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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Flugechsen - Flügelaltar
Flugechsen, s. Pterodaktyle.
Flügel, zum Fliegen dienendes Glied, s. Fliegen.
- In der Baukunst heißt F. die mit einem Haupt-
körper unmittelbar verbundenen Teile eines Ge-
bäudes. Auch braucht man den Ausdruck bei langen
Gebäuden für die beiden Enden der Hauptfronte.
In dem antiken röm. Wohnhaufe sind die F. (alae)
die hintern Erweiterungen des Atriums, welche
vermutlich zu Privatbesprechungen des Patrons mit
einzelnen Klienten oder zur Aufstellung von Haus-
altären u. s. w. dienten. In derWafferbaukunst
versteht man unter F. oder Flügelmauern Boll-
werke oder Mauern, welche zum Schutze einer Wand,
z. B. einer Schleufenwand, eines Brückenpfeilers,
gegen den Seitendruck des Wassers errichtet werden.
F l ü g e l g r ä b e n nennt man die feitwärts der Haupt-
kanäle eines Vewäsferungsfystems abgehenden Grä-
ben, welche den Hauptkanälen das Wasser zu-
oder ableiten. - Im Militärwefen bedeutet F.
entweder die ganze rechte oder linke Hälfte einer
Truppenabteilung, oder auch nur die äußersten En-
den derselben ohne genaue Abgrenzung, jedenfalls
aber einen Teil der Abteilung selbst (s. dagegen
Flanke). Die beiden Leute an den äußersten Enden
eines Gliedes heißen rechter und linker Flügel-
mann desselben; also Sektions-, Zug- und Com-
pagnieflügelleute, ferner Flügelleute des ersten und
zweiten Gliedes. Flügelunteroffiziere stehen
auf dem rechten und linken F. einer Abteilung (eines
Zuges). Steht ein Offizier auf dem F., fo steht der
betreffende Flügelunteroffizier hinter der Abteilung
in der Nähe der schließenden Unteroffiziere; er tritt
aber auf den F. vor, sobald der Offizier zeitweilig
diefen Platz verläßt. - In der Musik nennt man F.
ein Pianoforte (s. d.) in Gestalt eines Vogelflügels;
früher auch das Clavicembalo (s. d.). - Im See-
wesen heißen F. oder Verklicker die auf den
Spitzen der Schiffsmasten angebrachten Windfahnen,
nach denen Beim Wind (s. d.) gesteuert wird. -
In der Technik ist F. im allgemeinen Bezeichnung
für drehend oder fchwingend bewegliche Teile von
geringer Masse; insbesondere in der Weberei ein
die Arbeitsbewcgung der Kette vermittelnder Teil
des Webstuhls, auch Schaft genannt; am Spinn-
rad und an der Drosselmaschine die an der Spindel
befestigte Gabel. (S. auch Flügelrad.)
Flügel, GustavLebrecht,Orientalist, geb. 18.Febr.
1802 zu Bautzen, studierte zu Leipzig Theologie und
Philologie und ging im Frühjahr 1827 nach Wien,
wo er auf Hammer - Purgstalls Veranlassung die
dem Tha'alibi zugeschriebene arab. Anthologie ("Der
vertraute Gefährte des Einsamen in schlagfertigen
Gegenreden", Wien 1829) mit deutfcher Übersetzung
im Auszuge herausgab. Nach einer großen Stu-
dienreise in Deutschland setzte er zu Paris unter de
Sacys Leitung seine orient. Studien fort. Nach
seiner Rückkehr erhielt er 1832 eine Professur an
der Fürstenschule zu St. Afra in Meißen, die er
wegen Krankheit 1850 aufgeben mußte; 1851
wurde ihm die Katalogisierung der orient. Hand-
schriften der Wiener Hofbibliothek übertragen, deren
Resultat der vorzügliche Katalog dieser Sammlung
(3 Bde., Wien 1865-67) ist. F. starb zu Dresden
5. Juli 1870. Auf Kosten des Londoner Orientai
irHQLlation I^unä veranstaltete er die Ausgabe
des großen encyklopäd. - bibliogr. Wörterbuchs
des Hadschi-Chalfa mit lat. Übersetzung (7 Bde.,
Lond. und Lpz. 1835-58). Große Verbreitung hat
die von ihm für K. Tauchnitz in Leipzig besorgte
Stereotyp-Ausgabe des Koran sLpz. 1833) gefuw
den, von der 1841 und 1858 neue Revisionen er-
schienen. Derselben folgten die " ^oncoräaiitias
lüoi-Äiii aradicae" (Lpz. 1842) und eine Ausgabe
der "vLiiiiitionsZ" des Dfchordschani (ebd. 1845).
Von feinen übrigen Schriften sind noch hervorzu-
heben: "Geschichte der Araber" (2 Bdchn., Lpz.
1840; 2. Aufl., ebd. 1866), "Al-Kindi, genannt der
Philosoph der Araber" (ebd. 1857), die Ausgabe
von Ion Kutlubugas "Krone der Lebensbeschrei-
bungen" (ebd. 1862), "Mani, seine Lehren und seine
Schriften" (ebd. 1862) und "Die grammatischen
Schulen der Araber" (ebd. 1862). Nach seinem
Tode veröffentlichten Rüdiger und A. Müller eine
Ausgabe des Xitkd ai-I^Iiriät von Ibn al-Nadim
(Bd. 1 u. 2, Lpz. 1871-72), eins der wichtigsten
Quellenwerke für die Kenntnis der arab. Litteratur-
geschichte, dessen Bearbeitung F. durch mehrere
Jahrzehnte viel Sorgfalt zugewendet hatte.
Flügel, Joh. Gottfr., Lexikograph, geb. 22. Nov.
1788 zu Barby, arbeitete als Kaufmann auf
Comptoiren mehrerer Haupthandelsplätze Deutsch-
lands, bis er 1810 nach Nordamerika ging, wo er sich
auch mit dem Studium der engl. Sprache beschäf-
tigte. 1819 wandte er sich nach Leipzig, wo er 1824
Lektor der engl. Sprache an der Universität und
1838 Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika
wurde. Er starb 24. Juni 1855. Seinen littcrar.
Ruf begründete er durch das "Vollständige engl.-
deutfche und deutfch-engl. Wörterbuch" (2 Bde.,
Lpz. 1830; 3. Aufl. 1847), dessen deutsch.-engl. Teil
in den beiden ersten Auflagen von Sporfchil, in der
dritten von Meißner bearbeitet wurde. Von feinen
übrigen Schriften sind außer der "Vollständigen
engl. Sprachlehre" (2 Bde., Lpz. 1824-26) noch
zu erwähnen: "'Ii-i^iotte, oder kaufmännisches
Wörterbuch in drei Sprachen: deutsch, englisch und
französisch" (3Bde., ebd. 1836-40; 2.Aufl. 1853),
"Kleines kaufmännisches Handwörterbuch in drei
Sprachen" (3 Bde., ebd. 1840), "Praktisches Hand-
buch der engl. Handelskorrespondenz" (ebd. 1827;
9. Aufl. 1873) und "^. 86ri68 ot' coniuiLlciHi I^et-
t6l3" (ebd. 1822; 9. Aufl. u. d. T. "^ractical insr-
caiitile Oori-LZponäsucL", 1874). F.s weitverbrei-
tetes "I'raetieg.i Oictiormi')' ot tk6 NuZÜLii aud
(F6!'inau lun^ua^LL" (2 Tle., Hamb. und Lpz. 1847
-52; 15. Aufl., Lpz. 1891), das besonders in
seinem deutsch-engl. Teile einen entschiedenen Fort-
schritt in der engl. Lexikographie bezeichnete, be-
arbeitete sein Sohn Felix F., geb. 18. Dez. 1820
zu Leipzig; das Hauptwerk desselben ist das "All-
gemeine engl.-deutsche und deutsch-engl. Wörter-
buch" (3 Bde., Braunschw. 1891; verbesserter Ab-
druck 1893), eine gänzliche Umarbeitung des "Voll-
ständigen Wörterbuchs" seines Vaters.
Flügelachfe, im Maschinenbau eine gewöhnlich
gußeiserne Achse, deren Schaft mit kreuzförmigem
Querschnitt ausgeführt ist.
Flügeladjutanten, ursprünglich die Adjutan-
ten des Feldherrn, die die Befehle an die einzelnen
Flügel der fechtenden Armee zu überbringen hatten.
Jetzt werden die Adjutanten eines Fürsten, die Ge-
nerale sind, Generaladjutanten, die, welche eine
niedere Charge bekleiden, F. genannt.
Flügelaltar, Klappen- oder Wandelaltar,
auch Altarschrein, die in Form eines flachen
Schreines oder Schrankes gebildete hohe und breite
Rückwand, die etwa seit dem 14. Jahrh, auf dem
Altar (s. d.) der christl. Kirchen angebracht zu wer-