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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Feilenhauer - Feime
Fig. 2.
Fig. 3.
sind wenig gebaucht und fast in der ganzen Länge
gleich breit. Die meisten dieser F. sind Bastard-
und Schlichtfeilen von 75 bis 400 mm Länge. Eine
andere Art der flachen F. sind die Spitzfeilen,
von bauchiger Form und vorn in eine Spitze aus-
laufend. Sie sind auf allen vier Seiten gehauen.
Dreieckige oder Dreikantfeilen haben gleich-
seitig-dreieckigen Querschnitt (Fig. 2 c), Hieb auf
allen drei Flächen
und laufen vornfpitz
zu; sie kommen vor-
wiegend als Ba-
stard- und schlicht-
feilen in kleinen
Größen vor, bis-
weilen werden je-
doch auch größere
dreieckige Strohfei-
len gebraucht. Drei-
eckige F. mit schma-
len gebrochenen
Kanten und einhie-
big gehauen(Fig.2ä)
heißen Sägefei-
len und dienen zum
Schärfen der Säge-
blätter. Halbrunde
F. (Fig. 26) haben, wie ihr Name andeutet, einen
halbrunden Querschnitt von der Form eines Kreis-
abschnitts; beide Seiten dieser F. sind gehauen,
vorn endigen sie in eine Spitze. Kleine halbrunde
F., bei denen nur die flache Seite gehauen ist, heißen
Wälz feilen; sie dienen den Uhrmachern und Fein-
mechanikern zur Abrundung der Zähne kleiner Zahn-
rüder. F. mit den in Fig. 2 k und F dargestellten
Querschnitten nennt man Vogelzungen. Die
runden F., Rundfeilen (Fig. 3), haben kreis-
förmigen Querschnitt, sind in der Mitte gebaucht und
vorn spitz. Der Hieb ist, wie auf der gekrümmten
Fläche der halbrunden F., nur aus einzelnen kurzen
Einschnitten zusammengesetzt und bei (Ächlichtfeilen
nur einhiebig. Große Rundfeilen (Strohfeilen) sind
seltener; ganz kleine werden Rattenschwänze ge-
nannt. Alle andern Sorten der F. dienen Sonder-
zwecken und haben demgemäß nur eine beschränkte
Verwendung. Erwähnenswert sind von denselben:
Messerfei l e n, mitmesferartigemQuerfchnitt,dünn
und keilförmig, zur Hervorbringung fchmaler Ein-
schnitte ; Schweiffeilen mit trapezförmigem Quer-
schnitt, zum Schweifen von Schlüssellöchern verwen-
det; Backenfeilen mit Längsfurchen und ein-
fachem, querliegendem Hieb, zum Einfeilen der als
Verzierung an den Metallbacken der Messerschalen
dienenden Querfurchen; Liegefeilen, breite flache
F. ohne Heft, auf welchen von Gold- und ^>ilber-
arbeitern kleine Arbeitsstücke mit der Hand hin und
hergeführt werden. Nadelfeilen und Riffel-
feilen sind eiserne F., die sich beliebig biegen lassen
müssen, um schwer zugängliche Stellen des Arbeits-
stücks bearbeiten zu können.
An das Hauen der F. reiht sich als letzte Arbeit
das Härten, welches ganz besondere Umsicht er-
heischt, damit die F. sich nicht verziehe oder springe.
Die Angel der F. wird nach dem Härten mit dem
glühend gemachten Maule einer Schmiedezange
erfaßt und bis zur blauen Anlauffarbe erwärmt,
um auf diese Weise ihrer Sprödigkeit beraubt und
vor dem spätern Abbrechen geschützt zu werden; die
F. selbst wird nicht angelassen. Ist die F. beim Ge-
brauche stumpf geworden, so wird sie ausgeglüht,
abgeschliffen und aufs neue aufgehauen und ge-
härtet, bis sie schließlich zu dünn geworden ist, um
ein neues Aufhauen zu ertragen.
Früher wurden die besten F. in England, na-
mentlich in Lancashire (z. B. Warrington, unfern
Liverpool) verfertigt; die größte Menge englischer F.
kommt aber aus Sheffield. Gegenwärtig stehen die
aus Remfckeid, Lüoenscheid, Hagen und andern
deutschen Orten stammenden F. den englischen
F. ganz gleich.
Feilenhauer, Arbeiter, dessen Gewerbe das
Hauen der Feilen ist (s. Feile).
Feilenhaumaschinen, s. Feile.
Feilenmufchel (I^iin^), eine Muschelgattung
mit gleichklappiger, schrägeirunder Schale, die meist
etwas gewölbt und gerippt ist und auf den Rippen
bisweilen noch feine Zähnchen trägt, selten aber
glatt erscheint; das Schloß ist zahnlos. Der Fuß
ist gering entwickelt und die Tiere schwimmen wie
die Kammmuschcln (s. d.), mit denen sie auch nahe
verwandt sind, und besitzen gleichfalls am Mantel-
rande Augen. Man kennt etwa 20 lebende Arten,
von denen eine auch in der Nordsee vorkommt,
und über 200 ausgestorvene, welche zuerst in der
obern ^teinkohlenformation auftreten.
Feilitzsch, Mar, Freiherr von, bayr. Minister,
geb. 12. Aug. 1834 in Trogen bei Hof, einer Be-
sitzung seiner zum altfränk. Ritteradel zählenden
Familie, trat nach vollendetem Universitätsftudium
in den bayr. Staatsdienst und wurde 1862 Bezirks-
amtsassessor in Neustadt a. d. Aisch. 1865 trat er
als Sekretär in das Ministerium des Innern, wurde
1866 Regierungsrat und 1872 Oberregierungsrat
in diesem Ministerium, 1873 Direktor der Polizei-
direktion München, in dieser Eigenschaft 1876 Re-
gierungsdirektor und 1877 Polizeipräsident, 1879
Präsident der Regierung von Oberbayern und im
Juni 1881 an Pfeufers Stelle Staatsminister des
Innern. Auf landwirtschaftlichem Gebiete sind seiner
Anregung die Gesetze über Flurbereinigung, über
Errichtung einer staatlich geleiteten Hagelversiche-
rung, einer Landeskultur-Rentenanstalt, sowie über
Körung der Zuchtstiere u. s. w. zu danken. Im
Feldzuge von 1870 und 1871 war er als Civil-
tommissar der bayr. Kriegstruppen in Frankreich
thätig und bekleidete dort auch vorübergehend die
Stelle eines Präfekten zu Nancy, Chälons-sur-
Marne und zu Cord eil.
Feilkloben, ein Werkzeug zum Einspannen und
Festhalten kleiner Arbeitsstücke dienend, in seiner
Wirtungsweise dem Schraubstocke
(s. d.) ähnlich, aber nicht, wie dieser,
zur Befestigung am Arbeitstische be-
stimmt, sondern mit der Hand zu
halten. Es ermöglicht dadurch ein
Drehen und Wenden der Arbeits-
stücke beim Vefeilen, Löten u. s. w.
In den Werkstätten der Schlosser,
Uhrmacher, Mechaniker findet der
F. vielfache Benutzung (s. beistehende
Abbildung). Das Zusammenschrau-
ben der Backen, die sür gewöhnlich
durch eine Feder auseinander ge-
halten werden, geschieht durch eine
Flügelmutter. ^
Feilmafchine, s. ^hapingmaschine.
Feime, auch Schober, Dieme, Triste, die
regelmäßig geschichteten Haufen von Getreide,