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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Flint - Flittersand

Mailand, Neapel, Nottingham, Palermo, Paris (mit großem Lager), Porto, Rom, Stockholm.

Flint, s. Feuerstein.

Flint. 1) F. oder Flintshire, die kleinste und nordöstlichste Grafschaft des engl. Fürstentums Wales, aus zwei durch Denbighshire getrennten Teilen bestehend, hat 654,79 qkm und (1891) 77189 E. (gegen 80441 in 1881). F., der am wenigsten gebirgige Teil von Wales, zeigt einen anmutigen Wechsel von Hügeln und Thälern. Die wichtigsten Flüsse sind der schiffbare Dee mit dem Alyn und der Clwyd. Den Hauptreichtum bilden Mineralien. Das Steinkohlenfeld längs des Dee hat 0,6 bis 4,6 m Mächtigkeit. Ferner baut man bei Holywell auf Kohlen, Kupfer, Vitriol und, besonders bei Llan-y-Pander, auf Blei; auch findet sich Galmei und die beste Art von Zinkblende. Außerdem treibt man Baumwollspinnerei, Töpferei und Seesalzbereitung. Die Hauptstadt ist jetzt Mold (s. d.). Wichtig sind auch St. Asaph und Rhyl (s. d.). F. hat einen Abgeordneten im Parlament, Sein Grafschaftsrat zählt 56 Mitglieder. – 2) Stadt in der Grafschaft F., Parlamentsborough und früher Hauptstadt. 10 km nördlich von Mold, am Dee, hat (1891) 5247 E., Stadthaus, einen kleinen Hafen und große chem. Fabriken. In der Nähe Kohlengruben und Bleischmelzen.

Flint, Hauptstadt des County Genesee im nordamerik. Staate Michigan, im NW. von Detroit am Flint-River und an zwei Bahnen, hat (1890) 9803 E., Wagenbau und Getreidehandel.

Flint, Paul, Goldschmied, s. Flindt.

Flinte (frz. fusil, d. i. Wetzstahl; ital. fucile, Feuerstahl), das mit dem franz. Batterieschloß (Steinschloß) versehene Gewehr, wie es in der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. zuerst in Frankreich gebraucht wurde und rasch weitere Verbreitung fand. Der deutsche Name rührt von Flint (niederländ. vlint, d. i. Feuerstein, s. d.) her. Der Flintenstein rief in Verbindung mit dem Stahl der Batterie des Pfanndeckels die Entzündung der Ladung durch abgerissene Funken hervor. Im gewöhnlichen Leben bezeichnet man mit F. die Handfeuerwaffen (s. d.) mit langem Lauf, besonders aber das glatte Gewehr im Gegensatz zum gezogenen (s. Jagdgewehre).

Flintglas, ein wesentlich aus Kieselerde, Kali und Bleioxyd bestehendes optisches Glas von starkem Brechungs- und Lichtzerstreuungsvermögen. Während die ersten beiden Stoffe sich leicht, wenn sie durch große Hitze in Fluß gebracht werden, so vereinigen lassen, daß sie eine durchaus gleichförmige Masse bilden, verursacht das Bleisilikat (Bleiglas) durch sein großes specifisches Gewicht Schwierigkeiten, weshalb es sehr schwer hält, völlig wellenfreie Stücke zu erhalten. Das F. ist für die praktische Optik höchst wichtig, da nur aus F. und einem gewöhnlichen, nicht bleihaltigen Glase (wie Crownglass, s. d.) zusammengesetzte Linsen achromatisch (s. d.) sind. Früher konnte man brauchbares F. in größern Stücken nur in England verfertigen, bis Fraunhofer in München noch viel größere von ganz besonderer Güte machte. Allein er nahm sein Geheimnis mit ins Grab. Später wurde es in fehlerfreien Stücken hergestellt von Merz in München, Daguet in Freiburg in der Schweiz, Guinand in Paris und Chance in Birmingham. (s. auch Glas, optisches.)

Flintrännan, s. Drogden.

Flint-River (spr. riww’r, indianisch Thronateeska), Fluß, entspringt im Staate Georgia etwa 16 km südlich von Atlanta, fließt in gewundenem Laufe über Albany, wohin Dampfer gelangen, vereinigt sich mit dem Chattahoochee (s. d.), um mit diesem den Apalachicola (s. d.) zu bilden. – F. heißt auch ein Quellfluß des Saginaw im Staate Michigan.

Flintshire (spr. -schīr), s. Flint.

Flintshiresteine, s. Dinasziegel.

Flinzer, Fedor, Zeichenlehrer, geb. 4. April 1832 in Reichenbach im Vogtland, besuchte seit 1849 die Akademie der bildenden Künste in Dresden und trat 1853 in das Atelier Schnorrs von Carolsfeld ein. Von 1859 bis 1872 Zeichenlehrer in Chemnitz, siedelte er 1873 nach Leipzig über, wo er gegenwärtig Städtischer Zeicheninspektor und Oberlehrer am Realgymnasium ist. Sowohl als Methodiker, als auch als Künstler ist F. von Bedeutung. F. hat eine große Anzahl Kinderbücher geschaffen («Reinecke Fuchs», «Lachende Kinder», «Jugendbrunnen», «Der Tierstruwwelpeter», «König Nobel» u. a.), in deren Illustrationen er die Tiere personifiziert und mit menschlichen Charaktereigenschaften ausstattet; der zugehörige (gereimte) Text ist zum Teil von J. Lohmeyer. Seine Methodik legte F. nieder in dem «Lehrbuch des Zeichenunterrichts an deutschen Schulen» (4. Aufl., Bielef. 1888). – Vgl. Friese, Fedor F. (in dem Werk «Methodiker des Zeichenunterrichts in Einzeldarstellungen», Hannov. 1890).

Flip (engl.), Getränk aus Bier, Branntwein und Zucker.

Flitsch, ital. Plezzo; slowen. Bovec, Markt in der österr. Bezirkshauptmannschaft Tolmein, in der Grafschaft Görz und Gradisca, im obern Gebiete des Isonzo, in 458 m Höhe, am südl. Ausgang des Predilpasses und unmittelbar unter der als Flitscher Klause (532 m) bekannten Engschlucht, durch welche die Koritnica zum Isonzo fließt, hat (1890) 1420, als Gemeinde 2147 slowen. E., Post, Telegraph, Bezirksgericht (374,05 qkm, 8 Gemeinden, 16 Ortschaften, 6125 slowen. E.), Spitzenklöppelschule und Hausierhandel. Die Schlucht, durch ein neues Fort geschützt, wurde 1809 tapfer gegen die Franzosen verteidigt.

Flitter, zur Verzierung dienende glänzende Metallstückchen von verschiedener Form. Man unterscheidet Folierflitter und Drahtflitter. Die Folierflitter sind Plättchen von echter oder unechter Gold- und Silberfolie, oder auch Zinnfolie, die mittels entsprechender Ausschlageeisen in einer als Unterlage dienenden Bleiplatte hergestellt werden; man erhält so Plättchen von runder, sternförmiger, rosenförmiger, blumenblattähnlicher und anderer Gestalt. Die Drahtflitter sind flachgeschlagene Drahtringelchen von echtem oder unechtem Gold- und Silberdraht. Man läßt sie entweder glatt, oder schlägt sie noch mittels eines stählernen Stempels, durch welchen sie eine schalenartig vertiefte Gestalt (Hohlflitter) oder verzierende Linien, Striche, Punkte u. s. w. (Krausflitter) erhalten. (s. Leonische Waren.) Die F. werden im Handel nach ihrer Größe mit Nummern bezeichnet. Die größten, von 8 bis 12 mm Durchmesser und mit sehr großem Loch, werden Ringel (Goldringel, Silberringel) genannt.

Flitterglanz, Flitterschein, Flitterschimmer, schimmernder, aber wertloser Glanz.

Flittergold, soviel wie Knitter- oder Rauschgold, s. Blech (Bd. 3, S. 103 b).

Flittergras, s. Briza.

Flitterhaube, s. Flinderhaube.

Flittersand, mit Glimmerteilchen vermischter Sand.