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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Flarchheim - Flaschenzug
sehen, durch welche die zur Verbindung dienenden
SchraubenbolZen gesteht werden. Wo ein völlig
dichter Anschluß erforderlich ist, pflegt man einen
Ring aus T)ichtungsmaterial (s. Dichtung) zwischen
die beiden gegeneinander tretenden F. zu legen und
durch Anziehen der Schrauben zusammenzupressen.
Blindflansch heißt bei Rohrleitungen ein F., der,
für den spätern Anschluß eines Zweigrohres be-
stimmt oder als Neinigungsöffnung dienend, mit
einem Deckel verschlossen ist.
Flarchheim, früher auch Fladenheim, Dorf
im Kreis Langensalza des preusz. Reg.-Bez. Erfurt,
südlich von Mühlhausen in Thüringen, hat (1890)
599 E. und ist bekannt durch die unentschiedene
Schlacht zwischen .Kaiser Heinrich IV. und den auf-
ständischen Sachsen unter Otto von Nordheim
27. Jan. 1080.
Flasche als Hohlglas, s. Glas. - Im Maschi-
nenbau ist F. eine bei Flaschenzügen (s. d.) vor-
kommende Vereinigung mehrerer Rollen in einem
Gehäuse, welches entweder fest ange-
hängt wird (feste F., f. beistehende
Figur) oder von dem um die Rollen
geschlungenen Seile getragen wird
und an einem Haken die Last auf-
nimmt (lose F.). Die Achsen der Rol-
len einer F. wurden früher im Ge-
häuse meist übereinander angeordnet
und die Rollen dann verschieden groß
gemacht; jetzt werden die Rollen neben-
einander auf derselben Achfe und in gleicher Größe
angebracht, wobei die F. kleiner werden und ein
etwas größerer Hub im Flaschenzug sich erreicheil
läßt. - In der Schriftgießerei (s. d.) bedeutet
F. soviel wie Giesiflasche.
Flasche, Leidener, s. Leidener Flasche.
Flafchenbatterie, elektrische, eine Vereini-
gung von mehrern Leidener Flaschen (s. d.) in
der Weise, daß alle innern (z. B. positiven) Be-
legungen miteinander und ebenso alle äußern (z.V.
negativen) Belegungen miteinander verbunden sind.
Die Kapacität (s. Elektrische Kapacität) derselben
entspricht der Summe der einzelnen Flaschenkapaci-
täten und kann leicht '/"-1 Kin erreichen. Wenn
es darauf ankommt, große Elektricitätsmengen (s. d.)
Fig. 1.
auf einmal zu
entladen, ge-
währen die F.
bedeutende
Vorteile. Bat-
terien aus
Frantlinschen
Tafeln (f. Lei-
denerFlafche),
auch aus
Glimmerblät-
tern, werden
ebenfalls ver-
wendet, z. B.
bei der Rheo-
statischen Ma-
schine (s. d.).
Außer dieser Verbindung wurde auch noch die
Flaschensäule angewendet, welche nach dem
Erfinder auch Franklinsche Batterie genannt
wird. Bei derselben wird nur die erste Flasche un-
mittelbar geladen, während die folgenden Flafchen
sich durch Influenz laden. Für dieselbe Energie
hat man zur Ladung dieser Batterie nur die Elektri-
5ig. 2.
citätsmenge für eine Flasche zu entwickeln, da aber
das Potential proportional der Flaschenzahl höher
ist, wird an Arbeit nichts erspart. Diese Batterie
ist wegen der großen Verluste infolge der hohen
Potentiale schwer zu laden. Es ist deshalb nach
Mach zweckmäßig, die Batterie in der Verbindung
Fig. 1 zu laden und zum Zwecke der Entladung durch
einen Umschalter rasch die Verbindung Fig. 2 her-
zustellen. Man kann sich vorstellen, daß bei der
ersten Verbindung alle Funken der einzelnen Flasche
nebeneinander, bei der zweiten alle Funken hinter-
einander geschaltet sind. Deshalb sind auch im ersten
Fall die Funken kurz und sehr gesättigt, im zweiten
Fall sehr lang und weniger gesättigt. (S. Galvanische
Batterie und Galvanismus.)
lafchenbäume, s. ^noua.
laschenbirnen, s. Birne (Bd. 3, S. 32 d).
laschenelement, Grenets, s. Galvanisches
lafchenfabrikation, s. Glas. ^Element.
laschenfüllmaschine, s. Schankgeräte.
lafchenglas, s. Glas.
laschenigel, s. Bürste (Bd. 3, S. 780d).
lafchenkurbis, s. Kürbis.
,ylaschenlack, eine billige Sorte Siegellack.
Flaschenpost, Beförderung von Nachrichten bei
Unglücksfällen und andern Anlässen in einer wasser-
dicht verschlossenen Flasche, die man dem Meere
anvertraut, damit dieses sie möglichst nach einer
bewohnten Küste, einem Hafen u. s. w. hinführe.
Nach völkerrechtlichem Brauch werden derartige F.
bei der Auffindung an die Ortsobrigkeit abgeliefert
und von dieser den: Konsul der betretenden Nation
übergeben, der für Weiterbeförderung der in der F.
enthaltenen Nachrichten sorgt. Namentlich in art-
tischen Gegenden ist die F. mit Erfolg zur Über-
bringung von Nachrichten über Polarexpeditionen
verwendet worden. - Auch werden F. zur Messung
der Geschwindigkeit, Tiefe und der^Richtung der
Meeresströmungen verwandt. Die schiffe werfen
in See von Zeit zu Zeit gut verkorkte Flafchen
über Bord, in welche ein Flaschenfindezettel
eingeschlossen ist. Dieser enthält die genaue Zeit
und gcogr. Lage des Orts, an welchem er dem Meere
übergeben, und die Aufforderung in mehrern Spra-
chen an den Finder, seinerseits Zeit und Ort des
Fundorts darauf zu vermerken und alsdann den
Zettel an das Hydrographische Amt seines Landes
einzusenden. In sog.Flaschenkarten werden die
Ergebnisse dieser F. eingetragen. Beispielsweise
wurde eine von der deutschen Brigg Marco Polo
23. Aug. 1873,8 Uhr vormittags, auf 48° 36' nördl.
Vr. und 6° 56' westl. L. über Bord geworfene F.
26. Okt. 1873, 4 Uhr nachmittags, bei Oudeschild
auf Texel (Holland) 53° 3' nördl. Br., 4° 11' östl. L.
angeschwemmt: sie hatte demnach 530 Seemeilen,
also täglich 8,3 Seemeilen, zurückgelegt. Die Er-
gebnisse der F. werden alljährlich im "^antical HIu.-
^^iu6" (Lond., seit 1840), den "Annalen der Hydro-
graphie" (Berl., seit 1873) u. s. w. veröffentlicht.
Flaschenreinigungsmaschine, Flaschen-
verkorkungsmafchine, Flaschenverfchlutz, s.
Schankgeräte.
Flaschenzug, ein zur Ausübung von Zugkräf-
ten, speciell zur Hebung von Lasten dienender Ap-
parat, welcher aus einer festen und einer losen Flasche
(s. d.) oder Rolle (Rollenzug) besteht, die unter-
einander durch Seile oder Ketten verbunden sind.
Bei der gewöhnlichen Anordnung der F. enthalten
die Flaschen eine oder mehrere gleich große Rollen