Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

917
Floressee - Florez Estrada
Wiederwahl seines Schwiegervaters, des Fürsten
Bibcsco, zum Fürsten der Walachei. Er zählte zu
den einflußreichsten Mitgliedern der Vojarenpartei
und zu den entschiedensten Anhängern Rußlands. Er
avancierte zum General und war öfters sowohl unter
dem Fürsten Eusa wie unter Karl I. Kriegsminister,
zuletzt von 1871 bis 1876 im konservativen Ministe-
rium Lascar Eatargiu. Mit letzterm und dessen
Kollegen in Anklagezustand versetzt, konnte er am
3^ussisch-Türkvschen Kriege von 1877 bis 1878 keinen
Anteil nehmen. Die Anklage wurde jedoch zurück-
gezogen, und F. wurde Mitglied des Senats, Prä-
sident desselben und eins der Häupter der konser-
vativen Partei. Am 2. März 1891 nach dem Sturz
des Ministeriums Manu bildete F. mit Catargiu
ein neues Kabinett, worin er das Präsidium ohne
Portefeuille übernahm. Am 5. März erteilte ibm
die Kammer ein Mißtrauensvotum und wurde in-
folgedessen aufgelöst. Die neuen Wahlen ergaben
zwar eine Majorität für die Regierung, jedoch be-
reits 9. Dez. 1891 sah sich F. veranlaßt zurückzu-
treten, worauf Catargiu an seine Stelle trat. F.
starb 22. Mai 1893 in Bukarest.
Moressee, Teil des austral. Mittelmeers, zwi-
schen Flores und Sumbawa im S., Celebes im N.,
steht im O. mit der Sundasee, im W. mit der
Iavasee, im S. mit dem Indischen Ocean durch
Meeresstraßen in Verbindung und erreicht im NO.
des Vulkans Tambora auf Sumbawa 3090 in Tiefe.
Florett (frz. üeni-et), Stoßrapier, Stoßwaffe,
bestehend aus einer etwa 90 ein langen vierkantigen
Klinge und dem aus ^tichblatt, Parierstange und
Griff gebildeten Gefäß. Die Spitze der Klinge ist bei
den Fechtübungcn mit einem eisernen Plättchen ver-
sebcn, welches, mit Lederstreifen umwunden und
mit Leder bezogen, den Knopf oder Ballen bildet.
Floröttband, s. Bandfabrikation (Bd. 2,
S. 360 a).
sslorettseide, s. Seide; Florcttseidenge-
spinst, s. Fasergebilde.
Flore und Blancheflor (spr. fiohr, blangsch-
flohr; in deutschen Dichtungen Vlanscheflur; in
latinisierter Form Flos und Blancflos, d. i.
Blume und Weißblume, Rose und Lilie), Name
einer im Mittelalter vielfach bearbeiteten byzant.
Licbcssage. Zunächst ist sie eine Personifikation
der Rose und der Lilie oder im allegorischen Sinne
der Liebe und der Unschuld. Diese Bedeutung aber
ist in den vorhandenen Dichtungen nicht mehr mit
Bewußtsein festgehalten, der Stoff vielmehr ganz
in der Weise romantischer Dichtungen behandelt.
Ihr Hauptinhalt ist die Schilderung der rührenden
Liebe zweier Kinder. Vlancheflor wird vom König
von Spanien, der sie von seinem Sohne Flore
trennen will, an einen babylon. Admiral verkauft;
Flore findet sie nach langen Mühen; entdeckt,
werden sie zum Feuertod verurteilt; lieber wollen
sie beide sterben, als daß sich eins durch einen
Wunderring rette, das rührt die Heiden und Flore
führt die Geliebte heim; sie sterben beide zu der-
selben Stunde und ruhen in einem Grabe. An den
alten Kern der Sage erinnert fast nur der Zug,
daß sich Flos einmal in einem Blumenkörbe zu der
gefangenen Vlancfios bringen läßt. Schon in der
zweiten Hälfte des 12. Jahrb. ist die Sage in Süd-
frankreich bekannt. Eine altfranz. Bearbeitung des
12. Jahrh, nebst einer neugriechischen veröffentlichte
Immanuel Vekker, Flore und Blanceflor (Berl.
1844), und mit einer zweiten des 13. Iabrb. Ed. du
Meril (Par. 1856). Eine niederrhein. Bearbeitung
entdält der um 1170 nach dem ältern franz. Ge-
dichte verfaßte "^lovi-iä", von dem nur Bruchstücke
erhalten sind (herausgegeben in der "Zeitschrift für
deutsches Altertum", Bd. 21, Verl. 1877); eine hoch-
! deutsche nach derselben Quelle verfaßte um 1210
Konrad Fleck (bg. von Sommer, Quedlinb. 1846);
eine plattdeutsche ward herausgegeben in Vruns'
"Gedichten in altplattdeutscher Sprache" (Berl. 1798)
und von Waetzoldt (Niederdeutsche Denkmäler, Bd. 3,
Heft 1, Vrem. 1880); eine mittelniederländ. von
Dicderic von Assenede gab Hosfmann von Fallers-
leben in den "lloi-ae deiFieae", Bd. 3 (Lpz. 1836)
heraus. Eine neudeutsche Behandlung giebt es von
Frau von Knorring, geborenen Tieck (Berl. 1822).
Dieselbe Sage liegt dem Roman "II I^ilocolo" von
! Boccaccio zu Grunde, der dem deutschen Volksbuche
"Florio und Bianceflora" (Metz 1499) zum Vorbild
^ gedient bat. Anklänge an die Sage finden sich fast
! bei allen Völkern. - Vgl. Herzog, Die beiden Sagen-
^ kreise von F. u. V. (Wien 1884).
! Florez, Henrique, span. Geschichts- und Alter-
l tumsforscher, geb. 14. Febr. 1701 zu Valladolid,
war Mitglied des Augustinerordens und wurde
Professor der Theologie an der Universität von
Alcala. Er starb 20. Aug. 1773 zu Madrid.
1732-38 gab er einen vollständigen Kursus der
Theologie in 5 Quartbänden heraus; von andern
Schriften sind hervorzuheben: "lüi3.ve IiiätoriHi"
(Madr. 1743; neueste Aufl. 1817), eigentlich nur
die Vorarbeit zu der "I^Mna 8331-363., teatro
F60^rä.iic0-Iii3t0i-ic0 de 13. 1^16813. äe ^ZMim etc."
! l29 Bde., ebd. 1747-73), seinem Hauptwerke, das
! im Mittelpunkt der span. Geschichtsforschung steht,
von F. Manuel Risco,Fernandez,Merino,Canal u.a.
fortgesetzt wurde und unter Leitung der Historischen
Akademie langsam weiter erscheint; "Neä3ii33 äe
138 colouiHZ, municipioZ ^ puedioZ Anti^uoL äs
"NeM01'i33 (16 I3.3 1'6^N38 c3.tü1ic38,1i18t01'i3. ^eueH"
! lössica lie 13. (^383. R63.1 äe l^3.8ti1i3, ^ äe1^6011 etc."
(ebd. 1761; 3. Aufl., 2 Bde., 1790), "1.3.(^ntadria..
Di86I't3cioi1 80i)1'6 ei 8itio ^ 6Xtell810Q que tuvo
611 tiempo lie 1o8 N0M3I103 13. re^ion äe 108 (^Hll-
t3di'03 6tc." (ebd. 1768). - Vgl. Mendez, Xoticiag
8odr6 13, viäa ^ 68ci'ito8 äe iiem-iHue l". (Madr.
1780; 2. Aufl. 1860).
Florez Gftrada, Ton Alvaro, span. National-
! ökonom, geb. 1769 in Pola de Somiedo in Asturien,
studierte zu Ovicdo und Valladolid die Rechtswissen-
schaften. Nachdem er 1808 zum Generalprokurator
der Provinz Asturien ernannt worden war, wagte
! er, als einer der ersten in Spanien, öffentlich gegen
> Napoleon I. aufzutreten. Schon damals schrieb er:
"luti'oduccioii 3.13.1ii8toi'i3. de 13. FU6ri'3. äe 13.111-
(I6p6ii(i6uci3.", "^Hi-^ielo äei clero pi'0t63t3iit6 )'
äei ciei-0 catölico" (8 Bde.) und verfaßte die beiden
^ Konstitutionsvorschläge, wozu die Nationalregie-
rung aufgefordert hatte. Ebenso freimütig wie gegen
Napoleon erklärte er sich gegen König Ferdinand VII.
in seiner "I^6pr686iit3,ei0ii ä. I^ei-uaulio VII eu ei
3.Ü0 äe 1818 I^cienäole vei- toci08 8U3 68travi08",
welches Werk fast in alle europ. Sprachen übersetzt
wurde. Während der Reaktion von 1820 redigierte
er die zu Cadiz erscheinende Oppositionszeitung
"151 Ii-iduno äei Medio". Nach der Restauration
muhte er 1823 auswandern und schrieb in Frank-
reich: "(Xii'30 äe 6c0Q0mi3. politica" (5. Aufl.
1843; französisch, 3 Bde., Par. 1833). Ein Auszug