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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Feuerleitung - Feuerlöschdose
Kraft bedarf. Die Feststellung dieser Leiter geschieht
durch besondere Stützen.
Bei Turm-Schiebeleitern kann die auf einem
turmähnlichen Gerüst drehbar gelagerte Leiter mit
Fig. 5.
ersterm auf dem Wagengestell eine kreisförmige
drehkranähnliche Bewegung machen, ohne daß, wie
bei den vorgenannten Leitersystemen, der Wagen
mitzudrehen ijt. Zum Betriebe der-
selben wird Menschenkraft oder
komprimierte Luft, Kohlensäure-
oder Wasserdruck verwendet. Eine
derartige pneumatische Turm-
leiter, wie sie von der Lausitzer
Maschinenfabrik in Bautzen in neue-
ster Zeit ganz in Eisen ausgeführt
wird, ist in nebenstehender Fig. 6
dargestellt. Der Turm ist zugleich
ein Luftwindkessel, in dem die zum
Betriebe verwendete komprimierte
Luft mit einer Spannung von
6 bis 8 Atmosphären aufgespeichert
wird. Die Leiter selbst besteht aus
4-5 teleskopartig ineinander ge-
steckten Rohren, an deren Kopf-
enden die einzelnen Leitertcile be-
festigt sind; mittels Windewerk wird
sie m beliebiger Weise nach vorn
oder seitwärts gerichtet und durch
die vom Turm in das Teleskop
(Mast) geführte Luft auf beliebige
Höhe in kürzester Zeit wie ein hy-
draulischer Teleskopaufzug (s. Auf-
zug, Bd. 2, S. 104a) hochgeschoben.
Ein Haupterfordernis aller großen
Schiebeleitern ist die größere
Sicherheit des Feuerwebrmanns
beim Steigen. Man begnügt sich,
wenn eine an die Spitze der voll-
ständig ausgezogenen unter den
Normalsteigwinkel (etwa 80° gegen
den Horizont) geneigten Leiter
angehängte Last von ungefähr
250kß (3 Mann) ge-
tragen wird. Ferner
muß jede dieser Leitern
bis zu einem gewissen
Grade vorwärts und
seitlich ncigbar sein
nnd außerdem zu der!
Ermöglichung oder
Sicherung ihrer senk-
rechten Aufstellung auf
unebenem Boden eine Regulierung besitzen.
Feuerleitung, im Feuergefecht die Einwirkung
der verschiedenen Vorgesetzten (Gruppenführer, Zug-
führer, Compagnieführer, Bataillonscommandeur)
auf das Feuer einer Schützenlinie. Die F. umfaßt:
Bestimmung des zu beschießenden Zieles, Schätzen der
MW
Fig. 6.
Entfernung desselben (Entfernungsschätzen, s. d.),
Eröffnen und Einstellen (Stopfen), Art und Lebhaf-
tigkeit des Feuers (Feuerart, s. d.) und Überwachung
des Munitionsverbrauchs; endlich auch die Sorge
für rechtzeitigen Munitionsersatz.
Feuerlilie, s. I^ilium.
Feuerlingel?0l70uiiiiHw8), Feuerfalter,
Gold fält er, eine zu der Familie der Bläu-
linge (s. d.) gehörige Gattung der Tagschmet-
terlinge mit gegen 330 Arten und fast kosmo-
polit. Verbreitung. Färbung auf der Oberseite
meist in verschiedenem Umfange und mit ver-
schiedener Lebhaftigkeit des Glanzes goldigrot
oder bräunlichrot mit gelben Flecken, oft auch
violettbraunem Schiller, Unterseite meist grau
mit schwarzen, weißgesäumten Flecken. Die assel-
förmigen Raupen leben meist auf niedern Pflan-
zen. Hierher gehören acht deutsche Arten, von denen
besonders zu erwähnen sind der gefleckte Feuer-
falte r (?o1) ommÄw81'nlI.6H8l>.,s.Tafel -Schmet-
terlinge I, Fig. 11), der gemeine Feuerfalter
(?0^oui!Nktu8 liippotkoö <)c/iF., s. Taf. I, Fig. 13)
und der Dukatenfalter (^ol^ommatug vii-^an-
I-6K6 ^.), auch Dukatenvogel oder Goldruten-
falter; die erstern beiden im männlichen Geschlecht
oben glänzend goldrot mit dunkelm Saum und dun-
keln Flecken, im weiblichen matter bläulichrot mit
zahlreichern Flecken, der letztere im männlichen Ge-
schlecht prachtvoll goldigrot, im weiblichen den bei-
den vorigen ähnlich. Die grünen, gelb gezeichneten
Raupen leben im Frühling auf Ampferarten, der
Goldrute u. s. w. Manche einheimische Arten haben
zwei Generationen.
Feuerlinie, diejenige Linie oder Kante, welche
durch den Scbnitt der Krone und der innern Böschung
einer zur Verteidigung eingerichteten Deckung ge-
bildet wird. Da längs der F. die zum Feuern be-
stimmten Mannschaften und Geschütze Aufstellung
finden, so ist ihr Umfang und ihre Lage (sowohl
Höhenlage wie Richtung) für die Beurteilung der
betreffenden Deckung überhaupt maßgebend. (S.
auck Linie, militär., 3.)
Feuerlöfchbefen oder Patsche, ein flacher,
fächerartig gebundener großer Reisigbesen, oder ein
durch Anbinden von tzanftuchlappcn oder fonstigen
Stoffen an eine Stange hergestelltes besenartiaes
Gerät, welches mit Wasser benetzt zum Ablöschen
von Funken, namentlich bei Schindel- und Stroh-
dächern, Verwendung findet.
Feuerlöschdofe, ein Feuerlöschmittel (s. d.), das
sick dazu eignet, Brände in geschlossenen Räumen zu
bekämpfen, und dessen Wirkung auf der reichlichen
Entwicklung von Gasen (Stickstoff, schwefliger Säure,
Kohlensäure) beruht. Die sog. Buchersche F., die
1846 vom Geh. Bergrat Kühn in Meißen erfunden
und von Bücher in Leipzig zuerst in den Handel
gebracht wurde, enthält in einer Pappenhülsc eine
Mischung von 66 Proz. Salpeter, 30 Proz. Schwefel
nnd 4 Proz. Kohle. Im gefahrdrohenden Augen-
blicke wird die um die Dose gewickelte Zündschnur
entzündet und die Dose in den betreffenden Raum
geworfen, worauf durch die Verbrennung des
Inbalts die das Feuer erstickenden Dämpfe ent-
wickelt werden. Man rechnet etwa 1 ^ Masse auf
10 cdm geschlossenen Raum. Da die F. auch für
brennende Fette, Spiritus u. s. w. anwendbar ist, so
ist sie für feuergefährliche Etablissements (Ölmühlen,
Firnisfabriken, Brennereien) an manchen irrten
polizeilich eingeführt.