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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fire Eater - Firm
(Lond. 1788; durch sie erhielt Schiller die Anregung
m den Rätseln derTurandot), auch Atkinsons Über-
setzung ("^b6 31iHii Nam6ii", Lond.1833; 1886 u.
l.892 neu herausgegeben) giebt nur Auszüge. Pro-
saische Auszüge finden sich in Görres' "Heldenbuch
vonIran" (2 Bde., Verl.1820); Weih vonStartenfels
übersetzte die Geschichte von Säl und Rudabeh (Wien
1840) und die des Kai Kawüs (ebd. 1851). Das Beste
in dieser Art ist des Grafen Ad. Friedr. von Schack
Übersetzung von 19 zum Teil unmittelbar aufeinan-
der folgenden, zum Teil durch orientierende Analy-
sen in Zusammenhang gesetzten Abschnitten, mit
meisterhafter Wiedergabe des Eindrucks des Origi-
nals: "Heldensagen von F." (Berl. 1865; 3. Aufl.,
3 Bde., Stuttg. 1877), eine Verbindung zweier früher
gesondert erschienener Werke, der "Heldensagen von
F." (Berl. 1851) und der "Epischen Dichtungen aus
dem Persischen des F." (2 Bde., ebd. 1853). Einc
Übersetzung Nückerts wurde aus dessen Nachlaß von
Vayer herausgegeben ("Firdosis Königsbuch. Sage
I-X11I", ebd. 1890). Schon im 12. Jahrh, wurde
ein Auszug des 8c1i3iiiiHni6 von Kawam ed-din
Abu'l-Fatah in arabischer, 1510 durch Tatar'Aly
Efendi eine Bearbeitung in türkischer, 1846 eine
solche in hindostan. Sprache durch den Munschi Mol
angefertigt. Andere Werke findet man in von Ham-
mers "Geschichte der schönen Redekünste Persiens"
(Wien 1818, S. 56) angeführt.
Ein anderes episches Gedicht des F. ist das noch
nicht veröffentlichte von Iussuf und Suleicha (deutsch
von O. von Schlechta-Wssehrd, Wien 1889), das er
in Bagdad zur Zeit seines Erils verfaßte und dessen
Echtheit mit Unrecht bezweifelt worden ist. Hand-
schriften davon finden sich in London und Orford.
Erst in neuerer Zeit sind durch Herm. Eths auch die
lyrischen Gedichte F.s bekannt geworden (in den
"Sitzungsberichten der königl.Bayrischen Akademie",
Münch. 1872 u. 1873).
?irs I!a.tsr (cngl., spr. feir iht'r, d. h. Feuer-
fresser), ein leidenschaftlicher, übereilt handelnder
Mensch, in der nordamcrik. Parteisprache von deu
sanatischen Führern der Stlavcreipolitik gebraucht.
Firenk, s. Frenk.
I'irsnxs, ital. Name von Florenz.
Firenzuöla, Angelo (Agnolo Giovannini), ital.
Schriftsteller, geb. 28. Sept. 1493 zu Florenz, stu-
dierte zu Siena und Perugia, trat in den Orden
von Vallombrofa und hielt sich mehrere Jahre in
Rom auf, wo er drei Pfründen erhielt. Seit etwa
!530 bis zu feinem Tode (gegen 1545) lebte er in
Prato. Seine Werke bestehen in burlesken Verfen,
zwei Komödien ("I I^iciäi" und "I^k Irinu^ia,")
einer Übersetzung von Apulejus' "Goldenem Esel",
"OiscorLi äß^ii anim^i" (in Prosa), dem Dialog
"V6N6 1)6^X56 66^6 llc)nn6", zehn Novellen und
einer Schrift gegen Trissinos orthographische Neue-
rungen ("l)i803,c"Hin6nw äeii" miovs Ißttsrß").
Gesamtausgabe seiner Werke von Bianchi (Flor.
l.848). - Vgl. Xovsiik äi ^V. ?. 86^iiit6 äai sliscorLi
clsllk 1>6Uo226 äsiis 6011116 6 äiii diZcoräi äeßli
HQiuiHii (hg. von Guerrini, Flor. 1886).
^irs-tsst (engl., spr. feir, d. h. Feuerprobe),
die amtliche Bestimmung der Entzündungstempe-
ratur des Petroleums (s. d.).
Firischte, Mohammed Kaßim Hindüschah, pers.
Geschichtschreiber Indiens, geb. um 1550 zu Astra-
dad (unfern des Kafpischen Meers), kam 1589 nach
Bidschapur an den Hof des Ibrahim/Adil Schah
(1580-1628), in dessen Auftrag er eine Geschichte
der mohammcd. Dynastien Indiens von dem Zuge
des Hedschadsch gegen Sindh und Multan im
7. Jahrh, und von den Indien erobernden Sul-
tanen von Ghasni an (Anfang des 11. Jahrh.) bis
1606 verfaßte. Diefes große, nach 32 vom Verfasser
namhaft gemachten Geschichtsbüchern bearbeitete
Werk ist bekannt u. d. T. I^i-UvN-i ^iriLobta
("Chronik des F."), der Verfasser felbst nannte es
(^ul8c1ia,u-i Idi^liinii ("Nosenhain Ibrahims"), in
der zweiten Ausgabe von 1609 ^rikli-i X^uraL-
U3.IQ6 ("Chronik des Naurasbuchs"; die Stadt Nau-
ras war 1599 von 'Adil ^chah gegründet). Der
pers. Text wurde in Bombay und Lakhnau 1831
lithographiert; einzelne Partien wurden von Alex.
Dow ("1Ii8toi'7 ol IIWäoLtaii", 3 Bde., Lond. 1768
-72), Anderson ("^ccount olNaiadÄi" in "^äiati^
Ni8coNHn^v, 1786) und Ionathan Scott ("lliätorv
ot'I)6l(1i5ui) tiHii8iatoä", 2 Bde., Shrewsburv 1794;
2. Aufl., 2 Bde., Lond. 1800) bekannt gernacht, das
ganze Werk übersetzt von John Briggs ("^Ko kiätorv
ok tQ6 ri86 Ol tQ6 Nl)1iHININ6ä^N p0^V6l IN luälH
tili 1612", 4 Bde., Lond. 1829). Die Einleitung
über die Hindukönige wurde übersetzt von Dowson
in H. M. Elliots "1Ii8toi'7 ok Inäia" (8 Bde., ebd.
1867-77). F. hat auch einen mediz. Traktat über
die Euter ("Üu8tür ai^td^") hinterlassen. - Vgl.
Rieu, <^lit3.l0FU6 0t' tii6 1^61313,11 N13.I1I18ci'ipt8 in
t.1i6 Lritisli NU86UN1 (Lond. 1879, S. 225), wo auch
die sonstige Litteratur über F. sich findet.
Firkin (spr. för-). 1) Meres brit. Biermah, in
den Vereinigten Staaten von Amerika noch im
Gebrauch, von zweierlei Art: das F. Ale ^ 8 alte
Vier-Gallons ^ 2256 engl. Kubikzoll ^ 36,96821;
das F. Porter ^ 9 alte Bier-Gallons ^ 2538 engl.
Kubikzoll ^ 41,589251; 1 Porter-Firkin ^ 1'/" Ale-
Firkin, oder 8 Porter-Firkin -- 9 Ale-Firkin;
2) jetziges, seit 1826 gesetzliches brit. Maß für alle
Aierforten, von 9 Imperial-Gallons^2495,46 engl.
Kubikzoll ^ 40,8'ni 1; 3) ältere brit. Gewichtsstuse
für Butter und Seife: das F. Butter (auch in den
Vereinigten Staaten von Amerika) ^ 56 Handels-
pfund (Pfund HV0ii'äui)oi8) ^- 25,4012 1(F; das F.
weiche Seife - 64 Handelspfund -^ 29MW k^.
Firle, Walther, Genremaler, geb. 22. Aug.
1859 zu Breslau, bildete sich aus der Münchener
Akademie und im Atelier von Lösftz. Durch die
franz. und Holland. Schule beeinflußt, malte er
u. a.: Morgenandacht in einem Holland. Waisen-
hause (1885; Berliner Nationalgalerie), Die Sonn-
tagsschule (1886; Budapest, Museum), Im Trauer-
hause (1888; Museum in Breslau), Nähstunde
<1888), In der Genesung (1892). Der Künstler
lebt in München.
Firlefanz, im Mittelalter Name eines Tanzes;
dann Bezeichnung für etwas Läppisches, Gecken-
haftes, Flitterkram, Possen, auch für einen läppischen,
geckenhaften Menschen.
Firlot (spr.sör-), älteres schott. Maß für fchütt-
bare feste Körper, ein Viertel des Voll (s. d.). Das
F. war zweierlei: 1) für Weizen, Roggen, Erbsen,
Bohnen, Futterkörner und weißes Salz (F. von
Linlithgow, das Normalmaß) ^21/,/; schott. Flüssig-
teits-Pints ^ 7,925 engl. Imperial-Gallons oder
0,9906 Imperial-Bushels -^ 36,00 5881; 2) für Gerste,
Malz, Hafer, Kartoffeln und Obst ^ 31 schott.
Flüssigkeits-Pints ^ 11,5"i engl. Imperial-Gallons
oder 1,4l5i Imperial-Bushels ^ 52,52 628 1. 124 F.
der ersten Art waren ^ 85 F. der Zweiten Art.
Firm (lat.), fest, sicher, geübt.