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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Felsenkänguru - Felsitporphyr
eine andere lI^'M'0^ 8anFuinoIontÄ (7inek'n) Ecua-
dor. Die Bälge dienen als Federschmuck.
Felfenkänguru (?6tro^6), eine Känguru-
gattung, durch geringe Körpergröße und dicht be-
//aarten, gegen die Spitze buschigen Schwanz, der
nicht als Stütze dienen kann, ausgezeichnet. Zu
ihr gehört das Vergkänguru (?6troFal6 xantiw-
Mg 60^6, s.Tafel: Beuteltiere I, Fig. 1). Das
Pinselschwanz-Felsenkänguru (?6tro^i6
penieiiiata. ^"?/) kommt häufig nach Europa, wird
mit 100 M. das Stück bezahlt und erträgt die Ge-
fangenschaft gut. Als Futter erhält es Hafer, Brot,
Mohrrüben und Heu.
Felsenkrähe, soviel wie Alpenkrähe (s. d.).
Felfenmeere oder Felsenlabyrinthe, Vlock-
anhäufungen, die durch Verwitterung der Granite,
Syenite, auch des Sandsteins entstehen. Diese Ge-
steine sind von einem Netze von Absonderungsklüften
durchzogen, welchen die von oben eindringende Ver-
witterung folgt. Die Risse werden dadurch weiter
und weiter, gleichzeitig runden sich die Ecken und
Kanten der so entstehenden Blöcke ab, die Wasser
spülen die lockern, sandig-thonigen Zersetzungspro-
dukte weg, bis endlich die Klötze ihren Halt verlieren,
umstürzen und ein oft gewaltiges Haufwerk von
chaotisch aufeinander getürmten, wollsackähnlichcn
Blöcken bilden. So sind die F. z.B. des Brockens
imHarz, der Luiseuburg im Fichtelgebirge, des Oden-
waldes, der Vogesen, des Bohmerwaldes, Schwarz-
waldes, Riesengebirges u< s. w. entstanden.
Felfenmispel, s. ^inslÄllonißr.
Felsenpfeffer, s. 86cwm.
Felsenfchlangen (Lun^rus), Gattung aus der
Familie der Prunkottern (s. d.), mit langem Körper,
kurzem Schwänze, breitem, dreieckigem Kopf; be-
wohnen Ostindien bis Südchina, werden bis 2 m
lang und sind außerordentlich giftig.
Kelsenschlvalbe (llirunäo rnp68ti-i8 Hco^.), s.
Schwalbe.
Felsensegler ((^p86iu8 uißida. I^<?., s. Tafel:
Langhänder, Fig. 6), Alpensegler, ein die
Länder um das Mittelmeer bis in die Schweiz hinein
bewohnender Segler (s. d.) von 22,5 cm Länge, wo-
von 8,5 cm auf den Schwanz entfallen. Oben ruß-
farben, unten graulich weiß.
Felsensittich (^onnr^ Mt3,Aoini8 I^ieill.), ein
großer Keilschwanzsittich, der in den Höhlen steiler
Felswände Patagoniens und Argentiniens nistet
und sehr oft nach Europa gebracht und mit 75 M.
das Paar bezahlt wird. Der kräftige Vogel kann
Sommer und Winter im Freien gehalten werden.
Felsenstrauch, s. ^ai6a.
Felsentaube, s. Tauben.
Felsenwüsten, s. Wüste.
Felsing, Georg Jak., Kupferstecher, geb. 22. Juli
1802 zu Darmstadt, ward erst von seinem Vater in
der Kupferstechkunst uuterrichtet und lernte dann in
Mailand bei Longhi. Später wandte er sich nach
Florenz, wo er eins seiner vortrefflichsten Blätter:
Christus am Ölberge nach Carlo Dolci vollendete;
dieser Stich trug ihm 1828 den großen Preis der
Mailänder Akademie ein. Hierauf studierte er in
Rom und andern Orten und kehrte erst nach zehn-
jähriger Abwesenheit nach Darmstadt zurück, wo er
9. Juni 1883 starb. Zu seinen vorzüglichsten Stichen
gehören: Natsr äolorc^g. nach L. da Vinci (1827),
Christus am Ölberge nach Carlo Dolci (1828), Ma-
donna delTrono (1830), Vermählung der heil. Katha-
rina nach Correggio (1831), Der Vrolinspieler nach
Nasfael (1833), Heilige Familie nach Overbcck (1838),
Ieremias auf den Trümmern von Jerusalem nach
Bendemann (1838), Genoveva nach Steinbrück
(1839), Poesie nach Köhler (1840), Poesie und Liebe
nach Kaulbach (1844), ßaivator Nunäi nach L. da
Vinci (1844), Lautenspielerin nach Dräger (1844),
Heilige Katharina nach Mücke (1845), Hagar und Is-
"mael nach Köhler (1848), Aussetzung des Moses nach
Köhler (1849), Loreley nach Sohn (1854), Gefangen-
nehmung Christi (1862) und Heilige Cäcilia nach
Hofmann (1868). Auch durch die Gründung des
Rheinischen Kunstvereins 1836, dem er 40 Jahre
vorstand, erwarb sich F. ein Verdienst.
Sein Bruder, Johann Heinrich F., geb.
18. Sept. 1800 in Darmstadt, gest. daselbst 30. März
1875, ward ebenfalls von feinem Vater im Stechen
uuterrichtet und suchte sich in Paris zugleich auch mit
den technischen Verbesserungen des Kupferdruckes be-
kannt zu machen. Nach seiner Rückkehr übernahm er
1819 die Kupferdruckerei feines Vaters, die er zu einer
der ersten in Deutschland erhob. Auch die Verviel-
fältigung von Kupferplatten auf galvanischem Wege
betrieb er. Er gilt als Erfinder des allgemeinen
Turnerzeichens.
Felfit, die Grundmasse des Felsitporphyrs (s. d.)
und des Quarzporphyrs (s. 0.); sie erweist sich dem
bloßen Auge gegenüber als vollkommen homogen und
splitterig-hornsteinä'hnlich, dabei so hart, daß sie am
Stahl starke Funken sprüht, bald etwas matter und
von unebenem Bruch, dabei etwas minder homogen.
Über die mikroskopische Zusammensetzung und Struk-
tur dieser felsitischen Grundmasse s. Quarzporphyr.
Rötliche, bräunliche und grünliche Farbentöne sind
die häufigsten. Der F. schmilzt trotz seines Kiesel-
säurereichtums und seines Gehalts an mikrosko-
pischem Quarz vor dem Lötrohr wie der Feldspat
allein; wegen dieser Schmelzbarkeit haben franz. I)U-
neralogenfürihndenNamenEurit aufgestellt. Die
Felsitmasse wird auch für sich allein, ohne ausge-
schiedene Krystalle, als Gestein gefunden (Felfit-
fels genannt), das meist in enger geolog. Beziehung
zu dem Quarzporphyr steht, z. V. das Salband mäch-
tiger Gänge desselben, oder die peripherischen Teile
seiner größern Eruptionsmassivs bildend.
Felsitfels, s. Felsit.
Felsitkugeln, sphäroidische Massen von Felstt-
substanz, die mituuter über 1 in im Durchmesser er-
reichen und namentlich in der halbglasigen Masse
der Pechsteine, z. B. Sachsens, eingebettet vorkom-
men, bisweilen im Innern sternförmig zerborsten;
die größern derselben gelten wohl mit Recht als
von der eruptiven Pechsteinmasse eingehüllte und
bearbeitete Bruchstücke von Porphyr, die kleinern
Kügelchen scheinen aber auch wohl als ursprüng-
liche Zusammenballungen von felsitischer Entgla-
sungsmaterie aufgefaßt werden zu dürfen, als
Analoga der Sphärolithe, mit denen sie vielfach
in ihrer Struktur übereinkommen.
Felsitporphyr, ein früher vielfach angewandtes
Synonym für Quarzporphyr (s. d.); neuerdings
pflegt man, nach dem Vorschlage von Tschermak,
den Namen F. auf diejenigen Gesteine zu beschrän-
ken, die zwar, was sowohl die chem. Zusammen-
setzung und die mikroskopische Struktur der Grund-
masse, als auch die geolog. Zusammengehörigkeit
betrifft, durchaus mit den Quarzporphyren über-
einstimmen, aber unter den Ausscheidungen keinen
Quarz mit freiem Auge erkennen lassen; bei ihnen
ist der Quarz in den meisten Fällen in der Grund-