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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ferdinand (von Este, Erzherzog v. Österreich) - Ferdinand (Herzog v. S.-Coburg)
Innsbruck, in dessen Nähe F. das Schloß Ambras
ls. d.) durch seine Kunst- und Vüchersammlungen
bleibend berühmt gemacht hat; F. schloß 1582 eine
zweite Ehe mit Anna Katharina von Mantua, die
ihm aber nur Töchter schenkte, so daß bei seinem
Tode l24. Jan. 1595) seine Besitzungen als Ge-
samterbe an die Habsburg. Seitenverwandten sielen.
- Vgl. Hirn, Erzherzog F. II. von Tirol (2 Bde.,
Innsbr. 1885-87).
Ferdinand, Karl Ios., von Este, Erzherzog
von Österreich, österr. Feldmarschall, geb. 25. April
1781 zu Mailand, der zweite Sohn des Erzherzogs
Karl Anton Ios. Ferdinand sgeb. 1754, gest. 1806),
der durch die Vermählung mit Beatrix von Este die
Erbfolge in Este erhielt und dessen ältester Sohn
Franz IV. (gest. 1846) Herzog von Modena war.
Im Kriege 1805 erhielt F. den Oberbefehl des
3. Armeekorps von 80000 Mann, das Bayern be-
setzleund sich in Schwaben aufstellte. Nachdem Mack,
der das Ganze leitete, in seiner Stellung an der
Iller sich hatte umgehen lassen, wurde F. an der
Spitze des linken Flügels 9. Okt. von dem Marscball
Ney bei Günzburg geschlagen. F. beschloß, das
Schicksal des in Ulm eingeschlossenen Heers voraus-
sehend, sich mit 12 Schwadronen durchzuschlagen,
führte seine Schar durch das feindliche Heer nach
Ottingen und zog die Trümmer des Hohenzollern-
schen Korps an sich. Bei Gunzenhausen an der Alt-
mühl entging er kaum der Gefangennahme durch
den ihn verfolgenden Murat, dem die Infanterie
F.s in die Hände siel; doch kam er nach 8 Tagen
mit noch 1500 Reitern nach Eger. Hierauf erhielt
er den Oberbefehl über die kaiserl. Truppen in Böh-
men, organisierte den Landsturm und machte den
Bayern in mehrern glücklichen Gefechten jeden Fuß-
breit Landes streitig. Mit etwa 18000 Mann deckte
er den rechten Flügel der verbündeten Armee, bis
diese bei Austerlitz geschlagen wurde. F. wurde 1809
Oberbefehlshaber des 36000 Mann starken 7. Ar-
meekorps, mit dem er 15. April ins Herzogtum
Warschau einrückte, dessen Hauptstadt sich ihm
22. April ergab. Während nun F. gegen Kalisch
zog und Thorn angriff, umging Poniatowski die
Österreicher und brach in das österr. Galizien ein,
so daß F. Warschau aufgeben mußte. Zwar eroberte
er Galizien wieder, doch wurde er sehr bald von
Poniatowski abermals vertrieben. F. zog sich nach
Ungarn zurück, und der Waffenstillstand zu Znaim,
12. Juli, beendigte den Krieg. Im Feldzuge von
1815 übernahm F. den Oberbefehl über die österr.
Reserve am Rhein. 1816 wurde er Kommandieren-
der in Ungarn, 1830 Generalgouverneur von Ga-
lizien, legte diese Stelle jedoch nach den Unruhen
von 1846 nieder, lebte dann meist in Italien und starb
5. Nov. 1850 auf Schloß Ebenzweier bei Gmunden.
Ferdinand I., König von Portugal (1367
- 83), geriet in Streit mit König Heinrich dem Un-
echten von Castilien über die Krone und hatte außer-
dem mit innern Unruhen zu kämpfen, welche zum
Teil durch seine Vermählung mit Eleonore Tellez
de Menses veranlaßt wurden, die er ihrem rechten
Gatten Johann Lorenz da Cunha vorenthielt. Mit
F. ging 1383 das altburgund. Fürstenhaus zu
Ende, welches zur Zeit des ersten Kreuzzugs durch
Heinrich von Burgund begründet war. Eleonore
versuchte zwar gegen die Erbfolgeordnung die Krone
für ihre Tochter Beatrix, Gemahlin Johanns I.
von Castilien, zu behaupten, erlag aber dem natür-
lichen Bruder des Verstorbenen, Johann, Groß-
meister des Ordens von Avis, der 1385 bei Alju-
barota auch die Castilier besiegte und so das neu-
burgund. Königshaus in Portugal begründete.
Ferdinand II., August Franz Anton, König von
Portugal, ältester Sohn des Herzogs Ferdinand
is. d.) Georg August von Sachsen-Coburg, geb.
29. Okt. 1816 in Wien, vermählte sich 1. Jan. 1836
durch Prokuration und 9. April in Person mit
der Königin Maria II. da Gloria von Portugal.
Er erhielt als Gemahl der Königin den Titel Herzog
von Braganca und nach der Geburt seines ersten
Sohnes, des'Infanten Dom Pedro von Alcantara
lgeb. 16. Sept. 1837), der Verfassung gemäß den
Königstitel. Nach dem Tode seiner Gemahlin
(15. Nov. 1853) führte er die Regentschaft für den
noch unmündigen Kronprinzen bis zum 16. Sept.
1855. Seine deutsche Abkunft verschaffte ihm in
Portugal mehr Ungunst als Gunst, aber durch sein
kluges und verfassungsgemäßes Verhalten erwarb
er sich allmählich große Popularität. Den ihm 1869
angetragenen Thron von Spanien lehnte er ab.
Er vermählte sich 10. Juni 1869 zum zweitenmal
mit Elise Hensler, die zur Gräfin von Edla erhoben
wurde. Er starb 15. Dez. 1885 in Lissabon. Die
Kinder seiner ersten Ehe sind: König Pedro V., gest.
11. Nov. 1861; König Ludwig I., gest. 19. Okt.
1889; Prinzessin Maria Anna, geb. 21. Juni 1843,
gest. 5. Febr. 1884, vermählt 11. Mai 1859 mit dem
Prinzen Georg von Sachsen; Prinzessin Antonia,
geb. 17. Febr. 1845, vermählt 12. Sept. 1861 mit
dem Erbprinzen, jetzigen Fürsten Leopold von Hohen-
zollern; Prinz August, Herzog von Coimbra, geb.
4. Nov. 1847, gest. 26. Sept. 1889.
Ferdinand der Heilige, Infant von Por-
tugal, geb. 1402 als Sohn des Königs Johann
des Unechten, wurde von seinem Bruder, dem Kö-
nig Eduard I. (1433-38) m Gemeinschaft mit dem
jüngern Bruder Heinrich ausgeschickt, um Tanger
den Mohammedanern zu entreißen; aber von diesen
gefangen genommen, blieb er, da die Cortes nicht
in seine Auslieferung gegen Abtretung Ceutas
willigten, 6 Jahre in harter Gefangenschaft bis
;u seinem Tode 1443. Seinem Schicksale entnahm
Calderon den Stoff zu dem Trauerspiele "Der stand-
hafte Prinz".
Ferdinand, Victor Albert Mainrad, Prinz von
Rumänien^ geb. 24. Aug. 1865 zu Sigmaringen
als zweiter ^ohn des Fürstell Leopold von Hohen-
zollern, des ältern Bruders des kinderlosen Königs
Karl I. von Rumänien, wurde, nachdem sein Vater
und sein älterer Bruder auf die rumän. Krone
verzichtet hatten, 14. Nov. 1886 durch Aufnahme
in die rumä'n. Armee als event. Erbe des rumän.
Thrones designiert. Am 14. März 1889 wurde
er zum Senator ernannt und 18. März 1889 im
Einverständnis mit der Landesvertretung mit dem
Titel "Prinz von Rumänien" als event. Erbe des
rumän. Königsthrons anerkannt. Am 10.Jan. 1893
vermählte er sich mit Maria, der ältesten Tochter
des Herzogs von Edinburgh. F. ist Hauptmann im
1. rumän. Iägerbataillon und Premierlieutenant
ü, Ia ßuits des 1. preuß. Garderegiments zu Fuß.
Am 15. Okt. 1893 wurde ihm ein Sohn geboren,
der den Namen Carol erhielt.
Ferdinand, Georg August, Herzog von Sach-
sen-Coburg, Sohn des Herzogs Franz von
Sachsen-Cobnrg-Saatfeld und der Prinzessin
Auguste von Reuß-Ebersdorf, geb. 28. März 1785,
trat in österr. Militärdienste und vermählte sich