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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Feldsanitätsformationen - Feldsee
(s.d.), die zur Vereitung eines wohlschmeckenden Sa-
lats benutzt und zu diesem Vebufe im Winter und
zeitigen Frühjahr, wo anderer Grünsalat selten, ge-
sammelt und auch wohl zu Markt gebracht werden.
Die Blätter des F. bilden eine kleine Rosette. Am
häusigsten findet man Valsi-iaueiia olitoria Iv. und
(leutHta ^o?l. In den Gärten wird eine aus .Holland
eingeführte Form mit breitern, rundlichern, substanz-
reichern Blättern kultiviert, in neuerer Zeit auch das
ital. Rapunzchen (Vai6liau6ilH coronata D. 0.) und
eine Form desselben, der man den Namen der
salatblätterigen beigelegthat. MansätdieSa-
men Mitte September aus und kann die Pflanzen
noch. in demselben Herbst nach der Entwicklung des
vierten Vlattpaares stechen, bei offenem Boden auch
mitten im Winter. Die Oktobersaat giebt einen an-
genehmen Frühlingssalat. Der F. gedeiht am besten
in einem thonigen, mäßig feuchten Boden.
Feldfanitätsformationen, in sich abgeschlos-
sene, eigener Führung unterstellte, fest organisierte
Vereinigungen von Sanitätsperfonal und Material
sür die Krankenpflege im Kriege. Sie werden erst
bei der Mobilmachung nach Bedarf gebildet und
den mobilen Truppenkörpern beigegeben. Zu den F.
gehören in der deutfchen Armee: das Sanitäts-
detachement, Feldlazarett, Etappenlazarett, stehende
Kriegslazarett, Lazarettreservedepot, immobile
Güterdepot, Krankentransportkommission, Sani-
tätszüge, Festungslazarett. (S. diese einzelnen Ar-
tikel sowie Neservelazarett.) Bei den andern europ.
Heeren und in den Vereinigten Staaten von Amerika
bestehen ähnliche Einrichtungen, die in neuerer Zeit
(außer in Rußland) den deutschen nachgebildet sind.
Feldsanitätswefen, s. Sanitätswesen.
Feldsberg, Stadt in der österr. Bezirkshaupt-
mannschaft Mistelbach, am Rande des Hügellandes
gegen die Thaya- und Marchniedcrung, nahe der
mähr. Grenze, an der Linie Lundenburg-Zellerndorf
der Kaiser Ferdinand-Nordbahn, hat (1890) 3009 E.,
Post, Telegraph, Bezirksgericht (108,25 ^m, 27 Ge-
meinden, 28 Ortschaften, 31475 E., darunter 25133
Barmherzigen Brüder mit Spital, Schloß der Fürsten
von Liechtenstein, 1640 und 1718 umgebaut, mit
244 Gemächern, Schloßkirche und Reitschule sowie
eine Acker-, Obst- und Weinbauschule. Der Theim-
wald bei F. (Tiergarten, 2300 w) ist 1660 von
dem Fürsten Karl Euseb von Liechtenstein auf einer
Hochflüche von Weide und Ackerland angelegt. -
Die Geschichte von F. läßt sich urkundlich bis ins
12. Jahrh, zurückführen, wo es mit dem Schlosse
Eigentum des Domstifts zu Passau war. Ihre Ent-
wicklung dankt die Stadt dem sürstl. Hause Liechten-
stein, von dem sie als Sommersitz begünstigt wurde.
Feldschaden, der widerrechtliche Eingriff in das
Eigentum an einem landwirtschaftlich benutzten
Grundstück und dessen Erzeugnissen, soweit sie noch
nicht geerntet sind (Feldfrevel), ferner die Schä-
digung des Feldes und feiner Erzeugnisse durch
Vieh, Wild (Wildschaden), Naturereignisse,
Krieg u. s. w. Pachtverträge treffen gewöhnlich Be-
stimmung, ob der F. vom Pächter oder Verpächter
zu tragen ist. Zur Ersatzleistung für F. haben die
landwirtschaftlichen Versicherungen eine immer wei-
tere Anwendung gewonnen.
der Feldbefestigung (s. d.) von einer gewissen Aus-
dehnung. Man unterscheidet offene und ge-
schlossene Schanzen, je nachdem sie nur teilweise
oder allseitig von einer widerstandsfähigen Brust-
wehr umschlossen sind. Die nicht geschlossene (rück-
wärtige) Seite der offenen Schanze heißt Kehle.
Liegt in dieser eine Brustwehr von minderer Wider-
standsfähigkeit, so entsteht die halb geschlossene
Schanze. Der Grundriß der F. hat nur aus-
springende Winkel von nicht unter 120°, um die
unbestrichenen Räume möglichst zu verringern. Die
vorkommenden Formen für offene oder halbgeschlos-
sene Schanzen sind die Flesche, die Halb red oute
und die Lünette; für geschlossene Schanzen die
Red oute. - Der Aufriß der F. entwickelt sich aus
demjenigen des verstärkten Schützengrabens (s. d.)
durch Hebung und Verstärkung der Brustwehr. Die
Erde wird aus einem vordern und einem hintern
Graben entnommen, von denen ersterer als Hinder-
nis wirken, letzterer den unthätigen Verteidiger
sichern soll, was auch durch angebrachte Unterstände
in noch höherm Maße geschehen kann. Dn smernde
Verteidiger steht auf einem angeschütteten Bankett,
wodurch er eine freiere Beherrschung des Vor-
gcländes erlangt als bei Schützengräben. Vor-
wärts des vordern Grabens wird eine Erdanschüt-
tung, das Glacis, angebracht, die den toten Win-
kel möglichst beseitigt. Dieses Glacis und die
Kontereskarpe des vordern Grabens können auch zur
Herstellung einer vordern und zugleich niedern
Feuerlinie benutzt werden. Die innere Brustwehr-
böschung und die Stufen zum Bankett erhalten der
Steilheit halber eine Bekleidung von Flechtwerk,
Faschinen oder Rasen. Der Eingang liegt in der
Kehlbrustwehr und wird durch eine Barriere oder
ein leicht zu entfernendes Verhau gesperrt. F. sind
meist für eine oder zwei Compagnien Infanterie
berechnet; zur Aufnahme von Geschützen werden sie
nicht mehr errichtet.
Feldscher, Feldscherer, früher in der deut-
fchen Armee Bezeichnung für die unterste Stufe des
Militärarztes in seiner damaligen untergeordneten
Stellung und Ausbildung. Später trat an seine
Stelle der Compagniechirurgus. - In der russ.
Armee giebt es noch heute ähnliche Stellungen, un-
sern Lazarettgehilfen entsprechend.
Feldschlangen, Geschütze, die früher bei der
Artillerie vorkamen und zu der allgemeinen Gattung
der Schlangen (frz. 86rz)6iitni63, ooul(5nvriii68) ge-
hörten. Die Schlangen (der Name kommt in Deutsch-
land seit 1440 vor) hatten unter den ältern Ge-
schützarten die geringsten Kaliber, aber die verhält-
nismäßig größten Längen (20-40 Kugeldurch-
messer), durch welche man die Sicherheit des Schusses
zu erhöhen trachtete. Die geringern Kaliber der
Schlangen wurden im Felde mitgeführt und als F.
bezeichnet. In Reinhardts "Kriegsbuch" (1550)
wird eine Feldschlange von 34 Kaliber Länge und
12 Pfd. Kugelgewicht angegeben. Die leichtern F.
hießen Falken und Falkonetts. Die F. gingen später
in der Feldkanone auf. (S. auch Geschütz.)
Feldschmiede, s. Schmiedefeuer.
Feldschützen, zu Anfang des 16. Jahrh., als
die Artillerie noch keine Waffe, sondern eine Zunft
war, Bezeichnung für die Artilleristen, die die Feld-
stücke bedienten, rm Gegensatz zu den Vüchsen-
meistern und Feuerwerkern, von denen erstere die
Mauerbrecher, letztere die Böller unter sich hatten.
Feldfee oder Feldberger See, See im bad.
Kreis Freiburg, am östl. Fuße des Feldbergs,
1113 m ü. d. M., 4 Ka, groß und 34 m tief; in ihm
werden gute Lachsforellen gefangen. Er steht durch