
hiernach Massenfach werk (s. Massenmethoden),
Flächenfachwerk (s. Flächenmethoden) und kom-
biniertes Fachwerk (s. Kombinierte Methoden).
Fachwerksträger bei eisernen Brücken, s. Eisen-
brücken (Bd. 5, S. 920d).
Fachwissenschaft, eine Wissenschaft, die zur
Erreichung eines bestimmten Berufs notwendig ist
(Jurisprudenz, Medizin u. s. w.), im Gegensatz zu
den allgemeinen Wissenschaften.
Facial (lat.), das Gesicht betreffend, z. V. Fa-
ciallinie, Gesichtslinie.
Faciälislähmung, s. Gesichtslähmung.
?a.oiali8 nsrvus (lat.), Gesichtsnerv oder
mimischer Nerv, der siebente Hirnnerv, welcher
mit seinen Zweigen sämtliche mimischen Gesichts-
muskeln versorgt (s. Gehirn).
Vrockhaus' Konv?rsations-Lexiton.. 14. Aufl. VI.
Facles (lat., d. h. Gesicht, Antlitz), der pctro-
graphische und paläontologische Gesamtckaratter
einer geolog. Formation. Da die Verhältnisse,
unter denen sich aus den Meeren zur nämlichen Heit
Sedimente, also Formationen ablagern, sehr ver-
schiedenartiger Natur sind, so konnte ein und die-
selbe Formation sehr verschiedenartige F. erhalten.
In der Nähe der Küsten lagern sich z. V. Sandsteine
ab, während weiter von ihnen entfernt Thone ange-
bä'uft werden; an manchen Stellen bilden sich Kalk-
steinlager aus Muschel- und Schneckengehäusen,
wabreno anderswo Korallenriffe emporwachsen.
Viele Tiere im Meere sind aber abhängig von der
Beschaffenheit des Meeresbodens: verfchiedene,
gleichzeitig gebildete Sedimente werden also die
Reste einer wenigstens zum Teil abweichenden Fauna
beherbergen. Die Faeiesverhältnisje der Formation
erschweren das Studium der letztcrn bedeutend, doch
richtet die Geologie jetzt mehr noch wie früher ibr
Augenmerk darauf. Am bekanntesten ist die alpine
F., die zusammenfassende Bezeichnung aller in den
Alpen und in andern, südlichern Gebieten Europas
vorkommenden Abweichungen von der in Mittel-
europa zuerst festgestellten und deshalb als normal
geltenden Au-obildungsweise der geolog. Forma-
tionen. ^Gesicht.
Idoles Hippooratioa., s. Hippokratisches
Facll (vom lat. taeNe), leicht (zu tbun), umgäng-
lich, leutselig; Facilität, Leichtigkeit, Gefälligkeit,
Umgänglich teit, Leutseligkeit.
Facilletlein (vom ital. t'^^olOtw), Name des
im 16. Jahrh, von Italien und Frankreich aus in
Mode gekommenen Taschenluchs, mit dem beson-
ders bei Brautgeschenken solcher Luxus getrieben
wurde, daß man ihn gesetzlich zu beschränken suchte.
I'a.oio ut äss (lat.), "ich thue oder mache
setwas), damit du (dafür etwas) giebst", eine der
Formen, durch welche nach ro'm. Rechte ein sog.
Innonnnat-Realvertrag (s. (^onti'^ws) zu stände
tam. Ob diese Form, wie die übrigen (i'acio ut
fncia3) äo ut tacia3, c!o ut dos), in allen Fällen
oder nur bei äolus des Beklagten klagbar sei, war
bei den Römern bestritten.
Facit (lat., d. h. es macht), Ergebnis einer Rech-
nung, dann überhaupt soviel als Resultat, Erfolg.
I'a.oit inäiAnatio versuni (lat.), "die Ent-
rüstung macht den Dichter" (eigentlich "den Vers"),
d. h. giebt Anlaß als (satir.) Dichter aufzutreten,
Citat aus Iuvcnals "Satiren" (1,79).
Faclus, Friedr. Wilb., Stein- und Stempel-
schneider, geb. 1764 zu Greiz, kam 1788 nach Weimar
und starb dort als Professor und Hofmedailleur
4. Mai 1843. F. erfand eine dauerhafte Masse für
Stuceaturen und eine Methode, Medaillenstempel zu
bä'rten. Unter seinen Medaillen sind Bildnisse von
Goethe, Schiller, Wieland, Großherzog Karl August
u. s. w. - Auch seine Tochter Angelika, geb.
14. Okt. 1800 zu Weimar, gest. 17. April 1887>a-
selbst, war eine ausgezeichnete Stempel- und Stein-
schneiderin. Sie schnitt die Medaille zur Feier des
Jubiläums des Großbcrzogs Karl August (1825),
die unter Rauchs Leitung vollendete Medaille auf
den Tod dieses Fürsten u. s. w. und fertigte viele
Büsten in Gips.
ssackeldistel, Pstanzengattung, s. Opuntia.
Fackellauf (grch. Lampadedromia), ein in
Altgriechenland, besonders aber zu Athen beliebter,
zu Ehren der Feuergötter an den Panathcnäen,
Hephästeen, Promcthcen, am Feste des Pan und
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