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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fahrplan - Fährte
Im Osterr. Strafgesetzbuch wird die F. ähnlich be-
handelt wie im Deutschen. - über die civilrecht-
lichen Folgen der Fahrlässigkeit s. (^nipg..
Fahrplan, Fahrplankonferenzen, s. Eisen
bahnfahrpläne.
Fahrpoftsendungen, im deutschen Neichspost-
gebiet, in Österreich-Ungarn und der Schweiz Be-
zeichnung aller Postsendungen (auch Briefe) mit
Wertangabe und der Pakete ohne Wertangabe.
Fahrpreise (der Eisenbahnen), s. Eisenbahn-
Fahrrad, s. Velociped. ftarifc.
Fahrrecht, im Mittelalter die gerichtliche Toten-
schau bei unnatürlichen Todesfällen.
Fahrrinne, bei stehenden oder fließenden schiff-
baren Gewässern, welche nicht überall ausreichende
Fahrtiefe bieten, Bezeichnung für diejenige Linie,
auf welcher sich die Schiffe ungehindert bewegen
können. Bei sehr breiten Gewässern wird die F.
durch Betonnung (s. d.) kenntlich gemacht. (S.
Fahrwasser.) ^S. 890d).
Fahrscheinhefte, s. Eisenbahntarife (Bd. 5,
Fahrfchiene, f. Einschienenbahnen.
Fahrstuhl, ein an den Füßen mit Rollen ver-
sehener oder auf einem Radgestell ruhender be-
quemer Stuhl, der besonders als Transportmittel
für Kranke benutzt wird. Auch dient der Name F.
als Bezeichnung für jeden Aufzug (s. d.).
Fährte, in der Jägersprache der Eindruck meh-
rerer Tritte des edlen Haarwildes, das zur hohen
Jagd gezählt wird oder desjenigen, welches Scha-
len an den Läufen hat. Der einzelne Eindruck, wel-
cher vom Lauf gemacht wird, heißt Tritt. In
einem hinreichend weichen, jedoch nicht zu lockern
Boden und in Schnee drückt sich die F. am schärf-
sten ab. Über die gewöhnliche Breite dergefchlosse -
nen Edel-, Reh- und ^chwarzwildfährten, wenn
man dieselben zunächst vor den Ballen mißt, und
über die Weite des gewöhnlichen Schrittes auf der
Ebene, wenn der eine Tritt mitgemesfen wird, sei
zur Verdeutlichung die folgende Tabelle angefügt:
Wildarten,
von denen die Fährten herrühren.
^. Edelwild.
Aalb im Sommer.....
Nalb im Herbst......
Schmaltier im Sommer . .
Spießhirsch im Sommer . .
Gabelhirsch und Alttier . .
Hirsch von 6 Enden . . . .
Hirsch von 8 " . . . .
Hirsch von 10 >. . . . .
Hirsch voll 12 " . . . .
Hirsch von 14 " > . . .
Hirsch von 16 " . . . .
L. Rehwild.
Schmalreh im Sommer. . .
Altes Reh.........
Rehbock ..........
(^. Schwarzwild.
Frischling im Sommer......
Frischling im Winter.......
überlaufener Frischling im Sommei
überlaufener Frischling im Winter
Zweijährige Sau im ^mnmcr . .
Zweijährige Sau im Winter . . .
dreijähriger Keiler .......
Angehendes Schwein.......
Hauptschwein ..........
ittcs lauf
ittes lauf


" 3


om

3,3
3,1
3,7
3,4
4,7
4,3
4,8
4,4
5,2
4,7
5,4
4,9
5,6
5,2
5,9
5,4
6,2
5,6
6,3
5,9
6,9
6,2
2,5
2,3
2,6
2,4
2,7
2,6
2,4
2,3
3,1
2,8
3,7
3,5
4,3
3,9
4,7
4,3
5,2
4,6
5,5
4,9
5,8
5,4 i
6,1
5,6
Z^
0,32
0,35
0,40
0,48
0,50
0,52
0,53
0,57
0,59
0,60
0,62
0,31
0,36
0,38
0,26
0,29
0,30
0,31
0,32
0,33
0,36
0,39
0,46
Bei der Edelwild fährte kann man aus der
Größe, Form und Richtung der F. oder der Tritte
die Geschlechter (Hirsch vom Mutterwild) und un-
gefähr das Alter (Jungwild) und die Stärke untcr-
Fig. 1.
Tritt des Edelhirsches.
Fig. 2.
Tritt des Edelneres.
scheiden. Die F. des Spiefthirsches ist im Herbst
schon fast so stark wie die des Alttiercs. Im allge-
meinen ist der Tritt des Edelhirsches (Fig. 1) mehr
Fig. 3. Fährtc des Edelhirsches beim vertrauten Ziehen.
abgerundet, als der etwas zugespitzte und längliche
Tritt des Edeltieres (Fig. 2). Beim vertrauten
Ziehen sind die Tritte in der F. des Edelhirsches mit
Fig. 4. Fährte des Damhirsches.
der Spitze merklich nach aufwärts gerichtet (Fig. A),
während beim Mutterwild die F. und Tritte fast
parallel stehen. Die F. des Damwildes (Fig. 4)
ähnelt der des Edelwildes, nur erscheinen die Tritte
Fig. 5. Fährte des Nehes in weichem Boden.
geringer, schmäler und spitzer. Die für den Edel-
hirsch charakteristischen Zeichen findet man meist
auch in der F. des Elchhirscho^: cv ist aber die
^
Fig. 6. Schwarzwildfährte beim Schreiten.
letztere wesentlich stärker. Beim Elchtier sind die
Schalen verhältnismäßig länger und schmäler als
beim Elchhirsch. In der Reh fährte (Fig. 5) find
beim starken Boa die Schalen stumpfer und ge-
schlossener, die Ballen breiter und länger und der