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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Felpel - Felsenhahn
861) zu bedienen. Da Einziehung des Vermögens
bei allen Kapitalverbrechen eintrat, so versteht man
weiter unter?6l0u^ jedes mit schweren Strafen,
wie Tod, Transportation, bedrohte Verbrechen, das
nicht als 1i'6H8ou, Verrat, erscheint, wie z. V. Münz-
fälschung, Tötung, Brandstiftung. Den?6loni08
werden die NiLäOmsanorg als leichtere, nur mit
Geld- oder Gefängnisstrafen bedrohte Vergehen ent-
gegengesetzt. Als I^eioii^ gilt auch noch nach heu-
tigem Recht in England der Selbstmord Mo-ä6-86).
Wegen der Härte des Gesetzes nimmt die l^ioner^
<Ini-v allgemein Irrsinn des Thäters an.
ßelpel,Felper,s. Felbel.
kels, marokk. Geldgröße, s. Uckia.
felsarten, s. Gesteine.
Helsberg, Gipfel des Odenwaldes, östlich vom
Melibocus (s. d.), in der Hess. Provinz Starkenburg,
hat 517 m Höhe und besteht aus Syenit. Merk-
würdig ist die ungeheure Menge riesiger Blöcke, die
am AbHange lose und bloß lagern, das sog. Felsen-
meer (300 in lang, 120 in breit). - Vgl. Florsckül'.,
D er F. und seine rö m. Steinbruch e sZ winge b erg 1893).
Felsberg, Stadt im Kreis Melsungen des
preuß. Reg.-Bez. Cassel, gegenüber von Gensungen,
links von der Eder, in 199 m Höhe, am Fuße eines
Basaltkegels, Sitz eines Amtsgerichts Landgericht
Cassel), hat (1890) 893 meist evang. E., darunter
156 Israeliten; Post, Telegraph und zwei Kir-
chen, über der Stadt befinden sich die wohlerhalte-
nen Ruinen der Burg F.
Felsberg oder Feldsberg, roman. Vavugn,
Pfarrgemeinde im Kreis Trins, Bezirk Im Boden
des schweiz. Kantons Graubünden, 4 km westlich
von Chur am Südfuße des Calanda (2808 m), links
vom Rhein, besteht aus den Dörfern Alt-Fels-
berg, dicht am Bergfuße, und Neu- F el s b erg, in
der Rheinebene nahe der Brücke gelegen, und hat
(1888) 527 E., darunter 41 Katholiken; Alpenwirt-
schaft, Ackerbau,sowie etwas Weinbau. Am13.Vtärz
1834 stürzte von dem AbHange des Calanda eine
mächtige überhängende Schicht dolomitischen Kalk-
steins herunter und bildete hinter dem Dorfe am
Bergfuße einen mächtigen Trümmerwall. Seither
haben sich die Felsstürze 1842,1843,1850 und 1867
wiederholt und wegen dieser beständig drohenden
Gefahr wurde 1844 das Dorf Neu-Felsberg ge-
gründet. Ein Teil der Bewohner aber blieb in Ält-
Felsberg und viele kehrten dorthin zurück, obwohl
die Gefahr noch keineswegs beseitigt ist.
Felsenbein (Mi-8 Mi-osa 08818 tempurum), der
innerste und festesteTeil des Schläfenbeins, worin das
Gehörorgan verborgen liegt, f. Gehör und Schläfe.
Felsenbirne, f. ^mLl^iicKi^r.
Felsengebirge oder Rocky-Mountains, ge-
meinsamer Name der Hochgebirgsmassen im westl.
Nordamerika, zwischen dem 35. bis 64. Breiten- und
dem 104. bis 130. Längengrade, erfüllt Teile der
Nnionsstaaten Arizona, Neumexiko, Colorado, Ntah,
Wyoming und Montana und von Britisch-Colum-
bia. Das F. bildet als Quellgebiet der großen
Stromsysteme Rio Grande, Colorado und Arkansas
die Grenze der Centralebene im O. gegen die durch
die Sierra Nevada vom Stillen Ocean getrennten
Hochstächen und Stufenländer im W. Das Ge-
birge steigt aus den Ebenen verhältnismäßig steil
auf und fällt zu dem großen Becken des W. sanfter
ab; es besteht aus Parallelketten, die größere
und kleinere Flächen und Hochthaler einschließen;
Seitenzüge gehen nach verschiedenen Richtungen
aus; die Höhen erreichen 4700 m. Es ist ein nord-
südlich verlaufender Streifen archaischer Gesteine,
dem seitlich sedimentäre Schichten anlagern; die
Erhebung erfolgte hauptfächlich zur Tertiärzeit.
Das F. birgt ungeheure Schätze an Gold, Silber,
Kupfer, Blei, Eisen, Kohlen und andern Mineralien.
Charakterbäume sind die gelbe Kiefer (?inu8 pon-
Ü6I-083. Dol///?.) und der Bergmahagoni (^örcocar-
M8) mit sehr schwerem Holz, dazu noch andere Nadel-
hölzer, Pappeln und der silberglänzende Buffalo-
Beerstrauch (8n6p1i6r6i3> ai'^Me". ^m-s/z.). Die
Baumgrenze erhebt sich in Colorado bis über 4000 m,
dann folgt ein Gürtel von Krummholzsträuchern,
dann eine reiche Alpenflora.
Das Gebirgssystem wird durch die Durchbruchs-
thälsr des Nord-Plattestusses (43° der Breite) und
des Missouri (47 ) in drei Teile geteilt. Der südl.
Abschnitt beginnt im N. der Senke des Sierra Madrc-
plateaus an der mexik. Grenze und zieht 900 km in
nördl. Richtung; von 35" ab umschließen die beiden
Hauptketten der Sangre de Christo - Range und
der San Iuan-Mountains das San Luisthal des
obern Rio Grande del Norte. An sie schließen sich
die Park- und Colorado-Range und die Vlack-
Mountains an, während nach W. zu Querzügc
die Verbindung mit dem Wahsatchgebirge und an-
dern Ketten herstellen und nördlich des Arkansas-
thals elliptische Hochebenen, die Region der Parks,
entstehen lassen. Der Sockel des Gebirges liegt in
15-1600 m Höhe; die höchsten Gipfel sind Vlanca
Peak (4409 m), Pike Peak (4312), Long Peak
(4350) und Mount-Harvard (4381 m). Die Pässe
liegen meist nicht unter 3000 m Höhe; der wichtigste
ist der Evanspaß (2514 m), den die Union-Pacific-
bahn benutzt. - Der zweite Abschnitt des F^ ist
600 km lang und besteht aus zahlreichen koulijien-
artig angeordneten Zügen mit der Hauptrichtunq
nach NW. Mittelpunkt des Systems ist hier die
Windriver-Gruppe mit dem Fremont Peak (4200m).
Hier entspringen der Windriver (zum Missouri),
der Snake-Niver (zum Columbia) und der Green-
River (zum Colorado). Im SW. davon liegt der
'Zellowstone-Nationalpark (s. d.) mit seinen vulka-
nischen Bildungen. Zahlreiche Flüsse durchbrechen
die Ketten, die sich jenseit des Missouriquerthals
im dritten Teile des F. wieder zu Parallelen und
allmählich niedriger werdenden Zügen zusammen-
schließen. Die Längsthäler sind die des Columbia
und seiner Nebenflüsse. Auf brit. Gebiet, unter
52° 2(/, finden sich aber die höchsten Erhebungen
des ganzen Systems: Mount-Hooker erreicht 4785,
Mount-Brown 4880 m Höhe', zwischen ihnen liegt der
Paß Athabaska-Portage. Die langen Ketten, die
sich von hier bis zum Iukon fortsetzen, haben Mittel-
gebirgscharakter und bilden keine Wasserscheide mehr.
Sie sind im einzelnen noch wenig erforscht.
Felsenhahn oder Klippenhuhn (Iluiiico)".
ei(ic63. Visitt.), Name eines 30 cm langen, im
männlichen Geschlecht prachtvoll orangerot gefärb-
ten, zur Gruppe der Fruchtvögel (s. d.) gehörigen
Vogels mit braunschwarz geränderten Flügeln und
Schwanz und roter Haube, der in den Gebirgen
Guayanas und Nordbrasiliens heimisch ist, einen
bis auf die Schnabelspitze sich ausdehnenden Feder-
kamm besitzt und durch die seltsamen Tänze bekannt
ist, welche die Männchen zur Paarungszeit aus-
führen. Die Weibchen und die jungen Männchen
sind einfach braun. Eine verwandte Art Mupioola,
psi'uvikma ^tM"m) bewohnt Peru und Bolivia,