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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Firnisbaum - Fischangel
2) Terpentin ölfirnijse, die Lösungen der Harze
in Terpentinöl oder Petroleumbenzin sind, und
3) Weingeistfirnisse, die aus Auflösungen der
Harze in Alkohol bestehen. An die Weingeistfirnisse
schließen sich an die Lösungen der.harze in Holzgeist,
Äceton, Chloroform und'Schwefelkohlenstoff. Zur
Darstellung der Ölfirnisse wendet man meist Leinöl
an, mitunter auch Harzöl, seltener und nur für einzelne
Zwecke Mohn- und Nußöl. Das Trocknen geht nicht
vor sich durch Ausdünstung, sondern dadurch, daß
der F. Sauerstoff aufnimmt und sich in eine feste
Substanz verwandelt; je schneller diese Oxydation
vor sich geht, desto vorzüglicher ist der F. In be-
treff der Festigkeit, Dauerhaftigkeit, Widerstands-
fähigkeit gegen Wasser und Hitze stehen die von den
Japanesen gefertigten F. allen andern weit voran.
Ein sehr konsistenter, schnell trocknender Ölfirnis,
der rnit Nuß oder Kohle im Zustande feinster Zer-
teilung vermischt wird, ist die Vuchdruckfarbe (s. d.).
F. ist auch die Bezeichnung für gewisse Bernstein stücke
ls. Vernsteinindustrie, Bd. 2, S. 842a). - Vgl. Loh-
mann, Fabrikation der Lacke und F. (Berl. 1890);
Andres, Die Fabrikation der Lacke, F., Buchdrucker-
Firnisse und des Siegellackes (4. Aufl., Wien 1891).
Firnis bäum, s. illius
Firnispapier, mit Leinölfirnis getränktes und
durch Aushängen an der Luft getrocknetes starkes
Papier,das zurAnfertigung vonPausen und nament-
lich zurHerstelluug der Schablonen der Stubcnmaler,
neuerdings auch als Verbandstoff gebraucht wiro.
Firnis-Sumach, s. Nlius.
Firnkörner, Firnmulden, s. Firn.
Firnfe, s. Firnewein.
Firozpür (engl. Ferozepore). 1) Distrikt
der Division Lahaur der indobrit. Lientenant-
Gouverneurschaft Pandschab, hat 7127 c^cin und
(1881) 650519 E. -- 2) Hauptstadt des Distrikts F.,
unter 30" 57' nördl. Br. und 74" 38' östl. L., link5
am Satladsch, an der Straße von Fatihgarh uach
Lakhnau, hat (1891) 50437 (30022 männl.. 19815
wcibl.) E., gegen 39570 im I. 1881, und ein Fort.
F. wurde von Firozpür Tughlak, dem Herrscher
von Dehli (1351-88), erbaut.
First oder Forst, die oberste Begrenzung oder
Kante eines Daches (s. d.), welche in dcrNegel einc
wagerechte Linie sein soll. Sie wird bestimmt durch
die Dachausmittelung (s. d.). Bei ungleicher Ge-
bäudetiefe und gleichem Neigungswinkel der Dach-
flächen steigt an der breitern Seite der F. höherund
entstehen somit fallende F., welche unschön aus-
sehen und dadurch vermieden werden, daß man eine
Plattform anordnet oder die Dachflächen als wind-
schiefe in einer Kurve angelegte Flächen konstruiert.
Bei Pultdächern und vielen Satteldächern wird am F.
ein besonderer Firstrabmen, Firstfette, Wolf
angeordnet, welcher zur Unterstützung der Sparren
im F. dient und vorteilhaft für die Aufhebung des
Horizontalschubes am Fuße des Sparren wirtt.
Bei Ziegeldächern nennt man die oberste Reihe der
Dackziegel die Firstschicht und überdeckt dieselbe
bei Satteldächern mit besondern Hohlziegeln (First -
ziegeln). (S. auch Firste.)
Firstblume, die auf der Spitze (dem First, s. d.)
von Giebeln angebrachten Ornamente oder auch die
auf dem First von Dächern zu einem fortlaufenden
Kamm (Firstkamm) vereinigten Verzierungen, die
besonders an mittelalterlichen Gebäuden (Kirchen,
Rathäusern) auftreten. Die F. entspricht dem Akro-
tcrion ls. d.) an antiken Bauten.
Firste, im Bergbau die Decke der unterirdischen
Grubenbauten (vgl. First). Über Firsten bau
s. Bergbau (Bd. 2, S. 7583.).
Firstlinie, s. Berg und Dach.
Firth (spr. förth), s. Fjord. F. of Clyde,
s. Clyde. F. of Forth, s. Forth.
Firnzabädi, Medfcho al-din Abu-l-Tähir Mo-
hammed ibn Ia'küb, Lexikograph der klassischen
arab. Sprache, wurde 1329 in Karisin bei Schiras
geboren, unternahm häufige Studienreisen nach
Mesopotamien, Indien und Arabien, wo er in
Mekka und Medina mehrere Nnterrichts anst alten
stiftete. 1388 traf er in Schiras mit Timur zu-
sammen, der ihn sehr auszeichnete. 1392 wurde er
zum Obcrkadhi in Jemen ernannt, welches Amt er
bis zu seinem Tode (1417) bekleidete. In einem
auf der Pilgerbahn bei Al-Szafä erbauten Hause
verfaßte er sein großes lexikalisches Werk, den
"Ocean" (XÜ.1M3), das seinen Namen berühmt
machte. Es wurde zuerst in Kalkutta (2 Bde., 1817)
und später mehreremal in Ägypten herausgegeben'
beste vokalisierte Ausgabe mit Glossen von Naßr al-
Hürini (4 Bde., Bulak 1301-2 der Hidschra). We-
gen seines großen Ansehens wurde das Werk auch
ms Türkische ("Türkischer Kämüs", 3 Bde., Kon-
stantinopel 1230-40 der Hidschra, Bulak 1250 der
Hidschra) und Persische (Kalkutta 1840) übersetzt.
I°K8 (ital. la äi6^i8; frz. la, äi686; engl. s^arp),
in der Musik das um einen halben Ton erhöhte k;
es wird durch 5 und vorgezeichnetes ß bezeichnet
und ist nur enbarmonisch von A63 verschieden, mit
dem es bei Tasteninstrumenten zusammenfällt.
Fisch, s. Fische. - über den F. in der altkirch-
lichen Bildersprache s. Ichthys.
Fisch, südlicher (?i3ci3 3,u8ti'inii8), Sternbild
dos südl.Himmels. Es enthält einen Stern 1. Größe,
Fomalhaut genannt.
F"sc/5., bei naturwissenschaftlichen Namen Ab-
kürzung für Gotthelf Fischer von Waldheim (s. d.);
hinter lat. Namen von Weichtieren Abkürzung für
Paul Fischer, einen franz. Konchyliologen.
Fischa, zwei Bäche in Niedcrösterreich. Der eine
entspringt bei Fischau, westlich von Wiener-Neu-
stadt, und fließt bei Untereggendorf in die Leitha.
- Der andere, die fog. Fischa-Dagnitz, ent-
springt im Steinfelde, nimmt die weit bedeutendere
Piesting auf und mündet nach einem 38 Icin langen
Lause bei Fischamend in die Donau.
Fischadler, s. Adler.
Fischamend, Markt und Dorf im Gerichtsbe-
zirk Schwechat der österr. Bezirkshauptmannschaft
Brück an der Leitba in Niederösterreich unterhalb
Wien, rechts der Donau, am Einfluß der Fischa-
Dagnitz in dieselbe, an der Linie Schwechat-Man-
nersdorf der Osterr.-Ungar. Staatsbahn, ist Winter-
hafen und Station der Donau - Dampfschiffahrts-
gesellschaft. Der Markt, rechts der Fischa, hat
(1890) 2317 E., Post, Telegraph, das Dorf 583 E.,
mehrere Fabriken, Feldwirtschaft und Viehzucht
(Österreichische Borstenvieh-Mast- und Zuchtanstalt)
sowie bedeutenden Fruchthandel mit Wien. F. ist
einer der ältesten Orte des Landes und steht an
der Stelle des Kastells ^.ehninoctiimi der Römer.
(S. (^1'UUIitüIN.)
Fischangel oder Angelhaken, das beim
bischen gebräuchliche Werkzeug, desien wirksamer
Teil ein aus Eisen- oder Stahldraht gebildeter
Widerhaken ist. (S. Angelfischerci und Tafel dazu,
Fig. 5 a-Q.)